Frau Lambrecht, schützen Sie Stalking Opfer!

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Dorothee Salge und 17 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Am 11. Januar 2020 wurde Sophie von ihrem Stalker Patrick S. in ihrer eigenen Wohnung im Badezimmer überrascht und gewaltsam ermordet. Zuvor stalkte Patrick S. Sophie knapp zwei Jahre. Sie kam nie auf die Idee, dass er es sein könne; die beiden kannten sich nur flüchtig von der Arbeit. Im Jahr 2018 fingen die Stalking Attacken an; mal mehr, mal weniger intensiv. Sophie erstattete mehrmals Anzeige gegen Unbekannt, bei der Polizei in Hannover, sowie in Dessau.

Wenn die Polizei oder eine andere staatliche Instanz Maßnahmen ergriffen oder die Anzeigen gegen Unbekannt besser verfolgt hätte, wäre Sophie vielleicht noch hier. Dadurch, dass der Täter, der bereits mit seinen Stalking-Aktionen, einer war, keine Konsequenzen oder Bestrafungen oder Belehrungen oder irgendwas anderes erfahren hat, konnte er seine Taten durchführen.

Sophie hat bereits vor dem Angriff in erheblichen Maßen gelitten und bekam trotz mehrerer Anzeigen bei der Polizei keine Hilfe oder auch eine Aufklärung darüber, wer sie derart diffamiert.

Schaut man sich jedoch die Intensität an, mit der ihr der Täter nachstellte, stellt sich bei (fast) jedem die Frage: ; wieso hat die Polizei nicht eingegriffen? Wie kann es sein, dass jemand eine Person bis zu 164-mal pro Tag anruft und unzählige Social-Media Profile zur Diffamierung erstellt, ohne dass irgendwelche Maßnahmen ergriffen worden sind, seitens der Polizei oder irgendwelchen anderen Behörden?

Wir sind traurig. Wir sind schockiert, was sie durchmachen musste. Aber wir wollen dafür kämpfen und einstehen, dass kein anderer Mensch, diese furchtbaren Dinge noch einmal erleben muss, wie sie es musste.

+++ Änderungen vom 18.03.2021 +++

Seitdem wir die Petition gestartet haben ist einiges passiert. Wir, Djaoid und Lina von StalkingNoMore, haben uns die letzten Monaten mit dem Thema und den gesetzlichen Möglichkeiten auseinandergesetzt. Infolgedessen haben wir unsere bisherigen Forderungen bearbeitet und konkretisiert.

Dabei ist uns aufgefallen, dass die Hindernisse bezüglich der Strafverfolgung von Stalking sowohl gesamtgesellschaftlicher Natur sind, wie auch juristischer. Bei Vandalismus wird beispielsweise  gelegentlich mehr ermittelt als bei Stalking. Aus diesen Gründen appellieren wir an die Politik endlich zu handeln und Betroffene zu schützen! Wir fordern: 

  • die Einstufung des Paragraph §238 als Verbrechen, nicht weiter als Vergehen. Dies ist unabdingbar um Betroffenen wirklich helfen zu können, weil der bisherige Paragraph unnütz ist, wie er dort steht und nicht wirklich helfen kann: Für polizeiliche Maßnahmen benötigt man einen Verbrechenstatbestand. Die Einstufung als Vergehen steht in keinem Fall zum Verhältnis mit den Folgen, die die Betroffenen haben! Mal abgesehen von den psychischen Folgen, kann es sogar so weit kommen, dass Personen aufgrund von Stalking ins Zeugenschutzprogramm müssen.
  • einen neuen Maßnahmenkatalog, an dem sich die Polizei orientieren kann - weil es keine gesetzlichen Regelungen für viele der Stalking-Angriffe gibt.
  • Cyberstalking mit ins Gesetz aufnehmen
  • Opferschutz vor Täterschutz! Die Beweislast sollte nicht alleine bei Betroffenen liegen. Heutzutage wirken fehlende Beweise der Taten noch strafmindernd für die Angeklagten.
  • Schulungen; Sensibilisierungen der Polizei für diese Themen:
    Polizei- & Justizbehörden müssen insbesondere im Umgang mit digitaler Gewalt besser ausgebildet werden.
  • weitere Hilfsstellen für Betroffene; die in Kontakt mit der Polizei stehen oder die andersherum vermittelt werden können.
  • Prävention: Stalking als Gefahr in der Gesellschaft wahrnehmen: Prävention in Schulen zB. Stalking sollte kein Tabuthema sein! 
  • Internetplattformen zur Verantwortung ziehen: zB. Meldungen von Belästigung etc bei Facebook, Instagram einführen; auch hilfreich um den Behörden die Arbeit zu erleichtern.
  • Wissenschaftliche Studien: Stalking und Cyberstalking ist noch zu wenig erforscht. Um weitere Präventionsmaßnahmen treffen zu können, müssen diese Themen in Form von Studien weiter untersucht werden.
     

