Inklusiven Unterricht stärken – Ausbau der Förderzentren für geistige Entwicklung stoppen

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Zehn Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention plant die Berliner Senatsbildungsverwaltung, mehr als 800 neue Plätze in den Förderzentren mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt geistige Entwicklung zu schaffen. Das bedeutet eine Aufstockung um mehr als 30 %!
Im Schuljahr 2018/2019 gab es insgesamt 3.825 Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung, davon wurden nur 37 % integrativ beschult.
Die Senatsverwaltung begründet den Schritt mit stark steigenden Schülerzahlen und dem Wunsch der Eltern nach mehr Plätzen an Förderzentren.

Für die Eltern von Paul, Nico und Tom gibt es kein echtes Wunsch- und Wahlrecht
Viele Eltern entscheiden sich trotz des Rechtsanspruchs auf inklusiven Unterricht nur notgedrungen für ein Förderzentrum, weil sie in Berlin keine wirklichen Wahlmöglichkeiten haben:
Die Eltern des 5-jährigen Paul wollen ihn in der gleichen Schule anmelden, die seine ältere Schwester besucht, doch die Grundschule sieht sich mit der Inklusion überfordert, weil Räume und qualifizierte Sonderpädagogen fehlen.
Die Eltern des inzwischen 12-jährigen Nico machten sich bereits in der 4. Klasse berlinweit auf die Suche nach einem Platz in der Oberschule und konkurrierten mit vielen anderen Familien um viel zu wenige Plätze.
Der heute 18-jährige Tom musste nach 10 Jahren in Integrationsklassen für die letzten beiden Schuljahre in ein Förderzentrum wechseln, weil es für ihn keinen Platz an einer der wenigen berufsbildenden Oberschulen gab, die Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung aufnehmen.
Und dies sind keineswegs Einzelfälle!

Wir fordern: Mehr Ressourcen für den inklusiven Unterricht bereitstellen!
Den Ausbau der Förderzentren verstehen wir als deutliche Abkehr von der Inklusion. Wir fordern ein echtes Wahlrecht für die Schüler*innen und ihre Eltern! Es setzt gleichwertige Entscheidungsmöglichkeiten voraus, die das Berliner Schulsystem nicht bietet. Für viele Eltern ist das Förderzentrum nicht die Wunschschule, sondern das kleinere Übel, weil an den Regelschulen im Einzugsgebiet kein qualitativ hohes Angebot in ausreichender Zahl zur Verfügung steht.
Die Aufstockung der Plätze an Förderzentren um mehr als 30 % stärkt ein von vielen Eltern nicht gewünschtes Parallelsystem. Wir fordern, die UN-Behindertenrechtskonvention in Berlin endlich konsequent umzusetzen und die Ressourcen an der richtigen Stelle – in den Ausbau inklusiver Schulen – zu investieren.

Bitte unterstützen Sie uns!
Unterschreiben Sie die Petition und teilen Sie sie bitte auf Twitter, Facebook oder per E-Mail!
Für Paul, Nico, Tom – und alle Berliner Kinder und Jugendlichen mit Beeinträchtigung.