Schlimme Praktiken bei der Patientenaufklärung verbieten

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Reiner Wuhrer und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

In Krankenhäusern müssen bestimmte Praktiken bei der Patientenaufklärung ausdrücklich verboten werden, weil sie für Patientinnen und Patienten schwere Gesundheitsschäden zur Folge haben können:

  • Keine sofortige Unterschrift direkt nach dem AufkärungsGespräch
    Patientinnen und Patienten dürfen nicht direkt im Anschluss an das Aufklärungsgespräch zur Unterschrift unter einen Aufklärungsbogen gedrängt werden. Sie sollen den Aufklärungsbogen in Ruhe, ohne anwesendes medizinisches Personal, lesen und verarbeiten können. Nach mindestens 24 Stunden Bedenkzeit sollen sie die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen – und erst dann darf eine Unterschrift verlangt werden.                                                                                                                             
  • Kein Unterschriftenzwang kurz vor der Operation
    In den letzten zwei Stunden vor einer Operation darf kein Aufklärungsbogen mehr zur Unterschrift vorgelegt werden. In dieser Situation sind Betroffene oft unter Druck, nervös oder bereits medikamentös beeinflusst – eine freie und informierte Entscheidung ist dann kaum möglich.
  • Offene Fragen dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden
     
    Der Zusatz „Es sind keine Fragen des Patienten unbeantwortet geblieben“ muss separat von den Patientinnen und Patienten unterschrieben werden. Nur so wird sichergestellt, dass dieser Satz nicht stillschweigend oder ohne Bewusstsein akzeptiert wird. Falls offene Fragen geblieben sind, sollen diese aufgelistet werden.


Persönlicher Hintergrund
Ich fordere diese Änderungen, weil ich selbst mehrfach erleben musste, wie gefährlich die obigen, manchmal angewandten Praktiken sein können und ich dadurch schwere Gesundheitsschäden erlebt habe.

In einem Aufklärungsbogen waren plötzlich schwere Risiken genannt, über die im Gespräch zuvor nicht offen gesprochen worden war – im Gegenteil: alles wurde sehr verharmlosend dargestellt. Obwohl auf verschiedene Fragen nicht geantwortet wurde, stand dort der Satz „Es sind keine Fragen unbeantwortet geblieben“, ohne dass man den explizit ankreuzen oder hätte unterschreiben müssen. Man wollte mir eine Kopie des unterschriebenen Aufklärungsbogens vorbeibringen, hat dies aber nie gemacht und erst nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus zugeschickt. Wenn ich die Chance gehabt hätte, ihn durchzulesen, hätte ich der Intervention nie zugestimmt und mir wären die schweren Schäden erspart geblieben, die dadurch entstanden sind. 


Bei einem anderen Eingriff wurde handschriftlich eine mögliche Amputation in den Bogen eingetragen – obwohl mir im Gespräch ausdrücklich gesagt worden war, dass dies ausgeschlossen sei und man zunächst nur eine Biopsie nehmen wolle. Nur weil sich die OP verschob, hatte ich Zeit, das zu entdecken und dagegen zu protestieren.


Wenige Minuten vor einer Notoperation musste ich einen Aufklärungsbogen unterschreiben, ohne auch nur die Chance, ihn durchzulesen. Ich konnte aber sowieso durch Schmerzen und Flüssigkeitsmangel nicht mehr klar denken und entscheiden. Eine Verweigerung hätte zudem bedeutet, dass ich mein Bein verliere.


Fazit
Diese Erfahrungen zeigen: Ohne echte Zeit, ehrliche Informationen und die Möglichkeit, Fragen nach ausreichend Bedenkzeit beantwortet zu bekommen, ist eine „informierte Zustimmung“ eine Illusion und dies kann für Patienten sehr gefährlich sein, da manche Ärzte die Risiken selbst nicht kennen oder viel zu gering einschätzen.

