Stoppen Sie das Ende von AMELAG! Deutschland braucht eine zeitgemäße Epidemiologie.


Stoppen Sie das Ende von AMELAG! Deutschland braucht eine zeitgemäße Epidemiologie.
Das Problem
Zeitgemäße epidemiologische Überwachung fußt auf möglichst schneller, umfassender und unbürokratischer Erhebung von Daten. Wie die Sars-CoV-2-Pandemie zeigt, sind moderne Surveillance-Systeme in einer globalisierten und von Raubbau an natürlichen Ressourcen betroffenen Welt nötiger denn je.
Die Ausbreitung des H5N1-Virus in Nutztierpopulationen sowie die bisher unkontrollierbare Mpox-Epidemie in Afrika sind nur zwei aktuelle Ausbruchsszenarien, die die Wissenschaft in Alarmbereitschaft versetzen und strenge Überwachung und Maßnahmen erfordern.
Einen wesentlicher Faktor für weitere Epidemien oder Pandemien stellt der Klimawandel dar. Mit der Ausbreitung tropischer Insekten beispielsweise einher geht die Eintragung tropischer Virusinfektionen in Gesellschaften des globalen Nordens.
Vernetzung von Naturwissenschaft, Politik und Medizin
Die Pandemie hat schonungslos den Modernisierungsbedarf deutscher epidemiologischer Forschung und Infrastruktur offen gelegt.
Inzwischen liegt mit dem AMELAG (Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung) eine zeitgemäße und sehr effektive Struktur vor, mit der das Umweltbundesamt und das Robert-Koch-Institut gemeinsam die Viruslast im Abwasser quantitativ bestimmen und die vorgefundenen Erreger qualitativ analysieren.
Die Daten kommen nicht nur der Wissenschaft zu Gute und dienen der Politik als Entscheidungsgrundlage während laufender Ausbruchsszenarien. Die epidemischen Lagebilder werden auch für die Öffentlichkeit aufbereitet und barrierearm zur Verfügung gestellt. Damit erfüllen sie den demokratischen Anspruch einer transparent aufgeklärten Bevölkerung, die auf Basis dieser Information befähigt wird, eigenverantwortlich zu handeln. Ein System, von dem alle profitieren: Wissenschaft, Politik, Bevölkerung, Gesundheitssystem.
Bekenntnis zur Verantwortung gefordert!
Dieser Grundpfeiler epidemiologischer Überwachung, das etablierte, reibungslos funktionierende und für die Bevölkerung ohne Aufwand betriebene AMELAG droht zum Jahresende nicht mehr finanziert und gestrichen werden. Es ist vollkommen unklar, wie dieser Verlust an Daten der epidemiologischen Überwachung kompensiert und wie die Gefahren für die Bevölkerung durch den Verzicht auf epidemiologische Sicherungssysteme gerechtfertigt werden sollen.
Das Bundesgesundheitsministerium sowie das Robert-Koch-Institut bestätigen auf Nachfrage, sowohl dass der Weiterbetrieb seitens aller an der epidemiologischen Überwachung beteiligter Institutionen gewünscht ist, aber bisher keine finanziellen Mittel eingeräumt werden.
Diese Petition fordert das Bundesgesundheitsministerium auf: STOPPEN Sie den Wahnsinn des Verzichts auf epidemiologische Überwachung während der laufenden Pandemie! Fordern Sie in den Bereinigungssitzungen der Finanzausschüsse die benötigten Mittel vollumfänglich ein. Lassen Sie nicht zu, dass gerade während einer laufenden Pandemie eine Prioritätenverschiebung weg von der epidemiologischen Überwachung stattfindet.
Entgegen der Erfahrung moderner Medizin setzen wir erstmals in der Geschichte der Menschheit darauf, eine Pandemie in individueller Eigenverantwortung überwinden zu wollen. Eine unabdingbare Voraussetzung für den ohnehin sehr unwahrscheinlichen Erfolg dieses Konzeptes ist eine datenbasiert, naturwissenschaftlich informierte Bevölkerung.
Im Koalitionsvertrag formuliert die Regierung im ersten Abschnitt der Präambel folgendes Ziel: "Wir übernehmen Verantwortung in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie das Land weiter stark belastet. Sie bedeutet für viele großes Leid, geht einher mit existenziellen Sorgen und verlangt allen erhebliche Einschränkungen ab. Die Pandemie zu besiegen, ist in diesen
Tagen unsere vordringlichste Aufgabe, der wir uns mit voller Kraft widmen". Daran sei erinnert!
