Rettet Kita Kohlhöfen! Hamburgs älteste Kita muss bleiben!

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Das Problem

Die Elbkinder-Kita Kohlhöfen in Hamburg-Neustadt soll im Sommer 2027 schließen. Das dürfen wir nicht hinnehmen.

Denn hier geht es nicht um irgendeinen Standort:

  • Es geht um Hamburgs älteste Kita.
  • Um einen gewachsenen Ort für Kinder, Familien und das ganze Viertel.
  • Um Bindung, Verlässlichkeit und wohnortnahe Betreuung mitten in der Stadt.

Und es geht um eine Schließung, die bis heute nicht überzeugend begründet ist.

Was uns empört

Die Schließung wird mit zwei Hauptargumenten begründet:

  1. sinkende Nachfrage
  2. hohe Sanierungskosten von rund 5,4 Millionen Euro

Aber je genauer man hinschaut, desto größer werden die Widersprüche.

1. Die Kita war über Jahre stabil belegt

Die Senatsantwort selbst zeigt: Kohlhöfen war gerade kein leer laufender Standort. Der Januardurchschnitt lag zwischen 2016 und 2025 fast immer bei rund 128 bis 140 Kindern, der Durchschnitt zum Schuljahresbeginn meist bei 134 bis 151 Kindern.

Das heißt: Kohlhöfen war über Jahre stabil nachgefragt.

Von einem Haus, das seit langem nicht mehr gebraucht wird, kann also keine Rede sein.

2. Die Begründung mit „Nachfragerückgang“ passt nicht zur Neustadt

Die Schließung wird politisch mit Geburtenrückgang und sinkender Nachfrage begründet. Gleichzeitig bestätigt der Senat selbst, dass die Zahl der Kinder unter sieben Jahren in Hamburg-Neustadt laut Prognose steigen soll – von 629 im Jahr 2022 auf 640 im Jahr 2040.

Die Neustadt schrumpft also nicht. Hier wird nicht ein überflüssiger Standort geschlossen. Hier wird ein funktionierender Standort aus wirtschaftlicher Logik heraus aufgegeben.

3. Die Sanierungskosten sind bis heute nicht transparent

Die Schließung wird wesentlich mit 5,4 Millionen Euro Sanierungskosten begründet.

Aber der Senat räumt selbst ein: die Summe ist nicht nach Maßnahmen oder Gewerken aufgeschlüsselt, sie wurde pauschal aus Baubestandsanalyse, Machbarkeitsstudie und Erfahrungswerten anderer Sanierungen hergeleitet.

Das heißt: Eine Entscheidung mit massiven Folgen für Kinder und Familien stützt sich auf eine Zahl, die bis heute nicht transparent und nachvollziehbar offengelegt wird.

Ein von uns hinzugezogener Bauexperte hält die bisherige Kostenschätzung für zu pauschal und methodisch schwach. Seine grobe Einschätzung: Die kurzfristig zwingenden Maßnahmen könnten eher in einer Größenordnung von rund 750.000 Euro liegen als bei 5,4 Millionen Euro.

4. Kinder und Familien zahlen den Preis

Für unsere Kinder bedeutet die Schließung nicht nur einen Ortswechsel.

Sie verlieren:

  • vertraute Bezugspersonen
  • gewachsene Gruppen
  • ihren Alltag
  • ihre Freundschaften
  • ihren sicheren Ort

Besonders bitter:  Der Senat bestätigt, dass nach internem Schließungsbeschluss noch neue Verträge abgeschlossen und Kinder eingewöhnt wurden.

Das heißt: Kinder bauen erst neue Bindungen auf – und sollen kurz darauf wieder entwurzelt werden.

Gerade für sensible Kinder und Kinder mit Förderbedarf ist das nicht einfach ein Organisationsproblem.  Es ist ein massiver Einschnitt.

5. Die Versorgung in der Neustadt ist nicht wirklich gesichert

Der Senat behauptet, die Versorgung in Hamburg-Neustadt sei gesichert. Begründet wird das vor allem mit fehlenden offenen Platznachweisverfahren.