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Dirk SandhorstPetitionsstarter*in

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Aktuelle Unterzeichner*innen:
Reiner Wuhrer und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

In Krankenhäusern müssen bestimmte Praktiken bei der Patientenaufklärung ausdrücklich verboten werden, weil sie für Patientinnen und Patienten schwere Gesundheitsschäden zur Folge haben können:

  • Keine sofortige Unterschrift direkt nach dem AufkärungsGespräch
    Patientinnen und Patienten dürfen nicht direkt im Anschluss an das Aufklärungsgespräch zur Unterschrift unter einen Aufklärungsbogen gedrängt werden. Sie sollen den Aufklärungsbogen in Ruhe, ohne anwesendes medizinisches Personal, lesen und verarbeiten können. Nach mindestens 24 Stunden Bedenkzeit sollen sie die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen – und erst dann darf eine Unterschrift verlangt werden.                                                                                                                             
  • Kein Unterschriftenzwang kurz vor der Operation
    In den letzten zwei Stunden vor einer Operation darf kein Aufklärungsbogen mehr zur Unterschrift vorgelegt werden. In dieser Situation sind Betroffene oft unter Druck, nervös oder bereits medikamentös beeinflusst – eine freie und informierte Entscheidung ist dann kaum möglich.
  • Offene Fragen dürfen nicht unter den Teppich gekehrt werden
     
    Der Zusatz „Es sind keine Fragen des Patienten unbeantwortet geblieben“ muss separat von den Patientinnen und Patienten unterschrieben werden. Nur so wird sichergestellt, dass dieser Satz nicht stillschweigend oder ohne Bewusstsein akzeptiert wird. Falls offene Fragen geblieben sind, sollen diese aufgelistet werden.


Persönlicher Hintergrund
Ich fordere diese Änderungen, weil ich selbst mehrfach erleben musste, wie gefährlich die obigen, manchmal angewandten Praktiken sein können und ich dadurch schwere Gesundheitsschäden erlebt habe.

In einem Aufklärungsbogen waren plötzlich schwere Risiken genannt, über die im Gespräch zuvor nicht offen gesprochen worden war – im Gegenteil: alles wurde sehr verharmlosend dargestellt. Obwohl auf verschiedene Fragen nicht geantwortet wurde, stand dort der Satz „Es sind keine Fragen unbeantwortet geblieben“, ohne dass man den explizit ankreuzen oder hätte unterschreiben müssen. Man wollte mir eine Kopie des unterschriebenen Aufklärungsbogens vorbeibringen, hat dies aber nie gemacht und erst nach meiner Entlassung aus dem Krankenhaus zugeschickt. Wenn ich die Chance gehabt hätte, ihn durchzulesen, hätte ich der Intervention nie zugestimmt und mir wären die schweren Schäden erspart geblieben, die dadurch entstanden sind. 


Bei einem anderen Eingriff wurde handschriftlich eine mögliche Amputation in den Bogen eingetragen – obwohl mir im Gespräch ausdrücklich gesagt worden war, dass dies ausgeschlossen sei und man zunächst nur eine Biopsie nehmen wolle. Nur weil sich die OP verschob, hatte ich Zeit, das zu entdecken und dagegen zu protestieren.


Wenige Minuten vor einer Notoperation musste ich einen Aufklärungsbogen unterschreiben, ohne auch nur die Chance, ihn durchzulesen. Ich konnte aber sowieso durch Schmerzen und Flüssigkeitsmangel nicht mehr klar denken und entscheiden. Eine Verweigerung hätte zudem bedeutet, dass ich mein Bein verliere.


Fazit
Diese Erfahrungen zeigen: Ohne echte Zeit, ehrliche Informationen und die Möglichkeit, Fragen nach ausreichend Bedenkzeit beantwortet zu bekommen, ist eine „informierte Zustimmung“ eine Illusion und dies kann für Patienten sehr gefährlich sein, da manche Ärzte die Risiken selbst nicht kennen oder viel zu gering einschätzen.

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Dirk SandhorstPetitionsstarter*in

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Petition am 10. September 2025 erstellt