#strohimtank - Fördert endlich die wirklich grünen Antriebe!

0 haben unterschrieben. Nächstes Ziel: 500.


Woran denken Sie, wenn Sie an sauberen Straßenverkehr denken?

Wahrscheinlich an Dieselverbote, teure und (noch) unzuverlässige E-Mobilität, praxisuntaugliche Fahrzeugkonzepte und an aufgeheizte Debatten über das ganze Thema. Das klingt alles sehr kompliziert, frustrierend und unausgewogen...

Doch lassen Sie mich eine weitere Frage stellen:

Wussten Sie, dass der gesamte Energiebedarf des öffentlichen Nahverkehrs auf unseren Äckern verrottet?

Klingt komisch, ist aber so. Das Stichwort heisst Biomethan (CNG): Auf deutschen Äckern fällt derart viel Stroh, Gülle und Klärschlamm an, dass hieraus Biomethan gewonnen werden kann, das als nahezu CO2-neutraler Biokraftstoff verwendet werden kann.

 


Wie funktioniert das?

In der Landwirtschaft entstehen diverse Abfallprodukte wie Gülle, Klärschlamm oder Bioabfall/Stroh, welches meistens ungenutzt bleibt. Das anfallende Biomaterial (Gülle, Klärschlamm und Bioabfall) wird in Fermentern zu Rohbiogas vergoren. Hierbei entsteht im ersten Schritt 45-70% Methan und CO2. Das Rohbiogas wird anschließend aufbereitet und zu Biomethan, welches nahezu Erdgasqualität hat. Das so entstandene reine Biomethan kann dann schließlich in das Gasnetz eingespeist werden und zu den Gastankstellen befördert werden. Hier könnte in Zukunft (und in Teilen jetzt schon) Biomethan (CNG) getankt und als Energiequelle für PKW, Busse, usw. genutzt werden. (1)

 

 

Was sind die Vorteile von Biomethan als Kraftstoff (im Vergleich zu E-Autos)?

  • Biomethan gilt als nahezu CO2-neutral! Das durch die Verbrennung des Biomethans freiwerdende Kohlenstoffdioxid wird durch das vorige Wachstum der organischen Stoffe fast vollständig kompensiert. Durch das Tanken von Biomethan lässt sich 90% des CO2-Austoßes eines normalen Verbrenners einsparen! (5)
  • Biomethan ist als Kraftstoff deutlich günstiger für den Verbraucher als Benzin (0,71€/l) und Diesel (0,79€/l)! (3)
  • Der Antrieb mit gasförmigen Kraftstoffen ist seit Jahren erprobt, zuverlässig, Stand der Technik und die Infrastruktur (Tankstellen) ist weitestgehend ausgebaut.
  • Die Herstellung eines E-Autos hat durch die Notwendigkeit großer Akkuspeicher eine doppelt so hohe CO2-Startbelastung wie PKW mit klassischen oder gasbetriebenen Verbrennungsmotoren! (5)
  • Bei der Akkuherstellung für E-Autos wird die Grundwasserversorgung durch die Lithiumfelder in Südamerika überlastet! Hinzu kommen eine massive CO2-Belastung durch die Akkuproduktion und kritische Menschenrechtszustände in Südamerika und Afrika. (7) Der Biomethan-Antrieb hingegen belastet die Umwelt nicht zusätzlich!
  • Die Umstellung des öffentlichen Nahverkehrs auf Biomethan würde kaum Mehrkosten bedeuten: Die Neuanschaffung wäre 4 % teurer als Dieselbusse. Zum Vergleich: Die Umstellung des ÖPNVs auf E-Busse bedeutet Mehrkosten von 61-156%! (2)
  • Es bieten sich riesige Potentiale zum Ausbau: Die Erzeugung von Biomethan kann in Deutschland bis 2050 um gut das Zehnfache gesteigert werden. Dies entspricht 100 Terrawattstunden Energie pro Jahr! (6)

 

 

Wie ist der Stand für Biomethan?

2016 waren bereits 23% des im Verkehr benutzten Erdgases aus Biomethan. Dafür sorgen ca. 200 Anlagen, die aus dem Biogas Biomethan gewinnen. Dies entspricht einer eingespeisten Energie von 10 Terrawattstunden pro Jahr! Dennoch bleiben derzeit noch etwa 12 Millionen Tonnen Getreidestroh ungenutzt! Dies entspricht der Jahresenergie für 7 Millionen PKW. (5)

Ein sehr positives Beispiel für den Biomethanantrieb ist in Augsburg zu finden: Die Stadt Augsburg hat seit 2011 über 85 Busse im Betrieb, die Biomethan tanken. Die Betreiber sind genauso wie viele Experten durchweg positiv überzeugt von der Zuverlässigkeit und der Zukunftsfähigkeit der Antriebstechnik:

