Wir sind mitlerweile bei über 1600 Unterschrift - unglaublich!
Anbei findet Ihr ein Muster welchen Ihr gerne so, in abgewandelter Form oder einfach in euren eigenen Worten an die Verantwortlichen senden könnt. Bleibt bitte respektvoll und freundlich.
- Wildtiermanagement und Oberste Jagdbehörde oberste.jagdbehoerde@mleuv.brandenburg.de
- MLEUV Landestierschutzbeauftragte tierschutz@mleuv.brandenburg.de
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich wende mich heute an Sie wenden, weil mir die geplante Tötung der Sikahirsche in Neustadt (Dosse) große Sorgen bereitet. Als Tierliebhaber und engagierter Bürger halte ich es für richtig und wichtig, ethische und ökologische Aspekte zu bedenken, die bei solchen Entscheidungen oft vernachlässigt werden.
Ethische Bedenken und Tierschutz
Der Abschuss einer ganzen Herde ist eine sehr brutale Methode, die unnötiges Leid verursacht. Diese Tiere zeigen ein komplexes Sozialverhalten, das durch eine solche Maßnahme stark gestört wird, was zu erheblichem Stress führt. Es gibt heutzutage schonendere Optionen zur Regulierung der Population, bei denen keine Tiere getötet werden, und ich würde mir wünschen, dass diese Möglichkeiten ernsthaft geprüft werden.
Wissenschaftliche Unsicherheiten
Momentan gilt der Sikahirsch in Deutschland noch nicht als invasiv, sondern nur als "potenziell invasiv". Viele Arten, die früher als Neozoen eingestuft wurden, sind heute als heimisch anerkannt – so zum Beispiel der Fasan. Oft basieren Vorurteile gegen invasive Arten auf nicht-wissenschaftlichen Annahmen oder wirtschaftlichen Interessen. Im Naturschutz gibt es unterschiedliche Meinungen darüber, wie groß die Gefahr wirklich ist.
Schutz der Artenvielfalt weltweit
In ihrer ursprünglichen Heimat in Ostasien gelten Sikahirsche als bedroht und benötigen Schutz. Dass sie in Deutschland neue Lebensräume finden, sehe ich als Chance zur Erhaltung der globalen Artenvielfalt. Der Bestand in Neustadt liegt bei nur etwa 40 Tieren und ist im Vergleich zu anderen Regionen noch recht klein, was kein Grund für einen Abschuss sein sollte.
Natürliche Regulation
In der Natur regulieren Faktoren wie Nahrung, Wetter und Fortpflanzung die Tierzahlen meist eigenständig. Diese natürliche Selbstregulation ist gut erforscht. Der Wolf hat in der Vergangenheit schon dazu beigetragen, invasive Arten in Schach zu halten, und sollte auch hier eine Rolle spielen.
Ungeeignete Maßnahmen zur Regulierung
Jagd wird oft eingesetzt, um Populationen zu kontrollieren, aber sie stört das ökologische Gleichgewicht. Besonders die Trophäenjagd, bei der die größten und stärksten Tiere herausgeholt werden, kann das Verhältnis von Geschlechtern durcheinanderbringen und unkontrolliertes Wachstum fördern. Der Fall im Arnsberger Wald zeigt, dass diese Methoden oft keine nachhaltige Lösung sind – im Gegenteil, sie können die Situation verschärfen, weil Wildtiere auf Druck noch mehr Nachwuchs produzieren.
Aus all diesen Gründen bitte ich Sie zusammen mit nunmehr als 1600 weiteren Personen ( http://change.org/sikahirsche ), den geplanten Abschuss der Sikahirsche in Neustadt (Dosse) nochmals zu überdenken und nach alternativen, tierschonenden Lösungen zu suchen. Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, dass diese wunderbaren Tiere in unserer Natur weiterhin ihren Platz haben.
Mit freundlichen Grüßen