Das Umweltbundesamt schreibt: "Das AMELAG-Vorhaben setzt beispielhaft den im Koalitionsvertrag der Bundesregierung erwähnten One-Health Gedanken um: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachdisziplinen arbeiten hier täglich kollaborativ und intersektoral zusammen. Nur so können die Expertisen aus den Bereichen Umwelt- und Naturwissenschaften, Gesundheitswissenschaften und öffentlicher Gesundheit, Data Science und Statistik das Abwasser als eine verlässliche Datenquelle für die Information der Öffentlichkeit und eine evidenzbasierte Politikberatung erschließen."
Diese Einschätzung ist zutreffend. Moderne epidemiologische Überwachung darf nicht aus einem selbstverordneten Sparzwang oder einem Zeitgeist selbstgewählter Rückständigkeit heraus verhindert werden.
Die laufende Pandemie belastet jährlich das Bruttosozialprodukt um 2% und ruiniert auf längere Sicht die sozialen SIcherungssysteme.
Dem muss mit einem Bekenntnis zu einem datenbasierten Public-Health-Konzept und zeitgemäßen Methoden begegnet werden.
Was genau ist AMELAG?
Das Umweltbundesamt informiert über AMELAG: "Das Umweltbundesamt (UBA) und das Robert Koch-Institut (RKI) erfassen im Kooperationsvorhaben „Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“ (AMELAG), ob und in welcher Häufigkeit SARS-CoV-2-Virusgenfragmente an knapp 170 Kläranlagen deutschlandweit im Abwasser vorkommen. So kann die lokale Verbreitung von Viren wie SARS-CoV-2 und möglichen Virusvarianten zeitnah erfasst und beurteilt werden. An diesem durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Kooperationsprojekt sind auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), der Sanitätsdienst der Bundeswehr sowie für Gesundheit und Abwasser verantwortliche Behörden der 16 Bundesländer beteiligt, darüber hinaus Kläranlagenbetreibende, Labore, Logistikunternehmen sowie zahlreiche weitere Forschungseinrichtungen und Universitäten."
Weitere Informationen:
5.216
Das Problem
Zeitgemäße epidemiologische Überwachung fußt auf möglichst schneller, umfassender und unbürokratischer Erhebung von Daten. Wie die Sars-CoV-2-Pandemie zeigt, sind moderne Surveillance-Systeme in einer globalisierten und von Raubbau an natürlichen Ressourcen betroffenen Welt nötiger denn je.
Die Ausbreitung des H5N1-Virus in Nutztierpopulationen sowie die bisher unkontrollierbare Mpox-Epidemie in Afrika sind nur zwei aktuelle Ausbruchsszenarien, die die Wissenschaft in Alarmbereitschaft versetzen und strenge Überwachung und Maßnahmen erfordern.
Einen wesentlicher Faktor für weitere Epidemien oder Pandemien stellt der Klimawandel dar. Mit der Ausbreitung tropischer Insekten beispielsweise einher geht die Eintragung tropischer Virusinfektionen in Gesellschaften des globalen Nordens.
Vernetzung von Naturwissenschaft, Politik und Medizin
Die Pandemie hat schonungslos den Modernisierungsbedarf deutscher epidemiologischer Forschung und Infrastruktur offen gelegt.
Inzwischen liegt mit dem AMELAG (Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung) eine zeitgemäße und sehr effektive Struktur vor, mit der das Umweltbundesamt und das Robert-Koch-Institut gemeinsam die Viruslast im Abwasser quantitativ bestimmen und die vorgefundenen Erreger qualitativ analysieren.
Die Daten kommen nicht nur der Wissenschaft zu Gute und dienen der Politik als Entscheidungsgrundlage während laufender Ausbruchsszenarien. Die epidemischen Lagebilder werden auch für die Öffentlichkeit aufbereitet und barrierearm zur Verfügung gestellt. Damit erfüllen sie den demokratischen Anspruch einer transparent aufgeklärten Bevölkerung, die auf Basis dieser Information befähigt wird, eigenverantwortlich zu handeln. Ein System, von dem alle profitieren: Wissenschaft, Politik, Bevölkerung, Gesundheitssystem.
Bekenntnis zur Verantwortung gefordert!
