Stoppt die Schließung des Begleitservice der NOA in Nürnberg

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Matthias Baumann und 11 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Den Wahnsinn stoppen!

Welchen Wahnsinn wollen wir stoppen?

Die Stadt Nürnberg hat beschlossen, den Begleitdienst (NOA GmbH) zum 30. April 2025 einzustellen.

Das heißt, kranke, behinderte und ältere allein stehende Menschen wissen dann nicht mehr, wie sie z.B. den Arzt oder Ämter aufsuchen oder überhaupt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. 

Wir sind eine Gruppe von Menschen mit oder ohne Behinderung. Wir haben uns das Ziel gesetzt, diesen Wahnsinn zu stoppen. 

Wir setzen uns als Initiative  „Den Wahnsinn stoppen" für den Erhalt des Begleitdienstes ein. 

Wir haben bereits Parteien und Verbände informiert und Kontakt aufgenommen. 

Wir brauchen deine Unterschrift, damit wir besser gehört werden.

 

Hast du das Bedürfnis, die Lust und Zeit, dich bei uns einzubringen? 

Möchtest du über deine Unterschrift hinaus aktiv werden, um diesen Wahnsinn zu stoppen? 

Dann nimm Kontakt mit uns auf und mach mit! 

Es geht auch um DEINE Zukunft, ein selbst bestimmtes Leben zu führen, gut begleitet von A nach B zu kommen. Und natürlich darum, was für eine Gesellschaft wir sein wollen. 

Kontakt:

Telefon: 0911 264874  

E-Mail: denwahnsinnstoppen@posteo.de         

Wie existenziell wichtig der Begleitdienst ist,  schildert unsere Mit-Initiatorin Doro in nachfolgendem Text:

Vor einigen Wochen flatterte mir ein Brief ins Haus, der mich aufmerken ließ:  "Ab  Mai 2025 soll der Begleitservice für Blinde  von der NOA eingestellt werden."  Ich war eine der ersten, die diesen Dienst genutzt hat. Er ist mir da eine Hilfe, wo ich mit anderen Verkehrsmöglichkeiten nicht mehr weiterkomme.  Aber was ist nun der NO A-Begleitservice?  Das N steht zunächst einmal für Nürnberg, wo es seit ungefähr sieben Jahren wie in anderen Städten auch, einen Begleitservice für  Behinderte und ältere Menschen im öffentlichen Nahverkehr gibt.  Auch alle anderen  Betroffenen haben diesen Brief erhalten, die sich nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen lassen wollen.

Wir sind bei Gabi, einer Frau Anfang 60, still,  zurückhaltend.   "Ich hab mich früher nicht mal mit dem Aufzug in meinem Haus hinunterzufahren getraut, da ich  die Knöpfe nicht unterscheiden konnte. Briefe aus meinem Kasten holen war daher in weiter Ferne."   Gabi ist blind, vor einigen Jahren konnte sie noch sehen, dann verschlechterte sich ihr Sehvermögen nach und nach.  " Und dann starb auch noch mein Partner, und ich fiel in eine tiefe Depression", erzählte sie freimütig.   "Vor ungefähr zweieinhalb Jahren entzündete sich mein Arm, den ich kaum noch spürte. "  Ein Krankenhausaufenthalt stand an.  "Ich hatte solche Angst, alleine dort hinzugehen.  Wie sollte ich mich zurechtfinden, was würde mit meinem Arm geschehen, wie würde man mit mir dort als Blinde umgehen."  Von einer Bekannten erfuhr sie vom  NOA Begleitservice.  "Frau  Müller, die Leiterin , war sehr nett und erklärte mir alles.  Es war genau in der Zeit von Corona."  Nach einem  Test ging es dann los.  Elena war die erste, die ihr als Begleitservice zugeteilt wurde.  "Durch ihre gelassene  Art hat sie mir die Angst vor dem Krankenhaus genommen und mir so eine Alternative aufgezeigt. Alleine hätte ich das auch wegen meiner Depression nicht geschafft."  

