Ruheräume für die Innenstädte


Ruheräume für die Innenstädte
Das Problem
Mein Name ist Emily und ich leide unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, weswegen ich oft Ruhe brauche, die in der Hektik der Innenstädte kaum zu finden ist. Daher wurde das Projekt „Ruheräume für die Innenstädte“ von mir ins Leben gerufen. Wie vielen anderen Menschen – ist mir also die schnelle, laute und hektische Innenstadt manchmal einfach zu viel. Mit den vielen anderen Menschen meine ich folgende Personengruppen, die als mögliche Zielgruppe für das Projekt in Frage kommen: Neurodivergente Menschen[1], Menschen mit psychischen Erkrankungen (PTBS, Dissoziationen u.v.m.) und im Prinzip ALLE Menschen, denn – ich denke das ist klar – jedem Menschen kann die lärmende Innenstadt einfach mal zu viel werden!
Aber warum brauchen wir eigentlich Ruhe(räume)?
Wir brauchen Ruheräume, um allen Menschen Teilhabe zu ermöglichen, denn jeder Mensch sollte Arzttermine und Behördengänge in den Innenstädten wahrnehmen oder einkaufen gehen können. Teilhabe ist ein zentrales Menschenrecht! Ein Ruheraum ist also kein Luxus, sondern eine Form der Barrierefreiheit vergleichbar mit einem Aufzug für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen! Um es schmackhaft zu machen: Teilnehmende Innenstädte würden dadurch selbstverständlich auch von einem inklusiveren Image profitieren! Viele neurodivergente Personen zum Beispiel – etwa mit Autismus oder ADHS – haben ein besonders sensibles Nervensystem und reagieren stärker auf Sinneseindrücke wie Licht, Geräusche, Gerüche oder soziale Interaktionen. Wir brauchen also Ruhe…
- um Stressreaktionen zu verringern
- um dem Gehirn eine Pause von der Reizverarbeitung zu ermöglichen
- zur Regeneration, Selbstregulation (⟶ Skills[2] & Stimming[3]) & Beruhigung
- zur Konzentration und Leistungsfähigkeit
- zur emotionalen Balance
- zur Prävention von Krankheiten, Shut Downs[4], Erschöpfung, Reizbarkeit, sozialem Rückzug
- um durch die Reizreduktion Reizüberflutung entgegenwirken [5]
- um die Überaktivität der Amygdala herunterzufahren (bei Menschen mit PTBS) [6]
Natürlich sehe ich, dass die Implementierung solcher Räume eine (finanzielle) Herausforderung darstellen kann, doch die seelische Gesundheit, die Teilhabe am alltäglichen Leben und das Wohlbefinden ALLER Menschen sollte stets Priorität haben.
Hinsichtlich der (räumlichen) Ausstattung habe ich mir auch Gedanken gemacht:
Ein Ruheraum sollte auch ein safer space sein, weswegen zu dessen Erhalt wahrscheinlich das Einführen von Regeln und möglicherweise die Präsenz einer soziale Fachkraft vor Ort wichtig erscheint. Jene Fachkraft wäre dann auch direkt ansprechbar bei Krisen und könnte eine sehr niedrigschwellige Form der Hilfe darstellen. Hinsichtlich der räumlichen Ausstattung habe ich zwei Ideen. A: Ein Snoezelenraum mit bunten Lichter, Sternenhimmel, wohlriechenden Düften etc.. Allerdings sind das vielleicht zu viele Reize?! Dann würde sich B anbieten: Eine sehr schlichte Einrichtung, mit gedämmten Licht. Wie der Raum dann im Endeffekt gestaltet wird, würden die Betroffenen / die Nutzer:innen entscheiden.
Dieser Ruheraum sollte gemütlich eingerichtet sein und grundsätzlich für jeden Menschen zur Verfügung stehen.
.
Die Einführung eines solchen Ruheraums würde einen großen Unterschied im Leben vieler Menschen machen und ihnen helfen, ihre täglichen Aufgaben zu erfüllen, ohne dabei ihre psychische Gesundheit zu beeinträchtigen.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition und helfen Sie uns, die Schaffung von Ruheräumen in den Innenstädten voranzutreiben.
