Mise à jour sur la pétitionRettung des Aura Hotels in Boltenhagen für blinde und sehbehinderte MenschenAbschließende Informationen und Dank an alle UnterstützerInnen!
Thomas VallentinBerlin, Allemagne
18 juil. 2024

Förderverein für die Ostseeperlen e.V.
Der Vorstand

c/o Thomas Vallentin                                                                                      

Küselstraße 5                                                                                                        

10409 Berlin

 

 

Liebe Vereinsmitglieder, liebe Unterstützer unserer Petition zum Erhalt des Hauses „Seeschlösschen“, liebe befreundete Vereine und Initiativen

Wir möchten uns von ganzem Herzen bei allen bedanken, welche unser Anliegen mit Rat und Tat unterstützt haben. Wir danken allen, welche sich an unserer Petition beteiligt haben. Wir danken den Mitgliedern und Freunden, welche Briefe an den Verwaltungsrat geschrieben haben. Wir danken unseren befreundeten Vereinen und Initiativen für die gute Zusammenarbeit und die schnell möglichen Abstimmungen. 

Wir bedanken uns an dieser Stelle besonders herzlich bei allen Ehrenamtlern, welche sich zum Teil bereits über Jahrzehnte mit großem persönlichen Engagement für und in unserem Aura Hotel, „Haus Seeschlösschen“, eingesetzt haben. 

Am 06.07.2024 hat der Verwaltungsrat des BSVMV e.V. in Rostock über den Antrag des Landesvorstands entschieden, das Haus „Seeschlösschen“ – unser Aura-Hotel – zum Ende des Jahres 2024 zu schließen und es anschließend zu verkaufen. „Diese Entscheidung wurde als alternativlos für den Fortbestand der Blinden- und Sehbehindertenselbsthilfe in Mecklenburg-Vorpommern und ihrer Basisangebote für die Zukunft gesehen“, betont der Vorstand des BSVMV.

Mit Fassungslosigkeit, Befremden, Unverständnis und großer Trauer müssen wir als Vorstand des Fördervereins für die Ostseeperlen diese Entscheidung zur Kenntnis nehmen.     

Wir haben sofort nach Kenntnisnahme der Absichten des Vorstandes in Rostock reagiert und am 21.06. einen Brandbrief zum Erhalt des Hotels an den BSVMV und alle Vereine der Selbsthilfe und zuständige Medien gesandt, um Fragen aufzuwerfen und Möglichkeiten für eine weitere Entwicklung unseres Hotels zu beschreiben. Wir haben bis heute keine Antwort darauf erhalten.

Einen Tag später startete unsere Onlinepetition zum Erhalt des Aura Hotels mit nun mehr als 4.300 Unterzeichnern. Die Petition finden Sie hier: https://www.change.org/Rettung-Aurahotel

Viele hunderte selbst betroffene Menschen haben unterzeichnet und Ihre Meinung zum Hotel geäußert, aber auch Menschen, die im Aura Hotel besondere Erlebnisse hatten, haben dort geschrieben. Hier nur wenige Beispiele: 

Scarlett Seebold: 

Ich durfte in diesem tollen Haus mehrfach mit einem meiner Konzertabende zu Gast sein und war jedesmal überwältigt von der Atmosphäre, dem wundervollen, besonderen und hyperaufmerksamen Publikum, dem unglaublichen Durchhaltevermögen beim gemeinsamen Musizieren in den Nächten nach den Konzerten, dem Service und der Freundlichkeit im ganzen Haus. Die vielen Kleinigkeiten in der Gestaltung des Hauses, die das Leben mit Sehbehinderung/Blindheit erleichtern können und uns Sehenden ja nicht fehlen, folglich normalerweise kaum auffallen, kann man hier im wahrsten Sinne des Wortes begreifen. Für mich immer wieder eine Inspiration und ein leuchtendes Beispiel, was alles möglich ist für ein barrierefreies Miteinander. Es wäre unendlich schade und wirklich ein Frevel, dieses Haus zu schließen und vielen Menschen ersatzlos diesen einzigartigen, angemessenen Erholungsort zu nehmen. 

Und letztendlich bin ich umso erstaunter, daß es nicht etwa ein gieriger Investor ist, der es auf das Objekt in bester Lage abgesehen hat, sondern daß offensichtlich der Blinden- und Sehbehindertenverband in Mecklenburg-Vorpommern selbst das Haus loswerden will. Es finden sich sicher Wege für die Erhaltung und - ich bin mir sicher, mich damit nicht zu weit aus dem Fenster zu hängen - die Künstler, die schon hier sein durften, werden im  Rahmen ihrer Möglichkeiten tatkräftig dabei sein.

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Bodo Rinas:

Das Aura Hotel ist ein Leuchtturm hinsichtlich der Lage und der Veranstaltungen. Es sollte nicht geopfert werden.

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Frank Lüders: 

Ich erkenne Menschen nur schwer wieder und bin deshalb sehr introvertiert. In kaum einen anderen Haus bin ich als Urlauber sofort bei Betretung des Gruppenraumes angesprochen worden, mich zu den anderen an Gemeinschaftstisch zu setzen. Außerdem gibt es kein anderes AURA-Haus mehr, von dem man so gut an den Strand und ins Ortszentrum kommt, wie in Boltenhagen.

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Barbara Lutze:

Ich habe an dem Kurs zum Erlernen der Braille Schrift in diesem Hotel teilgenommen. Es ist eine wunderbare Erfahrung, sich ohne sehende Begleitung aufzuhalten.

