

Rock am Ring: Mehr Lieberberg, weniger Profitmaximierung


Rock am Ring: Mehr Lieberberg, weniger Profitmaximierung
Das Problem
Rock am Ring ist kein gewöhnliches Festival. Es ist eine Institution - ein Ort, an dem sich seit 1985 Zehntausende Rock- und Metalfans jedes Jahr wiederfinden, um gemeinsam etwas zu erleben, das größer ist als die Summe seiner Teile.
Seit 2013 fahre ich jedes Jahr zu Rock am Ring. Dieses Jahr zum zwölften Mal. Was als Festivalbesuch begann, ist längst zu einem festen Ritual geworden. Heute reisen wir als große Gruppe an - Menschen, die teilweise ebenfalls seit vielen Jahren oder Jahrzehnten jedes Jahr dabei sind. Für uns ist Rock am Ring mehr als nur ein Festival. Es ist ein Stück Zuhause.
Aber in den letzten Jahren überlege ich wieder und wieder ob es jetzt das letzte Jahr war.
Was mich hält, sind nicht die neuen Strukturen. Es sind die Erinnerungen. Die Menschen. Der Geist, der das Festival groß gemacht hat: eine riesige Menge verrückter Rock- und Metalfans - hart im Nehmen, aber füreinander da. Ein Gemeinschaftsgefühl, das man kaum beschreiben kann, wenn man es noch nicht erlebt hat.
Genau dieses Gefühl stirbt gerade.
Natürlich war Rock am Ring nie perfekt. Es gab Regen, Schlamm, lange Wege und organisatorische Herausforderungen. Doch auf eines konnte man sich immer verlassen: Die Organisation hatte die Situation im Griff.
Unter Marek Lieberberg war Rock am Ring mehr als eine Veranstaltung - es war eine Beziehung zwischen Veranstalter und Fans. Lieberberg war selbst auf den Campingplätzen unterwegs. Er hat von der Hauptbühne gesprochen. Man hatte das Gefühl, dass da jemand steht, dem das Festival wirklich am Herzen liegt - nicht als Produkt, sondern als Lebenswerk.
Seit der Übernahme durch Eventim geht dieses Gefühl zunehmend verloren.
Was geblieben ist: steigende Preise, sinkende Qualität, und das Gefühl, dass wir als Fans vor allem als zahlende Einheiten betrachtet werden.
Bei der Ausgabe 2026 fielen bereits zu Beginn mangelnde Sicherheitskontrollen auf. Gleichzeitig wurden bekannte Probleme auf den Campingplätzen erneut nicht ausreichend gelöst. Besonders besorgniserregend war jedoch das Crowd-Management. Schon bei Papa Roach am Freitag war die Situation in Teilen der Menge so dicht, dass kaum noch Bewegung möglich war. Spätestens dort entstand bei vielen Besuchern der Eindruck, dass die Infrastruktur und Besucherlenkung nicht mehr mit den hohen Besucherzahlen Schritt halten kann. Es entstand der Eindruck, dass deutlich mehr Menschen auf dem Gelände waren, als noch in wenigen Jahren davor.
Beim Auftritt von Linkin Park wurden dann sowohl in sozialen Medien als auch in Presseberichten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Besucherlenkung geäußert. Viele Besucher berichteten von sehr langen Wartezeiten beim Verlassen des Geländes und Situationen, die als potenziell gefährlich wahrgenommen wurden. Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtete hier dazu: "„Katastrophe“: Heftige Fan-Kritik an Rock am Ring – Veranstalter weist Vorwürfe zurück".
Doch auch viele andere Missstände traten in den letzten Jahren deutlicher auf, möglicherweise Symptome von konkreteren Sparmaßnahmen und Straffungen in der Planung und Durchführung eines solchen Mega-Events.
Konkrete Missstände 2025 / 2026
- Sicherheitskontrollen fanden kaum statt: offene Zäune ab Freitagmorgen, keine Präsenz des Sicherheitspersonals auf den Campingplätzen – das Personal schaute lieber auf Smartphones.
- Zu viele Besucher auf dem Gelände: Nadelöhre zwischen Centerstage, Bühnen, Fressmeile und Toiletten machten Menschenmassen zur Gefahr, nicht zum Erlebnis.