Der Begleitservice begleitet die Kunden im öffentlichen Nahverkehr von ihrem  Zuhause zu Ärzten oder öffentlichen Institutionen, so auch beispielsweise zum Sport oder zur Kirchengemeinde.  Dort angekommen, lassen die Begleiter und Begleiterinnen die Betroffenen nicht etwa alleine, sie  gehen mit bis vor die Zimmertür, warten draußen, bis die Person fertig ist, danach  bringen sie den behinderten Menschen wieder sicher nach Hause.  Aber nicht nur  Menschen mit einer sichtbaren Behinderung können sich helfen lassen, auch Menschen, die einfach unsicher sind, dürfen diesen  Service nutzen.  "Ich hab jetzt keine Statistik darüber geführt, aber Neben ca. 60% älteren Menschen, um die 10% mit Gehhilfen und  so ungefähr 20% Blinden sind da  auch vielleicht so 10% von Menschen mit Unsicherheiten dabei," so  Einsatzleitung Micha,  "bei so um die 60% unserer Mitarbeiter läuft nun der Arbeitsvertrag aus, die müssen sich sowieso was Neues suchen. Aber ein Drittel könnte noch weiter hier arbeiten, wenn die Maßnahme verlängert würde."   Diese Menschen, die zuvor schon Schwierigkeiten hatten, in eine Arbeitsstelle vermittelt zu werden, sehen ab Mai dieses Jahres somit einer unsicheren Zukunft entgegen.

Für Gabi eröffneten sich mit dem NOA-Begleitservice ganz neue Möglichkeiten.  Nach ihrem Krankenhausaufenthalt stand eine Physiotherapie und ein Besuch im Schlaflabor an.  Sie  musste sich nun keine Gedanken mehr darüber machen,  wie sie dort wohl hinkäme, ob sie einen freundlichen Taxifahrer erwischen würde, der sie zur Praxis bringt, ob sie hinterher lange warten muss, bis wieder ein Taxi zur Verfügung steht, und an welcher Stelle dann der Taxifahrer auf sie  warten würde.  Denn sie kann sich nun auf den NOA-Begleitdienst verlassen, der sie bis ins Krankenzimmer bringt, ihr dort noch eben  zeigt, wo die Toilette, das Bett und ja, wo die Steckdose für DAISY-Player, Handy oder  das Notizgerät ist, etwas, wofür das medizinische Personal erfahrungsgemäß weder die Zeit noch das nötige Verständnis für  blinde Menschen hat.  

Aber der NOA-Begleitservice bietet ihr nicht nur praktische Hilfestellung sondern auch sozialen Kontakt. "Die  Begleiter erzählen auch aus ihrem eigenen  Leben, da kann auch ich was dazu sagen,  und wir  können uns so  miteinander austauschen."  Der freundschaftliche und kollegiale Umgang dieser Menschen mit ihr gab ihr  Sicherheit  und machte sie  mutiger, und so ging sie ihr Leben neu an, suchte sich eine geeignete Trainingsmöglichkeit und fand diese beim Kießer-Training, welches gerne von Menschen mit Seheinschränkung genutzt wird,  und das es in  vielen Städten gibt  ." Sport kann man  überall machen, aber ohne den Begleitservice  hätte ich nur  Möglichkeiten ohne medizinische Betreuung, und zum Hämatologen, wo ich demnächst auch hinmuss, bringt mich ja sonst auch niemand  direkt in die Praxis."   Der nächste Schritt war der zu einer Psychotherapeutin, zu der sie gerade den Weg lernt, denn wenn der Begleitservice wegfällt, würde sonst eine große  Stütze in ihrem Leben wegbrechen und "die Depressionen würden wahrscheinlich wiederkommen.  Der Begleitdienst bringt mich dorthin, wo ich es will, und dass ich mir nun keine Gedanken mir darüber machen muss, wie ich  wo hinkomme, ist eine  große seelische Erleichterung."  

Nach und nach erweiterte sich durch diese Hilfsangebote ihr Radius, und so ließ sie sich irgendwann auch zum BBZ, dem Beratungs- und Begegnungszentrum des BBSB begleiten, wo sie nun unter anderem auch an den Veranstaltungen der beiden Blindenseelsorgen teilnimmt . Dort hat sie viele neue Leute kennengelernt. "Wenn der NOA-Begleitservice wegfällt, dann verliere ich den Kontakt zu all diesen Menschen wieder und  hocke alleine zu  Hause rum.  Ich hab  jetzt mein ganzes Leben auf diesen Begleitdienst aufgebaut.   Ich bin seitdem dauernd unterwegs, das fällt dann  alles weg," fasst sie die Situation schlicht und einfach zusammen.

