Kampanya güncellemesiRettet das Institut für Alte Musik an der Hochschule für Musik in Weimar!#savetheIfAM - Eine Entscheidung - Finalis oder Trugschluss???
Carl FrankeWeimar, Almanya
2 Tem 2024

Sehr geehrte Unterstützerinnen und Unterstützer,
liebe Freunde der Alten Musik,

in der vergangenen Woche ist sehr viel passiert, was viele von Ihnen wohl auch in der Presse verfolgt haben. Diese Ereignisse möchte ich Ihnen hier zusammenfassen, Ihnen auch das leider sehr enttäuschende Votum der Hochschulversammlung mitteilen aber auch in die Zukunft blicken.

 

Übergaben und Briefe

Am Mittwoch der vergangenen Woche wurde endlich unsere Petition an das Präsidium der Hochschule übergeben, begleitet von der Presse und, zum ersten Mal, auch dissonanten Klängen. Herzlich bedanken wir uns bei Herrn Dr. Ewen, der als Vizepräsident die beiden Bücher mit über 30.000 Unterschriften entgegennahm.

Am selben Tag meldeten sich zwölf wichtige Vertreter der Alten Musikszene im „Appell der 12“ zu Wort. Sie setzen sich mit ihrem Votum für das Institut für Alte Musik an der HfM Weimar ein und heben dessen Bedeutung hervor.

Auch der internationale Stargeiger David Garrett sprach sich klar für unsere Sache aus.

Über einen offenen Brief kamen dank des Cembalisten Gerd Amelung noch einmal 24 weitere hochkarätige Unterstützende hinzu, die sich klar für den Erhalt des Instituts aussprachen.

An alle Unterstützerinnen und Unterstützer möchte ich im Namen der Studierenden noch einmal einen großen Dank aussprechen.

Ein Wochenende der Vorbereitung

Am Wochenende erarbeiteten wir ein umfangreiches Alternativkonzept gegen die Schließung des Instituts, das gezielt auf den im STEP angedachten historischen Fachkomplex für "moderne" Orchesterinstrumente und Gesang einging und als Kompetenzzentrum für historische Musikpraxis mit einer neuen Struktur der bereits bestehenden „historischen“ Hauptfächer, eine notwendige Basis bieten sollte. Mit einer solchen Hauptfachbasis und dem entsprechenden Fachwissen wäre es möglich, Projekte und Lehrangebote gezielt zu gestalten und zu koordinieren.

Der Tag der Entscheidung

Trotzdem spiegelt die Entscheidung der Hochschulversammlung am Montag weder die breiten öffentlichen Voten, sowohl aus der Fachwelt als auch von Ihnen als Petenten, noch die kulturelle Relevanz des Repertoires für den Freistaat Thüringen und zuletzt auch nicht die Stimmen der aktiv am Institut lernenden Studierenden der HfM Weimar wider.

Dies lag auch daran, dass das oben erwähnte neue Alternativkonzept des Instituts kein Gehör fand. Grundlegend waren wir als Studierende teilweise schockiert darüber, wie Prof. Eichberger im Senat des Öfteren unterbrochen wurde, da trotz vorliegendem neuem Vorschlag des IfAM schon alles gesagt gewesen sein soll.

Genauso erschreckend empfanden die Studierenden, dass Prof. Klapprott, dem Leiter des Instituts seit nunmehr 16 Jahren, beim Thema der Abwicklung des Instituts nicht einmal das Rederecht erteilt wurde.

Auch der Vorschlag, die Entscheidung auf 2026 zu verschieben und dem Institut die Möglichkeit zu geben, sich selbständig neu zu entwickeln und für die Zukunft auszurichten, wurde stark kritisiert. 

Man könnte meinen, dieser Aufschubvorschlag sei im Senat noch nie besprochen worden. Faktisch lag er allerdings bereits bei der Senatssitzung am 27.05. in ausführlicher und ungekürzter Form vor. Das dort erhobene Stimmungsbild zeigte aus Sicht der Studierenden eine klare Mehrheit für eine finale Entscheidung erst 2026. Von dieser Mehrheit war am Montag nur noch wenig übrig.

So wurde nun also für den Entwurf des Präsidiums gestimmt, nach dem das Institut ab 2026 keine neuen Studierenden mehr aufnehmen soll. Statt der instrumentalen Hauptfachstudien auf den historischen Originalinstrumenten verbleiben jetzt nur noch die bereits bestehen Angebote für Bachelor und Master in einigen Studiengängen "modernen" Orchesterinstrumenten  im Profilfach, die nun auf alle weiteren Studienfächer der "modernen" Orchesterpraxis und des Gesangs aufgestockt werden sollen.

