Petition updateStoppt die Reform der Fahrschulausbildung – Für Qualität, Pädagogik und VerkehrssicherheitGemeinsam gegen den Abbau von Qualität in der Fahrausbildung
Nico MeyerSiegen, Germany
Mar 24, 2026

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

zunächst danke ich euch für jede einzelne Unterschrift, jede Weiterleitung und die vielen Kommentare unter dieser Petition. Die große Resonanz zeigt deutlich, dass dieses Thema weit über die Fahrschulbranche hinausgeht. Es bewegt Fahrlehrer, Anwärter, Fahrschüler, Eltern und viele Menschen, die sich ernsthaft Sorgen um die Qualität der Fahrausbildung und die Verkehrssicherheit in Deutschland machen.

Besonders wichtig ist dabei, dass die Kritik an der geplanten Reform nicht bedeutet, dass jede Veränderung grundsätzlich abgelehnt wird. Es gibt durchaus Punkte, über die man sprechen kann. Weniger Bürokratie oder eine sinnvolle Überarbeitung von Theoriefragen werden auch aus der Praxis teils als nachvollziehbar angesehen. Aber genau hier liegt der entscheidende Punkt: Eine gute Reform muss gezielt verbessern und darf nicht an den Stellen abbauen, an denen Verantwortung, pädagogische Qualität und Sicherheit unverzichtbar sind.

Gerade die geplante Reduzierung von Sonderfahrten wird von vielen als völlig falsches Signal verstanden. Nachtfahrten, Überlandfahrten und Autobahnfahrten gehören zu den anspruchsvollsten und sicherheitsrelevantesten Teilen der Ausbildung. Ausgerechnet dort kürzen zu wollen, wo Fahrschüler unter realen und herausfordernden Bedingungen lernen, widerspricht jedem Anspruch, Verkehrssicherheit ernsthaft stärken zu wollen.

Noch größer ist die Sorge bei der geplanten Laienausbildung. Die Vorstellung, dass Eltern, Bekannte oder andere nahestehende Personen nach kurzer Einweisung Ausbildungsanteile übernehmen sollen, sorgt bei vielen für massives Unverständnis. Ohne Doppelpedalerie, ohne professionelle Eingriffsmöglichkeit und ohne pädagogische Qualifikation kann aus einer ohnehin anspruchsvollen Verkehrssituation schnell ein unkalkulierbares Risiko werden. Viele Stimmen aus der Praxis sagen klar, dass dieses Modell allenfalls in wenigen Einzelfällen überhaupt sinnvoll erscheinen könnte und selbst dort meist bei Fahrschülern, die ohnehin nur sehr wenig zusätzliche Unterstützung benötigen. Für die breite Mehrheit entsteht daraus kein echter Vorteil, wohl aber ein zusätzliches Sicherheitsrisiko.

Hinzu kommt eine wirtschaftliche Entwicklung, die viele Fahrschulen bereits jetzt belastet. Zahlreiche Rückmeldungen machen deutlich, dass die öffentliche Diskussion und die Unsicherheit rund um die Reform schon heute spürbare Folgen haben. Existenzängste, rückläufige Anmeldungen, Kurzarbeit und Sorgen vor Insolvenzen sind keine theoretischen Szenarien mehr, sondern für manche Kolleginnen und Kollegen bereits bittere Realität. Der Schaden, der durch diese politische Unsicherheit schon jetzt angerichtet wurde, ist erheblich.

Ein weiterer zentraler Punkt aus vielen Kommentaren ist die Frage, ob Fahrschulen hier nicht zum Sündenbock für eine grundsätzlich verfehlte Wirtschafts- und Kostenpolitik gemacht werden. Hohe Energiepreise, steigende Versicherungen, Wartungskosten, Inflation und zunehmende laufende Belastungen treffen Fahrschulen wie viele andere mittelständische Betriebe in Deutschland. Statt die eigentlichen Ursachen der Preisentwicklung entschlossen anzugehen, entsteht der Eindruck, dass man die Folgen nun durch Einschnitte in der Ausbildungsqualität politisch abfedern will. Damit würden nicht nur Fahrschulen geschwächt, sondern auch die Grundlagen einer sicheren Ausbildung.

