Statement für freie Meinungsäußerung und kulturelle Diversität an der WWU

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Prof. Dr. med. Cullen ist Professor an der Westfälischen Wilhelms-Universität zu Münster. Dort hält er Vorlesungen im Bereich der klinischen Chemie. Cullen ist zudem Vorsitzender des Bundes "Ärzte für das Leben e.V.".

Im derzeit 5. Semester begann die Diskussion um seine Person bereits vor der ersten Vorlesung. Einzelne Studierende bemühten sich zwanghaft, aus seinen Vorlesungen frauenfeindliche Aussagen herauszulesen, da sie - ohne jedoch je einen Austausch mit ihm gesucht zu haben und ohne seine persönlichen Ansichten verstehen zu wollen - ihn bereits zuvor als „antifeministisch“ und „antisemitisch“ gebranntmarkt hatten.

Diese Personen verfolgen ihre ganz persönliche Agenda gegen Prof. Cullen. Anstatt sich sachlich mit Inhalten auseinanderzusetzen, wird er pauschal diffamiert und in Schubladen gesteckt, in die er sicher nicht hinein gehört.

Prof. Cullen hat Ansichten, die sich nicht immer mit denen der Allgemeinheit decken. Über die Fragen, wann das Leben beginnt, haben schon vor tausend Jahren Philosophen und Mediziner diskutiert, und vermutlich wird es hierüber nie einen letzten Konsens geben.

Eine Universität jedoch ist der freien Wissenschaft verschrieben. Sie muss diese zu jedem Zeitpunkt und ohne jede Beschränkung sicherstellen. Es muss divergierende Meinungen und kulturelle Diversität geben können. Davon lebt Wissenschaft. Ein kontrovers und frei geführter Diskurs muss somit jederzeit möglich sein.

Wenn Dozenten der WWU nun aufgrund „abweichender“ oder nicht erwünschter Meinungen diskreditiert und aus ihrer Lehrtätigkeit entfernt werden sollen, dann wird jede freie Wissenschaft dramatisch darunter leiden. Jegliche Erfindungen und Entdeckungen der Vergangenheit sind nun einmal dadurch entstanden, dass jemand etwas anders gemacht hat als es bislang üblich war. Wie sollen Studierende kritisches Denken und den Mut, neue Ideen zu verfolgen, mit auf den Weg bekommen, wenn Ihre Professoren dieses nicht mehr frei und unbeeinflusst lehren und fördern können, sondern statt dessen pauschal und unreflektiert diskriminiert und diskreditiert werden?

Freie Wissenschaft kann nur durch Vielfalt (über)leben! Wir Studenten sollten uns dazu entsprechend klar und offen kritisch positionieren. Billige Vorverurteilungen oder gar mediale Hetzjagden wären das Letzte, das dem zuträglich ist.

 

Statement zur Situation, von Prof. Cullen (5. Februar 2021):

Sehr geehrte Studierende der Universität Münster,
ich bin ein katholisch geprägter Ire, 60 Jahre alt und doziere über Diabetes. Privat setze ich mich für das Recht auf Leben ein. Meine Meinungen werden sich nicht immer mit allen Ihren Meinungen decken – und dieses Maß kultureller Diversität ist in Ordnung und an Universitäten durchaus üblich.
Einige wenige unter Ihnen wollen Sie nun vor potenziell abweichenden Meinungen
schützen. Das absurde dabei:
1. Diese Meinungen werden falsch dargestellt, aber selbst wenn sie richtig dargestellt würden:
2. Diese Meinungen waren nie Teil meiner Vorlesungen, aber selbst wenn:
3. Diese Meinungen wären legitim, auch wenn sie anders sind.

Die Beschwerdeführer wollen Sie präventiv vor Aussagen beschützen, die niemals Thema im Hörsaal waren, indem sie fordern, mir meine außerordentliche Professur zu entziehen. Dagegen wehre ich mich auf das Schärfste. Ich möchte Ihnen kurz den Sachverhalt darstellen und mich dann mit einem Appell an Sie wenden.

Für die, die mich nicht aus der Vorlesung kennen sei erwähnt, dass ich als Facharzt für Labormedizin über mein Spezialgebiet Diabetes und Fettstoffwechselstörungen doziere. Diese Themen sind gefährlich für die betroffenen Patienten, ganz sicher aber nicht für einen jungen Studierenden, der sich darauf vorbereitet, diesen Patienten zu helfen.

Dennoch wenden sich der AStA der Uni Münster und die 'kritischen Mediziner*innen' an der Uni Münster in einer Stellungnahme vom 19.01.2021 und seit dem 01.02.2021 auch mit einer Pressemeldung gegen mich. Sie fordern, dass sich Rektorat und medizinische Fakultät von mir distanzieren.

Der Dissens entfacht sich in der Sache an zwei Standpunkten von mir:
1. Ich bin der Überzeugung, dass das Leben mit der Verschmelzung von Eizelle und
Spermium beginnt.
2. Ich bin der Überzeugung, dass beim aktuellen Studiendesign für die COVID-19-
Impfstoffe Spätfolgen nicht wissenschaftlich beweisbar in letzter Konsequenz
ausgeschlossen werden können.

Ich bin mir bewusst, dass einige hier andere Haltungen haben und bin bereit für jeden Diskurs. Aber welche Vorwürfe daraus entstehen, ist in geradezu obszöner Weise unsachlich, polemisch und eines Akademikers unwürdig:Ich werde als “verschwörungsideologisch” oder “antisemitisch" diskreditiert, mir wird unterstellt, ich suche mit meinen Thesen Anschluss bei der extremen Rechten. - Zu Ihrer
Information: Als Ire und Sohn eines Vaters, der mit 12 Jahren begann zu arbeiten, dürfen Sie sich sicher sein, dass der deutsche Nationalismus nicht meine politische Heimat ist.

Viel wichtiger als meine abwägende Haltung zu den aktuellen Impfungen scheint Ihren Kommilitonen meine Tätigkeit als Vorsitzender für die Organisation "Ärzte für das Leben e.V” zu sein, denn mit diesem Thema eröffnen meine Kritiker ihre Stellungnahme. Sie steigern sich bis zu dem Vorwurf, dass ich mich nicht von einer Aktivistin distanziert hätte, die nicht nur auf homophoben Demonstrationen auftrete, sondern sogar ein Video von mir geteilt habe.

Sehr geehrte Studierende der Universität Münster,
Streit an Universitäten ist der Jungbrunnen für die Gesellschaft. Ich bin mir sicher, dass es Ihnen zuzumuten ist, etwas über Diabetes von mir zu erlernen, während ich in einem anderen Thema eine andere Meinung als Sie habe.
Wehren Sie sich gegen die Entmündigung. Der Aktionismus Ihrer Kommilitonen ist eine Anmaßung. Fordern Sie den Diskurs gerade mit Positionen, die nicht die Ihren sind, um Ihr Wissen zu weiten und Ihre argumentative Kraft zu stärken. Weisen Sie jene in die Schranken, die über Ihr Gedankengut verfügen wollen.

Ich vertraue auf Sie und Ihre Bildung ganz im Humboldtschen Sinne,
Ihr
Prof. Dr. med. Paul Cullen

 

Wir - die Studierenden der WWU - stehen hinter unseren Professoren! Zeigt dies, indem ihr diese Petition unterstützt!