Petition updateSexkauf bestrafen, Prostitution abbauen!Prostitution – die unzensierte Wahrheit – München am 16.03.2018
Dr. Ingeborg KrausGermany
Mar 14, 2018
Bislang dominiert ein ganz bestimmtes Bild der Prostitution die deutschen Medien: Die selbstbewusste Sexarbeiterin, die ihrem Beruf gerne nachgeht. Nur vereinzelt gibt es in den etablierten Medien (außer EMMA) kritische Stimmen, so wie ein Spiegel-Artikel von 2013 oder die neue ZDF-Dokumentation „Bordell Deutschland“. Durch massive mediale Gegendarstellungen, die immer noch einen romantischen Blick auf Sexarbeiterinnen werfen, verblassen diese realitätsnahen Reportagen und Fragen, die sich aus dem System Prostitution ergeben, werden erst gar nicht gestellt: Welche gesellschaftliche Konsequenzen hat der liberale Umgang mit dem Sexkauf? Wer sind die Sexkäufer? Was macht Prostitution mit Frauen? Was macht es mit Männern? Welche Konsequenzen hat Prostitution für das Verhältnis der Geschlechter untereinander? Hier ein paar Beispiele für gefährliche Verharmlosung: • Verzerrte Berichterstattung: Eine Wochenzeitung berichtete kurz vor Weihnachten 2017 über drei „glückliche“ Sexarbeiterinnen: „Sie kann es, sie will es.“ Solche Berichte machen Schlagzeilen und beim Leser verfestigt sich ein Bild analog zum Mythos der „Pretty Woman“ und selbstbestimmten Frau. Diese Frauen gibt es in der Tat, sie machen jedoch nur einen minimalen Prozentsatz aus. Demgegenüber stehen zehntausende Frauen, die von der deutschen Sexindustrie ausgebeutet werden. Leser/innen, die sich nicht näher mit der Thematik beschäftigen, erhalten durch solche Berichterstattungen ein verzerrtes Bild. • Demontage der Wirklichkeit: Die Realitäten über Prostitution werden von manchen Medien gezielt demontiert. Im Januar 2018 erklärte eine linke Tageszeitung mit einem Federstreich 30 Jahre wissenschaftliches Arbeiten über Prostitution von Dr. Melissa Farley als widerlegt. Sich mit ihren Thesen auseinanderzusetzen ist das eine, sich dem Blick auf die Realitäten zu verschließen verhindert jede kritische Debatte. • Fehlende Plattformen für Betroffene: Die Stimmen betroffener Frauen werden meist kritisch hinterfragt. Hier hat sicherlich auch die Prostitutionslobby ihre Hand im Spiel. Sie will ihr Geschäftsmodell verteidigen und arbeitet mit alternativen Fakten. Viele Frauen, die aus der Prostitution ausgestiegen sind, sind traumatisiert und haben Angst, ihre Stimme zu erheben. Nur sehr selten erhalten Sie eine sichere Plattform und Ihre Berichte kommen in den Medien gar nicht erst hoch. Der Satz „die Katholische und Evangelische Kirche seien wichtige Säulen der Sexindustrie, weil sie gegen ein Sexkaufverbot sind“, sorgte kürzlich für Empörung und führte zur Zensur des Artikels „Kirche und Prostitution“. Hinschauen, Aufklären und kritisch sein sind wichtige Aufgaben der Medien und können dazu beitragen, Frauen aus ihrer prekären Situation herauszuholen. Alles andere legitimiert die psychische und physische Zerstörung vieler Frauen und weniger Männer, die Opfer des Systems Prostitution sind. Wir haben nun die große Freude, Dr. Melissa Farley in München begrüßen zu dürfen. Dr. Farley wird aus ihrer langjährigen und international anerkannten Forschungsarbeit zu Traumatisierungen in der Prostitution berichten. Anschließend wird Dr. Ingeborg Kraus aus ihren Erfahrungen als Traumatherapeutin heraus zu diesem Themenkomplex Stellung nehmen ebenso wie Marie Merklinger und Sandra Norak, denen der Ausstieg aus der Prostitution gelungen ist. Wir laden interessierte Journalistinnen und Journalisten sehr herzlich zu dieser Veranstaltung ein. Vor der Veranstaltung wird es eine halbe Stunde Zeit für Ihre Fragen an die Rednerinnen geben, und auch nach den Vorträgen freuen wir uns auf eine rege und konstruktive Diskussion.“ Mit besten abolitionistischen Grüßen! Dr. Ingeborg Kraus Programm: In diesem hochkompetent besetztem Podium mit Publikumsdiskussion – mit Vortrag und Berichten von Prostitutions-Überlebenden – geht es genau darum: einen schonungslosen Blick darauf zu werfen, was Prostitution wirklich ist: Gewalt an Frauen. Diskutieren Sie mit den Podiumsteilnehmerinnen. Begrüßung durch Renate Uzun-Raming, Soziologin und Mitarbeiterin im FrauenTherapieZentum. • Dr. Melissa Farley, amerikanische Forscherin. Vorsitzende der Organisation „Prostitution Research & Education“, Autorin mehrerer Werke zu Prostitution, sowie die Leiterin internationaler Studien zu den Frauen in der Prostitution und zu Feiern. • Marie Merklinger, Prostitutions-Überlebende, SPACE-Aktivistin, Deutschland . • Sandra Norak, Prostitutions-Überlebende und Aktivistin, Mitglied von SISTERS e.V., Deutschland. • Dr. Ingeborg Kraus, Fachtherapeutin für Psychotraumatologie die auch mit Prostitutions-Überlebenden arbeitet, sagt was Prostitution mit Menschen machen kann. Moderation: Dr. Inge Kleine vom Kofra, dem Kommunikationszentrum für Frauen zur Arbeits- und Lebenssituation. Zeit: Freitag 16. März von 19:00-21:00 Uhr (Pressegespräche ab 18.30) Ort: FrauenTherapieZentrum, Güllstr. 3/ 2. Stock, München Kosten: 7,–€ Anmeldung: kofra e.V., Tel: 089/ 2010450, kofra-muenchen@mnet-online.de, http://www.kofra.de Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden sie hier: http://ftz-muenchen.de/prostitution-menschenhandel
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