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Steffen Humenda: 

Das Aurahotel für Blinde und Sehbehinderte personell optimal auf unsere Bedürfnisse eingerichtet. Ich habe dort schon viele schöne Urlaube erlebt und auch Kurse, wie z. B. den Boltenhagener  Bücherfrühling. Für mich ist unvorstellbar, dass das alles nun nicht mehr sein soll.

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Danny Dziuk:

... weil es eine der schönsten Erfahrungen meiner Karriere als Musiker war, dort spielen zu dürfen, und das ist keine Übertreibung. Die Leute dort und die Atmosphäre sowie überhaupt das ganze Haus (vielleicht auch die Lage des Hauses) strahlten etwas derartig Einzigartiges und Offenherziges aus, dass es einen geradezu baff machen konnte. Hab ich bisher nur sehr selten erlebt, sowas. Und wenn es überhaupt etwas gibt, das zusammengehört, dann sind es dieses Haus und die Leute dort.

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Manfred Maurenbrecher: 

… weil dieser Ort seine einzigartige Geschichte hat und auch zukünftig gebraucht wird.

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Jürgen Ehle: 

Das Aura Hotel ist als Einrichtung beispielgebend für unser Land. Es muss erhalten bleiben!

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Bernd Friedrich:

... ich in diesem Haus oft zu Gast war. Als kultureller Leuchtturm ist es unverzichtbar. Wo sollte sonst der Boltenhagener Bücherfrühling stattfinden? Vor allem aber sind dort Mitarbeiter tätig, denen ihr Beruf eine Herzenssache ist. Dieses Haus muss mit all seinen Traditionen erhalten bleiben! Es zu schließen heißt Tausenden blinder und sehbehinderte Menschen einen Teil ihrer Heimat zu nehmen. Das darf nicht sein!

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Frank Viehweg:

Die großartigen Liedertage in Boltenhagen müssen unbedingt weiterbestehen!

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Robbie Sandberg: 

Die AURA-Hotels sind eine einzigartige Einrichtung, geschaffen aus der Selbsthilfe. Für viele blinde Menschen bedeuten sie Lebensqualität, die sie anderswo nicht bekommen. Diese Errungenschaft darf nicht verlorengehen. Die Selbsthilfe im ganzen Land ist jetzt gefordert.

***

Von einem Verantwortlichen im Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. wurde diese Petition etwa so bewertet: …eine Petition kann jeder schreiben, das hat keine Folgen… Wir haben gerade vom Dachverband in Berlin deutlich mehr Unterstützung zum Erhalt unseres Hotels erwartet. Das Hotel war bereits in der DDR Eigentum des Blinden- und Sehschwachenverbandes. Wir fühlen uns mit unserem Anliegen vom DBSV allein gelassen. 

Auch zwei mit unserem 2. Vorsitzenden geführte Interviews im „Ohrfunk Radio“ und bei „Radio Tristan“ haben dazu beigetragen, Öffentlichkeit herzustellen und. eine Diskussion über Möglichkeiten zum Erhalt des Hotels anzustoßen. 

Am 30.06. erschien dank unserer Initiative ein längerer Artikel in der OZ (Ostseezeitung), in welchem auch die Kurdirektorin in Boltenhagen die Bedeutung unseres Aura-Hotels für Blinde und Sehbehinderte beschrieb. „Gäste mit Blindenstöcken gehören hier einfach zum Ortsbild und unabhängig von einer noch ausstehenden Entscheidung bedauern wir es sehr, dann diese Zielgruppe nicht mehr ansprechen zu können und zu verlieren.“

Noch einige Tage vor der Verwaltungsratssitzung in Rostock schrieben wir gemeinsam mit im „Seeschlösschen“ aktiven Initiativen und Vereinen einen Brief an alle Verwaltungsratsmitglieder. Wir stellten viele Fragen, welche vor einer Entscheidung noch zu beantworten wären, und beschrieben die Bedeutung, welche das Haus für uns ALLE hat noch einmal sehr deutlich. 

Der Brief wurde durch den Förderverein, das Ohrfunk-Radio, den Liederleute e.V., den Tandem-Hilfen e.V. und die Koordinatorin für den Bücherfrühling unterzeichnet. 

Bis heute fehlt eine Antwort auf die gestellten Fragen. 

Nun liegt uns ein Schreiben des BSVMV vor, welches den (1 Million Euro teuren) Umbau des Hauses „Waldfrieden“ beschreibt. Am Ende bleiben Urlaubern dann 8 Ferienwohnungen. Wir gehen nicht davon aus, dass bisherige Veranstaltungen des Aura-Hotels dort durchgeführt werden können. 

Die letzte Möglichkeit zum Erhalt unserer inklusiven Erholungs-, Begegnungs- und Bildungseinrichtung für blinde und sehbehinderte Menschen in Boltenhagen, ist der Kauf des Hauses durch einen Investor, welcher es dann mit unserer Unterstützung im Sinne der Selbsthilfe weiter betreibt. 

Der Förderverein für die Ostseeperlen e.V. wird noch in diesem Jahr in einer Mitgliederversammlung über sein weiteres Vorgehen entscheiden. 

Berlin, 18.07.2024

Silke Hegemann                                                                

1. Vorsitzende      

Thomas Vallentin                                                  

2. Vorsitzender 

Förderverein für die Ostseeperlen e.V. 

 

 

 

 

 

 

 

                                                                                                

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