

Rennradverkehr in den Vier- und Marschlanden: Mehr Sicherheit statt weiterer Unfälle
Das Problem
Petition für regelmäßige und konsequente Kontrollen des Rennradverkehrs in den Hamburger Vier- und Marschlanden
Es reicht. Wir wollen nicht auf den nächsten schweren Unfall warten.
Die Vier- und Marschlande sind unsere Heimat.
Hier leben Familien, hier spielen Kinder, hier gehen Menschen mit ihren Hunden spazieren. Landwirtschaft, Autos, Motorräder, Busse, Pferde, Fußgänger und Fahrräder teilen sich unsere Straßen und Wege.
Gleichzeitig gehören die Vier- und Marschlande mit ihren langen Deichstraßen und weitläufigen Strecken zu den beliebtesten Gebieten für Rennradfahrer in Hamburg.
Dagegen haben wir grundsätzlich nichts.
Aber die Vier- und Marschlande sind keine Rennstrecke.
Seit langer Zeit beobachten Anwohner immer wieder Situationen, in denen einzelne Rennradfahrer und Rennradgruppen mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, Verkehrsregeln missachten oder die notwendige Rücksicht gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern vermissen lassen.
Mittlerweile geht es nicht mehr nur um Ärger.
Es geht um Verkehrssicherheit.
Und es geht um die Frage, wie viele schwere Unfälle noch passieren müssen, bevor konsequent gehandelt wird.
Die Unfälle sind Realität
In den Vier- und Marschlanden kommt es immer wieder zu schweren Unfällen unter Beteiligung von Rennradfahrern und anderen Fahrradfahrern.
Allein im Sommer 2026 sorgten innerhalb kurzer Zeit mehrere schwere Unfälle für Aufsehen.
Am Zollenspieker Hauptdeich kam es beispielsweise wiederholt zu schweren Unfällen, bei denen Rennradfahrer mit parkenden Fahrzeugen kollidierten.
Die Problematik mangelnder Aufmerksamkeit ist dabei nicht unbekannt.
Selbst die Polizei Hamburg hat bereits unter dem Motto „Kopf hoch!“ auf das Problem aufmerksam gemacht, dass Rennradfahrer mit gesenktem Kopf unterwegs sein können und dadurch den vorausliegenden Verkehrsraum nicht ausreichend beobachten.
Diese Präventionsarbeit begrüßen wir ausdrücklich.
Aber wir sind der Meinung:
Appelle allein reichen nicht mehr. Wir fordern regelmäßige Schwerpunktkontrollen!
Wir fordern die Polizei Hamburg und die zuständigen Behörden auf, im gesamten Gebiet der Vier- und Marschlande regelmäßige, unangekündigte und wechselnde Schwerpunktkontrollen des Rennradverkehrs durchzuführen.
Nicht einmal im Jahr. Nicht nur nach einem schweren Unfall. Und nicht ausschließlich an einem einzigen bekannten Unfallschwerpunkt.
Die Kontrollen müssen dort stattfinden, wo das Problem tatsächlich besteht:
auf den Deichstraßen, auf den stark frequentierten Verbindungsstraßen und auf den von Rennradfahrern intensiv genutzten Freizeit- und Fahrradrouten in den gesamten Vier- und Marschlanden.
Denn mittlerweile beschränkt sich der Rennradverkehr längst nicht mehr auf einzelne bekannte Strecken.
Auch der Marschbahndamm ist keine Rennstrecke
Besonders berücksichtigt werden muss auch der Marschbahndamm.
Dieser Weg wird nicht ausschließlich von sportlichen Radfahrern genutzt.
Hier begegnen sich Spaziergänger, Familien, Kinder, Hundehalter, Freizeitradfahrer, Fahrradtouristen und sportliche Radfahrer.
Gerade dort ist gegenseitige Rücksichtnahme unerlässlich.
Wo Abschnitte als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen sind, müssen Radfahrer auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Fußgänger dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Wenn es die Situation erfordert, muss die Geschwindigkeit an den Fußverkehr angepasst werden.
Sportliches Training rechtfertigt keine Gefährdung anderer Menschen.
Ein Kind kann plötzlich seine Richtung ändern.
Ein Hund kann einen Schritt zur Seite machen.
Ein Spaziergänger muss nicht damit rechnen, dass sich von hinten mit hoher Geschwindigkeit ein Rennrad nähert.