Dies würde für die entsprechenden instrumentalen Nebenfächer ein zusätzliches Aufgebot von mindestens 10-15 Lehraufträgen bedeuten. Da das Konzept der Lehraufträge aufgrund des Herrenbergurteils ohnehin schon auf dem Prüfstand steht, ist dies vielleicht keine besonders zukunftsträchtige Idee.

Sollte diese Idee (denn ein genaues Konzept liegt unsers Wissen nach bisher nicht vor) dennoch so umsetzbar sein, hoffen wir Studierende, dass es sich nicht nur auf ein Wahlangebot im Rahmen von 30 Minuten pro Woche für ein paar wenige Semester beschränkt. Ein solches Angebot wäre wohl kein neues Konzept zur Vermittlung der historischen Aufführungspraxis. Denn es existiert so bereits in einem von Prof. Klapprott über Jahre erarbeiteten Konzept, in den Curricula für Geige, Bratsche, Cello, Oboe, Querflöte und Gitarre.

Natürlich bereitet ein solches "Profil" nicht ausreichend auf die Anforderungen am Markt für historische Aufführungspraxis vor. Die Alte Musik würde, so befürchten wir, an der HfM Weimar verkommen, sollte es sich um ein solch klein gedachtes Angebot handeln. Es könnte, davon sind wir Studierende überzeugt, wohl nie wieder der Exzellenzstandard erreicht werden, für den das Institut für Alte Musik schon immer stand und weiterhin bis mindestens 2030 stehen wird.

Wie geht es nun weiter?

Diese Frage mussten wir uns heute stellen. Zunächst sei für alle, die sich bisher für ein Studium an unserem Institut interessierten, folgendes gesagt:

Alle Bewerber*innen, die sich dieses und nächstes Jahr sowie im Winter 2025/26 bewerben, werden ein Studium auf höchster Qualität erleben. Wir haben nicht vor, aufgrund des Votums an der Tiefe und Qualität der Lehre zu sparen. Nichts läge uns ferner! Stattdessen werden wir nun umso mehr versuchen, mit den Studierenden Projekte umzusetzen und zu zeigen: Wir gehören hierher!!!

Denn gerade der Exzellenzanspruch der Lehre und der Studierenden wurde uns in dieser hitzigen Debatte leider immer wieder abgesprochen. Ein Gedanke, dem wir uns als Studierende hier noch einmal klar entgegenstellen wollen, denn die Klassen des Instituts brachten und bringen auch jetzt noch hervorragende junge Musiker*innen hervor! Dass uns dieser Anspruch und diese Qualität abgesprochen wurden, war für uns sehr erschreckend, und wir müssen uns klar dagegen verwahren!

Am Ende, und das wurde von der Hochschulleitung immer betont, handelt es sich beim STEP um einen Plan. Ob dieser am Ende auch so umgesetzt wird, können wir heute noch nicht sagen. Wir, als Studierende, legen den Mitgliedern des Senats auf diesem Wege noch einmal nahe: Sollten sie vor der Entscheidung stehen, die Studiengänge des Instituts eines Tages final zu schließen, entscheiden sie sich gegen eine Schließung und stattdessen für die Qualität der Ausbildung in einem Fächerkomplex, der für Mitteldeutschland und besonders für Thüringen von unschätzbarem Wert ist!

Und zuletzt:

Dieses Update hat aufgrund seiner Brisanz nun schon eine gewisse Länge erreicht, dennoch möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich im Namen der Studierenden und auch in meinem eigenen Namen zu bedanken.
Für all Ihre Unterstützung in Form von Unterschriften, Spenden, guten Ideen, Kommentaren, Artikeln und so vielem mehr – dank Ihnen erhält das Thema die Bühne, die es benötigt!

Auch einen großen Dank an alle Unterstützer hier vor Ort, an Kommiliton*innen, Alumni und Freunde der Alten Musik!

Und auch von mir einen herzlichen Dank an all die Leute, die in den vergangenen Wochen ein oder zwei offene Ohren hatten und mich auch persönlich unterstützten. Danke euch! Denn eines darf man nicht vergessen: Wir alle hier sind keine Pressesprecher, Aktivisten oder Lobbyisten, wir sind ganz normale Studierende, die hier für ihr Fach einstehen!

Ein Abschied?
Wie schon beschrieben: Wir machen weiter!!!
Ich werde Sie hier immer gern auf dem Laufenden halten über neue Projekte, Aktionen und Ideen unseres Instituts. Wir haben uns dagegen entschieden, die Petition an dieser Stelle zu beenden, denn wir haben die Rettung des Instituts noch nicht aufgegeben!
Gerne würden wir von Ihnen hören oder Sie bei Gelegenheit in unseren Konzerten begrüßen!

Bis auf Weiteres, im Namen der Studierenden des Instituts für Alte Musik,

Ihr Carl Franke

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