Für Gabi, deren soziale Welt mit dieser Kürzung zusammenbricht , ist eines klar, "da muss man was machen.  Denn da gibt es auch Menschen, die noch schlimmer dran sind als ich und nicht einmal die Möglichkeiten haben, die ich noch habe."  Sie traf sich mit anderen  Betroffenen , unter anderem mit Tommi, der zusammen mit ihr überlegte, wie man sinnvoll gegen diesen ab 1. 5. 2025 geplanten sozialen Einschnitt vorgehen könnte. "Man redet von Teilhabe, aber mit dieser Kürzung ist es damit vorbei,   wo  doch Teilhabe angeblich  für Politiker so ein wichtiges Thema ist. Gabi ist  fest entschlossen, sich zu engagieren. "Am liebsten gleich eine Demo" ruft sie aus.  ""Geplant ist erst mal eine Interessengemeinschaft Begleitservice NOA,  wir machen alles nach und nach", meint  Tommi, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Redaktion Ohrenblicke auch  die Mailingliste Frankeninfo-Aktuell für andere Sehgeschädigte moderiert.  "Anfang des Jahres lassen wir mal eine Briefkampagne an alle Parteien los, zumindest an die demokratischen", fügt er noch augenzwinkernd hinzu.

Anlässlich des europäischen Tags der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai sind ebenfalls Aktionen geplant. "Da sind auch  Leute von der CSU da, unter anderem auch unser OB, den schnappen wir uns, kündigt Tommi an. Das ist ein Wahnsinn, und diesen sozialen Kahlschlag müssen wir verhindern und  den Wahnsinn stoppen",  Unter diesem Namen hat sich nun auch seit 5. Dezember  2024 eine Initiative zusammen geschlossen, die bereits eine WhatsApp-Gruppe eröffnet hat, der man sich auch gerne noch anschließen und Ideen für weitere Aktionen einbringen kann. Eine Petition unter gleichem Namen bei Change.org ist ebenfalls gestartet worden, und eine Kontakt-E-Mail-Adresse existiert auch unter denwahnsinnstoppen@posteo.de.

 Gabi muss bald wieder ins Klinikum. "Wie schaffe ich das dann ohne den Begleitservice?  Ich muss dort ziemlich lange warten, und wenn ich auf  Toilette muss oder was trinken möchte, habe ich dann niemanden mehr, der mir helfen kann."  Von der fehlenden sozialen, emotionalen und moralischen Unterstützung braucht man dann gar nicht mal mehr zu reden.

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Thomas IrionPetitionsstarter*in

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Matthias Baumann und 11 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

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Welchen Wahnsinn wollen wir stoppen?

Die Stadt Nürnberg hat beschlossen, den Begleitdienst (NOA GmbH) zum 30. April 2025 einzustellen.

Das heißt, kranke, behinderte und ältere allein stehende Menschen wissen dann nicht mehr, wie sie z.B. den Arzt oder Ämter aufsuchen oder überhaupt am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. 

Wir sind eine Gruppe von Menschen mit oder ohne Behinderung. Wir haben uns das Ziel gesetzt, diesen Wahnsinn zu stoppen. 

Wir setzen uns als Initiative  „Den Wahnsinn stoppen" für den Erhalt des Begleitdienstes ein. 

Wir haben bereits Parteien und Verbände informiert und Kontakt aufgenommen. 

Wir brauchen deine Unterschrift, damit wir besser gehört werden.

 

Hast du das Bedürfnis, die Lust und Zeit, dich bei uns einzubringen? 

Möchtest du über deine Unterschrift hinaus aktiv werden, um diesen Wahnsinn zu stoppen? 

Dann nimm Kontakt mit uns auf und mach mit! 

Es geht auch um DEINE Zukunft, ein selbst bestimmtes Leben zu führen, gut begleitet von A nach B zu kommen. Und natürlich darum, was für eine Gesellschaft wir sein wollen. 

Kontakt:

Telefon: 0911 264874  

E-Mail: denwahnsinnstoppen@posteo.de         

Wie existenziell wichtig der Begleitdienst ist,  schildert unsere Mit-Initiatorin Doro in nachfolgendem Text:

Vor einigen Wochen flatterte mir ein Brief ins Haus, der mich aufmerken ließ:  "Ab  Mai 2025 soll der Begleitservice für Blinde  von der NOA eingestellt werden."  Ich war eine der ersten, die diesen Dienst genutzt hat. Er ist mir da eine Hilfe, wo ich mit anderen Verkehrsmöglichkeiten nicht mehr weiterkomme.  Aber was ist nun der NO A-Begleitservice?  Das N steht zunächst einmal für Nürnberg, wo es seit ungefähr sieben Jahren wie in anderen Städten auch, einen Begleitservice für  Behinderte und ältere Menschen im öffentlichen Nahverkehr gibt.  Auch alle anderen  Betroffenen haben diesen Brief erhalten, die sich nicht einfach vor vollendete Tatsachen stellen lassen wollen.

Wir sind bei Gabi, einer Frau Anfang 60, still,  zurückhaltend.   "Ich hab mich früher nicht mal mit dem Aufzug in meinem Haus hinunterzufahren getraut, da ich  die Knöpfe nicht unterscheiden konnte. Briefe aus meinem Kasten holen war daher in weiter Ferne."   Gabi ist blind, vor einigen Jahren konnte sie noch sehen, dann verschlechterte sich ihr Sehvermögen nach und nach.  " Und dann starb auch noch mein Partner, und ich fiel in eine tiefe Depression", erzählte sie freimütig.   "Vor ungefähr zweieinhalb Jahren entzündete sich mein Arm, den ich kaum noch spürte. "  Ein Krankenhausaufenthalt stand an.  "Ich hatte solche Angst, alleine dort hinzugehen.  Wie sollte ich mich zurechtfinden, was würde mit meinem Arm geschehen, wie würde man mit mir dort als Blinde umgehen."  Von einer Bekannten erfuhr sie vom  NOA Begleitservice.  "Frau  Müller, die Leiterin , war sehr nett und erklärte mir alles.  Es war genau in der Zeit von Corona."  Nach einem  Test ging es dann los.  Elena war die erste, die ihr als Begleitservice zugeteilt wurde.  "Durch ihre gelassene  Art hat sie mir die Angst vor dem Krankenhaus genommen und mir so eine Alternative aufgezeigt. Alleine hätte ich das auch wegen meiner Depression nicht geschafft."  

Der Begleitservice begleitet die Kunden im öffentlichen Nahverkehr von ihrem  Zuhause zu Ärzten oder öffentlichen Institutionen, so auch beispielsweise zum Sport oder zur Kirchengemeinde.  Dort angekommen, lassen die Begleiter und Begleiterinnen die Betroffenen nicht etwa alleine, sie  gehen mit bis vor die Zimmertür, warten draußen, bis die Person fertig ist, danach  bringen sie den behinderten Menschen wieder sicher nach Hause.  Aber nicht nur  Menschen mit einer sichtbaren Behinderung können sich helfen lassen, auch Menschen, die einfach unsicher sind, dürfen diesen  Service nutzen.  "Ich hab jetzt keine Statistik darüber geführt, aber Neben ca. 60% älteren Menschen, um die 10% mit Gehhilfen und  so ungefähr 20% Blinden sind da  auch vielleicht so 10% von Menschen mit Unsicherheiten dabei," so  Einsatzleitung Micha,  "bei so um die 60% unserer Mitarbeiter läuft nun der Arbeitsvertrag aus, die müssen sich sowieso was Neues suchen. Aber ein Drittel könnte noch weiter hier arbeiten, wenn die Maßnahme verlängert würde."   Diese Menschen, die zuvor schon Schwierigkeiten hatten, in eine Arbeitsstelle vermittelt zu werden, sehen ab Mai dieses Jahres somit einer unsicheren Zukunft entgegen.

Für Gabi eröffneten sich mit dem NOA-Begleitservice ganz neue Möglichkeiten.  Nach ihrem Krankenhausaufenthalt stand eine Physiotherapie und ein Besuch im Schlaflabor an.  Sie  musste sich nun keine Gedanken mehr darüber machen,  wie sie dort wohl hinkäme, ob sie einen freundlichen Taxifahrer erwischen würde, der sie zur Praxis bringt, ob sie hinterher lange warten muss, bis wieder ein Taxi zur Verfügung steht, und an welcher Stelle dann der Taxifahrer auf sie  warten würde.  Denn sie kann sich nun auf den NOA-Begleitdienst verlassen, der sie bis ins Krankenzimmer bringt, ihr dort noch eben  zeigt, wo die Toilette, das Bett und ja, wo die Steckdose für DAISY-Player, Handy oder  das Notizgerät ist, etwas, wofür das medizinische Personal erfahrungsgemäß weder die Zeit noch das nötige Verständnis für  blinde Menschen hat.  

