Stoppt den Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen!

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Uta Ludwig und 11 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

 

Offener Brief gegen den Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen in Nürnberg

Sehr geehrte Damen, Herren und Personen,

sehr geehrter Marcus König,

sehr geehrter Joachim Herrmann,

sehr geehrtes Polizeipräsidium Mittelfranken,

wir, die unterzeichnenden Bürger*innen, wenden uns mit großer Sorge an Sie. Anlass ist der wiederholte Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen in Nürnberg.

Aus unserer Sicht ist der Einsatz von Pferden in konfliktgeladenen und unübersichtlichen Situationen tierschutzrechtlich und ethisch nicht vertretbar. Pferde sind sensible Fluchttiere, die durch Lärm, Enge, pyrotechnische Mittel oder hektische Bewegungen in Panik geraten können. Das stellt nicht nur eine erhebliche Belastung und Gefährdung für die Tiere selbst dar, sondern kann auch Demonstrationsteilnehmende, Umstehende sowie Polizeikräfte gefährden.

Schon im Jahr 2015 gab es in Hamburg einen dokumentieren Fall, bei dem auf der 1. Mai-Demonstration ein Demonstrant durch ein scheuendes Polizeipferd verletzt wurde. Am 29. Oktober 2018 kam es in Freiburg zu einer Verletzung bei einer*m Demonstrantin*en im Zuge des Einsatzes. Die Polizei nutzte hier, in den engen Straßen der Innenstadt, die Pferde, um zwischen Demonstrierende zu reiten und diese zurückzudrängen. Dabei gingen die Pferde derart aggressiv in die Menge, dass ein Pferd auf den Fuß eines Demonstranten trat. Dies hat zu einer Quetschung des Fußes mit langfristiger Nervenschädigung geführt.

Am 27.09.2025 wird ein Video bekannt, auf welchem Polizist*innen direkt auf eine Menschenkette zureiten und diese durch die Wucht der Tiere durchbrechen. Es gibt Berichte über ein verletzte Demonstrantin, deren Oberkiefer gebrochen wurde, eine schwere Gehirnerschütterung erlitt und das Bewusstsein verlor. Eine weitere Person trug ebenfalls eine schwere Gehirnerschütterung davon.

Zudem gibt es Meldungen von Aktivist*innen und aus der Zivilgesellschaft, sowie Augenzeug*innenberichte von unmittelbar anwesenden Personen, die von Vorfällen mit Polizeipferden berichten, bei denen Demonstrationsteilnehmende zu Schaden kamen. Gestützt sind diese durch Videoaufnahmen, sowie behandelnde Ärzt*innen und Arztbriefe.

Auch aus Sicht moderner Polizeistrategien gibt es effektivere Alternativen ohne den Einsatz von Tieren, um Versammlungen zu begleiten und für Sicherheit zu sorgen.

Bei der Demonstration am 27.09.2025 erreichten uns zudem mehrere Berichte sowie Videosequenzen von mindestens einem lahmenden Pferd, welches trotz offenkundiger Verletzung weiterhin im Einsatz war. Auch sah man mehrerer Pferde, die stressbedingt aus der Formation ausbrechen (unruhiges Hin- und Hertreten, ständiges Heben der Beine und seitliches Tänzeln, einem klassischen Zeichen von Anspannung, Unsicherheit oder Fluchtbereitschaft). In den Videos sind weitere deutliche Stresssignale erkennbar, so auch das ruckartige Hoch- und Runterwerfen oder seitliche Schleudern des Kopfes. Dieses Verhalten kann stressbedingt, aber auch durch neurologische Reize oder Schmerzen auftreten. Im Polizeikontext meist eine Stressreaktion auf Lärm, Enge, Reizüberflutung.

Das zeigt, das nicht nur die Tiere massiv mit dem Einsatz überfordert sind, sondern auch, dass die Polizist*innen nicht in der Lage sind, Pferde gegenüber Außenstehenden sicher zu führen.

Wir fordern Sie daher auf:

  1. den Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen in Nürnberg künftig zu unterlassen, 
  2. sich auf Landesebene für eine Überprüfung der Reiterstaffeln im Polizeidienst einzusetzen,
  3. sicherzustellen, dass Tierschutzbelange stärker in polizeiliche Einsatzkonzepte integriert werden.

Die Sicherheit der Bevölkerung und das Wohl von Tieren dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Verzicht auf den Einsatz von Pferden wäre ein notwendiger und zeitgemäßer Schritt, der Tierwohl, Deeskalation und moderne Polizeiarbeit miteinander verbindet.

Mit freundlichen Grüßen

Laura Patzelt

Timo Hilbertz

Laura Zeidler

VerLINKung

Grüne Jugend Nürnberg

vegan vernetzt Nürnberg

Deutsche Tier-Lobby e.V.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ Nürnberg (Tierschutzpartei)

Linke Liste Nürnberg

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Nürnberg

Claudia Hammerbacher

Carolin Mund

Elias Heigl

Norbert Engel

Nico Nagel

avatar of the starter
Laura PatzeltPetitionsstarter*in

1.728

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Uta Ludwig und 11 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

 

Offener Brief gegen den Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen in Nürnberg

Sehr geehrte Damen, Herren und Personen,

sehr geehrter Marcus König,

sehr geehrter Joachim Herrmann,

sehr geehrtes Polizeipräsidium Mittelfranken,

wir, die unterzeichnenden Bürger*innen, wenden uns mit großer Sorge an Sie. Anlass ist der wiederholte Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen in Nürnberg.