Der Marschbahndamm ist ein gemeinsamer Verkehrs- und Erholungsraum – keine Trainingsstrecke mit Vorfahrt für den Schnellsten.
Kontrolliert nicht nur die Fahrer – kontrolliert auch die Rennräder!
Ein Punkt wird in der öffentlichen Diskussion häufig vergessen:
Auch ein Rennrad im öffentlichen Straßenverkehr muss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
Ein Rennrad ist nicht automatisch von den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung befreit, nur weil es hauptsächlich als Sportgerät verwendet wird.
Und genau hier erleben wir immer wieder Rennräder, bei denen zumindest Zweifel bestehen, ob sämtliche vorgeschriebene Ausrüstung vorhanden ist.
Deshalb fordern wir ausdrücklich technische Fahrradkontrollen.
Kontrolliert werden sollen insbesondere:
• Zwei voneinander unabhängige und funktionierende Bremsen
• Eine vorschriftsmäßige helltönende Klingel
• Die vorgeschriebenen Rückstrahler vorne und hinten
• Die vorgeschriebene seitliche Reflexionsausstattung an den Rädern
• Die vorgeschriebenen Pedalrückstrahler
• Vorschriftsmäßige und funktionierende Beleuchtung, wenn diese aufgrund der Licht- und Sichtverhältnisse erforderlich ist
• Der allgemeine verkehrssichere Zustand des Fahrrades
Moderne Fahrradbeleuchtung darf unter den gesetzlichen Voraussetzungen abnehmbar sein. Niemand verlangt deshalb, dass ein Rennrad bei strahlendem Sonnenschein permanent mit eingeschalteter Beleuchtung unterwegs ist.
Aber vorgeschriebene Sicherheitsausstattung wird nicht dadurch freiwillig, dass ein Fahrrad besonders leicht, besonders teuer oder für sportliche Zwecke gebaut worden ist.
Ein Rennrad im öffentlichen Straßenverkehr bleibt ein Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr.
Auch das Fahrverhalten muss kontrolliert werden
Neben der technischen Verkehrssicherheit müssen die Schwerpunktkontrollen insbesondere auf Verkehrsverstöße und gefährliches Verhalten ausgerichtet werden.
Dazu gehören:
• Missachtung von Vorfahrtsregeln
• Rotlichtverstöße
• gefährliche oder nicht situationsgerechte Geschwindigkeit
• Nebeneinanderfahren, wenn dadurch anderer Verkehr behindert wird
• mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber dem vorausliegenden Verkehr
• Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern
• rücksichtsloses Überholen von Spaziergängern, Kindern, Familien oder anderen Radfahrern
• weitere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung
Dabei muss eines klargestellt werden:
Rennradfahrer dürfen grundsätzlich nebeneinander fahren.
Das möchten wir in dieser Petition ausdrücklich nicht falsch darstellen.
Die Straßenverkehrsordnung erlaubt das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern grundsätzlich – solange dadurch der Verkehr nicht behindert wird.
Genau darum geht es uns.
Nicht darum, Radfahrern Rechte abzusprechen.
Sondern darum, bestehende Regeln auch tatsächlich durchzusetzen.
Gleiche Regeln für alle!
Von einem Autofahrer wird erwartet, dass sein Fahrzeug verkehrssicher ist.
Von einem Motorradfahrer wird erwartet, dass sein Fahrzeug verkehrssicher ist.
Wer eine rote Ampel überfährt oder die Vorfahrt missachtet, muss mit Konsequenzen rechnen.
Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, muss mit Konsequenzen rechnen.
Warum sollte das bei einem Rennrad anders sein?
Wir wollen keine Sonderbehandlung für Autofahrer.
Wir wollen keine Sonderbehandlung für Motorradfahrer.
Und wir wollen auch keine Sonderbehandlung für Rennradfahrer.
Die Straßenverkehrsordnung gilt für alle.
Radsportveranstaltung und öffentlicher Straßenverkehr sind zwei verschiedene Dinge
In der Diskussion um dieses Thema wird immer wieder ein vermeintlicher Widerspruch angeführt:
Vor Kurzem fand in den Vier- und Marschlanden ein Triathlon statt.
Viele Menschen aus unserer Region standen an der Strecke, feuerten die Sportler an, unterstützten sie und halfen im Zweifel sogar dabei, einen platten Reifen wieder flottzubekommen.
