Petition updateContainern ist kein Verbrechen!Solidarität gegen Repression - ein Spendenaufruf
Bündnis "Containern ist kein Verbrechen!"
Sep 28, 2020

Hallo liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

 

Es gibt Neuigkeiten im Fall der drei Menschen, die in Siegburg angeklagt waren. Nachdem öffentlich Proteste angekündigt wurden konnte die Einstellung des Verfahrens erreicht werden. Allerdings unter der Auflage, dass die Betroffenen insgesamt 800 Euro "spenden" müssen. Dazu kommen Kosten für anwaltliche Unterstützung. 

Wir wollen sie damit natürlich nicht allein lassen. Deswegen möchte ich alle von euch, die etwas entbehren können, zum Spenden aufrufen! Unten kopiere ich einen längeren Text der Betroffenen rein, der nochmal etwas mehr auf die Hintergründe eingeht. Hier schon mal die Spendendaten:

Kontobezeichnung: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
Stichwort: Aachen Containert

 

Vielen dank und beste Grüße aus Aachen

Chris

 

Spendenaufruf: Containern darf keine Straftat sein!

Während das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung die letzte Septemberwoche des Jahres 2020 als Aktionswoche gegen Lebensmittelverschwendung erklärt, findet erneut ein Verfahren wegen des sogenannten Containerns statt. Drei junge Menschen werden vor dem Amtsgericht Siegburg angeklagt, versucht zu haben, aus einem Container der Supermarktkette REWE im Siegtal noch genießbare Lebensmittel zu entnehmen. Zwei Tage vor dem Verhandlungstermin erreicht einer der Verteidiger die Einstellung des Verfahrens gegen Auflagen: die Angeklagten werden verpflichtet die Hälfte der ursprünglichen Geldstrafe an eine gemeinnützige Organisation zu zahlen, insgesamt 800 Euro.

Was geschah: Es ist Samstag, der 21. März diesen Jahres gegen 23:30 Uhr. Die Beschränkungen des öffentlichen Lebens wegen der Corona- Pandemie werden ausgeweitet und die gemeinnützigen Tafeln, die regelmäßig einige von REWE aussortierte Lebensmittel annehmen, haben bereits teilweise ihren Betrieb eingestellt. Drei Menschen holen noch genießbare Lebensmittel aus den Müll-Containern des Supermarktes, um diese vor der Vernichtung zu retten. Ein "wachsamer Bürger" beobachtet die Situation und verständigt die Polizei. Diese erscheint kurz darauf mit zwei Streifenwagen, die drei Polizisten stellen die Mülltaucher*innen wie Verbrecher*innen mit vorgehaltener Waffe und nehmen sie mit auf die Wache. Es wird kein Widerstand geleistet.

In Deutschland werden laut einer Studie des WWF3 von 2015 jährlich insgesamt 18,4 Mio Tonnen Lebensmittel entsorgt. Davon ist ein Großteil noch genießbar. Dies entspricht fast einem Drittel des aktuellen Nahrungsmittelverbrauchs von 54,5 Mio Tonnen in Deutschland. Allein 2,6 Mio Tonnen landen in den Müllcontainern von Groß- und Einzelhandel. Die Lebensmittel werden von Entsorgungsfirmen abgeholt und samt Plastikverpackung geschreddert1. Diese kann im Prozess nur grob entfernt werden und wird zusammen mit der Biomasse wieder auf die Felder gebracht.2 ​​​​ So wird immer mehr Ackerland mit Plastikresten verschmutzt.

Unser Verfahren wurde gegen eine Auflage von insgesamt 800€, zu zahlen innerhalb von zwei Monaten, eingestellt. Lebensmittel werden jedoch weiter verschwendet und die Rettung aus den Tonnen bleibt eine Straftat. Wir fordern die Entkriminalisierung des Containerns und eine Spendenpflicht von noch genießbaren Lebensmitteln!

Eure Spenden werden zur Zahlung der Geldstrafe, der Soli-Anwälte und weiterer Unterstützer*innen verwendet. Dafür werden wir uns auch weiterhin politisch für die genannten Ziele einsetzen und eine weitere öffentlichkeitswirksame Aktion durchführen.

Die Spendenaktion wird freundlich unterstützt von Aachen containert

Kontobezeichnung: Spenden und Aktionen
IBAN: DE29 5139 0000 0092 8818 06
Stichwort: Aachen Containert
 

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