
Der 3. Oktober 2013 war ein schwarzer Tag für Europa. Über 500 Menschen hatten sich an Bord eines Kutters gequetscht, um aus Libyen zu entkommen. Vor der Insel Lampedusa sank ihr Schiff. Für 366 Menschen kamen einheimische Fischer und die italienische Küstenwache zu spät. Sie ertranken direkt vor Europas Toren.
Eine Schweigeminute wäre das Mindeste, was wir diesen Menschen schulden. Ein Gedenken ihres grausamen Tods, eine Anteilnahme an der Trauer ihrer Familien in Eritrea und Somalia. Und doch können wir jetzt nicht schweigen. Es wurde schon zu viel geschwiegen über die Situation an unseren Grenzen. Über die Gewalt, mit der unsere Politik Familien auseinanderreißt. Über die Bedingungen in den italienischen Hotspots. Über die fehlende Solidarität europäischer Innenminister.
Italien richtete kurz nach diesem Bootsunglück das Rettungsprogramm MARE NOSTRUM ein. Doch wegen fehlender Unterstützung - auch aus Deutschland - wurde es ein Jahr später wieder eingestampft. Die Einzigen, die seither jeden Tag für Menschen auf der Flucht da sind, sind Freiwillige. Vor genau fünf Jahren wurde das Alarm Phone gegründet, eine Notrufnummer für Menschen in Seenot. Seit 1820 Tagen ist es rund um die Uhr erreichbar, 24/7. Das ist unglaublich!
Tausende Male klingelte das Telefon der Aktivist*innen, mit knapp 3.000 Booten im zentralen Mittelmeer und der Ägäis waren sie in Kontakt. „Wir verstehen unsere Arbeit als konkret gelebte Solidarität im Transit – als Teil einer ‚Underground Railroad‘ für Fluchtbewegungen“, sagt Mitbegründer Maurice Stierl.
Wir wünschen unseren Freund*innen des Alarm Phones, dass sie die Kraft haben, solange weiterzumachen, bis alle Menschen in Not auf sicherem Weg nach Europa kommen können. Dafür brauchen sie dich! Deshalb meine Bitte: Unterstütze das Alarmphone mit einer Spende.
Deine Lea