Gleichzeitig kritisieren einige dieser Menschen das Verhalten mancher Rennradfahrer im Alltag.
Das ist kein Widerspruch. Und es ist erst recht keine Hetze gegen Rennradfahrer.
Eine organisierte Sportveranstaltung mit festgelegter Strecke, Veranstalter, Sicherheitskonzept und entsprechenden verkehrlichen Maßnahmen ist etwas völlig anderes als sportliches Training im normalen öffentlichen Straßenverkehr.
Bei einer solchen Veranstaltung gehört der Radsport ausdrücklich dorthin. Die Teilnehmer befinden sich in einem organisierten Wettkampf und die Strecke wird entsprechend abgesichert und geregelt.
Und genau deshalb stehen die Menschen hier am Straßenrand und feuern die Sportler an.
Viele Bewohner der Vier- und Marschlande haben überhaupt kein Problem mit Radsport.
Im Gegenteil.
Sie unterstützen Sportveranstaltungen, schauen zu, feuern Teilnehmer an und helfen, wenn jemand Unterstützung benötigt.
Was kritisiert wird, ist nicht der Radsport.
Kritisiert wird das rücksichtslose Verhalten eines Teils der Rennradfahrer außerhalb solcher Veranstaltungen im ganz normalen öffentlichen Straßenverkehr.
Dort gibt es keine Wettkampfstrecke.
Dort gibt es keinen abgesicherten Rennkurs.
Dort teilen sich Rennradfahrer die Straßen und Wege mit Anwohnern, Kindern, Fußgängern, Hundehaltern, landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Autos, Motorrädern, Bussen und anderen Radfahrern.
Und dort gelten die Regeln der Straßenverkehrsordnung.
Wer Rennradfahrer bei einem Triathlon anfeuert und gleichzeitig die Einhaltung der Verkehrsregeln im Alltag fordert, widerspricht sich nicht.
Ganz im Gegenteil.
Man kann Radsport großartig finden und trotzdem erwarten, dass außerhalb organisierter Veranstaltungen Rücksicht genommen und die Straßenverkehrsordnung eingehalten wird.
Man kann einem Teilnehmer beim Triathlon bei einem Platten helfen und am nächsten Wochenende trotzdem verlangen, dass eine Rennradgruppe auf einer öffentlichen Straße niemanden gefährdet oder behindert.
Das eine ist Sport unter dafür geschaffenen Rahmenbedingungen. Das andere ist die Teilnahme am normalen öffentlichen Straßenverkehr.
Diese Petition richtet sich deshalb weder gegen den Triathlon noch gegen Radsportveranstaltungen noch gegen Rennradfahrer als Gruppe.
Sie richtet sich gegen gefährliches und rücksichtsloses Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr und fordert die konsequente Kontrolle bestehender Regeln.
Kritik an gefährlichem Verkehrsverhalten ist keine Hetze.
Verkehrssicherheit ist keine Frage des Verkehrsmittels.
Es geht auch um unsere Rettungskräfte und Ersthelfer
Bei einem schweren Verkehrsunfall gibt es nicht nur einen Verletzten.
Die Folgen reichen viel weiter.
- Rettungswagen werden alarmiert.
- Feuerwehr und Polizei werden gebunden.
- Bei schweren Verletzungen kann ein Rettungshubschrauber erforderlich werden.
- Straßen müssen gesperrt werden.
- Andere Verkehrsteilnehmer werden beeinträchtigt.
Und häufig sind es Menschen aus der unmittelbaren Umgebung, die zuerst an einer Unfallstelle eintreffen.
Anwohner werden zu Ersthelfern.
Menschen, die wenige Sekunden vorher vielleicht noch in ihrem Garten gearbeitet haben oder auf dem Weg zum Einkaufen waren, stehen plötzlich vor einem schwer verletzten Menschen.
Solche Erlebnisse können bleiben.
Auch unsere ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräfte müssen immer wieder ausrücken und mit den Folgen schwerer Verkehrsunfälle umgehen.
Natürlich lässt sich nicht jeder Unfall verhindern.
Aber jedes vermeidbare Risiko, das durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Rücksichtnahme, Verkehrsverstöße oder nicht vorschriftsmäßig ausgestattete Fahrräder entsteht, muss reduziert werden.
Wir sind nicht gegen Rennradfahrer. Das möchten wir ausdrücklich klarstellen.