Aber der NOA-Begleitservice bietet ihr nicht nur praktische Hilfestellung sondern auch sozialen Kontakt. "Die  Begleiter erzählen auch aus ihrem eigenen  Leben, da kann auch ich was dazu sagen,  und wir  können uns so  miteinander austauschen."  Der freundschaftliche und kollegiale Umgang dieser Menschen mit ihr gab ihr  Sicherheit  und machte sie  mutiger, und so ging sie ihr Leben neu an, suchte sich eine geeignete Trainingsmöglichkeit und fand diese beim Kießer-Training, welches gerne von Menschen mit Seheinschränkung genutzt wird,  und das es in  vielen Städten gibt  ." Sport kann man  überall machen, aber ohne den Begleitservice  hätte ich nur  Möglichkeiten ohne medizinische Betreuung, und zum Hämatologen, wo ich demnächst auch hinmuss, bringt mich ja sonst auch niemand  direkt in die Praxis."   Der nächste Schritt war der zu einer Psychotherapeutin, zu der sie gerade den Weg lernt, denn wenn der Begleitservice wegfällt, würde sonst eine große  Stütze in ihrem Leben wegbrechen und "die Depressionen würden wahrscheinlich wiederkommen.  Der Begleitdienst bringt mich dorthin, wo ich es will, und dass ich mir nun keine Gedanken mir darüber machen muss, wie ich  wo hinkomme, ist eine  große seelische Erleichterung."  

Nach und nach erweiterte sich durch diese Hilfsangebote ihr Radius, und so ließ sie sich irgendwann auch zum BBZ, dem Beratungs- und Begegnungszentrum des BBSB begleiten, wo sie nun unter anderem auch an den Veranstaltungen der beiden Blindenseelsorgen teilnimmt . Dort hat sie viele neue Leute kennengelernt. "Wenn der NOA-Begleitservice wegfällt, dann verliere ich den Kontakt zu all diesen Menschen wieder und  hocke alleine zu  Hause rum.  Ich hab  jetzt mein ganzes Leben auf diesen Begleitdienst aufgebaut.   Ich bin seitdem dauernd unterwegs, das fällt dann  alles weg," fasst sie die Situation schlicht und einfach zusammen.

Für Gabi, deren soziale Welt mit dieser Kürzung zusammenbricht , ist eines klar, "da muss man was machen.  Denn da gibt es auch Menschen, die noch schlimmer dran sind als ich und nicht einmal die Möglichkeiten haben, die ich noch habe."  Sie traf sich mit anderen  Betroffenen , unter anderem mit Tommi, der zusammen mit ihr überlegte, wie man sinnvoll gegen diesen ab 1. 5. 2025 geplanten sozialen Einschnitt vorgehen könnte. "Man redet von Teilhabe, aber mit dieser Kürzung ist es damit vorbei,   wo  doch Teilhabe angeblich  für Politiker so ein wichtiges Thema ist. Gabi ist  fest entschlossen, sich zu engagieren. "Am liebsten gleich eine Demo" ruft sie aus.  ""Geplant ist erst mal eine Interessengemeinschaft Begleitservice NOA,  wir machen alles nach und nach", meint  Tommi, der neben seiner ehrenamtlichen Tätigkeit in der Redaktion Ohrenblicke auch  die Mailingliste Frankeninfo-Aktuell für andere Sehgeschädigte moderiert.  "Anfang des Jahres lassen wir mal eine Briefkampagne an alle Parteien los, zumindest an die demokratischen", fügt er noch augenzwinkernd hinzu.

Anlässlich des europäischen Tags der Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai sind ebenfalls Aktionen geplant. "Da sind auch  Leute von der CSU da, unter anderem auch unser OB, den schnappen wir uns, kündigt Tommi an. Das ist ein Wahnsinn, und diesen sozialen Kahlschlag müssen wir verhindern und  den Wahnsinn stoppen",  Unter diesem Namen hat sich nun auch seit 5. Dezember  2024 eine Initiative zusammen geschlossen, die bereits eine WhatsApp-Gruppe eröffnet hat, der man sich auch gerne noch anschließen und Ideen für weitere Aktionen einbringen kann. Eine Petition unter gleichem Namen bei Change.org ist ebenfalls gestartet worden, und eine Kontakt-E-Mail-Adresse existiert auch unter denwahnsinnstoppen@posteo.de.

 Gabi muss bald wieder ins Klinikum. "Wie schaffe ich das dann ohne den Begleitservice?  Ich muss dort ziemlich lange warten, und wenn ich auf  Toilette muss oder was trinken möchte, habe ich dann niemanden mehr, der mir helfen kann."  Von der fehlenden sozialen, emotionalen und moralischen Unterstützung braucht man dann gar nicht mal mehr zu reden.

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Petition am 27. Dezember 2024 erstellt