Abitur umdenken! Anpassung der Bewertung des Mathematik-Abiturs 2020 Berlin

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Sehr geehrte Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, sehr geehrte Frau Scheeres, 

das Abitur stellt für viele Jugendliche eine große Herausforderung dar. Nach 12 bzw. 13 Jahren können die Schüler ihr erworbenes Wissen innerhalb der Abiturprüfungen unter Beweis stellen. Mehrere Wochen bis Monate bereiten sich die angehenden Abiturientinnen und Abiturienten auf diese wichtigen, für die weitere Zukunft entscheidenden, Prüfungen vor. Auch in diesem Jahr wurden, entgegen vieler Proteste, unter erschwerten Bedingungen die Abiturprüfungen durchgeführt. Die Lernmöglichkeiten waren aufgrund der Coronavirus-Pandemie stark eingeschränkt. Die fehlende Interaktion mit anderen Schülerinnen und Schülern, die sich normalerweise in Lerngruppen getroffen hätten und auch geschlossene Bibliotheken erschwerten die Vorbereitungen erheblich. Der Grund für das Stattfinden der Prüfungen war, die Vergleichbarkeit der Prüfungen zwischen den verschiedenen Jahrgängen zu gewährleisten. Die Mathematikprüfung des Jahres 2020 im Leistungskurs erwies sich jedoch aus folgenden Gründen keinesfalls als vergleichbar:

Der hilfsmittelfreie Teil in diesem Abitur war für keine einzige Schüler*in in unserem Leistungskurs in der Zeit zu lösen. Selbst auch überdurschnittlichen Schülern*innen aus dem Mathe Leistungskurs gelang es in der Zeit gerade einmal die Hälfte der Aufgaben zu bearbeiten. Dieser stand laut vielen Schülern vom Schwierigkeitsgrad der Aufgaben her in keinem Vergleich zu dem hilfsmittelfreien Teil des letzten Jahres. 

Die Aufgaben im Hilfsmittel-Teil waren schwer (auch schwerer als die der letzten Jahre), wären jedoch mit einem angemessenen Zeitkontingent machbar gewesen. Dieses stand jedoch nicht zur Verfügung. Insbesondere der Analysis-Teil beinhaltete so viele Aufgaben, dass man diese unmöglich in der gegebenen Zeit lösen konnte.  Dessen Inhalt war weder vergleichbar mit dem was in den vorherigen Jahrgängen gefordert war, noch mit dem was im Unterricht behandelt wurde.

Um Ihre Worte zu zitieren, Frau Scheeres: „Keiner Schülerin, kein Schüler soll Nachteile erfahren.“ Die deutlich erhöhten Anforderungen der diesjährigen Abiturprüfung im Fach Mathematik laufen diesem Satz jedoch leider zuwider. Die Situation war und ist für viele Schülerinnen und Schüler auch ohne die Prüfungen wegen des Coronavirus schon belastend genug. Die Ansprüche der Abiturprüfung hätten hinsichtlich der besonderen Umstände überarbeitet werden müssen. Leider ist das komplette Gegenteil geschehen.

Von daher fordern wir, dass nun eine Anpassung des Bewertungsmaßstabes im Mathematik Leistungskurs erfolgt.