Diese Petition richtet sich nicht gegen Menschen, die Rennrad fahren.
Viele Rennradfahrer verhalten sich vorbildlich, fahren aufmerksam und nehmen Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer.
Sie sind in den Vier- und Marschlanden genauso willkommen wie jeder andere.
Unsere Kritik richtet sich gegen diejenigen, die Verkehrsregeln ignorieren und durch ihr Verhalten sich selbst oder andere gefährden.
Wer sich an die Regeln hält und Rücksicht auf andere nimmt, ist in den Vier- und Marschlanden willkommen – egal ob auf dem Rennrad, dem Motorrad, dem Fahrrad oder im Auto.
Unsere konkreten Forderungen
Wir fordern die Freie und Hansestadt Hamburg, die Polizei Hamburg, das Bezirksamt Bergedorf und die zuständigen politischen Gremien auf:
1. Regelmäßige Schwerpunktkontrollen einzuführen
Nicht nur als einmalige Aktion, sondern regelmäßig während der besonders stark frequentierten Zeiten.
2. Unangekündigt und an wechselnden Orten zu kontrollieren
Die Kontrollen sollen die gesamten Vier- und Marschlande umfassen – insbesondere Deichstraßen, stark frequentierte Verbindungsstrecken sowie Freizeit- und Fahrradrouten.
3. Die Verkehrssicherheit der Rennräder zu überprüfen
Bremsen, Klingel, Rückstrahler, Reflexionsausstattung, vorgeschriebene Beleuchtung und der allgemeine Zustand müssen Bestandteil der Kontrollen sein.
4. Verkehrsverstöße konsequent zu ahnden
Vorfahrt, Ampeln, Rücksichtnahme, Behinderung durch Nebeneinanderfahren und gefährliches Verhalten dürfen keine Kavaliersdelikte sein.
5. Den Marschbahndamm ausdrücklich einzubeziehen
Auf gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern genutzten Strecken muss insbesondere die Rücksichtnahme gegenüber Kindern, Spaziergängern und Hundehaltern kontrolliert werden.
6. Die Unfallentwicklung auszuwerten
Unfälle mit Fahrrad- und Rennradbeteiligung in den Vier- und Marschlanden sollen regelmäßig ausgewertet werden, um Schwerpunkte und mögliche Ursachen zu erkennen.
7. Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen transparent zu veröffentlichen
Wie viele Fahrräder wurden kontrolliert?
Wie viele technische Mängel wurden festgestellt?
Wie viele Verkehrsverstöße wurden geahndet?
Nur mit belastbaren Zahlen lässt sich feststellen, wie groß das Problem tatsächlich ist und ob die Maßnahmen wirken.
Es reicht langsam.
Viele Menschen in den Vier- und Marschlanden haben die Schnauze voll.
Nicht von Fahrrädern.
Nicht von Rennradfahrern.
Nicht von Menschen, die hier Sport treiben möchten.
Sondern von gefährlichen Situationen, vermeidbaren Unfällen und dem Eindruck, dass bestehende Regeln nicht ausreichend kontrolliert werden.
Wir teilen unsere Heimat gerne mit Spaziergängern, Ausflüglern, Motorradfahrern, Autofahrern und selbstverständlich auch mit Radfahrern.
Aber wer unsere Straßen und Wege benutzt, muss sich an die Regeln halten.
Ganz egal, welches Verkehrsmittel er benutzt.
DIE VIER- UND MARSCHLANDE SIND KEINE RENNSTRECKE!
KONTROLLIEREN STATT NUR APPELLIEREN!
Wir fordern regelmäßige, unangekündigte und konsequente Schwerpunktkontrollen des Rennradverkehrs in den gesamten Vier- und Marschlanden.
Kontrolliert das Fahrverhalten.
Kontrolliert die Verkehrssicherheit der Fahrräder.
Ahndet Verstöße konsequent.
Für unsere Kinder.
Für Fußgänger und andere Radfahrer.
Für die Anwohner.
Für unsere Rettungskräfte und Ersthelfer.
Und auch für die Rennradfahrer selbst.
Bevor der nächste schwere Unfall passiert.
1.999
Das Problem
Petition für regelmäßige und konsequente Kontrollen des Rennradverkehrs in den Hamburger Vier- und Marschlanden
Es reicht. Wir wollen nicht auf den nächsten schweren Unfall warten.
Die Vier- und Marschlande sind unsere Heimat.