Dieser Grundpfeiler epidemiologischer Überwachung, das etablierte, reibungslos funktionierende und für die Bevölkerung ohne Aufwand betriebene AMELAG droht zum Jahresende nicht mehr finanziert und gestrichen werden. Es ist vollkommen unklar, wie dieser Verlust an Daten der epidemiologischen Überwachung kompensiert und wie die Gefahren für die Bevölkerung durch den Verzicht auf epidemiologische Sicherungssysteme gerechtfertigt werden sollen.
Das Bundesgesundheitsministerium sowie das Robert-Koch-Institut bestätigen auf Nachfrage, sowohl dass der Weiterbetrieb seitens aller an der epidemiologischen Überwachung beteiligter Institutionen gewünscht ist, aber bisher keine finanziellen Mittel eingeräumt werden.
Diese Petition fordert das Bundesgesundheitsministerium auf: STOPPEN Sie den Wahnsinn des Verzichts auf epidemiologische Überwachung während der laufenden Pandemie! Fordern Sie in den Bereinigungssitzungen der Finanzausschüsse die benötigten Mittel vollumfänglich ein. Lassen Sie nicht zu, dass gerade während einer laufenden Pandemie eine Prioritätenverschiebung weg von der epidemiologischen Überwachung stattfindet.
Entgegen der Erfahrung moderner Medizin setzen wir erstmals in der Geschichte der Menschheit darauf, eine Pandemie in individueller Eigenverantwortung überwinden zu wollen. Eine unabdingbare Voraussetzung für den ohnehin sehr unwahrscheinlichen Erfolg dieses Konzeptes ist eine datenbasiert, naturwissenschaftlich informierte Bevölkerung.
Im Koalitionsvertrag formuliert die Regierung im ersten Abschnitt der Präambel folgendes Ziel: "Wir übernehmen Verantwortung in einer Zeit, in der die Corona-Pandemie das Land weiter stark belastet. Sie bedeutet für viele großes Leid, geht einher mit existenziellen Sorgen und verlangt allen erhebliche Einschränkungen ab. Die Pandemie zu besiegen, ist in diesen
Tagen unsere vordringlichste Aufgabe, der wir uns mit voller Kraft widmen". Daran sei erinnert!
Das Umweltbundesamt schreibt: "Das AMELAG-Vorhaben setzt beispielhaft den im Koalitionsvertrag der Bundesregierung erwähnten One-Health Gedanken um: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterschiedlichster Fachdisziplinen arbeiten hier täglich kollaborativ und intersektoral zusammen. Nur so können die Expertisen aus den Bereichen Umwelt- und Naturwissenschaften, Gesundheitswissenschaften und öffentlicher Gesundheit, Data Science und Statistik das Abwasser als eine verlässliche Datenquelle für die Information der Öffentlichkeit und eine evidenzbasierte Politikberatung erschließen."
Diese Einschätzung ist zutreffend. Moderne epidemiologische Überwachung darf nicht aus einem selbstverordneten Sparzwang oder einem Zeitgeist selbstgewählter Rückständigkeit heraus verhindert werden.
Die laufende Pandemie belastet jährlich das Bruttosozialprodukt um 2% und ruiniert auf längere Sicht die sozialen SIcherungssysteme.
Dem muss mit einem Bekenntnis zu einem datenbasierten Public-Health-Konzept und zeitgemäßen Methoden begegnet werden.
Was genau ist AMELAG?
Das Umweltbundesamt informiert über AMELAG: "Das Umweltbundesamt (UBA) und das Robert Koch-Institut (RKI) erfassen im Kooperationsvorhaben „Abwassermonitoring für die epidemiologische Lagebewertung“ (AMELAG), ob und in welcher Häufigkeit SARS-CoV-2-Virusgenfragmente an knapp 170 Kläranlagen deutschlandweit im Abwasser vorkommen. So kann die lokale Verbreitung von Viren wie SARS-CoV-2 und möglichen Virusvarianten zeitnah erfasst und beurteilt werden. An diesem durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geförderten Kooperationsprojekt sind auch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV), der Sanitätsdienst der Bundeswehr sowie für Gesundheit und Abwasser verantwortliche Behörden der 16 Bundesländer beteiligt, darüber hinaus Kläranlagenbetreibende, Labore, Logistikunternehmen sowie zahlreiche weitere Forschungseinrichtungen und Universitäten."
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Petition am 3. Oktober 2024 erstellt