"Wir sagen, der Elektrobus ist für uns nicht das Maß der Dinge, das ist nicht die Lösung, wir sagen, ein Biomethan-Bus, so wie wir ihn betreiben, das ist momentan verfügbar Umweltschutz, eine bessere Ökobilanz, Energiebilanz über die komplette Wertschöpfungskette gibt es nicht."
-Klaus Röder, Stadtwerke Augsburg (5)

Die Städte Giessen und Oldenburg haben ihre Busflotte ebenfalls auf CO2-neutrale CNG-Busse umgestellt. Sie erfüllen jetzt schon die Klimaziele für 2050! (9) Während neue und teure E-Busse in Berlin bestenfalls nur die Hälfte eines Betriebstages durchhalten, funktioniert der grüne ÖPNV mit Biomethan heute schon! (8)

 

 

Warum kommt das Biomethan also ins Stocken?

Der Ausbau von Biomethan (CNG) als Kraftstoff wird stark behindert, denn:

  • Die Energiesteuerermäßigung für Erdgas und Biomethan als Kraftstoff wird nur bis 2021 verlängert und die finanzielle Rentabilität ist für viele Betreiber ungewiss. Somit fallen ab 2021 ca. 1000 Biogasanlagenbetreiber aus dem EEG!
  • Die Clean Vehicle-Regulierung der EU schreibt in Zukunft vor, dass ein Teil des ÖPNV's mit E-Bussen bestückt werden muss. Das wäre wahrscheinlich das Aus für Augsburg, Gießen und Oldenburg!
  • E-Busse werden mit großen Investitionssummen gefördert (bis zu 320.000€), während Biomethan-Busse lediglich mit bis zu 10.000€ unterstützt werden!  

 

 

Was muss passieren, um den Ausbau weiter voranzutreiben?

  1. Das Wichtigste ist eine konsequente finanzielle Förderung seitens des Staates. Die EEG-Förderung soll für Biogasbetreiber auch nach 2021 langfristig gewährleistet sein! Nur so kann vermehrt in den Ausbau des Biomethans als Kraftstoff und Energiequelle investiert werden! 
  2. Die Clean Vehicle-Regulierung der EU muss Investitionsspielraum für Biomethan als Antriebstechnik lassen und stärker fördern!
  3. Die Bundesregierung muss dafür sorgen, diese Antriebstechnik stärker in den gesellschaftlichen Fokus zu rücken und in den öffentlichen Nahverkehr mit Biomethan zu investieren, um die Klima- und Umweltziele zu erreichen!
  4. Auch der Verbraucher muss finanziell entlastet werden. Statt unwirksamer Kaufprämien für E-Autos soll die Bundesregierung die Verbraucher beim Umbau ihrer klassischen Verbrennermotoren auf Biomethan finanziell unterstützen und so Anreize für den Umstieg schaffen!

 

"Die Ergebnisse unserer Studien zeigen, dass Bio-Erdgas mittelfristig die sauberste und wirtschaftlich sinnvollste Lösung ist. Über die nächste Dekade hinaus bleibt der Einsatz von Biogas in Euro-VI-Erdgasmotoren die mit Abstand ökologisch verträglichste und darüber hinaus bezahlbare Option. (...) Daher fordere ich die Politik zur unverzüglichen Rückkehr zu einer Technologieneutralität auf der Basis von Wirkvorschriften auf."

-Prof. Dr. Ralph Pütz (9)

 

Biomethan ist der beste Kompromiss aus Kosten, Umweltbelastung, Verfügbarkeit und Infrastruktur! Es taucht bloß nicht in der medialen Diskussion auf.

Also: Diskutiert darüber, verbreitet die Petition, erzählt euren Freunden und Bekannten davon und helft mir, diesem Aufruf Gewicht zu verleihen!

Wenn Energie- und Mobilitätswende, dann richtig!

Vielen Dank!

Zum Schluss noch: Mein Name ist Jonas Ebert. Ich bin 27 Jahre alt und SPD-Mitglied. Ich versichere, dass ich keiner Lobby angehöre und diese Kampagne gestartet habe, um diese Form der Antriebstechnik  in den Fokus zu rücken und die einseitige Debatte um die Energiewende ein wenig aufzuräumen.

Social Media: 

Facebook

Twitter

Links zum Nachlesen:

  1. Biogasherstellung
  2. Emissionsarmer ÖPNV - Gas-Busse gewinnen Vergleichsuntersuchung
  3. Vom Abfall zum nachhaltigen Biokraftstoff
  4. BR24 - Grüne Kraftstoffe - Wie die Politik bremst
  5. Alternative Biomethan? Die deutsche Politik setzt einseitig auf Elektromobilität
  6. Biomethan: Erzeugung von erneuerbarem Erdgas kann verzehnfacht werden
  7. E-Autos: Ein nur scheinbar sauberes Geschäft
  8. Berliner Morgenpost - Neue Berliner E-Busse können nur halben Tag fahren
  9. Busse in Augsburg, Oldenburg und Gießen fahren mit Bio-Methan