Stoppt App-Zwang, dynamische Preise und Totalüberwachung im Supermarkt


Stoppt App-Zwang, dynamische Preise und Totalüberwachung im Supermarkt
Das Problem
Mit großer Besorgnis beobachten wir einen alarmierenden Trend im deutschen Einzelhandel: Rabatte und Sonderangebote sind zunehmend nur noch für Kunden zugänglich, die eine App des jeweiligen Marktes auf ihrem Smartphone installieren und diese beim Einkauf vorzeigen.
Kürzlich hat sich das Problem weiter verschärft: Viele Supermärkte heben die regulären Preise inzwischen gezielt an und bieten die Normalpreise für viele Produkte nur noch bei Nutzung ihrer App.
Diese Nötigung zur App-Nutzung schließt nicht nur Nutzer älterer Geräte und Personen mit geringer Digitalkompetenz aus, sondern ist auch für unsere Privatsphäre ein Super-GAU:
Jeder Einkauf wird erfasst – inklusive Ort, Datum und gekauften Waren. Daraus lassen sich intimste Informationen ableiten, über längere Zeit nachvollziehen und auswerten – etwa zu Beziehungsstatus, Aufenthaltsorten, Tabak- und Alkoholkonsum, Zyklus, Ernährung und vielem mehr.
Doch damit nicht genug: Ausnahmslos alle Supermarkt-Apps enthalten zahlreiche Tracking-Bibliotheken ausländischer Werbe- und Datenhandelsfirmen (u.a. aus den USA und China). Diese erfassen neben den gekauften Waren im Hintergrund permanent Daten wie den Aufenthaltsort des Benutzers, leiten sie weiter und verkaufen sie – selbst wenn die App gerade nicht geöffnet ist oder genutzt wird. Die Tracker agieren hierbei mit den gleichen Berechtigungen auf dem Smartphone wie die Supermarkt-Apps selbst.
Das Exodus-Privacy-Projekt identifizierte in einigen Supermarkt-Apps bis zu 10 verschiedene solcher Tracking-Dienste. Oft werden Daten illegalerweise schon verschickt, bevor der Nutzer überhaupt einer Datenschutzerklärung zugestimmt hat.
Datenquelle: Exodus Privacy Project (Android-Version der Apps). Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Wir fordern ein Ende der Zwangsüberwachung und des Ausverkaufs unserer Privatsphäre an dubiose ausländische Unternehmen!
Aber nicht nur durch die Apps werden beim Einkauf in intransparenter Weise Daten abgegriffen: Keine der üblicherweise angebotenen digitalen Zahlungsmöglichkeiten funktioniert, ohne personalisierte Datenspuren bei einer Vielzahl an am Zahlungsvorgang beteiligten Firmen zu hinterlassen. Das ist eine technisch völlig unnötige Verschlechterung gegenüber der Barzahlung. Technisch ausgereifte, für den Käufer vollständig anonyme digitale Zahlungsmöglichkeiten (z.B. GNU Taler-Projekt) sind verfügbar und könnten unseren Zahlungsverkehr in Deutschland unabhängig von amerikanischen Konzernen gestalten – wenn sie nur angeboten würden.
Ein anonymer Einkauf ist de facto kaum mehr möglich. Datenschutz wird zum Luxus für Wohlhabende, die bereit sind, überhöhte Normalpreise zu zahlen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Datensätze – wie kürzlich geschehen – ungeschützt im Internet landen.
Zudem ermöglichen die erfassten Daten weitere Eskalationsstufen wie individuelle Preise. Online sehen sich beispielsweise schon heute Nutzer von Apple-Geräten in einigen Shops mit höheren Preisen konfrontiert als Nutzer günstigerer Hardware. Weiterhin besteht die Gefahr, dass durch die Zusammenführung von Daten gezielt Wucherpreise für bestimmte Produkte abgerufen werden – etwa für Papiertaschentücher, wenn jemand zuvor in einem anderen Geschäft vorher ein Erkältungsmittel erwirbt.
Neben der Individualisierung von Preisen bergen auch die immer häufiger eingesetzten dynamischen Preisschilder Gefahren für uns Verbraucher: Grundlegende Regelprinzipien der Marktwirtschaft wie die Konkurrenz über den Preis werden dadurch untergraben. Wir stehen vor einer verbraucherfeindlichen Situation im Supermarkt, die noch über den Irrsinn hinausgeht, den wir heute schon von Tankstellen kennen.
Wir fordern:
- Die sofortige Abschaffung der Nötigung zur App-Nutzung für Rabatte und Sonderangebote.
- Ein gesetzlich verankertes Recht auf einen durchgängig anonymen Einkauf im Einzelhandel.
- Die landesweite Einführung einer für den Käufer vollständig anonymen digitalen Zahlungsmethode.
- Die gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung digitaler Bons nach einem anonymen, offenen und tracking-freien System, das mit beliebigen Apps funktioniert (z.B. Abruf per Smartphone via NFC oder QR-Code im PDF-basierten E-Rechnungs-Format ZUGFeRD). Papierbons auf umweltschädlichem Thermo-Papier sollten nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden ausgegeben werden.
- App-neutrale Lösungen für Pfand und Treueboni ohne Erfassung persönlicher Daten
- Die Einführung eines Limits für die Häufigkeit von Preisänderungen zur Gewährleistung der Preistransparenz.
Unterzeichnen Sie jetzt diese Petition und setzen Sie sich für den Schutz unserer Daten und transparente Preise im Einzelhandel ein!