- Umzäunte Toilettenbereiche mit nur einem Ein- und Ausgang - ein potenzielles Sicherheitsrisiko im Ernstfall
- Menschen mit Behinderungen mit gültigem "RockAbility"-Ticket wurden teils an der Tribüne abgewiesen, weil angeblich keine Plätze mehr frei waren
- Campingplätze waren teils in unzumutbarer Hanglage, matschige Wege vor den Hauptzugängen und zu den Duschen, völlig unzureichende Anzahl von Sanitäranlagen für die Besucherzahl.
- Dixi-Klos wurden oft nur ausgepumpt, nicht gereinigt - und das mit der Zeit immer seltener.
- 15,00 Euro für einen mittelmäßigen Burger. Drei Euro Pfand pro Becher. Merchandise Designs die wenig mit dem Festival selbst zu tun haben. Ticketpreise, die jedes Jahr steigen, während das Angebot sinkt.
- Early-Bird-Tickets in gleich mehreren Preisstufen für 2026 und auch für 2027 im Sekundentakt ausverkauft - Viele Fans äußern den Eindruck, dass die Preisstufen künstlich verknappt werden.
Auch das klassische Zelten - das Herzstück der RaR-Kultur - wird systematisch verdrängt: durch immer mehr Caravan-Optionen, immer mehr Preiskategorien, immer mehr VIP-Optionen um durch hohe Preise einen Platz in Bestlage garantiert zu bekommen, immer mehr "Festival-Touristen", die wenig mit dem eigentlichen Spirit und der sonst üblichen Festival-Zielgruppe zu tun haben. Das Festival verliert seine Seele, Schicht für Schicht.
Wir fordern daher die Veranstalter von Rock am Ring auf, Sicherheit, Organisation, Infrastruktur, Barrierefreiheit, Transparenz und den grundlegenden Spirit wieder zur obersten Priorität zu machen.
Konkrete Forderungen
- Veröffentlichung der genehmigten Maximalbesucherzahl sowie der tatsächlich verkauften Tickets vor jedem Festival. Unabhängige Prüfung ob diese Zahlen eingehalten werden, und ob Fluchtwege, Bühnenbereiche und Infrastruktur für die jeweilige Besucherzahl ausreichend dimensioniert sind.
- Vollständige Sicherheitskontrollen an allen Eingängen während der gesamten Veranstaltungsdauer sowie regelmäßige sichtbare Präsenz von Sicherheitspersonal auf den Campingplätzen.
- Veröffentlichung eines unabhängigen Nachberichts zu sicherheitsrelevanten Vorfällen und Crowd-Management-Maßnahmen nach jeder Veranstaltung.
- Bereitstellung ausreichender Kapazitäten, sodass 100 % der Inhaber eines RockAbility-Tickets die zugesicherten Bereiche nutzen können.
- Offenlegung der Anzahl der Tickets je Preisstufe vor Verkaufsstart, oder Rückkehr zu rein zeitlich begrenzten Preisstufen
- Veröffentlichung von Mindeststandards für Toiletten, Duschen und Wasserstellen pro Besucherzahl sowie regelmäßige Reinigung in dokumentierten Intervallen.
- Einen offenen Dialog mit der Fan-Community - nicht als PR-Maßnahme, sondern als echter Austausch. Durchführung eines öffentlichen Feedback-Berichts nach jedem Festival mit Stellungnahme zu den häufigsten Kritikpunkten der Besucher.
Wir wünschen uns ein Rock am Ring, das wieder von Menschen geleitet wird, denen das Festival mehr bedeutet als eine Zeile in einem Quartalsbericht. Eines, bei dem der Veranstalter auf dem Campingplatz steht und mit uns redet - nicht hinter Glasscheiben sitzt und Pressestatements schreibt.
Rock am Ring verdient mehr als maximale Auslastung. Rock am Ring verdient wieder Herzblut.
Warst du auch dabei? Schreib in die Kommentare, was du erlebt hast. Je mehr konkrete Berichte wir sammeln, desto schwerer kann Eventim sie ignorieren.
Teilt diese Petition gerne in euren Freundeskreisen, Ring-Gruppen und auf Social Media, damit diese Probleme die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen!