Hier noch mein kurzes Erklärvideo zu der Thematik: https://videos.simpleshow.com/K19vPU0hDn
[1] Neurodivergenz bezeichnet ein Konzept, das beschreibt, dass das menschliche Gehirn auf unterschiedliche Weise funktionieren kann – also neurologisch abweicht von dem, was als neurotypisch gilt. Die Verwendung des Begriffs Neurodivergenz ist eine Alternative zu stigmatisierenden, defizitorientierten und pathologisierenden Begriffen, wie Störung o.ä.. Neurodivergenz soll also ausdrücken, dass es sich um Variationen der menschlichen Neurobiologie, handelt. Neurodivergenz umfasst Autismus, ADHS, Legasthenie oder Dyskalkulie, das Tourettesyndrom, Hochsensibilität oder auch Hochbegabung. (Quelle: vgl. Behrendt, C. (2022): Neurodiversität – Die neurologische Vielfalt des Menschen verstehen und fördern, Weinheim: Beltz Verlag.)
[2] Fähigkeiten und Techniken, die erlernt werden, um mit den Symptomen und Belastungen zum Beispiel von Traumafolgestörungen besser umgehen zu können, beispielsweise die Selbstregulation von Anspannung durch einen Nagelball.
[3] Selbststimulierendes Verhalten, also wiederholende Bewegungen oder Laute, die von autistischen Menschen zur Regulierung ihrer Emotionen, zur Verarbeitung von Sinnesreizen oder zur Entspannung eingesetzt werden.
[4] Reaktion auf eine Reizüberflutung, bei der eine Person sich von ihrer Umgebung zurückzieht und nicht mehr ansprechbar ist.
[5] Bis hierher Quelle: vgl. Roth, G. (2011): Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt, Stuttgart: Klett-Cotta.
[6] Quelle: vgl. Fischer, G. & Riedesser, P. (2009): Lehrbuch der Psychotraumatologie, Stuttgart: Schattauer Verlag.
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Das Problem
Mein Name ist Emily und ich leide unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung, weswegen ich oft Ruhe brauche, die in der Hektik der Innenstädte kaum zu finden ist. Daher wurde das Projekt „Ruheräume für die Innenstädte“ von mir ins Leben gerufen. Wie vielen anderen Menschen – ist mir also die schnelle, laute und hektische Innenstadt manchmal einfach zu viel. Mit den vielen anderen Menschen meine ich folgende Personengruppen, die als mögliche Zielgruppe für das Projekt in Frage kommen: Neurodivergente Menschen[1], Menschen mit psychischen Erkrankungen (PTBS, Dissoziationen u.v.m.) und im Prinzip ALLE Menschen, denn – ich denke das ist klar – jedem Menschen kann die lärmende Innenstadt einfach mal zu viel werden!
Aber warum brauchen wir eigentlich Ruhe(räume)?
Wir brauchen Ruheräume, um allen Menschen Teilhabe zu ermöglichen, denn jeder Mensch sollte Arzttermine und Behördengänge in den Innenstädten wahrnehmen oder einkaufen gehen können. Teilhabe ist ein zentrales Menschenrecht! Ein Ruheraum ist also kein Luxus, sondern eine Form der Barrierefreiheit vergleichbar mit einem Aufzug für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen! Um es schmackhaft zu machen: Teilnehmende Innenstädte würden dadurch selbstverständlich auch von einem inklusiveren Image profitieren! Viele neurodivergente Personen zum Beispiel – etwa mit Autismus oder ADHS – haben ein besonders sensibles Nervensystem und reagieren stärker auf Sinneseindrücke wie Licht, Geräusche, Gerüche oder soziale Interaktionen. Wir brauchen also Ruhe…
- um Stressreaktionen zu verringern
- um dem Gehirn eine Pause von der Reizverarbeitung zu ermöglichen
- zur Regeneration, Selbstregulation (⟶ Skills[2] & Stimming[3]) & Beruhigung
- zur Konzentration und Leistungsfähigkeit
- zur emotionalen Balance
- zur Prävention von Krankheiten, Shut Downs[4], Erschöpfung, Reizbarkeit, sozialem Rückzug
- um durch die Reizreduktion Reizüberflutung entgegenwirken [5]
- um die Überaktivität der Amygdala herunterzufahren (bei Menschen mit PTBS) [6]
Natürlich sehe ich, dass die Implementierung solcher Räume eine (finanzielle) Herausforderung darstellen kann, doch die seelische Gesundheit, die Teilhabe am alltäglichen Leben und das Wohlbefinden ALLER Menschen sollte stets Priorität haben.
