SAGT NEIN!Berlin, Germany
May 4, 2024

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Liebe Unterstützer*innen,

der 1. Mai ist der internationale Kampftag der Arbeiter*innenklasse. Und viele Kolleg*innen weltweit haben das auch dieses Jahr wieder bewiesen, auch in Deutschland. Auf vielen lauten, bunten, internationalistischen und antimilitaristischen Demos und mit vielfältigen kreativen Aktionen. So zum Beispiel in München: Nach dem ver.di Bundeskongress hatte der ver.di-Arbeitskreis Aktiv gegen rechts in ver.di München zusammen mit den Initiator*-innen von SAGT NEIN - Gewerkschafter*innen gegen Militarismus, Krieg und Burgfrieden - eingeladen zu Arbeitstreffen für die Vorbereitung des 1. Mai 2024 sowie weiterer Aktivitäten. Dort wurde u.a. beschlossen, Arbeitsgruppen zur Erstellung einer Ausstellung GEWERKSCHAFTEN UND KRIEG zu erstellen. Diese tolle Ausstellung wurde am 1. Mai auf dem Münchener Mai-Straßenfest zum ersten Mal der Öffentlichkeit gezeigt. Und sie fand sehr große und interessierte Aufmerksamkeit. Hier könnt Ihr den Ausstellungskatalog abrufen. Die Ausstellung selbst könnt Ihr bei Interesse gerne über uns bei den Münchener Kolleg*innen bestellen. 

So laut, bunt und antimilitaristisch sich die kämpferischen Kolleg*innen bemerkbar machten, so erbärmlich verhielten sich leider wieder einmal überwiegend die Apparate und ihre Repräsentant*innen und teilweise sogar in offener Kumpanei mit den repressiven Schergen des Staates.

  • In Stuttgart sagte der DGB die traditionelle Mai-Kundgebung aus Angst vor einer breiten linken Mobilisierung direkt ab und lud damit quasi die Knüppelgarden ein, die angemeldete revolutionäre Maidemonstration zu überfallen - wie schon im vergangenen Jahr.

  • In Berlin erledigten sogar die Ordner*innen des DGB direkt selbst die rabiate Ausgrenzung regierungskritischer, antimilitaristischer und kämpferischer Inhalte, Parolen und Kolleg*innen!

  • In München schließlich hielt als Hauptredner der Vorsitzende der Gewerkschaft ver.di, Frank Werneke, eine Rede, die angesichts der kriegerischen und zunehmend unerträglicheren Weltlage an Flachheit und Leere kaum noch zu überbieten war: Über die zunehmend aggressive Militarisierung der gesamten Gesellschaft - gerade in Bayern! - verlor er kein Wort. Dabei gibt es ja auch hier gewerkschaftlichen Widerstand: Unsere Kinder nicht für ihren Krieg! Das 100 Milliarden-Militarisierungs-Kriegskredite-Paket griff Werneke nicht an, im Gegenteil, sinngemäß: Wenn es 100 Milliarden Sondervermögen für die Rüstung gibt, dann kann das auch für soziale Zwecke gemacht werden.

Wer so wie Herr Werneke über die beispiellose Aufrüstung und Militarisierung der gesamten Gesellschaft, die die Herrschenden und ihre geschäftsführenden Ausschüsse in den Regierungen gerade vollziehen, schweigt, der sollte über den gleichzeitig betriebenen massiven `Sozialabbau` schweigen! Denn soziale Forderungen müssen zahnlos bleiben, wenn sie nicht berücksichtigen, dass Krieg und Sozialklau die zwei Seiten derselben Medaille sind. Auch die zunehmend schrillen Angriffe auf das Streikrecht sind nur zu verstehen, wenn mensch sie als Teil der inneren Disziplinierung versteht, die mit der `Kriegstüchtigkeit` nach außen einhergeht.

Schluss mit der Ausrichtung des ganzen Landes auf den Krieg!
HANDELN WIR – JETZT!

Lasst uns denen, die in aller Öffentlichkeit Kriege führen, 
rechtfertigen und vorbereiten endlich die Hände zerschlagen!!!

„Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen 
wie armselige Versuche sind, und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, 
wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, 
nicht die Hände zerschlagen werden.“
B. Brecht, Rede für den Frieden, 1952

Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Mit solidarischen Grüßen

für den Initiator*innenkreis
Andreas Buderus

 

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