
Liebe Unterstützer*innen,
unglaublich viel ist passiert in den letzten Wochen.
Wie ein Donnergrollen brach die Nachricht um die Wiedereröffnung des LPT Hamburg über alle involvierten Tierschützer in ganz Deutschland und Europa.
Nach einer erzwungenen Schließung und der durch das Oberverwaltungsgericht gekippten Entscheidung, darf das LPT wieder öffnen.
Doch es gibt auch gute Neuigkeiten.
Die Betreiber des LPT haben angekündigt, den Standort Mienenbüttel aufgeben zu wollen. Die Einrichtung soll laut Medienberichten an den Landkreis Harburg und ein Organisation übergeben werden, die sich mit der Erforschung von alternativen Testmethoden beschäftigen. Ob es sich hier nun um eine PR-Maßnahme oder um ein Beschwichtigungsversuch zur Beruhigung der Bevölkerung handelt, wird sich noch zeigen. Fest steht jedoch: Der Druck den sämtliche Kampagnen und die Öffentlichkeit aufgebaut haben wirkt. Sofern in dieser Anlage in Zukunft keine Tiere mehr gequält und getötet werden, ist es auf jeden Fall ein Sieg für die Tiere, in diesem Kampf um ihre fundamentalen Rechte.
Dass das LPT gegen die erzwungene Schließung der Standorte Mienenbüttel und Neugraben vor Gericht geht war abzusehen, jedoch überrascht es schon, wie leicht es die Hamburger Regierung den Betreibern gemacht hat, den Betrieb und damit die systematische Tötung von leidensfähigen Individuen wieder auf zu nehmen.
Mal wieder zeichnet sich ab, dass die Politik vorrangig Investitionen und Profit schützt und nicht die darunter Leidtragenden. So drängt sich der Verdacht auf, dass aus dem LPT keinesfalls ein Präzedenzfall werden darf. Denn das würde doch das 32 Millionen Euro Bauprojekt am UKE Hamburg gefährden, welches die Stadt Hamburg bereits 2017 bewilligt hat.
Um die, zurecht aufgebrachte und empörte Bevölkerung zu beruhigen, hat die Stadt Hamburg dem LPT „strenge Auflagen“ auferlegt und eine Bundesratsinitiative ins Leben gerufen, die für mehr Tierschutz bei Tierversuchen sorgen soll.
Die von der Politik ergriffenen Maßnahmen zeigen hier deutlich, wessen Interessen sie hier wirklich vertreten.
Wenig aussagende und unzureichende Formulierungen die unzählige Schlupflöcher bieten, undefinierte Grauzonen und „neue“ Bestimmungen die den Namen nicht verdienen, weil diese seit Jahren bereits in Kraft sind, jedoch ignoriert oder mit unzähligen genehmigten „Ausnahmen“ trotzdem praktiziert werden.
Seitdem formiert sich in der Hamburger Bevölkerung ein dauerhafter öffentlicher Protest.
Mit wöchentlichen Mahnwachen und anderen Aktionen, gehen die Menschen gegen das LPT und die Entscheidung zur Wiedereröffnung auf die Straße.
Ein eindeutiges Signal über ihr Position in puncto Transparenz hat die Rote-Grüne Landesregierung bei der Bezirksversammlung in Harburg am 29.09. gesetzt.
Nachdem ein Antrag der Linken auf Auskunft über Art, Häufigkeit und Zuständigkeit der neuangeordneten Kontrollen von SPD und Grünen abgelehnt wurde, beschloss die Rot-Grüne Regierung, dass die Auskünfte zwar eingeholt und vorgelegt werden, dies jedoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit passieren wird.
Die Enthüllungen am LPT waren eine Chance für die Politik, endlich Demokratie im vollsten Umfang zu leben und mit der Bevölkerung in den Dialog zu gehen.
Tierversuche finden in der Allgemeinheit schon lange keine ausreichende Unterstützung. Die Politik hätte diese Chance nutzen können um einen geschichtsträchtigen Vorstoß in Richtung tierversuchsfreie Zukunft zu wagen. Stattdessen haben sie sich aber für Schönmalerei, Geheimniskrämerei und den Erhalt des Status Quo entschieden.
So bitter diese kleinen Rückschläge auch sein mögen, so überwiegen insgesamt zur Zeit die Erfolge. Die aktuelle Gesamtsituation bietet noch viele Chancen.
Zunächst ist jetzt ganz klar welches Interessenverhältnis in diesem Szenario herrscht und dass wir uns nicht darauf verlassen können, dass die Politik das Problem von alleine löst.
Vielmehr wird offensichtlich, dass wir jeden Schritt forcieren müssen. Es liegt an uns, die Entscheidungsträger nun wissen zu lassen, dass wir keine Ruhe geben werden. Dass ein paar neue Mitarbeiter und schwammige Auflagen im LPT unseren Protest nicht beruhigen werden.
Es liegt an uns ein Zeichen dafür zu setzen, dass das LPT nur ein Symptom eines veralteten Systems ist, dass im Jahr 2020 keinen Platz mehr hat und von uns auch nicht mehr toleriert wird.
Die Menschen sind bereit den nächsten Schritt in eine tierversuchsfreie Zukunft zu gehen, jetzt ist es an der Zeit diese Zukunft von der Politik einzufordern.
Du möchtest uns unterstützen?
Dann unterzeichne und teile diese Petition.