Auch der häufig gezogene Vergleich mit Österreich greift aus Sicht vieler deutlich zu kurz. Unterschiedliche Verkehrsstrukturen, andere Rahmenbedingungen und verschiedene Anforderungen lassen sich nicht einfach auf Deutschland übertragen. Gerade bei höherer Verkehrsdichte und komplexeren Verkehrssituationen stoßen Laien nicht nur fahrerisch, sondern auch pädagogisch und nervlich schneller an ihre Grenzen. Wer Modelle aus anderen Ländern als Vorbild nennt, muss auch die Unterschiede ehrlich benennen.

Inzwischen zeigt sich außerdem sehr deutlich, dass der Widerstand gegen diese Reform längst über Einzelmeinungen hinausgeht. Mit der Allianz für professionelle Fahrausbildung und Verkehrssicherheit ist ein gemeinsames Sprachrohr entstanden, das den Reformprozess des Bundesverkehrsministeriums kritisch und mit klaren Forderungen begleitet. Die Allianz fordert, dass Verkehrssicherheit oberste Priorität behalten muss, jede Form der Laienausbildung vollständig abgelehnt wird und Theorie und Praxis nicht voneinander entkoppelt werden dürfen. Damit wird sichtbar, dass sich immer mehr Akteure geschlossen gegen einen Qualitätsabbau in der Fahrausbildung stellen.

Auch die Stimmung unter jungen Menschen selbst spricht eine deutliche Sprache. Eine aktuelle, in der Debatte angeführte Civey-Befragung zeigt, dass klassische, professionell begleitete Ausbildungsmodelle von angehenden und jungen Fahrerinnen und Fahrern klar bevorzugt werden. Der theoretische Gruppenunterricht wird mehrheitlich als wichtig angesehen, ebenso die praktische Ausbildung ausschließlich durch Fahrlehrkräfte. Zudem wird das Lernen mit privaten Begleitpersonen von vielen als weniger sicher eingeschätzt. Auch das zeigt: Gerade die Menschen, die von den Reformplänen unmittelbar betroffen wären, wünschen sich weiterhin eine professionelle, pädagogisch fundierte und sichere Ausbildung.

All das macht deutlich, worum es hier wirklich geht. Es geht nicht um die Ablehnung von Fortschritt. Fortschritt ist wichtig. Aber Fortschritt darf nicht bedeuten, dass ein bewährtes System an seinen sensibelsten Stellen geschwächt wird. Es darf nicht sein, dass unter dem Vorwand von Modernisierung ausgerechnet Qualität, Verantwortung, Verkehrssicherheit und die Existenz eines ganzen Berufsstandes gefährdet werden.

Deshalb bleibt unsere Haltung klar. Wir wollen sinnvolle Reformen, aber keine Reform um jeden Preis. Wir wollen weniger unnötige Bürokratie, aber keine schlechtere Ausbildung. Wir wollen faire Lösungen für die Kosten des Führerscheins, aber nicht auf Kosten der Sicherheit. Und wir wollen, dass die Menschen, die täglich ausbilden, Verantwortung tragen und die Realität auf Deutschlands Straßen kennen, endlich ernsthaft in diese Entscheidungen einbezogen werden.

Bitte teilt die Petition weiter, sprecht über dieses Thema und helft mit, den Druck aufrechtzuerhalten. Jede Stimme zählt.

Für Qualität, Verantwortung, professionelle Fahrausbildung und echte Verkehrssicherheit.

Jetzt unterschreiben und mithelfen, bevor über die Zukunft der Fahrausbildung hinweg entschieden wird.

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