Sachsens Abschlüsse neudenken! Gerechtes Abitur und gerechte Prüfungen in der Krise!

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Sachsens Abschlüsse neudenken! Gerechtes Abitur und gerechte Prüfungen in der Krise!

In Sachsen gilt eine Ausgangsbeschränkung, die nach einer ersten Verlängerung nun bis zum 20. April gilt. Damit bekennt sich die sächsische Regierung klar zu einem notwendigen und verantwortungsbewussten Handeln im Zuge der Corona-Pandemie. Die Rechtsverordnung endet zwei Tage vor Beginn der ersten schriftlichen Abiturprüfung. Trotzdem hält das Kultusministerium an diesem Termin fest und ignoriert die daraus resultierenden Nachteile für einen großen Teil der sächsischen Schüler*innen.

Der aktuelle Beschluss, die Prüfungen wie geplant schreiben zu lassen, ignoriert die Ausmaße der Krise und die Gefahr für die Gesundheit aller Schüler*innen und Lehrer*innen.

Die Petition richtet sich an das Sächsische Staatsministerium für Kultus, insbesondere an Kultusminister Christian Piwarz, welcher sich maßgeblich für die Festhaltung an den Prüfungsterminen einsetzt.

Der vom Kultusministerium verfasste Brief an alle Abiturient*innen machte deutlich, dass die zentralen Probleme, die die aktuelle Situation für uns Schüler*innen mit sich bringt, ignoriert oder kleingeredet werden. Das Versprechen, es werde nichts unternommen, was für uns einen Nachteil darstellen wird, ist in vielerlei Hinsicht nicht mehr haltbar.

In Zeiten einer Pandemie und den damit verbundenen wochenlangen Schulschließungen und Ausgangsbeschränkungen muss eines feststehen: Die Prüfungsvorbereitung kann nicht für alle gleichermaßen gerecht und ausreichend stattfinden. Dies unterscheidet das Prüfungsjahr 2020 von allen vorangegangenen.

Die Vorbereitung ist nun auch davon abhängig, inwiefern man selbst oder die Schule digitalisiert ist.

Nicht alle besitzen einen eigenen Computer oder schnelles Internet. Nicht alle haben gleich viel Freizeit, wenn sie Geschwister betreuen oder für Großeltern sorgen müssen.

Zusätzlich hängt viel vom Engagement der Lehrer*innen ab. Die Schulen sind zwar bemüht, den Unterrichtsausfall zu kompensieren, doch Emails können keinen Unterricht ersetzen, zumal einige Themenkomplexe bis zum 13. März 2020 noch nicht behandelt werden konnten.

Schüler*innen, die keine intensive Betreuung nutzen können, sind nochmals verstärkt benachteiligt. Gleichzeitig ist es nicht möglich, Arbeits- und Lernkreise zu bilden.

Das SMK versucht in diesem Chaos an einem Konstrukt festzuhalten, das in der aktuellen Situation keine gerechten Prüfungen zulässt. Die Schüler*innen werden ganz klar benachteiligt, insbesondere Schüler*innen, mit familiären Verpflichtungen und eingeschränkten Zugriff auf Computer und Internet. Die Prüfungsvorbereitung entwickelt sich damit zu einer Frage der Privilegien. Das ist weder gerecht noch sinnvoll und muss für eine faire Prüfung ausgeschlossen werden.

Wir sprechen hier von einer Ausnahmesituation. Innerhalb kurzer Zeit, hat sich unser Alltag komplett geändert. Für viele stellt dies eine immense psychische Belastung dar. Familien in Existenznot, Erkrankung oder gar Todesfälle im Familien- und Bekanntenkreis, eine chaotische Vorbereitung, fehlender Kontakt zu Mitschüler*innen, durch die Isolation sich verstärkender psychischer Druck und ständige Ungewissheit sind Aspekte, mit denen man neben dem Lernen zusätzlich konfrontiert wird.

Des Weiteren darf nicht außer Acht gelassen werden, dass ein Raum, in dem mehrere Schüler*innen über fünf Stunden sitzen, ein erhebliches Gesundheitsrisiko darstellt. Türklinken am Eingang, die durch jede*n berührt werden, ausgetauschte Stifte, Toilettengänge, das Umarmen oder Trösten danach, das alles stellt ein unvermeidbares Gesundheitsrisiko dar. Damit wird zum einen das Fortschreiten der Pandemie befeuert, der Virus an Familienmitglieder weitergegeben, zum anderen gibt es etliche Schüler*innen, die ebenfalls zur Risikogruppe gehören. Für diese könnte eine Infektion lebensbedrohlich werden. Die Prüfungen dürfen nicht über der Gesundheit oder gar dem Leben der Schüler*innen stehen.

Deshalb fordern wir für alle diesjährigen Schulabschlussprüfungen: 

1. Eine sofortige Verschiebung der Prüfungen, damit für alle der Druck verringert und Zeit gewonnen wird, für eine besonnene Lösung, die für niemanden ein Nachteil darstellt.

Diese Lösung sehen wir nur in einem zweigleisigen Weg.

2. Alle Schüler*innen erhalten einen Abschluss auf Grundlage der bisher erbrachten Leistungen.

Hierfür wird ein Durchschnitt der einzubringenden Halbjahresergebnisse der letzten 4, beziehungsweise des letzten Schuljahres (Oberschule) errechnet und als Abschlussnote festgelegt.

Wir sehen aber auch, dass für einige eine Prüfungsnote noch essentiell sein könnte, um den gewünschten Durchschnitt zu erreichen. 

3. Dafür muss das SMK eine risikofreie Option zur Verfügung stellen, wie Schüler*innen einzelne Prüfungen trotzdem ablegen können. Dabei darf es kein Infektionsrisiko geben, weshalb mündliche Prüfungen in geschützter Umgebung, ohne andere Schüler*innen, bevorzugt werden sollten. 


Dieser Weg ermöglicht Schüler*innen, die sich aufgrund der aktuellen Krise nicht auf ihre Prüfungen vorbereiten können, trotzdem einen Abschluss zu erhalten, der auf ihren Leistungen der vorangegangenen Halbjahre beruht. 

Gleichzeitig werden Einzelne, die diese Bewertung noch benötigen, nicht benachteiligt.

Das Sächsische Staatsministerium für Kultus hatte versichert, für die Schüler*innen werde sich kein Nachteil aus der aktuellen Situation heraus ergeben.

JETZT ist es an der Zeit, dieses Versprechen umzusetzen. 

Das oberste Ziel eines Abschlusses sollte es sein, vernunftbegabtes Handeln zu ermöglichen.

JETZT ist es an der Zeit, vernünftig zu handeln.

 

Email: sachsens.abschluesse.neudenken@gmail.com