Sorgen Sie für bessere Arbeitsbedingungen in Kindertagesstätten

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Das Problem

Sehr geehrter Herr Benrath, sehr geehrte Verhandlungsführende der VKA,

 

wir wenden uns an Sie mit einem Anliegen in Bezug auf Ihre Verhandlungen mit Ver.di am 16./17. Mai 2022. Wir möchten Sie dringend bitten, Ihr bisheriges Verhandlungsverhalten zu überdenken und den Erzieherinnen und Erziehern ein tatsächliches Angebot zu machen, das den gestellten Forderungen Rechnung trägt.

Wir als Eltern empfinden es, insbesondere nach zwei Jahren Corona, gelinde gesagt als Zumutung, dass Sie als Vertretung der kommunalen Arbeitgeber*innen Ihre Tarifstreitigkeiten auf dem Rücken von uns Eltern austragen. In unserer Wahrnehmung sind es nicht die Erzieher*innen, die sich hier unangemessen verhalten, sondern Sie als Vertretung. Durch den engen Kontakt mit den Erzieher*innen vor Ort wissen wir als Eltern, dass in den letzten Jahren massiv neue Anforderungen an die pädagogischen Fachkräfte herangetragen wurden. Nur ein Beispiel: Während den Hochzeiten der Coronapandemie wurden bei uns in der Einrichtung in Tübingen regelmäßig dreisprachig die neuen Regelungen zu Tests, Lockdown, etc. kommuniziert, weil nur so zumindest ein Großteil der Elternschaft erreicht werden konnte. Aus eigener Erfahrung können wir Ihnen sagen: Wenn Eltern den Eindruck hatten, dass Kommunen sie in der Pandemie zumindest nicht vollständig vergessen, lag dies zu einem großen Teil an dem übermäßigen Engagement der Fachkräfte in den Kindertagesstätten! 

Hier zeigt sich überdies der große Dienst den diese Einrichtungen an der Gesellschaft leisten. Kaum eine andere Institution leistet so viel dafür, dass jedes Kind in unserem Land zumindest die Chance bekommt, das eigene Potential zu entfalten, egal ob es aus einer reichen oder armen Familie kommt, egal ob es Deutsch oder eine andere Sprache zuhause spricht. Hier wird auch deutlich, inwiefern eben doch die Anforderungen an das pädagogische Fachpersonal gestiegen sind.

Wir als Eltern lesen mit regelmäßiger Sorge darüber, dass viele Erzieher*innen trotz einer schier unglaublich Motivation für ihre Arbeit nach einigen Berufsjahren zu dem Schluss kommen, dass Sie sich umorientieren müssen, weil die Arbeitsbedingungen zu schlecht sind. Wäre dies anders, so wie Sie als Arbeitgeber*innen behaupten, gäbe es wohl kaum gerade in diesem Bereich einen so dramatischen Fachkräftemangel!

Wir möchten Sie daran erinnern, dass in unserer Demokratie die Kommunen für die Menschen die direkte Ansprechadresse des Staates vor Ort sind. Machen die Kommunen gute Arbeit, hilft das der Legitimität des ganzen Systems. Versagen sie dabei, die Bedürfnisse der Bürger*innen ernst zu nehmen, sinkt die Legitimität. In diesem Sinne bitten wir Sie: Nehmen Sie bitte unsere Bedürfnisse als Eltern ernst! Schaffen Sie in den Einrichtungen Arbeitsbedingungen, die es den Fachkräften tatsächlich erlauben, sich mit Ihrer gesamten Kompetenz um unsere Kinder zu kümmern, von deren Bildungserfolg nicht zuletzt die Zukunft unserer Gesellschaft abhängt! Überlegen Sie bitte noch einmal, ob nicht auch Ihnen dies mehr wert sein sollte.

Vielen Dank für Ihre (hoffentlich erfolgende) Berücksichtigung dieser Anliegen bei den Gesprächen am 16./17. Mai mit Ver.di.

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Hendrik QuestPetitionsstarter*in

Die Entscheidungsträger*innen

Niklas Benrath
Niklas Benrath
Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände
Verhandlungsdelegation der VKA
Verhandlungsdelegation der VKA
Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände

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