Tempo 30 rettet Leben – Jetzt innerorts zur Regel!


Tempo 30 rettet Leben – Jetzt innerorts zur Regel!
Das Problem
Deutschland organisiert innerorts Sicherheit als Ausnahme – nicht als Regel: Ab Ortstafel gilt pauschal Tempo 50 (§ 3 StVO), während Tempo 30 vielerorts nur mit hohem Begründungsaufwand und engen Voraussetzungen angeordnet werden kann (§ 45 StVO).[1][2] Das führt zu einem Flickenteppich aus Tempo‑30‑Inseln, häufig genau dort, wo der Schutz am dringendsten wäre (Schulwege, Querungen, Wohnquartiere).
Die Folgen sind real: 2023 starben in Deutschland 2.839 Menschen im Straßenverkehr, rund 365.000 wurden verletzt; zudem stieg die Zahl der getöteten Fußgänger:innen gegenüber dem Vorjahr.[9] Europäische Auswertungen zeigen außerdem, dass in Deutschland innerorts ein besonders hoher Anteil der Verkehrstoten Radfahrende betrifft und überdurchschnittlich viele Opfer 65+ sind – also Menschen, die im Stadtverkehr besonders verletzlich sind.[10]
Geschwindigkeit ist dabei der zentrale Hebel, weil sie die Aufprallenergie und damit die Verletzungsschwere bestimmt: Das Sterberisiko von Fußgänger:innen steigt mit der Aufprallgeschwindigkeit stark an; eine vielzitierte Studie modelliert einen deutlichen Risikoanstieg schon bei vergleichsweise kleinen Geschwindigkeitsunterschieden.[6] Der Schritt von 50 auf 30 km/h ist daher nicht „ein bisschen langsamer“, sondern ein massiver Sicherheitsgewinn – und erhöht zugleich die Chance, einen Unfall durch kürzere Anhaltewege überhaupt zu vermeiden.
Die Forschung zu stadtweiten bzw. großflächigen Tempo‑30‑Regelungen in Europa ist eindeutig: Ein Review zu city‑wide 30 km/h‑Limits berichtet im Mittel weniger Unfälle, weniger Getötete und weniger Verletzte (zusätzlich häufig: weniger Lärm, teils auch günstigere Emissionswerte).[5] Tempo 30 ist damit eine der wirksamsten, schnell umsetzbaren Maßnahmen, um Vision‑Zero‑Ziele (keine Toten und Schwerverletzten) praktisch zu erreichen.[3][4]
Dass das funktioniert, zeigen Vorbilder: Helsinki hat Tempolimits in Wohngebieten und zentralen Bereichen konsequent reduziert und wird international als Vision‑Zero‑Fallstudie geführt; in Berichten wird zudem ein Zeitraum von zwölf Monaten ohne Verkehrstote in der Stadt hervorgehoben.[7][8] Die Kernaussage lautet: „Null Tote“ ist kein Zufall, sondern Ergebnis politischer Prioritätensetzung – vor allem über sichere Geschwindigkeiten plus sichere Infrastruktur.[7][8]
Tempo 30 schützt nicht nur Leben, sondern auch Gesundheit: Das Umweltbundesamt bewertet Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts u. a. wegen Lärmminderung und weiterer Umweltwirkungen.[11] Für Luftschadstoffe gibt es belastbare Praxisbeispiele: Berlin nutzte Tempo 30 als Baustein der Luftreinhaltung; Auswertungen der zuständigen Stellen und die Europäische Umweltagentur dokumentieren dabei messbare Verbesserungen (u. a. bei NO₂) auf belasteten Straßenabschnitten.[12][13]
Diese Petition fordert deshalb: Tempo 30 muss innerorts die Regel werden – und Tempo 50 die begründete Ausnahme. Das ist kein Angriff auf Mobilität, sondern die Entscheidung, dass Stadtverkehr fehlertolerant sein muss: Menschen machen Fehler, aber Fehler dürfen nicht tödlich enden.[3][4]
QUELLEN / BELEGE