    Für Sophie

Von Freunden & ehemaligen Arbeitskollegen

(Auf dem Foto seht ihr Sophie mit ihrer Mama.)

Weitere Infos bekommt ihr auf unserem Instagram-Kanal: @StalkingNoMore

avatar of the starter
Lina BrownPetitionsstarter*in

84.226

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Dorothee Salge und 17 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Am 11. Januar 2020 wurde Sophie von ihrem Stalker Patrick S. in ihrer eigenen Wohnung im Badezimmer überrascht und gewaltsam ermordet. Zuvor stalkte Patrick S. Sophie knapp zwei Jahre. Sie kam nie auf die Idee, dass er es sein könne; die beiden kannten sich nur flüchtig von der Arbeit. Im Jahr 2018 fingen die Stalking Attacken an; mal mehr, mal weniger intensiv. Sophie erstattete mehrmals Anzeige gegen Unbekannt, bei der Polizei in Hannover, sowie in Dessau.

Wenn die Polizei oder eine andere staatliche Instanz Maßnahmen ergriffen oder die Anzeigen gegen Unbekannt besser verfolgt hätte, wäre Sophie vielleicht noch hier. Dadurch, dass der Täter, der bereits mit seinen Stalking-Aktionen, einer war, keine Konsequenzen oder Bestrafungen oder Belehrungen oder irgendwas anderes erfahren hat, konnte er seine Taten durchführen.

Sophie hat bereits vor dem Angriff in erheblichen Maßen gelitten und bekam trotz mehrerer Anzeigen bei der Polizei keine Hilfe oder auch eine Aufklärung darüber, wer sie derart diffamiert.

Schaut man sich jedoch die Intensität an, mit der ihr der Täter nachstellte, stellt sich bei (fast) jedem die Frage: ; wieso hat die Polizei nicht eingegriffen? Wie kann es sein, dass jemand eine Person bis zu 164-mal pro Tag anruft und unzählige Social-Media Profile zur Diffamierung erstellt, ohne dass irgendwelche Maßnahmen ergriffen worden sind, seitens der Polizei oder irgendwelchen anderen Behörden?

Wir sind traurig. Wir sind schockiert, was sie durchmachen musste. Aber wir wollen dafür kämpfen und einstehen, dass kein anderer Mensch, diese furchtbaren Dinge noch einmal erleben muss, wie sie es musste.

+++ Änderungen vom 18.03.2021 +++

Seitdem wir die Petition gestartet haben ist einiges passiert. Wir, Djaoid und Lina von StalkingNoMore, haben uns die letzten Monaten mit dem Thema und den gesetzlichen Möglichkeiten auseinandergesetzt. Infolgedessen haben wir unsere bisherigen Forderungen bearbeitet und konkretisiert.