323
Das Problem
Rock am Ring ist kein gewöhnliches Festival. Es ist eine Institution - ein Ort, an dem sich seit 1985 Zehntausende Rock- und Metalfans jedes Jahr wiederfinden, um gemeinsam etwas zu erleben, das größer ist als die Summe seiner Teile.
Seit 2013 fahre ich jedes Jahr zu Rock am Ring. Dieses Jahr zum zwölften Mal. Was als Festivalbesuch begann, ist längst zu einem festen Ritual geworden. Heute reisen wir als große Gruppe an - Menschen, die teilweise ebenfalls seit vielen Jahren oder Jahrzehnten jedes Jahr dabei sind. Für uns ist Rock am Ring mehr als nur ein Festival. Es ist ein Stück Zuhause.
Aber in den letzten Jahren überlege ich wieder und wieder ob es jetzt das letzte Jahr war.
Was mich hält, sind nicht die neuen Strukturen. Es sind die Erinnerungen. Die Menschen. Der Geist, der das Festival groß gemacht hat: eine riesige Menge verrückter Rock- und Metalfans - hart im Nehmen, aber füreinander da. Ein Gemeinschaftsgefühl, das man kaum beschreiben kann, wenn man es noch nicht erlebt hat.
Genau dieses Gefühl stirbt gerade.
Natürlich war Rock am Ring nie perfekt. Es gab Regen, Schlamm, lange Wege und organisatorische Herausforderungen. Doch auf eines konnte man sich immer verlassen: Die Organisation hatte die Situation im Griff.
Unter Marek Lieberberg war Rock am Ring mehr als eine Veranstaltung - es war eine Beziehung zwischen Veranstalter und Fans. Lieberberg war selbst auf den Campingplätzen unterwegs. Er hat von der Hauptbühne gesprochen. Man hatte das Gefühl, dass da jemand steht, dem das Festival wirklich am Herzen liegt - nicht als Produkt, sondern als Lebenswerk.
Seit der Übernahme durch Eventim geht dieses Gefühl zunehmend verloren.
Was geblieben ist: steigende Preise, sinkende Qualität, und das Gefühl, dass wir als Fans vor allem als zahlende Einheiten betrachtet werden.
Bei der Ausgabe 2026 fielen bereits zu Beginn mangelnde Sicherheitskontrollen auf. Gleichzeitig wurden bekannte Probleme auf den Campingplätzen erneut nicht ausreichend gelöst. Besonders besorgniserregend war jedoch das Crowd-Management. Schon bei Papa Roach am Freitag war die Situation in Teilen der Menge so dicht, dass kaum noch Bewegung möglich war. Spätestens dort entstand bei vielen Besuchern der Eindruck, dass die Infrastruktur und Besucherlenkung nicht mehr mit den hohen Besucherzahlen Schritt halten kann. Es entstand der Eindruck, dass deutlich mehr Menschen auf dem Gelände waren, als noch in wenigen Jahren davor.
Beim Auftritt von Linkin Park wurden dann sowohl in sozialen Medien als auch in Presseberichten erhebliche Bedenken hinsichtlich der Besucherlenkung geäußert. Viele Besucher berichteten von sehr langen Wartezeiten beim Verlassen des Geländes und Situationen, die als potenziell gefährlich wahrgenommen wurden. Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine berichtete hier dazu: "„Katastrophe“: Heftige Fan-Kritik an Rock am Ring – Veranstalter weist Vorwürfe zurück".
Doch auch viele andere Missstände traten in den letzten Jahren deutlicher auf, möglicherweise Symptome von konkreteren Sparmaßnahmen und Straffungen in der Planung und Durchführung eines solchen Mega-Events.
Konkrete Missstände 2025 / 2026
- Sicherheitskontrollen fanden kaum statt: offene Zäune ab Freitagmorgen, keine Präsenz des Sicherheitspersonals auf den Campingplätzen – das Personal schaute lieber auf Smartphones.
- Zu viele Besucher auf dem Gelände: Nadelöhre zwischen Centerstage, Bühnen, Fressmeile und Toiletten machten Menschenmassen zur Gefahr, nicht zum Erlebnis.