[1] StVO § 3 (Geschwindigkeit): gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__3.html
[2] StVO § 45 (Anordnung von Verkehrszeichen, u. a. Tempo 30): gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__45.html
[3] WHO (2021) – 30 km/h als Norm in Städten: who.int/news/item/22-03-2021-campaign-launched-to-make-30-km-h-streets-the-norm-for-cities-worldwide
[4] WHO (2021) – Streets for Life / 30 km/h: who.int/news/item/17-05-2021-streets-for-life-campaign-calls-for-30-km-h-urban-streets-to-ensure-safe-healthy-green-livable-cities
[5] Review Europa (2024) – city-wide Tempo 30 (Sustainability/MDPI): mdpi.com/2071-1050/16/11/4382
[6] Rosen & Sander (2009) – Sterberisiko Fußgänger vs. Aufprallgeschwindigkeit: sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0001457509000323
[7] TfL (PDF) – Achieving Vision Zero: Helsinki: content.tfl.gov.uk/vision-zero-case-study-helsinki.pdf
[8] EU Urban Mobility Observatory (2025) – Helsinki: zero road deaths over past year: urban-mobility-observatory.transport.ec.europa.eu/news-events/news/helsinki-records-zero-road-deaths-over-past-year-2025_en
[9] DVR – Unfallzahlen 2023 (auf Basis amtlicher Statistik): dvr.de/presse/unfallzahlen-2023
[10] ERSO/EU – Länderprofil Deutschland (Road Safety): road-safety.transport.ec.europa.eu/document/download/35195566-f484-4a2a-a589-4c987703dd74_en?filename=erso-country-overview-germany_en.pdf
[11] Umweltbundesamt (UBA) – Umweltwirkungen Tempo 30 (Texte 50/2023): umweltbundesamt.de/publikationen/umweltwirkungen-einer-inneroertlichen
[12] EEA – Fallbeispiel Berlin (Traffic management): eea.europa.eu/en/analysis/publications/managing-air-quality-in-europe/traffic-management-in-berlin-germany
[13] Land Berlin (PDF) – Tempo‑30‑Untersuchungen / Abschlussbericht: berlin.de/sen/uvk/_assets/verkehr/verkehrspolitik/tempobeschraenkungen/tempo30.pdf

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Das Problem
Deutschland organisiert innerorts Sicherheit als Ausnahme – nicht als Regel: Ab Ortstafel gilt pauschal Tempo 50 (§ 3 StVO), während Tempo 30 vielerorts nur mit hohem Begründungsaufwand und engen Voraussetzungen angeordnet werden kann (§ 45 StVO).[1][2] Das führt zu einem Flickenteppich aus Tempo‑30‑Inseln, häufig genau dort, wo der Schutz am dringendsten wäre (Schulwege, Querungen, Wohnquartiere).
Die Folgen sind real: 2023 starben in Deutschland 2.839 Menschen im Straßenverkehr, rund 365.000 wurden verletzt; zudem stieg die Zahl der getöteten Fußgänger:innen gegenüber dem Vorjahr.[9] Europäische Auswertungen zeigen außerdem, dass in Deutschland innerorts ein besonders hoher Anteil der Verkehrstoten Radfahrende betrifft und überdurchschnittlich viele Opfer 65+ sind – also Menschen, die im Stadtverkehr besonders verletzlich sind.[10]
Geschwindigkeit ist dabei der zentrale Hebel, weil sie die Aufprallenergie und damit die Verletzungsschwere bestimmt: Das Sterberisiko von Fußgänger:innen steigt mit der Aufprallgeschwindigkeit stark an; eine vielzitierte Studie modelliert einen deutlichen Risikoanstieg schon bei vergleichsweise kleinen Geschwindigkeitsunterschieden.[6] Der Schritt von 50 auf 30 km/h ist daher nicht „ein bisschen langsamer“, sondern ein massiver Sicherheitsgewinn – und erhöht zugleich die Chance, einen Unfall durch kürzere Anhaltewege überhaupt zu vermeiden.
