Schluss mit der sinnlosen Silvester-Böllerei! Kein privates Feuerwerk mehr in Berlin!

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2018 titelte eine Berliner Tageszeitung trefflich: „Ist das noch Silvester oder schon Bürgerkrieg?“ Freiwild im eigenen Kiez. Mit Kind nach 18 Uhr noch durch die Straßen laufen? Auf keinen Fall! Vom Hund ganz zu schweigen. Der sitzt schon Tage vorher speichelnd in der hintersten Ecke.

Böller und andere Pyrotechnik kommen nicht nur von unten, sondern schlichtweg von überall. Unachtsam -und teils auch absichtlich- aus dem Fenster geworfenen Knaller, Raketen von links und rechts. Das hat mit Fest und Feiern nichts zu tun! Schon lange geht es nicht mehr um einen alten Brauch, die Geister des vergangenen Jahres zu vertreiben. Es geht um „höher, lauter, explosiver, teurer“. Abgetrennte Finger, brennende Balkone, entlaufene Tiere und Müll, Müll, Müll.

Bisherige Einschränkungen führen schon lange nicht mehr zum Ziel. Die zeitliche Begrenzung des privaten Feuerwerks wird seit jeher geflissentlich umgangen. Tage vorher und Tage nachher explodiert die Stadt. Und auch der angeblich kontrollierte Erwerb von zugelassenen Feuerwerkskörpern bietet kaum Sicherheit. Wie auch? Wer soll das kontrollieren?

Tiere, Menschen und unser aller Geldbeutel leiden enorm!

Öffentliches Feuerwerk, aus professioneller Hand, auf 10-20 Minuten begrenzt - in anderen Ländern und Städten funktioniert das bereits - und der Jahresübergang wird dadurch nicht weniger schön!

Seit über 40 Jahren engagiert sich die Deutsche Umwelthilfe erfolgreich für den Umwelt- und Verbraucherschutz. Sie fördert Dialoge und spricht auch unbequeme Wahrheiten an. Sie klärt auf und stößt ein Umdenken und dringend notwenige gesetzliche Veränderungen an. Als Mutter zweier Kinder liegt mir viel an einer lebenswerten Zukunft für uns alle. Ich schließe mich der Deutschen Umwelthilfe aus Überzeugung an und hoffe so, das Bestmögliche für ein besseres Morgen zu tun.

Eure Mia Jakob und die Deutsche Umwelthilfe e.V.

Zu den Gründen:

1. Die Feinstaubbelastung in der Silvesternacht wird aufgrund der Feuerwerke um das bis zu 30-fache des Erlaubten überschritten. Im Klartext: in der Silvesternacht wird etwa 16 Prozent der gesamten im Straßenverkehr entstehenden Feinstaubmenge innerhalb eines Jahres ausgestoßen. Dies ist auch für die Bürger durch immer dichter werdenden Nebel zu erkennen, der das Bestaunen der durch die Raketen hervorgerufenen Lichtspiele mancherorts gar nicht mehr zulässt. Dies hat auch schon 2016 Diplomchemiker Rudolf Schierl in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung bewiesen.
2. Jedes Jahr entlaufen und sterben Haustiere durch massenhaftes Abfeuern von sogenannten "Böllern". Da sich an die geltenden Gesetze nicht gehalten wird (Abfeuern nur am 31.12. und 01.01. erlaubt), ist es für viele Tierhalter tagelang ein Spießrutenlauf. Ganz zu schweigen von den Wildtieren, die durch die Knallerei in Panik geraten und auch teilweise schwere Unfälle verursachen. Auch die ohnehin schon stark schwindenden Vogelbestände werden durch Feuerwerke gefährdet. Siehe dazu z.B. die Vorfälle in Arkansas (USA), als im Jahr 2011 in der Silvesternacht mehr als 3000 Vögel tot vom Himmel fielen.
3. Die hohen Mengen an Müll, die jedes Jahr nach den Silvesterfeuerwerken auf unseren Straßen liegen bleiben und von den Kommunen weggeräumt werden müssen. Wäre dies noch vertretbar, gilt dies nicht für den Müll, der auf Privatgrundstücken oder Wasserflächen landet und diese vergiftet.
4. Die Unfallgefahr, die jedes Jahr durch schwere Verletzungen und leider auch tragische Todesfälle aufgrund unsachgemäßen Gebrauchs von Feuerwerken aufs Neue bestätigt wird. Wenn man sich den hohen Alkoholkonsum bei den Feiern vor Auge hält, ist es eigentlich schon fast ein Wunder, dass nicht noch mehr passiert. Vor allem Jugendliche und Kinder werden Opfer der Feuerwerkskörper. Hier einige Beispiele vom Jahreswechsel 2016/ 2017:
- eine Siebenjährige wurde bei Hannover verletzt, als ein 14-jähriges Mädchen ihr einen Feuerwerkskörper in den Ausschnitt steckte, wo dieser dann auch explodierte
- eine Vierjährige wurde in Bremen von einer Gruppe Jugendlicher mit Böllern beworfen
- einem Neunjährigen wurden in Köln zwei Finger abgerissen, als er auf einem Spielplatz vermeintliche Blindgänger aufhob
- alleine in Berlin gab es in der Silvesternacht 14 Schwerverletzte durch Feuerwerkskörper.
5. Belastungen der Steuerzahler durch Schäden in zweistelliger Millionenhöhe jedes Jahr. Hervorgerufen durch Brände, Sachbeschädigungen, Verletzungen und Vorsätzlichkeiten wie das Zünden von Feuerwerkskörpern in Containern und Briefkästen.
6. Ohne Rücksicht auf die Umwelt, Tiere und andere Menschen (z.B. Demenzkranke) wird vor und nach der erlaubten Zeit Feuerwerk abgebrannt und auch die Sicherheitszonen um Krankenhäuser, Altenheime, landwirtschaftliche Nutzflächen wird trotz angedrohter Geldbußen bis zu 50.000€ ignoriert.
7. Auch letztes Jahr wurden diese „Kleinsprengstoffe“ gezielt zur Körperverletzung an Menschen (unter anderem Polizisten und Rettungskräften) und Tieren verwendet. Allein dies sollte Grund genug für das Verbot sein! Dass einige der Täter alkoholisiert waren, spielt keinerlei Rolle, denn dies ist im Vorfeld bereits klar.