Hier leben Familien, hier spielen Kinder, hier gehen Menschen mit ihren Hunden spazieren. Landwirtschaft, Autos, Motorräder, Busse, Pferde, Fußgänger und Fahrräder teilen sich unsere Straßen und Wege.
Gleichzeitig gehören die Vier- und Marschlande mit ihren langen Deichstraßen und weitläufigen Strecken zu den beliebtesten Gebieten für Rennradfahrer in Hamburg.
Dagegen haben wir grundsätzlich nichts.
Aber die Vier- und Marschlande sind keine Rennstrecke.
Seit langer Zeit beobachten Anwohner immer wieder Situationen, in denen einzelne Rennradfahrer und Rennradgruppen mit hoher Geschwindigkeit unterwegs sind, Verkehrsregeln missachten oder die notwendige Rücksicht gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern vermissen lassen.
Mittlerweile geht es nicht mehr nur um Ärger.
Es geht um Verkehrssicherheit.
Und es geht um die Frage, wie viele schwere Unfälle noch passieren müssen, bevor konsequent gehandelt wird.
Die Unfälle sind Realität
In den Vier- und Marschlanden kommt es immer wieder zu schweren Unfällen unter Beteiligung von Rennradfahrern und anderen Fahrradfahrern.
Allein im Sommer 2026 sorgten innerhalb kurzer Zeit mehrere schwere Unfälle für Aufsehen.
Am Zollenspieker Hauptdeich kam es beispielsweise wiederholt zu schweren Unfällen, bei denen Rennradfahrer mit parkenden Fahrzeugen kollidierten.
Die Problematik mangelnder Aufmerksamkeit ist dabei nicht unbekannt.
Selbst die Polizei Hamburg hat bereits unter dem Motto „Kopf hoch!“ auf das Problem aufmerksam gemacht, dass Rennradfahrer mit gesenktem Kopf unterwegs sein können und dadurch den vorausliegenden Verkehrsraum nicht ausreichend beobachten.
Diese Präventionsarbeit begrüßen wir ausdrücklich.
Aber wir sind der Meinung:
Appelle allein reichen nicht mehr. Wir fordern regelmäßige Schwerpunktkontrollen!
Wir fordern die Polizei Hamburg und die zuständigen Behörden auf, im gesamten Gebiet der Vier- und Marschlande regelmäßige, unangekündigte und wechselnde Schwerpunktkontrollen des Rennradverkehrs durchzuführen.
Nicht einmal im Jahr. Nicht nur nach einem schweren Unfall. Und nicht ausschließlich an einem einzigen bekannten Unfallschwerpunkt.
Die Kontrollen müssen dort stattfinden, wo das Problem tatsächlich besteht:
auf den Deichstraßen, auf den stark frequentierten Verbindungsstraßen und auf den von Rennradfahrern intensiv genutzten Freizeit- und Fahrradrouten in den gesamten Vier- und Marschlanden.
Denn mittlerweile beschränkt sich der Rennradverkehr längst nicht mehr auf einzelne bekannte Strecken.
Auch der Marschbahndamm ist keine Rennstrecke
Besonders berücksichtigt werden muss auch der Marschbahndamm.
Dieser Weg wird nicht ausschließlich von sportlichen Radfahrern genutzt.
Hier begegnen sich Spaziergänger, Familien, Kinder, Hundehalter, Freizeitradfahrer, Fahrradtouristen und sportliche Radfahrer.
Gerade dort ist gegenseitige Rücksichtnahme unerlässlich.
Wo Abschnitte als gemeinsamer Geh- und Radweg ausgewiesen sind, müssen Radfahrer auf Fußgänger Rücksicht nehmen. Fußgänger dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Wenn es die Situation erfordert, muss die Geschwindigkeit an den Fußverkehr angepasst werden.
Sportliches Training rechtfertigt keine Gefährdung anderer Menschen.
Ein Kind kann plötzlich seine Richtung ändern.
Ein Hund kann einen Schritt zur Seite machen.
Ein Spaziergänger muss nicht damit rechnen, dass sich von hinten mit hoher Geschwindigkeit ein Rennrad nähert.
Der Marschbahndamm ist ein gemeinsamer Verkehrs- und Erholungsraum – keine Trainingsstrecke mit Vorfahrt für den Schnellsten.
Kontrolliert nicht nur die Fahrer – kontrolliert auch die Rennräder!
