

Die Anstalt hat am 28. April die Prostitution thematisiert. Es ist eine sehr gelungene und gut recherchierte Sendung mit Faktencheck, die die Absurdität der deutschen Gesetzgebung vor Augen zeigt. Wir müssen darüber lachen. Die Sendung beschreibt aber eine grausame Realität, die sich in unserem Land täglich abspielt. Alle Fakten sind bekannt. Was macht die Politik? Sie reagiert mit einem Leitfaden des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, in dem Prostituierten geraten wird, bei Analverkehr „mit Analplugs den Enddarm vorsichtig nach und nach zu weiten, um Verletzungen und Fissuren zu vermeiden.“ Kein Witz!
„Laut Arbeitsschutzstatistik zählt Prostitution nicht mal zu den Top10 der gefährlichsten Berufe.“ Warum? „Weil Mord kein Arbeitsunfall ist.“
“Sexarbeiterinnen weisen die höchste Mordopferrate aller jemals untersuchten Frauengruppen auf. Epidemiologische Studien auf Basis von Daten aus den Vereinigten Staaten legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, dass aktive Sexarbeiterinnen Opfer eines Tötungsdelikts werden, fast 18-mal höher ist als bei Frauen gleichen Alters und gleicher ethnischer Zugehörigkeit, die nicht der Sexarbeit nachgehen.”
Und was rät der deutsche Staat zum besseren Schutz der Frauen?
„Den Kunden oder die Kundin ablehnen, wenn Prostituierte kein gutes Gefühl haben.“, „Nicht im Dunkeln stehen.“ „Tragen Sie keine langen Ketten oder Schals.“„Türöffnung checken.“ „Autonummer merken.“„Im Notfall Schuhe ausziehen und entgegen der Fahrtrichtung weglaufen.“
Die deutsche Politik zu Prostitution ist ein Paradebeispiel dafür, wie Unfähig der deutsche Staat sein kann, wenn es darum geht zu handeln um Fehlentwicklungen zu korrigieren. Sie reagiert mit absurden Maßnahmen, die nichts an der Misere ändern.
Wenn Demokratien so zynisch und inneffektiv auf Missstände reagieren, dann senden sie eine Botschaft an ihre Bürgerinnen und Bürger, und zwar, dass der Staat nutzlos ist! Sie fördern eine Politikverdrossenheit in der Gesellschaft. Bürgerinnen und Bürger entwickeln die Überzeugung, dass die Politik nicht im Sinne der Menschen arbeitet. In diesem Fall, im Interesse von Lobbyverbänden, die eng mit der organisierten Kriminalität zusammenarbeiten. Der deutsche Staat profitiert finanziell von der sexuellen Ausbeutung der Frauen und manövriert sich selbst in die Rolle eines Zuhälters. Dieses komplette Versagen in der Prostitutionspolitik stärkt antidemokratische Kräfte. Das ist meine feste Überzeugung! Mit seiner Prokrastination gefährdet der deutsche Staat selbst unsere Demokratie.
Mit besten feministischen Grüßen
Dr. Ingeborg Kraus