

2020 war das inoffizielle Wort des Jahres: Diversity. Nachdem der Ruf nach #BlackLivesMatter unüberhörbar durch deutsche Straßen hallte, machten sich Unternehmen, Institutionen und Organisationen auf dem Weg, ihre Lippenbekenntnisse in die Tat umzusetzen. Doch was heißt Diversity und wen kommt das Konzept zugute?
Diversity war ursprünglich ein Widerstandskonzept. Einer der bekanntesten Diversity-Fürsprecher war Martin Luther King jr. Im Kampf um Gleichberechtigung und Civil Rights sollten politische Maßnahmen umgesetzt werden, die der Schwarzen US-amerikanischen Bevölkerung zugute kamen. Und so sollten spätestens nach dem vergangenen Sommer auch in Deutschland Diversity-Maßnahmen her, die den institutionellen Rassismus aufbrechen und dem demokratischen Gleichheitsprinzip nachkommen.
Was aber, wenn die von Rassismus betroffenen Personen aufgrund des strukturellen Rassismus, den es zu bekämpfen gilt, außerhalb der Institutionen arbeiten und die Maßnahmen ihre Zielgruppe verfehlen?
Auch am Düsseldorfer Schauspielhaus laufen seit 2019 Diversity-Maßnahmen, zu denen ich auch vor meinem Antritt als Künstlerin mit einem zweitägigen Antirassismus-Workshop beigetragen habe. Das primäre Ziel war es, die mehrheitlich weiße Belegschaft für Rassismus zu sensibilisieren und eine institutionelle Öffnung zu schaffen. Ein gezieltes Angebot für die wenigen von Rassismus betroffenen Mitarbeiter:innen am Haus gab es zu diesem Zeitpunkt nicht.
Unsere Forderung nach einer unabhängigen, freien Bühne, sehen wir als strukturelle Lösung für ebendieses strukturelle Problem, das sich seit Jahrhunderten in der deutschen Theaterlandschaft ungehindert breitmacht: Rassismus an deutschen Theatern! Wir verstehen eine eigene Produktionsstätte als Möglichkeit uns den rassistischen Strukturen aktiv entziehen zu können und als gezielte politische Maßnahme, die ihre Zielgruppe unmittelbar erreicht.
Nach mehreren Gesprächen hat das Land NRW die Notwendigkeit einer eigenständigen Produktionsstätte für Schwarze Kunst und Kultur erkannt und uns aufgefordert einen Antrag für die Konzeptentwicklung einer Modelbühne zu stellen. In diesem Prozess befinden wir uns derzeit. Doch ohne eure Unterschriften wäre es nicht möglich gewesen, diesen so wichtigen Schritt machen zu können. Danke euch!
Wir dürfen aber nicht vergessen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, daher brauchen wir weiterhin eure Unterstützung!
Was ihr gezielt tun könnt:
1. Teilt unsere Petition weiterhin in euren Communitys und helft uns den zivilgesellschaftlichen Druck aufrechtzuerhalten: http://chng.it/bdJc2yn
2. Teilt das folgende Video über Instagram und helft uns, dort präsent zu bleiben: https://www.instagram.com/tv/CPOeZFxn22u/?utm_medium=copy_link
3. Poste die Petition und das Video auf Facebook und in anderen Kanälen, auch wenn ihr es schon mehrfach gepostet habt, teilt es nochmal und nochmal und nochmal…
4. Macht Mundpropaganda: sagt euren Freund:innen sie sollen ihren Freund:innen sagen: Es wird bald Deutschlands erste Bühne für Schwarze Kunst und Kultur geben!