Hinsichtlich der (räumlichen) Ausstattung habe ich mir auch Gedanken gemacht:
Ein Ruheraum sollte auch ein safer space sein, weswegen zu dessen Erhalt wahrscheinlich das Einführen von Regeln und möglicherweise die Präsenz einer soziale Fachkraft vor Ort wichtig erscheint. Jene Fachkraft wäre dann auch direkt ansprechbar bei Krisen und könnte eine sehr niedrigschwellige Form der Hilfe darstellen. Hinsichtlich der räumlichen Ausstattung habe ich zwei Ideen. A: Ein Snoezelenraum mit bunten Lichter, Sternenhimmel, wohlriechenden Düften etc.. Allerdings sind das vielleicht zu viele Reize?! Dann würde sich B anbieten: Eine sehr schlichte Einrichtung, mit gedämmten Licht. Wie der Raum dann im Endeffekt gestaltet wird, würden die Betroffenen / die Nutzer:innen entscheiden.
Dieser Ruheraum sollte gemütlich eingerichtet sein und grundsätzlich für jeden Menschen zur Verfügung stehen.
.
Die Einführung eines solchen Ruheraums würde einen großen Unterschied im Leben vieler Menschen machen und ihnen helfen, ihre täglichen Aufgaben zu erfüllen, ohne dabei ihre psychische Gesundheit zu beeinträchtigen.
Bitte unterschreiben Sie diese Petition und helfen Sie uns, die Schaffung von Ruheräumen in den Innenstädten voranzutreiben.
Hier noch mein kurzes Erklärvideo zu der Thematik: https://videos.simpleshow.com/K19vPU0hDn
[1] Neurodivergenz bezeichnet ein Konzept, das beschreibt, dass das menschliche Gehirn auf unterschiedliche Weise funktionieren kann – also neurologisch abweicht von dem, was als neurotypisch gilt. Die Verwendung des Begriffs Neurodivergenz ist eine Alternative zu stigmatisierenden, defizitorientierten und pathologisierenden Begriffen, wie Störung o.ä.. Neurodivergenz soll also ausdrücken, dass es sich um Variationen der menschlichen Neurobiologie, handelt. Neurodivergenz umfasst Autismus, ADHS, Legasthenie oder Dyskalkulie, das Tourettesyndrom, Hochsensibilität oder auch Hochbegabung. (Quelle: vgl. Behrendt, C. (2022): Neurodiversität – Die neurologische Vielfalt des Menschen verstehen und fördern, Weinheim: Beltz Verlag.)
[2] Fähigkeiten und Techniken, die erlernt werden, um mit den Symptomen und Belastungen zum Beispiel von Traumafolgestörungen besser umgehen zu können, beispielsweise die Selbstregulation von Anspannung durch einen Nagelball.
[3] Selbststimulierendes Verhalten, also wiederholende Bewegungen oder Laute, die von autistischen Menschen zur Regulierung ihrer Emotionen, zur Verarbeitung von Sinnesreizen oder zur Entspannung eingesetzt werden.
[4] Reaktion auf eine Reizüberflutung, bei der eine Person sich von ihrer Umgebung zurückzieht und nicht mehr ansprechbar ist.
[5] Bis hierher Quelle: vgl. Roth, G. (2011): Bildung braucht Persönlichkeit: Wie Lernen gelingt, Stuttgart: Klett-Cotta.
[6] Quelle: vgl. Fischer, G. & Riedesser, P. (2009): Lehrbuch der Psychotraumatologie, Stuttgart: Schattauer Verlag.
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Petition am 7. Februar 2025 erstellt