Spanischen Presseberichten zufolge scheint es, daß die Ernennung von Pablo Llarena zum Richter am Obersten Gerichtshof Spaniens auf dem Wege der Korruption (als Vorteilsgewährung) erfolgt sei und bestimmte Kreise dabei möglicherweise bereits seit dem Jahr 2015 im Auge hatten, ihn als Ermittlungsrichter gegen Mitglieder einer dann abgesetzten katalanischen Regierung zum Zuge kommen zu lassen.
Bereits am 18. März 2016 protestierte die spanische Vereinigung «Richter für die Demokratie» gegen die Ernennung Pablo Llarenas als Richter am Obersten Gerichtshof, da diese ihrer Meinung nach unter Verstoß gegen den Grundsatz des Artikels 23 der spanischen Verfassung erfolgt sei, daß eine solche Ernennung nach dem Grundsatz der persönlichen Eignung und Befähigung zu erfolgen habe. Auch seine Ernennung zum Untersuchungsrichter im Falle der katalanischen Politiker erfolgte offenbar unter Übergehung von fünf Richtern, die an sich vorrangig einzusetzen gewesen wären.
Je mehr Stück für Stück ans Tageslicht kommt, desto mehr scheint es, als ob die spanische Regierung des Partido Popular in kollusivem Zusammenspiel mit Teilen der Justiz bereits seit Jahren einen «Enthauptungsschlag» gegen Katalonien vorbereitet hatte. Sofern sich dies alles weiter erhärten und als wahr erweisen sollte, wäre es unumgänglich, daß die Vereinten Nationen die Auslieferung der spanischen Politiker und Richter verlangen, die an einer solchen Verschwörung gegen das katalanische Volk beteiligt gewesen wären, um sie vor einen internationalen Gerichtshof zu stellen. Der in großen Teilen korrupten und parteiischen spanischen Justiz darf die Aufarbeitung dieses Unrechts, in das ja große Teil der Justiz verwickelt zu sein scheinen, auf keinen Fall überlassen werden.