Liebe Freund*innen von Sea-Eye,
die Geschehnisse in Afghanistan überschlagen sich weiterhin.
Die Taliban stellen momentan ihre neue Regierung zusammen. Für Verhandlungen zur Ausdehnung des Evakuierungs-Zeitraums – bisher bis 31. August – zeigen sie keine Bereitschaft und drohen mit einer „Reaktion“, sollte es zu einer Verlängerung kommen. (ZDF)
Weil die Evakuierungsversuche der Bundesregierung viel zu spät und nicht ausreichend geplant stattfinden, entstehen enorme Gefahren für die Menschen vor Ort.
Und während die Taliban nun versuchen, sich als versöhnliche, friedvolle Gruppierung darzustellen, berichten unter anderem die UN von anhaltenden, gravierenden Menschenrechtsverletzungen. So gebe es glaubhafte Aussagen über Massenhinrichtungen von Zivilist*innen und ehemaligen Angehörigen der afghanischen Sicherheitskräfte. In einigen Regionen dürfen Mädchen und Frauen zudem – anders als von den Taliban behauptet – nicht mehr zur Schule oder Arbeit gehen.
„Es bestehen gravierende Risiken für Frauen, Journalisten und die neue Generation von Leitfiguren der Zivilgesellschaft, die in den vergangenen Jahren in Erscheinung traten. Afghanistans unterschiedliche ethnische und religiöse Minderheiten sind ebenfalls der Gefahr von Gewalt und Unterdrückung ausgesetzt, bedenkt man die schweren Menschenrechtsverletzungen unter den Taliban in der Vergangenheit und Berichte über Tötungen und gezielte Anschläge in den letzten Monaten“, so Michelle Bachelet, UN-Hochkommissarin für Menschenrechte. (Tagesschau)
Dass Menschen fliehen müssen, steht außer Frage. Für viele Bewohner*innen des Landes ist es jedoch überhaupt nicht möglich, einen Flughafen zu erreichen, geschweige denn die benötigten Ausreisedokumente zu erhalten. Die Flucht über Landwege in Richtung Westen gilt ebenfalls als so gut wie unmöglich, besonders ohne Dokumente. Einige Länder schließen bereits Grenzen oder kontrollieren verstärkt, um Flüchtende abzuwehren. (FAZ, Hindustan Times, Reuters)
Es ist längst überfällig, jetzt mit allen Akteur*innen über konkrete, durchdachte Fluchtmöglichkeiten für alle, auch in Form humanitärer Korridore, zu sprechen und diese schnellstens umzusetzen. Die europäische Abschottungspolitik muss endlich ein Ende nehmen. Die Verantwortlichen konnten schon lange mit den Konsequenzen ihrer Handlungen rechnen und müssen jetzt Verantwortung übernehmen.
Bitte setzt euch weiterhin für die betroffenen Menschen in Afghanistan ein!
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- Appelliert an eure Politiker*innen, endlich zu handeln.
- Geht in den kommenden Tagen auf die Straßen, um zu demonstrieren.
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Vielen Dank für euer Engagement. Gemeinsam für ein Europa, das Verantwortung übernimmt!
Joana Weinmann, Gorden Isler, Sophie Weidenhiller, Axel Pasligh
- von Sea-Eye e. V.
