Stoppt Abschiebungen von Fachkräften in Schleswig-Holstein

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Das Problem

Ende Mai 2026 haben viele Menschen in Schleswig-Holstein die Geschichte  von Moamin S. gehört und waren schockiert - schockiert, weil es wieder passiert ist.

Moamin S. kam 2014 als Kind mit seiner Familie nach Deutschland, auf der Flucht vor dem Terror im Irak. Er ist hier aufgewachsen. Er hat länger in Deutschland gelebt als im Irak. Er spricht fließend Deutsch und stand kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Pflegehelfer in Malente; alle Unterlagen für seine Abschlussprüfung waren bereits eingereicht. Anschließend sollte er eine Ausbildung zur Pflegefachkraft beginnen.

Er kümmerte sich in einem Pflegeheim um ältere Menschen. Er kümmerte sich um seine chronisch kranken Eltern. Er unterstützte seine Familie finanziell und organisatorisch. Er war Teil unserer Gemeinschaften, unserer Arbeitsplätze und unseres Alltags geworden. Dann, am 19. Mai 2026, wenige Tage vor der Verlängerung seines Aufenthaltsstatus, drangen Polizeibeamte in seine Wohnung ein, legten ihm Handschellen an und deportierten ihn in den Irak.
Diese Geschichte ist kein Einzelfall.

Immer wieder hören wir von Menschen, die am Arbeitsplatz festgenommen werden, die nach einer Einladung der Ausländerbehörde zu einem Gespräch über ihren Aufenthaltsstatus direkt vor Ort festgesetzt werden, die sich in Ausbildung befinden oder kurz vor einer Legalisierung ihres
Aufenthalts stehen. Immer wieder bleiben Kolleg*innen, Mitschüler*innen, Arbeitgeber*innen, Nachbar*innen und Familien schockiert und hilflos zurück.

Diese Methoden normalisieren Szenen, die viele von uns früher mit anderen Ländern verbunden hätten. In den vergangenen Monaten haben Menschen weltweit mit Sorge auf die brutalen öffentlichen Methoden von ICE in den USA geschaut — Methoden, die dem Ansehen des Landes
und seiner Wirtschaft schweren Schaden zugefügt haben und weit über die direkt Betroffenen hinaus Angst verbreiten. Wir weigern uns, ähnliche Praktiken hier in Schleswig-Holstein als normal zu akzeptieren.

Wir müssen uns offen fragen, was für eine Gesellschaft wir werden, wenn junge Menschen, die sich um unsere Älteren kümmern, ihre Familien unterstützen, Ausbildungen absolvieren, unsere Handwerkstraditionen am Leben halten und sich hier ein Leben aufbauen, trotzdem über Nacht
abgeschoben werden können.

Als Arbeitgeber*innen, Ausbilder*innen, Lehrkräfte, Kolleg*innen, Pflegekräfte, Handwerker*innen, Nachbar*innen, Vereinsmitglieder und Bewohner*innen Schleswig-Holsteins können wir nicht akzeptieren, dass so etwas weiterhin unseren Kolleg*innen, Schüler*innen,
Auszubildenden, Freund*innen und zukünftigen Mitgliedern unserer Berufe geschieht. Und wir müssen auch ehrlich über die Realität unserer Region sprechen.

Schleswig-Holstein leidet bereits heute unter massivem Personalmangel in der Pflege, Gastronomie, im Handwerk, in der Landwirtschaft, im Tourismus, in der Kinderbetreuung und in vielen weiteren Bereichen — genau in den Bereichen, auf denen das tägliche Leben, die Wirtschaft und der soziale
Zusammenhalt unserer Region beruhen.

Gleichzeitig führen viele Unternehmen/Organisationen große Rekrutierungskampagnen in Nicht-EU-Ländern durch, um den hiesigen Fachkräftemangel abzumildern (z. B. Pflegekräfte aus Ländern wie Marokko, Myanmar und den Philippinen, die hier zunächst Deutschkurse besuchen müssen).
Wir brauchen Menschen, die sich um unsere Eltern kümmern, unsere Kinder begleiten, unser Essen zubereiten, unsere Betriebe am Laufen halten, Gäste empfangen und das Leben in unseren Städten und Dörfern mittragen.

Überall suchen Betriebe Auszubildende und Mitarbeiter*innen. Überall fehlen Pflegekräfte in Heimen und Krankenhäusern. Überall sprechen lokale Unternehmen über den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften.

Gleichzeitig werden Menschen abgeschoben, die längst integriert sind, die die Sprache gelernt haben, eine Ausbildung machen und Teil unserer Gesellschaft geworden sind.
Das ist nicht nur unmenschlich. Es ist sozial und wirtschaftlich absurd.

Wer wird sich morgen um uns kümmern, wenn wir uns heute weigern, uns um diejenigen zu kümmern, die sich bereits jetzt um uns kümmern?

Menschen können sich kein stabiles Leben aufbauen, wenn sie dauerhaft in Angst leben müssen. Integration braucht Vertrauen, Sicherheit und die Möglichkeit einer Zukunft. Deshalb fordern wir die lokalen Behörden, politische Verantwortliche, Ausländerbehörden und die Landesregierung Schleswig-Holsteins auf, die Abschiebung von integrierten Menschen zu stoppen, die lernen, arbeiten, eine Ausbildung machen und zu unserer Gesellschaft beitragen.

Wir rufen die Öffentlichkeit dazu auf, auf die Stimmen von Arbeitgeber*innen, Schulen, Pflegeeinrichtungen, Kolleg*innen und Gemeinschaften zu hören, die diese Realität jeden Tag erleben.

Und wir rufen alle Menschen, die diese wiederholten Ungerechtigkeiten nicht länger akzeptieren wollen, dazu auf, sich uns anzuschließen.

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C. S.Petitionsstarter*in

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