Aufschrei: 83 ha Wald - Rodungsfläche den Bürgern verschwiegen!

Am 16.06.2026 stellte die LMBV die Planung der „EHS-Monodeponie - Lage Deponiekörper und Betriebsgebäude“ in einem gleichnamigen Satelliten-Bild mit eingeblendeten Bauten am Rand des Baggerfeldes 116 vor. Dabei wurde betont, dass die LMBV die Deponiefläche von ursprünglich 50 ha auf nunmehr 28 ha reduziert habe. Wir sehen das als dreiste Täuschung an.
Begründung: Bedingt durch die Geländeformationen wird die tatsächlich erforderliche Rodungs- und Abtragfläche voraussichtlich mindestens 83 ha betragen. Das ergab die genauere Betrachtung der übergebenen Karten und wurde den Kostebrauern vor Ort verschwiegen. Zum Vergleich: das Kostebrauer Sportplatzgelände umfasst 2 ha. Die besagten 83 ha sind ein Verlust der Kostebrauer Sukzessions - Bewaldung mit Heide- und Grasflächen – eines Teiles der Kostebrauer grünen Lunge und eines existenziellen Lebensraumes von geschützter Flora und Fauna.
Die Höhenunterschiede im Gelände sind gemäß den Karten sehr groß, von 143 m bis 120 m ergibt ein Δ = 23 m und unter Wasser bis auf den Teichgrund sogar, 143 bis 116 m ergibt ein Δ = 27 m. Letzteres entspricht der Höhe des Kostebrauer Kirchturms!
Zwei Vermerke: „Abtrag + 126 m“ und „Abtrag + 128 m“ sind auffällig. Es wird vermutet, dass der „Abtrag“ nicht nur zum Einebnen der in Rede stehenden Fläche verwendet wird, sondern als „Massen-Export“ zur Verfüllung des 13 km entfernten Restloches 42 im Ortsteil Kleinleipisch verwendet werden soll. Damit gehen Kostebrau nochmals ca. 1,5 Millionen Kubikmeter Kies in der Hohlform des Ostrandschlauches verloren. Per Straßentransport sollen sie über die L 60 transportiert werden. Feinstaub, Reifenabrieb plus Kies-Verschmutzung, Verkehr und CO2 belasten unsere Umgebung unnötig! Das ohnehin schon bestehende Massendefizit vergrößert sich. In unseren Augen ist das kein Sanieren, sondern ein Kaputt-Sanieren der Natur des Ostrandschlauches. Ersatzmaßnahmen z.B. nahe dem Spreewald nützt den Kostebrauern nichts. Eine solche Maßnahme ist abzulehnen! Wir widersprechen dieser Planung! Denn sie bedeuten einen Rückschritt um mehr als dreißig Jahre Renaturierung!
Rot eingetragen ist in die Karte „06/2026“ neu eine Zufahrt zur Deponie. Sie führt über eine Rampe hinab von 132 m auf die Höhe 126 m. Diese Darstellung deckt sich nicht mit allen bisher vorgestellten Karten. Will der Sanierer und Planer hiermit uns und die Behörden täuschen?
Sehr verwundert waren die Teilnehmer der Befahrung, dass weder der Bürgermeister, Verwaltungsmitarbeiter noch Vertreter der Stadtverordnetenversammlung sich für das Thema und die Sorgen der Kostebrauer interessierten.
Eine Befahrung am 25.06.2026 von der „Oberlausitzer Teichlandschaft“ mit Hochwald und Seenreichtum in Richtung Kostebrau machte deutlich, dass im trockenen Kostebrauer Raum die Temperatur mit 36° C um 3 Grad höher lag als in der Hochwaldregion. Am Folgetag, den 26.06. 2026 musste nun auch der Ortsbeirat eingestehen und „schweren Herzens“ die „16. Wiedersehensfeier“ auf der Gemarkungsgrenze, der Hochkippe, an der Straße nach Klettwitz, wegen der Hitze absagen.
Das Deponieprojekt ist eine Missachtung der zunehmenden extremen Klimafolgen zu Lasten aller Betroffenen und deren ausdrücklicher Ablehnung.
Der Jazz-Musiker Miles Davis traf in seinem Werk: The Autobiography, mit seinem Satz, „Knowledge is freedom, and ignorance is slavery“, „Wissen ist Freiheit und Unwissenheit ist Sklaverei“, exakt die Kosterbauer Gefühlslage.
Was herrscht hier nur für eine Demokratie?
Deshalb: Hände weg von Kostebraus Flora und Fauna!
Kommt gut durch den heißen Sommer. Alle brauchen mehr grüne Natur mit eingebetteten Wasserflächen. Danke für Eure Unterstützung. Informiert alle Eure Naturfreunde und Bekannten, was hier geschehen soll.
Norbert Löhnert
Vorsitzender der BI-Kostebrau