Ein Punkt wird in der öffentlichen Diskussion häufig vergessen:
Auch ein Rennrad im öffentlichen Straßenverkehr muss den gesetzlichen Vorschriften entsprechen.
Ein Rennrad ist nicht automatisch von den Anforderungen der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung befreit, nur weil es hauptsächlich als Sportgerät verwendet wird.
Und genau hier erleben wir immer wieder Rennräder, bei denen zumindest Zweifel bestehen, ob sämtliche vorgeschriebene Ausrüstung vorhanden ist.
Deshalb fordern wir ausdrücklich technische Fahrradkontrollen.
Kontrolliert werden sollen insbesondere:
• Zwei voneinander unabhängige und funktionierende Bremsen
• Eine vorschriftsmäßige helltönende Klingel
• Die vorgeschriebenen Rückstrahler vorne und hinten
• Die vorgeschriebene seitliche Reflexionsausstattung an den Rädern
• Die vorgeschriebenen Pedalrückstrahler
• Vorschriftsmäßige und funktionierende Beleuchtung, wenn diese aufgrund der Licht- und Sichtverhältnisse erforderlich ist
• Der allgemeine verkehrssichere Zustand des Fahrrades
Moderne Fahrradbeleuchtung darf unter den gesetzlichen Voraussetzungen abnehmbar sein. Niemand verlangt deshalb, dass ein Rennrad bei strahlendem Sonnenschein permanent mit eingeschalteter Beleuchtung unterwegs ist.
Aber vorgeschriebene Sicherheitsausstattung wird nicht dadurch freiwillig, dass ein Fahrrad besonders leicht, besonders teuer oder für sportliche Zwecke gebaut worden ist.
Ein Rennrad im öffentlichen Straßenverkehr bleibt ein Fahrrad im öffentlichen Straßenverkehr.
Auch das Fahrverhalten muss kontrolliert werden
Neben der technischen Verkehrssicherheit müssen die Schwerpunktkontrollen insbesondere auf Verkehrsverstöße und gefährliches Verhalten ausgerichtet werden.
Dazu gehören:
• Missachtung von Vorfahrtsregeln
• Rotlichtverstöße
• gefährliche oder nicht situationsgerechte Geschwindigkeit
• Nebeneinanderfahren, wenn dadurch anderer Verkehr behindert wird
• mangelnde Aufmerksamkeit gegenüber dem vorausliegenden Verkehr
• Gefährdung oder Behinderung von Fußgängern
• rücksichtsloses Überholen von Spaziergängern, Kindern, Familien oder anderen Radfahrern
• weitere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung
Dabei muss eines klargestellt werden:
Rennradfahrer dürfen grundsätzlich nebeneinander fahren.
Das möchten wir in dieser Petition ausdrücklich nicht falsch darstellen.
Die Straßenverkehrsordnung erlaubt das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern grundsätzlich – solange dadurch der Verkehr nicht behindert wird.
Genau darum geht es uns.
Nicht darum, Radfahrern Rechte abzusprechen.
Sondern darum, bestehende Regeln auch tatsächlich durchzusetzen.
Gleiche Regeln für alle!
Von einem Autofahrer wird erwartet, dass sein Fahrzeug verkehrssicher ist.
Von einem Motorradfahrer wird erwartet, dass sein Fahrzeug verkehrssicher ist.
Wer eine rote Ampel überfährt oder die Vorfahrt missachtet, muss mit Konsequenzen rechnen.
Wer andere Verkehrsteilnehmer gefährdet, muss mit Konsequenzen rechnen.
Warum sollte das bei einem Rennrad anders sein?
Wir wollen keine Sonderbehandlung für Autofahrer.
Wir wollen keine Sonderbehandlung für Motorradfahrer.
Und wir wollen auch keine Sonderbehandlung für Rennradfahrer.
Die Straßenverkehrsordnung gilt für alle.
Radsportveranstaltung und öffentlicher Straßenverkehr sind zwei verschiedene Dinge
In der Diskussion um dieses Thema wird immer wieder ein vermeintlicher Widerspruch angeführt:
Vor Kurzem fand in den Vier- und Marschlanden ein Triathlon statt.
Viele Menschen aus unserer Region standen an der Strecke, feuerten die Sportler an, unterstützten sie und halfen im Zweifel sogar dabei, einen platten Reifen wieder flottzubekommen.