- Umzäunte Toilettenbereiche mit nur einem Ein- und Ausgang - ein potenzielles Sicherheitsrisiko im Ernstfall
- Menschen mit Behinderungen mit gültigem "RockAbility"-Ticket wurden teils an der Tribüne abgewiesen, weil angeblich keine Plätze mehr frei waren
- Campingplätze waren teils in unzumutbarer Hanglage, matschige Wege vor den Hauptzugängen und zu den Duschen, völlig unzureichende Anzahl von Sanitäranlagen für die Besucherzahl.
- Dixi-Klos wurden oft nur ausgepumpt, nicht gereinigt - und das mit der Zeit immer seltener.
- 15,00 Euro für einen mittelmäßigen Burger. Drei Euro Pfand pro Becher. Merchandise Designs die wenig mit dem Festival selbst zu tun haben. Ticketpreise, die jedes Jahr steigen, während das Angebot sinkt.
- Early-Bird-Tickets in gleich mehreren Preisstufen für 2026 und auch für 2027 im Sekundentakt ausverkauft - Viele Fans äußern den Eindruck, dass die Preisstufen künstlich verknappt werden.
Auch das klassische Zelten - das Herzstück der RaR-Kultur - wird systematisch verdrängt: durch immer mehr Caravan-Optionen, immer mehr Preiskategorien, immer mehr VIP-Optionen um durch hohe Preise einen Platz in Bestlage garantiert zu bekommen, immer mehr "Festival-Touristen", die wenig mit dem eigentlichen Spirit und der sonst üblichen Festival-Zielgruppe zu tun haben. Das Festival verliert seine Seele, Schicht für Schicht.
Wir fordern daher die Veranstalter von Rock am Ring auf, Sicherheit, Organisation, Infrastruktur, Barrierefreiheit, Transparenz und den grundlegenden Spirit wieder zur obersten Priorität zu machen.
Konkrete Forderungen
- Veröffentlichung der genehmigten Maximalbesucherzahl sowie der tatsächlich verkauften Tickets vor jedem Festival. Unabhängige Prüfung ob diese Zahlen eingehalten werden, und ob Fluchtwege, Bühnenbereiche und Infrastruktur für die jeweilige Besucherzahl ausreichend dimensioniert sind.
- Vollständige Sicherheitskontrollen an allen Eingängen während der gesamten Veranstaltungsdauer sowie regelmäßige sichtbare Präsenz von Sicherheitspersonal auf den Campingplätzen.
- Veröffentlichung eines unabhängigen Nachberichts zu sicherheitsrelevanten Vorfällen und Crowd-Management-Maßnahmen nach jeder Veranstaltung.
- Bereitstellung ausreichender Kapazitäten, sodass 100 % der Inhaber eines RockAbility-Tickets die zugesicherten Bereiche nutzen können.
- Offenlegung der Anzahl der Tickets je Preisstufe vor Verkaufsstart, oder Rückkehr zu rein zeitlich begrenzten Preisstufen
- Veröffentlichung von Mindeststandards für Toiletten, Duschen und Wasserstellen pro Besucherzahl sowie regelmäßige Reinigung in dokumentierten Intervallen.
- Einen offenen Dialog mit der Fan-Community - nicht als PR-Maßnahme, sondern als echter Austausch. Durchführung eines öffentlichen Feedback-Berichts nach jedem Festival mit Stellungnahme zu den häufigsten Kritikpunkten der Besucher.
Wir wünschen uns ein Rock am Ring, das wieder von Menschen geleitet wird, denen das Festival mehr bedeutet als eine Zeile in einem Quartalsbericht. Eines, bei dem der Veranstalter auf dem Campingplatz steht und mit uns redet - nicht hinter Glasscheiben sitzt und Pressestatements schreibt.
Rock am Ring verdient mehr als maximale Auslastung. Rock am Ring verdient wieder Herzblut.
Warst du auch dabei? Schreib in die Kommentare, was du erlebt hast. Je mehr konkrete Berichte wir sammeln, desto schwerer kann Eventim sie ignorieren.
Teilt diese Petition gerne in euren Freundeskreisen, Ring-Gruppen und auf Social Media, damit diese Probleme die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen!
323
Die Entscheidungsträger*innen
Kommentare von Unterstützer*innen
Neuigkeiten zur Petition
Diese Petition teilen
Petition am 8. Juni 2026 erstellt