Dabei ist uns aufgefallen, dass die Hindernisse bezüglich der Strafverfolgung von Stalking sowohl gesamtgesellschaftlicher Natur sind, wie auch juristischer. Bei Vandalismus wird beispielsweise  gelegentlich mehr ermittelt als bei Stalking. Aus diesen Gründen appellieren wir an die Politik endlich zu handeln und Betroffene zu schützen! Wir fordern: 

  • die Einstufung des Paragraph §238 als Verbrechen, nicht weiter als Vergehen. Dies ist unabdingbar um Betroffenen wirklich helfen zu können, weil der bisherige Paragraph unnütz ist, wie er dort steht und nicht wirklich helfen kann: Für polizeiliche Maßnahmen benötigt man einen Verbrechenstatbestand. Die Einstufung als Vergehen steht in keinem Fall zum Verhältnis mit den Folgen, die die Betroffenen haben! Mal abgesehen von den psychischen Folgen, kann es sogar so weit kommen, dass Personen aufgrund von Stalking ins Zeugenschutzprogramm müssen.
  • einen neuen Maßnahmenkatalog, an dem sich die Polizei orientieren kann - weil es keine gesetzlichen Regelungen für viele der Stalking-Angriffe gibt.
  • Cyberstalking mit ins Gesetz aufnehmen
  • Opferschutz vor Täterschutz! Die Beweislast sollte nicht alleine bei Betroffenen liegen. Heutzutage wirken fehlende Beweise der Taten noch strafmindernd für die Angeklagten.
  • Schulungen; Sensibilisierungen der Polizei für diese Themen:
    Polizei- & Justizbehörden müssen insbesondere im Umgang mit digitaler Gewalt besser ausgebildet werden.
  • weitere Hilfsstellen für Betroffene; die in Kontakt mit der Polizei stehen oder die andersherum vermittelt werden können.
  • Prävention: Stalking als Gefahr in der Gesellschaft wahrnehmen: Prävention in Schulen zB. Stalking sollte kein Tabuthema sein! 
  • Internetplattformen zur Verantwortung ziehen: zB. Meldungen von Belästigung etc bei Facebook, Instagram einführen; auch hilfreich um den Behörden die Arbeit zu erleichtern.
  • Wissenschaftliche Studien: Stalking und Cyberstalking ist noch zu wenig erforscht. Um weitere Präventionsmaßnahmen treffen zu können, müssen diese Themen in Form von Studien weiter untersucht werden.
     

    Für Sophie

Von Freunden & ehemaligen Arbeitskollegen

(Auf dem Foto seht ihr Sophie mit ihrer Mama.)

Weitere Infos bekommt ihr auf unserem Instagram-Kanal: @StalkingNoMore

avatar of the starter
Lina BrownPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Dr. med. Thela Wernstedt
MdL, Gleichstellungspolitische Sprecherin SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag
Beantwortet
"Der brutale Mord an einer jungen Frau durch einen Stalker im Frühjahr 2020 in Hannover lässt wohl niemanden unberührt. Die junge Frau hat ein normales Leben geführt. Wenn Menschen, die ein normales Leben führen, gefährdet sind, durch Stalker*innen verfolgt und am Ende ermordet zu werden, hat unsere Gesellschaft ein riesiges Problem. Offenbar reicht weder das Wissen um solche Formen der Verfolgung noch der Schutz von Stalking-Opfern aus, um solche Taten zu verhindern. Hier muss politisch gehandelt werden. Wir brauchen bessere Instrumente, um solche Morde zu verhindern. Und eines muss allen Stalker*innen klar sein: Eure Taten werden beobachtet, nachgewiesen und bestraft."
Daniela Behrens
Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Niedersachsen
Beantwortet
Stalking ist kein Kavaliersdelikt und die Täter müssen zur Verantwortung gezogen werden. Für die Opfer bedeutet gestalkt zu werden, ein Einbruch in die Privat- und Intimsphäre. Das hinterlässt bleibende Spuren und Wunden. Der Mord an der Hannoveranerin Sophie zeigt das schlimmste Ende. Opfer müssen mit allen Möglichkeiten geschützt und Tätern Einhalt geboten werden. Bildrechte: Nds. Sozialministerium
Christine Lambrecht
Bundesministerin der Verteidigung
Annalena Baerbock
Bundesministerin des Auswärtigen
Olaf Scholz
Bundeskanzler
Neuigkeiten zur Petition
Diese Petition teilen
Petition am 13. Oktober 2020 erstellt