Gleichzeitig kritisieren einige dieser Menschen das Verhalten mancher Rennradfahrer im Alltag.
Das ist kein Widerspruch. Und es ist erst recht keine Hetze gegen Rennradfahrer.
Eine organisierte Sportveranstaltung mit festgelegter Strecke, Veranstalter, Sicherheitskonzept und entsprechenden verkehrlichen Maßnahmen ist etwas völlig anderes als sportliches Training im normalen öffentlichen Straßenverkehr.
Bei einer solchen Veranstaltung gehört der Radsport ausdrücklich dorthin. Die Teilnehmer befinden sich in einem organisierten Wettkampf und die Strecke wird entsprechend abgesichert und geregelt.
Und genau deshalb stehen die Menschen hier am Straßenrand und feuern die Sportler an.
Viele Bewohner der Vier- und Marschlande haben überhaupt kein Problem mit Radsport.
Im Gegenteil.
Sie unterstützen Sportveranstaltungen, schauen zu, feuern Teilnehmer an und helfen, wenn jemand Unterstützung benötigt.
Was kritisiert wird, ist nicht der Radsport.
Kritisiert wird das rücksichtslose Verhalten eines Teils der Rennradfahrer außerhalb solcher Veranstaltungen im ganz normalen öffentlichen Straßenverkehr.
Dort gibt es keine Wettkampfstrecke.
Dort gibt es keinen abgesicherten Rennkurs.
Dort teilen sich Rennradfahrer die Straßen und Wege mit Anwohnern, Kindern, Fußgängern, Hundehaltern, landwirtschaftlichen Fahrzeugen, Autos, Motorrädern, Bussen und anderen Radfahrern.
Und dort gelten die Regeln der Straßenverkehrsordnung.
Wer Rennradfahrer bei einem Triathlon anfeuert und gleichzeitig die Einhaltung der Verkehrsregeln im Alltag fordert, widerspricht sich nicht.
Ganz im Gegenteil.
Man kann Radsport großartig finden und trotzdem erwarten, dass außerhalb organisierter Veranstaltungen Rücksicht genommen und die Straßenverkehrsordnung eingehalten wird.
Man kann einem Teilnehmer beim Triathlon bei einem Platten helfen und am nächsten Wochenende trotzdem verlangen, dass eine Rennradgruppe auf einer öffentlichen Straße niemanden gefährdet oder behindert.
Das eine ist Sport unter dafür geschaffenen Rahmenbedingungen. Das andere ist die Teilnahme am normalen öffentlichen Straßenverkehr.
Diese Petition richtet sich deshalb weder gegen den Triathlon noch gegen Radsportveranstaltungen noch gegen Rennradfahrer als Gruppe.
Sie richtet sich gegen gefährliches und rücksichtsloses Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr und fordert die konsequente Kontrolle bestehender Regeln.
Kritik an gefährlichem Verkehrsverhalten ist keine Hetze.
Verkehrssicherheit ist keine Frage des Verkehrsmittels.
Es geht auch um unsere Rettungskräfte und Ersthelfer
Bei einem schweren Verkehrsunfall gibt es nicht nur einen Verletzten.
Die Folgen reichen viel weiter.
- Rettungswagen werden alarmiert.
- Feuerwehr und Polizei werden gebunden.
- Bei schweren Verletzungen kann ein Rettungshubschrauber erforderlich werden.
- Straßen müssen gesperrt werden.
- Andere Verkehrsteilnehmer werden beeinträchtigt.
Und häufig sind es Menschen aus der unmittelbaren Umgebung, die zuerst an einer Unfallstelle eintreffen.
Anwohner werden zu Ersthelfern.
Menschen, die wenige Sekunden vorher vielleicht noch in ihrem Garten gearbeitet haben oder auf dem Weg zum Einkaufen waren, stehen plötzlich vor einem schwer verletzten Menschen.
Solche Erlebnisse können bleiben.
Auch unsere ehren- und hauptamtlichen Einsatzkräfte müssen immer wieder ausrücken und mit den Folgen schwerer Verkehrsunfälle umgehen.
Natürlich lässt sich nicht jeder Unfall verhindern.
Aber jedes vermeidbare Risiko, das durch mangelnde Aufmerksamkeit, fehlende Rücksichtnahme, Verkehrsverstöße oder nicht vorschriftsmäßig ausgestattete Fahrräder entsteht, muss reduziert werden.
