Petition updateSexkauf bestrafen, Prostitution abbauen!Französisches Parlament stimmt für ein Verbot von Sexkauf
Dr. Ingeborg KrausGermany
Jun 13, 2015
Gute Nachrichten: Die Nationalversammlung in Frankreich hat am Freitag, den 12.6.2015, in 2. Lesung für ein Gesetz gestimmt, das Sexkauf verbieten soll. Gleichzeitig werden prostituierte Frauen und Männer straffrei gestellt und Ausstiegshilfen ausgebaut. Während das Gesetz in Frankreich schon im parlamentarischen Verfahren ist, müssen wir uns in Deutschland gegen eine windelweiche Reform wehren, die in erster Linie den Zuhältern in die Hände spielt. Wir fordern mit unserer Petition den Bundestag auf, ein Verbot von Sexkauf einzuführen. Damit würde ein Paradigmenwechsel eingeleitet, der den Schutz der Frauen in den Mittelpunkt stellt und gleichzeitig die Ausbeutung der Leidtragenden in der Prostitution ächtet. http://www.emma.de/artikel/frankreich-fuer-freierbestrafung-330197 Doch der Weg dahin ist lang und steinig - das kann man besonders gut am Beispiel Frankreichs beobachten: Das Gesetz wurde im Dezember 2013 in der Nationalversammlung, dem Unterhaus des französischen Parlaments, in erster Lesung mit großer Mehrheit über Parteigrenzen hinweg beschlossen. Dann lag das Gesetz beim Oberhaus, dem Senat, ohne weiter bearbeitet zu werden, weil es nicht auf die Tagesordnung gerufen wurde. Eine Anhörung Ende 2014 wurde sogar gefälscht, weil sie ergeben hatte, dass das Sexkaufverbot in Schweden gut gewirkt hat - im Protokoll wurden die Aussagen des Schwedischen Polizeileiters stark verdreht wiedergegeben ( https://zeromacho.wordpress.com/2014/10/30/french-senate-falsified-testimony-about-prostitution/ - englisch). Es ist in Frankreich ein offenes Geheimnis, dass sich einige der Senatoren prostituierte Frauen in ihre Büros bestellen, die an der Pforte als ihre "Nichten" ausgegeben werden. Das könnte natürlich ein Grund für die Blockadehaltung gewesen sein. Erst als Details im Strafprozess gegen Dominik Strauß-Kahn und 12 weitere Angeklagte wegen Beteiligung an einem illegalen internationalen Sexring bekannt wurden, stieg der Druck auf den Senat, das Gesetz endlich zu bearbeiten. Er verkehrte das Gesetz im März diesen Jahres ins Gegenteil: Die Freier-Bestrafung die zentrale Neuerung – wurde gestrichen. Dagegen sollte ein Straftatbestand, der prostituierten Frauen wegen "Kundenfangs" mit Haft- und Geldstrafen belegt, wieder ins Gesetz geschrieben werden! Die Abstimmung ging am Freitag in zweiter Lesung zurück in der Nationalversammlung und wurde dort wieder in die Ursprungsversion zurückversetzt. Nun muss erneut im Senat behandelt werden und geht dann zur endgültigen Verabschiedung noch einmal in die Nationalversammlung, die das letzte Wort haben wird. In Deutschland werden wir auf dem Weg, die Menschenrechte auch für die Menschen in der Prostitution durchzusetzen, mindestens genauso viel Widerstand überwinden müssen. Die Lobby der Sexindustrie ist sehr mächtig und gut organisiert. Wir brauchen noch viel mehr Unterschriften für unsere Petition, damit wir nach der Sommerpause im Bundestag viel Wind für die Freierbestrafung machen können, wenn statt wirklich wirksamer Maßnahmen nur ein Bündel an Scheinreformen beschlossen werden soll. Bitte verbreiten Sie die Petition per Email, Facebook und Twitter an Freunde und Bekannte und sprechen Sie über das Thema, damit in den nächsten Monaten eine gesellschaftliche Debatte angestoßen wird. Zusammen und mit Ihrer Hilfe können wir es schaffen. Viele Grüße Dr. Ingeborg Kraus
Copy link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
Email
X