6.805
Das Problem
Mit großer Besorgnis beobachten wir einen alarmierenden Trend im deutschen Einzelhandel: Rabatte und Sonderangebote sind zunehmend nur noch für Kunden zugänglich, die eine App des jeweiligen Marktes auf ihrem Smartphone installieren und diese beim Einkauf vorzeigen.
Kürzlich hat sich das Problem weiter verschärft: Viele Supermärkte heben die regulären Preise inzwischen gezielt an und bieten die Normalpreise für viele Produkte nur noch bei Nutzung ihrer App.
Diese Nötigung zur App-Nutzung schließt nicht nur Nutzer älterer Geräte und Personen mit geringer Digitalkompetenz aus, sondern ist auch für unsere Privatsphäre ein Super-GAU:
Jeder Einkauf wird erfasst – inklusive Ort, Datum und gekauften Waren. Daraus lassen sich intimste Informationen ableiten, über längere Zeit nachvollziehen und auswerten – etwa zu Beziehungsstatus, Aufenthaltsorten, Tabak- und Alkoholkonsum, Zyklus, Ernährung und vielem mehr.
Doch damit nicht genug: Ausnahmslos alle Supermarkt-Apps enthalten zahlreiche Tracking-Bibliotheken ausländischer Werbe- und Datenhandelsfirmen (u.a. aus den USA und China). Diese erfassen neben den gekauften Waren im Hintergrund permanent Daten wie den Aufenthaltsort des Benutzers, leiten sie weiter und verkaufen sie – selbst wenn die App gerade nicht geöffnet ist oder genutzt wird. Die Tracker agieren hierbei mit den gleichen Berechtigungen auf dem Smartphone wie die Supermarkt-Apps selbst.
Das Exodus-Privacy-Projekt identifizierte in einigen Supermarkt-Apps bis zu 10 verschiedene solcher Tracking-Dienste. Oft werden Daten illegalerweise schon verschickt, bevor der Nutzer überhaupt einer Datenschutzerklärung zugestimmt hat.
Datenquelle: Exodus Privacy Project (Android-Version der Apps). Kein Anspruch auf Vollständigkeit.
Wir fordern ein Ende der Zwangsüberwachung und des Ausverkaufs unserer Privatsphäre an dubiose ausländische Unternehmen!
Aber nicht nur durch die Apps werden beim Einkauf in intransparenter Weise Daten abgegriffen: Keine der üblicherweise angebotenen digitalen Zahlungsmöglichkeiten funktioniert, ohne personalisierte Datenspuren bei einer Vielzahl an am Zahlungsvorgang beteiligten Firmen zu hinterlassen. Das ist eine technisch völlig unnötige Verschlechterung gegenüber der Barzahlung. Technisch ausgereifte, für den Käufer vollständig anonyme digitale Zahlungsmöglichkeiten (z.B. GNU Taler-Projekt) sind verfügbar und könnten unseren Zahlungsverkehr in Deutschland unabhängig von amerikanischen Konzernen gestalten – wenn sie nur angeboten würden.
Ein anonymer Einkauf ist de facto kaum mehr möglich. Datenschutz wird zum Luxus für Wohlhabende, die bereit sind, überhöhte Normalpreise zu zahlen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis solche Datensätze – wie kürzlich geschehen – ungeschützt im Internet landen.
Zudem ermöglichen die erfassten Daten weitere Eskalationsstufen wie individuelle Preise. Online sehen sich beispielsweise schon heute Nutzer von Apple-Geräten in einigen Shops mit höheren Preisen konfrontiert als Nutzer günstigerer Hardware. Weiterhin besteht die Gefahr, dass durch die Zusammenführung von Daten gezielt Wucherpreise für bestimmte Produkte abgerufen werden – etwa für Papiertaschentücher, wenn jemand zuvor in einem anderen Geschäft vorher ein Erkältungsmittel erwirbt.
Neben der Individualisierung von Preisen bergen auch die immer häufiger eingesetzten dynamischen Preisschilder Gefahren für uns Verbraucher: Grundlegende Regelprinzipien der Marktwirtschaft wie die Konkurrenz über den Preis werden dadurch untergraben. Wir stehen vor einer verbraucherfeindlichen Situation im Supermarkt, die noch über den Irrsinn hinausgeht, den wir heute schon von Tankstellen kennen.
Wir fordern:
- Die sofortige Abschaffung der Nötigung zur App-Nutzung für Rabatte und Sonderangebote.
- Ein gesetzlich verankertes Recht auf einen durchgängig anonymen Einkauf im Einzelhandel.
- Die landesweite Einführung einer für den Käufer vollständig anonymen digitalen Zahlungsmethode.
- Die gesetzliche Pflicht zur Bereitstellung digitaler Bons nach einem anonymen, offenen und tracking-freien System, das mit beliebigen Apps funktioniert (z.B. Abruf per Smartphone via NFC oder QR-Code im PDF-basierten E-Rechnungs-Format ZUGFeRD). Papierbons auf umweltschädlichem Thermo-Papier sollten nur noch auf ausdrücklichen Wunsch des Kunden ausgegeben werden.
- App-neutrale Lösungen für Pfand und Treueboni ohne Erfassung persönlicher Daten
- Die Einführung eines Limits für die Häufigkeit von Preisänderungen zur Gewährleistung der Preistransparenz.
Unterzeichnen Sie jetzt diese Petition und setzen Sie sich für den Schutz unserer Daten und transparente Preise im Einzelhandel ein!
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Petition am 25. Januar 2025 erstellt