Aus unserer Sicht ist der Einsatz von Pferden in konfliktgeladenen und unübersichtlichen Situationen tierschutzrechtlich und ethisch nicht vertretbar. Pferde sind sensible Fluchttiere, die durch Lärm, Enge, pyrotechnische Mittel oder hektische Bewegungen in Panik geraten können. Das stellt nicht nur eine erhebliche Belastung und Gefährdung für die Tiere selbst dar, sondern kann auch Demonstrationsteilnehmende, Umstehende sowie Polizeikräfte gefährden.

Schon im Jahr 2015 gab es in Hamburg einen dokumentieren Fall, bei dem auf der 1. Mai-Demonstration ein Demonstrant durch ein scheuendes Polizeipferd verletzt wurde. Am 29. Oktober 2018 kam es in Freiburg zu einer Verletzung bei einer*m Demonstrantin*en im Zuge des Einsatzes. Die Polizei nutzte hier, in den engen Straßen der Innenstadt, die Pferde, um zwischen Demonstrierende zu reiten und diese zurückzudrängen. Dabei gingen die Pferde derart aggressiv in die Menge, dass ein Pferd auf den Fuß eines Demonstranten trat. Dies hat zu einer Quetschung des Fußes mit langfristiger Nervenschädigung geführt.

Am 27.09.2025 wird ein Video bekannt, auf welchem Polizist*innen direkt auf eine Menschenkette zureiten und diese durch die Wucht der Tiere durchbrechen. Es gibt Berichte über ein verletzte Demonstrantin, deren Oberkiefer gebrochen wurde, eine schwere Gehirnerschütterung erlitt und das Bewusstsein verlor. Eine weitere Person trug ebenfalls eine schwere Gehirnerschütterung davon.

Zudem gibt es Meldungen von Aktivist*innen und aus der Zivilgesellschaft, sowie Augenzeug*innenberichte von unmittelbar anwesenden Personen, die von Vorfällen mit Polizeipferden berichten, bei denen Demonstrationsteilnehmende zu Schaden kamen. Gestützt sind diese durch Videoaufnahmen, sowie behandelnde Ärzt*innen und Arztbriefe.

Auch aus Sicht moderner Polizeistrategien gibt es effektivere Alternativen ohne den Einsatz von Tieren, um Versammlungen zu begleiten und für Sicherheit zu sorgen.

Bei der Demonstration am 27.09.2025 erreichten uns zudem mehrere Berichte sowie Videosequenzen von mindestens einem lahmenden Pferd, welches trotz offenkundiger Verletzung weiterhin im Einsatz war. Auch sah man mehrerer Pferde, die stressbedingt aus der Formation ausbrechen (unruhiges Hin- und Hertreten, ständiges Heben der Beine und seitliches Tänzeln, einem klassischen Zeichen von Anspannung, Unsicherheit oder Fluchtbereitschaft). In den Videos sind weitere deutliche Stresssignale erkennbar, so auch das ruckartige Hoch- und Runterwerfen oder seitliche Schleudern des Kopfes. Dieses Verhalten kann stressbedingt, aber auch durch neurologische Reize oder Schmerzen auftreten. Im Polizeikontext meist eine Stressreaktion auf Lärm, Enge, Reizüberflutung.

Das zeigt, das nicht nur die Tiere massiv mit dem Einsatz überfordert sind, sondern auch, dass die Polizist*innen nicht in der Lage sind, Pferde gegenüber Außenstehenden sicher zu führen.

Wir fordern Sie daher auf:

  1. den Einsatz von Polizeipferden bei Demonstrationen in Nürnberg künftig zu unterlassen, 
  2. sich auf Landesebene für eine Überprüfung der Reiterstaffeln im Polizeidienst einzusetzen,
  3. sicherzustellen, dass Tierschutzbelange stärker in polizeiliche Einsatzkonzepte integriert werden.

Die Sicherheit der Bevölkerung und das Wohl von Tieren dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Ein Verzicht auf den Einsatz von Pferden wäre ein notwendiger und zeitgemäßer Schritt, der Tierwohl, Deeskalation und moderne Polizeiarbeit miteinander verbindet.

Mit freundlichen Grüßen

Laura Patzelt

Timo Hilbertz

Laura Zeidler

VerLINKung

Grüne Jugend Nürnberg

vegan vernetzt Nürnberg

Deutsche Tier-Lobby e.V.

PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ Nürnberg (Tierschutzpartei)

Linke Liste Nürnberg

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Kreisverband Nürnberg

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Petition am 8. Oktober 2025 erstellt