Aber das sagt nichts darüber aus,

  • ob Plätze wirklich wohnortnah sind
  • ob sie pädagogisch passen
  • ob sie Früh- und Spätdienst anbieten
  • ob sie für berufstätige Eltern praktisch funktionieren
  • ob sie qualitativ gleichwertig sind.

Besonders problematisch: Früh- und Spätdienst werden laut Senat statistisch gar nicht erfasst. Und sowohl SPD als auch Elbkinder-Leitung warnen die Eltern vor Alternativ-Kitas im Viertel, die qualitativ mangelhaft sein sollen, dennoch voll in die Statistik einfließen.

Außerdem wurden uns sowohl aus politischen Kreisen als auch aus Kita-Leitungs-Kreisen ausdrücklich von einzelnen freien Trägern abgeraten, die in diese Statistik einfließen. Ein freier Platz auf dem Papier ist eben noch keine gute Versorgung.

6. Eltern wurden nicht rechtzeitig beteiligt

Der Senat bestätigt:

  • Die Schließungsprüfung begann im Oktober 2025
  • Die Entscheidung fiel im Dezember 2025
  • Der Elternausschuss wurde erst am 13. April 2026 informiert.

Das ist aus unserer Sicht keine echte Beteiligung nach § 22a Abs. 2 SGB VIII, sondern eine nachträgliche Mitteilung.

Eine so weitreichende Entscheidung über die Zukunft unserer Kinder darf nicht hinter verschlossenen Türen vorbereitet und den Eltern dann nur noch präsentiert werden.

7. Es fehlen tragfähige Alternativen

Bis heute wurde nicht nachvollziehbar dargelegt,

  • welche kleineren Lösungen geprüft wurden
  • welche Ausweichflächen in der Neustadt konkret betrachtet wurden
  • warum Teilbetrieb oder kombinierte Nutzung nicht ernsthaft verfolgt wurden
  • und warum ein so wichtiger Standort einfach aufgegeben werden soll.

Auch nach der Schließung ist offen, was mit Gebäude und Grundstück überhaupt passieren soll.

Man will also schließen, obwohl noch nicht einmal klar ist, wie es danach weitergeht.

8. Politische Verantwortung ohne Gesprächsbereitschaft

Besonders enttäuschend ist, dass Senatorin Bekeris die Schließungsentscheidung als Aufsichtsratsvorsitzende mitgetragen hat, ein persönliches Gespräch mit betroffenen Eltern nach unserer Kenntnis aber dauerhaft aus terminlichen Gründen ablehnt.

Wer eine solche Entscheidung mitträgt, muss sich auch dem Gespräch mit den betroffenen Familien stellen.

Mittragen ja, zuhören nein – das ist kein guter Umgang mit Eltern, Kindern und einem ganzen Stadtteil.

Wir fordern

1. Die Schließung der Kita Kohlhöfen auszusetzen
bis alle Grundlagen transparent auf dem Tisch liegen und ernsthaft geprüft wurden.

2. Vollständige Transparenz über die Sanierungskosten
mit nachvollziehbarer Aufschlüsselung nach Maßnahmen und Kosten.

3. Eine erneute Prüfung der Wirtschaftlichkeit
unter Einbezug von Fördermitteln, Denkmalschutz und realistischen Alternativen.

4. Eine ehrliche Bewertung der Versorgung in Hamburg-Neustadt
nicht nur rechnerisch, sondern mit Blick auf Qualität, Wege, Früh- und Spätdienst und Alltagstauglichkeit.

5. Eine ernsthafte Prüfung kleinerer oder kombinierter Lösungen in der Neustadt
statt vorschneller vollständiger Aufgabe des Standorts.

6. Echte Beteiligung der Eltern und ein persönliches Gespräch mit den politisch Verantwortlichen
statt Entscheidungen über unsere Kinder ohne uns.

Warum diese Petition wichtig ist?
Eine Kita ist kein beliebiger Standort.
Sie ist ein Ort der Entwicklung, der Beziehungen und der Sicherheit.

Die Kita Kohlhöfen ist mehr als ein Gebäude.
Sie ist Teil der Neustadt.
Und sie ist Teil der Lebensrealität unserer Kinder.

Wir fordern: Keine Schließung ohne Transparenz. Keine Aufgabe ohne echte Alternativen. Keine Entscheidung über unsere Kinder ohne uns.

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