Petition geschlossen.

Petition zur Pachtverlängerung für das Parkcafé Traubenkur

Diese Petition hat 46 Unterschriften erreicht


David gegen Goliath: Dürkheimer Gastronom kämpft weiter um Pachtverlängerung

Zum Jahresende 2016 sollte Viktor Pastetenbecker sein „Café Traubenkur“ schließen. Die Stadt Bad Dürkheim pocht auf den auslaufenden Pachtvertrag. Der Wirt will den Betrieb, den er seit 33 Jahren führt, nicht aufgeben und führt mündliche Absprachen mit dem Beigeordneten Ester ins Feld. Notfalls will der 65-Jährige vor Gericht ziehen.


Am 3. November 2016 muss Viktor Pastetenbecker ordentlich zusammengezuckt sein. An jenem Donnerstag informierte die Stadtverwaltung im wöchentlichen Amtsblatt darüber, dass das Gebäude, in dem er seit 33 Jahren seiner Leidenschaft als Wirt nachgeht, ab Mitte 2017 neu vermietet werden soll. In der Veröffentlichung stand außerdem, dass das Haus im Kurpark ab Januar durch die Stadt modernisiert werden soll und dass mit einem neuen Pächter die Details der künftigen Innenausstattung abgestimmt werden könnten. Als zukünftige Miete für die 380 Quadratmeter große Außenterrasse und den derzeit 70 Quadratmeter großen Gastraum stellt sich die Stadt pro Monat 2800 Euro zuzüglich Umsatzsteuer vor.

Bis zur Bewerbungsfrist am 15. November hatten sich „vier ernsthafte Interessenten“ gemeldet, informierte der zuständige Beigeordnete Gerd Ester (CDU) auf RHEINPFALZ-Anfrage. Starkes Interesse, das Café weiterzubetreiben hat aber auch Viktor Pastetenbecker. Sein Elternhaus und damit sein Erbe habe er in der Anfangszeit in die Sanierung des „Traubenkur“ gesteckt, sagt der 65-Jährige. So kam es, dass die Pachtbedingungen bisher recht günstig waren. Jedenfalls nur einen Bruchteil des Betrages ausmachten, den die Stadt künftig haben möchte.

Eine Diskussion um das Ende des Pachtverhältnisses hat es zwischen Stadt und Pastetenbecker bereits 2013 gegeben. Über den Inhalt des damaligen Gesprächs machen beide Seiten heute unterschiedliche Angaben. Der Gastronom behauptet, ihm sei die Möglichkeit zugesagt worden, den neuen Vertrag über 2016 hinaus zu verlängern, wenn er selbst Geld in die Hand nähme, um den Zustand des Cafés zu verbessern.

Nun steht der Betrag von 30.000 Euro im Raum. Pastetenbecker sagt, dass er diesen Betrag in das Erscheinungsbild des „Traubenkur“ investiert habe. Sein Anwalt Slim El Jazi sagte dem regionalen Fernsehsender RNF-Life, dass er sich gut an das Gespräch erinnern könne. Die Stadt habe seinerzeit gesagt, dass sie die Renovierung begutachten wolle und im Falle der Zufriedenheit über eine Mietverlängerung gesprochen werden könne.

Gerd Ester stellt es anders dar: „Die Renovierungsarbeiten waren nicht Grundlage einer Verlängerung des Vertrages“, sagt der Beigeordnete. Aus „sozialen Gründen“ habe man den Vertrag bis zur Vollendung des 65. Lebensjahres von Pastetenbecker verlängert. Man sei dem langjährigen Pächter insofern entgegengekommen. Wenn er heute behaupte, die Vertragsbedingungen seien andere gewesen, dann verdrehe er die Tatsachen, sagt Ester.

Der Vertrag sei am 20. August 2013 so geschlossen worden, dass er Ende 2016 ende. Ester drückt auch sein Unverständnis darüber aus, dass Pastetenbecker dies allein an der Person des Beigeordneten festmache. Er verweist auf eine entsprechende Abstimmungsmehrheit im Haupt- und Finanzausschuss. Dort sei das Vorgehen so beschlossen worden. Die Sanierung des „Traubenkur“ stehe im Zusammenhang mit dem Vorhaben, die gegenüberliegende Brunnenhalle zu sanieren. „Er kann sich gern auf die Ausschreibung hin bewerben“, sagt Ester.

Pastetenbecker, der sich im „Traubenkur“ als schützenswertes „Fossil“ sieht, will sich mit dem Gedanken, dass sein täglicher Weg ihn nicht mehr in sein Café führt, nicht abfinden. So, wie er das Café betreibe, nämlich indem er noch das Gespräch mit seinen Gästen suche und sich Zeit nehme, könnten das andere Wirte heute gar nicht mehr. Freiwillig räumen werde er es nicht, sagt er.

Es komme für ihn auch kaum in Frage, sich erneut zu bewerben. 2800 Euro seien zu hoch, um sie jeden Monat erwirtschaften zu können. Einen Monat wie den November müsse man erstmal überstehen.

Wir kämpfen gemeinsam mit Viktor um das Fortleben der Traubenkur! Unterstützen Sie uns dabei!



Heute: Parkcafé verlässt sich auf Sie

Parkcafé Traubenkur benötigt Ihre Hilfe zur Petition „Stadt Bad Dürkheim: Petition zur Pachtverlängerung für das Parkcafé Traubenkur”. Jetzt machen Sie Parkcafé und 45 Unterstützer/innen mit.