Wir sind nicht gegen Rennradfahrer. Das möchten wir ausdrücklich klarstellen.
Diese Petition richtet sich nicht gegen Menschen, die Rennrad fahren.
Viele Rennradfahrer verhalten sich vorbildlich, fahren aufmerksam und nehmen Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer.
Sie sind in den Vier- und Marschlanden genauso willkommen wie jeder andere.
Unsere Kritik richtet sich gegen diejenigen, die Verkehrsregeln ignorieren und durch ihr Verhalten sich selbst oder andere gefährden.
Wer sich an die Regeln hält und Rücksicht auf andere nimmt, ist in den Vier- und Marschlanden willkommen – egal ob auf dem Rennrad, dem Motorrad, dem Fahrrad oder im Auto.
Unsere konkreten Forderungen
Wir fordern die Freie und Hansestadt Hamburg, die Polizei Hamburg, das Bezirksamt Bergedorf und die zuständigen politischen Gremien auf:
1. Regelmäßige Schwerpunktkontrollen einzuführen
Nicht nur als einmalige Aktion, sondern regelmäßig während der besonders stark frequentierten Zeiten.
2. Unangekündigt und an wechselnden Orten zu kontrollieren
Die Kontrollen sollen die gesamten Vier- und Marschlande umfassen – insbesondere Deichstraßen, stark frequentierte Verbindungsstrecken sowie Freizeit- und Fahrradrouten.
3. Die Verkehrssicherheit der Rennräder zu überprüfen
Bremsen, Klingel, Rückstrahler, Reflexionsausstattung, vorgeschriebene Beleuchtung und der allgemeine Zustand müssen Bestandteil der Kontrollen sein.
4. Verkehrsverstöße konsequent zu ahnden
Vorfahrt, Ampeln, Rücksichtnahme, Behinderung durch Nebeneinanderfahren und gefährliches Verhalten dürfen keine Kavaliersdelikte sein.
5. Den Marschbahndamm ausdrücklich einzubeziehen
Auf gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern genutzten Strecken muss insbesondere die Rücksichtnahme gegenüber Kindern, Spaziergängern und Hundehaltern kontrolliert werden.
6. Die Unfallentwicklung auszuwerten
Unfälle mit Fahrrad- und Rennradbeteiligung in den Vier- und Marschlanden sollen regelmäßig ausgewertet werden, um Schwerpunkte und mögliche Ursachen zu erkennen.
7. Ergebnisse der Schwerpunktkontrollen transparent zu veröffentlichen
Wie viele Fahrräder wurden kontrolliert?
Wie viele technische Mängel wurden festgestellt?
Wie viele Verkehrsverstöße wurden geahndet?
Nur mit belastbaren Zahlen lässt sich feststellen, wie groß das Problem tatsächlich ist und ob die Maßnahmen wirken.
Es reicht langsam.
Viele Menschen in den Vier- und Marschlanden haben die Schnauze voll.
Nicht von Fahrrädern.
Nicht von Rennradfahrern.
Nicht von Menschen, die hier Sport treiben möchten.
Sondern von gefährlichen Situationen, vermeidbaren Unfällen und dem Eindruck, dass bestehende Regeln nicht ausreichend kontrolliert werden.
Wir teilen unsere Heimat gerne mit Spaziergängern, Ausflüglern, Motorradfahrern, Autofahrern und selbstverständlich auch mit Radfahrern.
Aber wer unsere Straßen und Wege benutzt, muss sich an die Regeln halten.
Ganz egal, welches Verkehrsmittel er benutzt.
DIE VIER- UND MARSCHLANDE SIND KEINE RENNSTRECKE!
KONTROLLIEREN STATT NUR APPELLIEREN!
Wir fordern regelmäßige, unangekündigte und konsequente Schwerpunktkontrollen des Rennradverkehrs in den gesamten Vier- und Marschlanden.
Kontrolliert das Fahrverhalten.
Kontrolliert die Verkehrssicherheit der Fahrräder.
Ahndet Verstöße konsequent.
Für unsere Kinder.
Für Fußgänger und andere Radfahrer.
Für die Anwohner.
Für unsere Rettungskräfte und Ersthelfer.
Und auch für die Rennradfahrer selbst.
Bevor der nächste schwere Unfall passiert.
Kommentare von Unterstützer*innen
Neuigkeiten zur Petition
Diese Petition teilen
Petition am 8. August 2026 erstellt