Petition update"Schluss mit dem Theater!" - Wir sagen nein zu Rassismus an deutschen Theatern.Schluss mit dem Theater: Schwarzers Kollektiv geht in die Konzeptentwicklungsphase
Natasha A. KellyGermany
May 1, 2021

Liebe Unterzeichner:innen,

zuerst einmal wollen wir uns für eure Unterstützung bedanken. Unsere Petition »Schluss mit dem Theater!« hat mit knapp 25.000 Unterschriften einen neuen Zwischenstand erreicht, der die politische Relevanz einer eigenen Produktionsstätte für Schwarze Kunst und Kultur im deutschsprachigen Raum untermauert.

Während seit der Harlem Renaissance im anglophonen Raum und der Négritude Bewegung im frankophonen Raum Schwarze Kunst und Kultur zu Beginn des 20. Jahrhunderts spezifische Ausdrucksweisen gefunden haben, werden im deutschsprachigen Raum Schwarze Kunst- und Kulturschaffende weiterhin in ihrer Kunstfreiheit eingeschränkt. Um diesen Missstand entgegenzuwirken, braucht es nicht mehr nur »Safe-Spaces« in den existierenden Theaterhäusern der Bundesrepublik und darüber hinaus. Wir fordern, dass die Demokratie zu dem »Safe-Space« wird, der sie verspricht zu sein, in dem auch Schwarze Menschen in vollem Umfang in Besitz ihrer Grundrechte kommen.


Am 2. und 3. Mai hätte unser Kollektiv die Premieren der Stücke »M(a)y Sister #5« und »Afrokultur« feiern sollen. Statt dessen finden wir uns in einem Diskursterrain wieder, auf dem Rassismus und der Schutz vor Diskriminierung als Menschenrecht diskutiert werden. Doch Menschenrechte sind laut UN Konvention indiskutable! Und das ist es, was wir weiterhin der Öffentlichkeit klar machen müssen.

In ersten Gesprächen mit der Stadt Düsseldorf und dem Land NRW konnten wir die Dringlichkeit unseres Vorhabens aufzeigen. Am 20. Mai finden weitere Gespräche statt, in denen wir nun die Rahmenbedingungen für die Konzeptentwicklung einer Modellbühne erörtern werden. Denn um es mit den Worten der Schwarzen US-amerikanischen Feministin und Kulturkritikerin bell hooks (2014) zu sagen:


»Um wirklich visionär zu sein, müssen wir unsere Vorstellungskraft in unserer konkreten Realität verwurzeln und uns gleichzeitig Möglichkeiten vorstellen, die über diese Realität hinausgehen.« 

In diesem Sinne ist es wichtig, dass wir »grenzenlos und unverschämt bleiben« (May Ayim, 1995). Bitte teilt weiterhin unsere Petition in euren Netzwerken und supportet uns dabei, unsere Vision Wirklichkeit werden zu lassen, denn ein »Theater der Zukunft« soll keine Floskel bleiben!

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