Betroffene fühlen sich im Stich gelassen - Kämpft gegen die Schließung der Sozialstation!

Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
hiermit möchte ich zwei weitere, herzzerreißende Berichte mit euch teilen - von Jörg Tauchmann und seiner Frau Silvia Schramm. Ihre Stimmen verdienen es gehört zu werden:
Bericht 1: Herzenswunsch von Jörg Tauchmann
„Mein Name ist Jörg Tauchmann, ich bin 57 Jahre alt und lebe seit drei Jahren mit einer Krebserkrankung, die meinen gesamten Körper betrifft. Seitdem hat sich mein Leben völlig verändert. Viele Dinge, die früher selbstverständlich waren, kann ich heute nicht mehr alleine bewältigen. Umso wichtiger ist für mich die Unterstützung durch die Sozialstation in Kohren-Sahlis.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Sozialstation begleiten mich nicht nur pflegerisch, sondern geben mir jeden Tag Sicherheit und das Gefühl, nicht allein zu sein. Sie sind immer hilfsbereit, zuverlässig und für mich erreichbar. Mit der Zeit ist ein großes Vertrauensverhältnis entstanden. Sie kennen meine Erkrankung, meine Bedürfnisse und auch meine Ängste. Dieses Vertrauen kann man nicht einfach ersetzen.
Besonders dankbar bin ich für die enge Zusammenarbeit der Sozialstation Kohren-Sahlis mit meinen behandelnden Ärzten. Viele organisatorische Dinge und notwendige Dokumente wurden schnell und unkompliziert geregelt. Dadurch konnte vieles möglich gemacht werden, was ich allein niemals geschafft hätte.
Mein größter Wunsch war es, die Hochzeit meines Sohnes miterleben zu dürfen. Aufgrund meiner schweren Erkrankung, meiner Immobilität und unserer Wohnsituation schien dieser Wunsch kaum erfüllbar. Doch die Sozialstation Kohren-Sahlis hat gemeinsam mit meinen Ärzten alles darangesetzt, diesen besonderen Tag möglich zu machen. Dank ihrer Unterstützung konnte ich dabei sein und einen der schönsten Momente im Leben meines Sohnes erleben. Dafür werde ich mein Leben lang dankbar sein.
Wenn dieser Pflegedienst geschlossen wird, verlieren nicht nur ich, sondern viele schwer kranke Menschen eine wichtige Stütze. Es geht nicht nur um Pflege – es geht um Menschlichkeit, Vertrauen, Würde und Lebensqualität. Gerade Menschen in meiner Situation brauchen ein vertrautes Team, das sie kennt und sich für sie einsetzt.
Ich wünsche mir von Herzen, dass dieser Pflegedienst erhalten bleibt. Für mich und viele andere bedeutet er weit mehr als medizinische Versorgung. Er gibt uns die Möglichkeit, trotz schwerer Krankheit ein Stück Lebensqualität zu bewahren und unvergessliche Momente mit unseren Familien erleben zu dürfen.“
Bericht 2: Die große Angst vor der Schließung
„Seit September 2025 wird mein Mann von der Sozialstation betreut. Von Anfang an wurden wir nicht nur fachlich hervorragend versorgt, sondern auch menschlich begleitet. Wir wurden beraten, unterstützt und hatten jederzeit das Gefühl, mit unseren Sorgen nicht allein zu sein. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen uns mit Freundlichkeit, großem Fachwissen und einer Empathie, die man nicht lernen kann – sie kommt von Herzen.
Besonders dankbar bin ich dafür, dass ich selbst beruhigt zu einer Rehabilitationsmaßnahme fahren konnte. Ich wusste meinen Mann in den besten Händen. Dieses Vertrauen ist unbezahlbar. Zu wissen, dass jederzeit jemand erreichbar ist, dass bei medizinischen Problemen sofort gehandelt wird und dass die Leitung sowie die Pflegekräfte immer ein offenes Ohr haben, hat uns in einer Zeit voller Ängste unendlich viel Kraft gegeben.
Bereits 2023, nach einem langen Krankenhausaufenthalt meines Vaters mit anschließender Reha und Kurzzeitpflege, gab mir Frau Reuter die Möglichkeit, ihn wieder nach Hause zu holen. Ohne ihre Unterstützung wäre das kaum möglich gewesen. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, wie wertvoll engagierte Pflege ist.
Leider hatte ich in der Vergangenheit auch schlechte Erfahrungen gemacht, wodurch mein Vertrauen in das DRK verloren gegangen war. Erst durch die außergewöhnliche Arbeit der Sozialstation Kohren-Sahlis wurde dieses Vertrauen wieder aufgebaut. Die Mitarbeitenden haben mir gezeigt, wie professionelle, herzliche und würdevolle Pflege aussehen kann.
Umso größer ist jetzt unsere Angst vor der Schließung der Sozialstation. Für viele mag es nur eine organisatorische Entscheidung sein. Für Familien wie unsere bedeutet sie jedoch den Verlust von Sicherheit, Verlässlichkeit und Menschen, die uns in den schwersten Stunden unseres Lebens begleitet haben. Vertrauen lässt sich nicht von heute auf morgen aufbauen – und schon gar nicht ersetzen.
Ich wünsche mir von Herzen, dass diese Sozialstation erhalten bleibt. Nicht nur für meinen Mann und unsere Familie, sondern für alle Menschen, die auf diese Unterstützung angewiesen sind. Pflege bedeutet weit mehr als medizinische Versorgung. Sie bedeutet Menschlichkeit, Würde, Mitgefühl und Hoffnung. Genau das erleben wir jeden Tag bei der Sozialstation Kohren-Sahlis – und genau deshalb darf sie nicht geschlossen werden.“
Danke an beide für die ausführlichen Berichte. Setzen wir uns gemeinsam dafür an, dass die Sozialstation Kohren-Sahlis erhalten bleibt!
Wenn auch ihr eure Erfahrungen öffentlich machen möchtet, könnt ihr sie uns gerne über folgendes Formular zusenden: