Abschaffung des Solidarbeitrags für das Semesterticket der Hochschulen Erlangen-Nürnberg

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Der zusätzliche Beitrag für ein VGN-Basisticket in Höhe von aktuell 76,--€, aus dem sich der Semesterbeitrag (aktuell 118,--€) neben dem Grundbeitrag für das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg (42,--€) zusammensetzt, erweist sich für mich und viele andere Studierende der Hochschulen Erlangen-Nürnberg als auferlegte Bürde – nicht nur, weil er fast doppelt so hoch angesetzt ist wie der Grundbeitrag.

Viele Studierende nutzen die öffentlichen Verkehrsmittel nicht –  ein Großteil davon wohl, weil sich die Mobilität mit dem Fahrrad in der Großstadt oft als schnellere, mobilere sowie über dies hinaus als kostengünstigste Variante herausstellt. Trotzdem sind alle Studierenden dazu gezwungen, einen Beitrag für das Basisticket zu zahlen – auch, wenn sie das Ticket nicht in Anspruch nehmen. Solch eine beträchtliche Summe muss ein Studierender, der oftmals sowieso finanziell weniger gut gestellt ist, überhaupt erst einmal entbehren können, wenn sie in nichts fließt, was der eigenen Person zugutekommt.

Dieser Beitrag stellt nicht nur gegenüber eben genannten Personen eine Ungerechtigkeit dar, sondern ebenso gegenüber denjenigen, die auf die öffentlichen Verkehrsmittel zurückgreifen wollen oder müssen. Denn ein durchschnittlicher Studierender kann mit diesem Basisticket seiner Haupttätigkeit, dem Studieren, die normalerweise aus einem täglichen Gang an die Universität unter der Woche und überwiegend vor 19 Uhr besteht, nicht nachkommen.
Da das Basisticket unter der Woche erst ab 19 Uhr bis 6 Uhr des Folgetags und am Samstag, Sonntag sowie Feiertag gültig ist, ist ein weiterer Kauf eines zusätzlichen Tickets oder des „Zusatztickets“ für weitere aktuell 208,40€ unumgänglich, wenn man ein Universitätsgelände tagsüber mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen möchte.

Laut der Webseite des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg haben „[v]on den 53.074 Studierenden am Hochschulstandort Erlangen-Nürnberg […] im Wintersemester 2018/19 bisher 24.196 die Semesterticket-Zusatzkarte erworben. Das sind über 45 Prozent.“ (siehe: http://www.werkswelt.de/?post=semesterticket-nachfrage-steigt-weiter, Stand 01.07.2019).
Jedoch ist es die Mehrheit, mit mehr als 50 Prozent, die sich scheinbar für kein Zusatzticket entschieden hat. Das bedeutet, dass die Mehrheit entweder nicht regelmäßig die Universität besucht, da dies mit dem bloßen Basisticket tagsüber nicht möglich ist, oder aber – und das ist wohl wahrscheinlicher – sie erreicht die universitären Bereiche auf andere Fortbewegungsweise als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Es ist nicht fair, ein solch ungerechtes, nahezu gleichschaltendes Konzept finanzieren zu müssen, das sich dadurch aufrechterhält, indem es jeden einzelnen Studierenden ungeachtet seiner individuellen Situation zur Zahlung verpflichtet, weil er andernfalls nicht studieren darf.

Über dies hinaus ist in Artikel 26 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte verankert, dass das Recht auf Bildung für alle gleichermaßen ohne Diskriminierung hinsichtlich der sozialen Herkunft, des Vermögens, oder des sonstigen Status gilt – ferner ist durch den Internationalen Pakt über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte festgelegt, dass
 „[…] der Hochschulunterricht auf jede geeignete Weise, insbesondere durch allmähliche Einführung der Unentgeltlichkeit, jedermann gleichermaßen entsprechend seinen Fähigkeiten zugänglich gemacht werden muss […]“ (siehe: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/fileadmin/user_upload/PDF-Dateien/Pakte_Konventionen/ICESCR/icescr_de.pdf, Stand 01.07.2019).
Sowohl subjektiv als auch objektiv betrachtet widerspricht der zusätzliche Beitrag des Semesterbeitrags der Hochschulen Erlangen-Nürnberg genau diesen Grundsätzen. Der zusätzliche Beitrag trägt nicht zur allmählichen Unentgeltlichkeit bei, sondern aufgrund der Bindung an VGN zu stets anwachsenden Semesterbeiträgen und benachteiligt Menschen mit finanziell schlechterem Status, indem er ihnen den Hochschulzugang erschwert.

Daher erbitte ich im Namen aller Studierenden, die sich der Beschwerde anschließen, die Satzung des Studentenwerks Erlangen-Nürnberg über einen zusätzlichen Beitrag zur Beförderung der Studierenden im öffentlichen Nahverkehr (Solidarbeitrag Semesterticket) entweder abzuschaffen, oder die Regelungen auf angemessene Art und Weise zu ändern und anzupassen.

Eine angemessene Änderung läge einerseits darin, jedem einzelnen Studierenden oder demjenigen, der es vorhat, zu studieren, die Entscheidungsfreiheit zu überlassen, ob er den Semesterbeitrag inklusive des zusätzlichen Beitrags, also des Basistickets, begleichen möchte – je nach individuellen Ansprüchen und finanziellen Möglichkeiten.
Zum anderen wäre eine deutliche Senkung des Unkostenbeitrags für den zusätzlichen Beitrag eine weitere angemessene Änderung, da viele Studierende finanziell weniger gut gestellt sind.
Des Weiteren würde eine Anpassung der erlaubten Nutzungszeiten des Basistickets eine angemessene Änderung darstellen, wobei die Nutzung an Werktagen auch tagsüber vor 19 Uhr möglich sein sollte, um den universitären Tätigkeiten eines Studierenden nachkommen zu können.

Bitte unterschreibt und teilt es für mehr Fairness und Bildungsgerechtigkeit! Nur viele Stimmen können etwas verändern!

Wer sich nicht gegen Ungerechtigkeit ausspricht, vermittelt das Gefühl, dass alles so bleiben kann und soll wie es ist - wo wäre unsere Gesellschaft, wenn sich Menschen nie gegen Missstände gewehrt hätten?