Die Forschung zu stadtweiten bzw. großflächigen Tempo‑30‑Regelungen in Europa ist eindeutig: Ein Review zu city‑wide 30 km/h‑Limits berichtet im Mittel weniger Unfälle, weniger Getötete und weniger Verletzte (zusätzlich häufig: weniger Lärm, teils auch günstigere Emissionswerte).[5] Tempo 30 ist damit eine der wirksamsten, schnell umsetzbaren Maßnahmen, um Vision‑Zero‑Ziele (keine Toten und Schwerverletzten) praktisch zu erreichen.[3][4]
Dass das funktioniert, zeigen Vorbilder: Helsinki hat Tempolimits in Wohngebieten und zentralen Bereichen konsequent reduziert und wird international als Vision‑Zero‑Fallstudie geführt; in Berichten wird zudem ein Zeitraum von zwölf Monaten ohne Verkehrstote in der Stadt hervorgehoben.[7][8] Die Kernaussage lautet: „Null Tote“ ist kein Zufall, sondern Ergebnis politischer Prioritätensetzung – vor allem über sichere Geschwindigkeiten plus sichere Infrastruktur.[7][8]
Tempo 30 schützt nicht nur Leben, sondern auch Gesundheit: Das Umweltbundesamt bewertet Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts u. a. wegen Lärmminderung und weiterer Umweltwirkungen.[11] Für Luftschadstoffe gibt es belastbare Praxisbeispiele: Berlin nutzte Tempo 30 als Baustein der Luftreinhaltung; Auswertungen der zuständigen Stellen und die Europäische Umweltagentur dokumentieren dabei messbare Verbesserungen (u. a. bei NO₂) auf belasteten Straßenabschnitten.[12][13]
Diese Petition fordert deshalb: Tempo 30 muss innerorts die Regel werden – und Tempo 50 die begründete Ausnahme. Das ist kein Angriff auf Mobilität, sondern die Entscheidung, dass Stadtverkehr fehlertolerant sein muss: Menschen machen Fehler, aber Fehler dürfen nicht tödlich enden.[3][4]
QUELLEN / BELEGE
[1] StVO § 3 (Geschwindigkeit): gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__3.html
[2] StVO § 45 (Anordnung von Verkehrszeichen, u. a. Tempo 30): gesetze-im-internet.de/stvo_2013/__45.html
[3] WHO (2021) – 30 km/h als Norm in Städten: who.int/news/item/22-03-2021-campaign-launched-to-make-30-km-h-streets-the-norm-for-cities-worldwide
[4] WHO (2021) – Streets for Life / 30 km/h: who.int/news/item/17-05-2021-streets-for-life-campaign-calls-for-30-km-h-urban-streets-to-ensure-safe-healthy-green-livable-cities
[5] Review Europa (2024) – city-wide Tempo 30 (Sustainability/MDPI): mdpi.com/2071-1050/16/11/4382
[6] Rosen & Sander (2009) – Sterberisiko Fußgänger vs. Aufprallgeschwindigkeit: sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0001457509000323
[7] TfL (PDF) – Achieving Vision Zero: Helsinki: content.tfl.gov.uk/vision-zero-case-study-helsinki.pdf
[8] EU Urban Mobility Observatory (2025) – Helsinki: zero road deaths over past year: urban-mobility-observatory.transport.ec.europa.eu/news-events/news/helsinki-records-zero-road-deaths-over-past-year-2025_en
[9] DVR – Unfallzahlen 2023 (auf Basis amtlicher Statistik): dvr.de/presse/unfallzahlen-2023
[10] ERSO/EU – Länderprofil Deutschland (Road Safety): road-safety.transport.ec.europa.eu/document/download/35195566-f484-4a2a-a589-4c987703dd74_en?filename=erso-country-overview-germany_en.pdf
[11] Umweltbundesamt (UBA) – Umweltwirkungen Tempo 30 (Texte 50/2023): umweltbundesamt.de/publikationen/umweltwirkungen-einer-inneroertlichen
[12] EEA – Fallbeispiel Berlin (Traffic management): eea.europa.eu/en/analysis/publications/managing-air-quality-in-europe/traffic-management-in-berlin-germany
[13] Land Berlin (PDF) – Tempo‑30‑Untersuchungen / Abschlussbericht: berlin.de/sen/uvk/_assets/verkehr/verkehrspolitik/tempobeschraenkungen/tempo30.pdf

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Petition am 23. Februar 2026 erstellt

