

... und wir danken Allen, die so fleißig mitgeholfen haben neulich die Sachspenden zu verteilen, trotz der extrem hohen Temperaturen vor Ort. Neben Frederike Runge und Hans Reinhard Klopp war auch Juliane Bellis erstmals zusammen mit ihre Tochter spontan mit hinzugekommen und Beide halfen mit beim Wasser verteilen und dem Kaffee-Ausschank. Großen Dank für dieses großartige Engagement!
https://www.facebook.com/groups/HamburgerObdachlose/posts/2881863045497864/
Die Aktion mit den Melonen machen wir jedes Jahr, dann wenn es so heiß ist wie neulich und die Erfrischung tat unseren Gästen sehr gut. Vorallem an der Hamburger Bahnhofsmission trafen wir auf viele dankbare Menschen, die es kaum aushalten in dieser furchtbaren Hitze.
Dank der Spenden unserer Mitglieder konnten wir dieses mal auch mehr Wasser hinzukaufen als sonst. Gerade jetzt ist das so wichtig! Deshalb großen Dank für diese Unterstützung!
Juliane Bellis hatte zuvor auch noch ein Paket geschickt, mit T-Shirts, Unterwäsche, Hygiene-Artikel, Duschgel und Deo-Roller, alles kam mit in die Tüten und Dank Nadine Hellbach Bielefeld konnten wir sogar "Doppelfünfer" verteilen, für besondere Härtefälle quasi, die dann 10 statt 5 Euro bekommen. Mit viel Liebe zum Detail hat Nadine dann auch so kleine Talismane gebastelt, ganz im Sinne unserer Aktion "Ein Fünfer für den Fünften", was Menschen in besonderer Armut ermutigen soll, wieder mehr an sich und das eigene Glück zu glauben! Deshalb ganz lieben Dank an Alle, die für diese Aktion gespendet haben. Jeder 5. kommt mal dran - es gilt das Hamburger Glücksprinzip - auch im Juli und August!
☘Unser Wiedersehen mit Klaus!☘
... und besondere Härtefälle bekommen 10 statt 5 Euro von uns - so auch mein alter Weggefährte von 2010 - inzwischen ist Klaus über 70 und sitzt im Rollstuhl. Seine Wunden am Bein werden regelmäßig versorgt, diese ehrenamtlichen HelferInnen, die sowas leisten, sind die größten Helden der Stadt, sie machen den schwersten Job überhaupt - auch weil Klaus nicht krankenversichert ist und Niemand am Ende die erbrachte Leistung bezahlt.
⭐16 Jahre Klaus Walter (71)⭐
Ihn anzutreffen auf seinen Wegen durch die Stadt ist immer Zufall, denn ein Handy - oder erreichbar sein - möchte er nicht. Über Jahre hinweg habe ich sein Schicksal mit begleitet, habe Höhen und Tiefen mit erlebt, seine Passion, sein Verhinderung, sein "Way of Life" - er will ja keine Hilfe vom Staat - kategorisch lehnt er das ab - seit 40 Jahren und irgendwie hat er all die Jahre überlebt - ohne Geld - ohne Heim - ohne Alles - nur mit ein paar Tüten und mit Menschen, die ihm zugetan sind, die ihm selbstlos sein Bein verbinden und helfender Hand zur Seite stehen. Respekt an Alle, die ihm und Menschen wie ihn trotz der fehlenden Kostenübernahme helfen.
⭐ 1. Begegnung 2010 ⭐
Als ich Klaus das erste mal traf - 2010 - auf einer Rolltreppe im Freien - kam er gerade vom Frühstück am Högerdamm zurück - damals eine der vielen Sozialstationen der Stadt und er fragte mich: "haben wir den selben Weg"? Seine beruhigende, gelassene Stimme, die Art wie er spricht, man muss schon 2x hinhören, um alles zu erfassen - zu begreifen, den Sinn hinter den Worten und dem Leben, das er führt. Freiheit war ihm immer das Wichtigste und das wird es wohl immer auch bleiben - selbst jetzt - im Rollstuhl und auf seinen Wegen durch die Stadt.
Als Klaus noch laufen konnte, hatte er nicht selten 5 oder 10 Tüten an jeder Hand. Was er zum Leben braucht ist darin verbracht und manchmal auch mehr als er braucht. Immer wieder machte er für kurze Zeit mal "fest" an der ein oder anderen Sozialstation und hatte dann immer ein Problem auch mit dem "bunkern" von Essensresten - als habe er Furcht, am nächsten Tag nichts Essbares mehr zu besitzen und so trägt er die Dinge so lange mit sich, bis es gar nicht mehr geht. "Wenn der Hund es nicht mehr isst, dann ist es verdorben" - hat er mal zu mir gesagt, bei einer der vielen Gelegenheiten, als er sich wieder mal Essensreste aus dem Mülleimer besorgte. Ein kleiner süßer Hund schnupperte dann an den zurückgelassenen Nudeln und war angetan - das war das Signal für Klaus - "es ist noch genießbar"!
+++ Ulcus cruris bei obdachlosen Menschen +++
Klaus Walter (71) hier am 28.6.2026 vor der Bahnhofsmission am Hamburger Hauptbahnhof (Südseite) und einer der vielen Zufälle unserer Begegnungen. Seine Beine haben über die Jahre schwer gelitten, bis hin zum Rollstuhl und diese Unterschenkel-Geschwüre sind eine weit verbreitete Krankheit unter den Obdachlosen, die eigentlich nie zur Ruhe kommen, nicht mal nachts.
Umgangssprachlich auch „offenes Bein“ genannt, ist eine chronische Wunde am Unterschenkel oder Knöchel, die über Wochen oder Monate nicht abheilt. Meist entsteht sie durch eine chronische venöse Insuffizienz (eine dauerhafte Schwäche der Beinvenen), seltener durch arterielle Durchblutungsstörungen (verminderte Blutversorgung der Beine) oder durch eine Kombination beider Ursachen. Charakteristisch sind starke Schmerzen, Nässen der Wunde, Entzündungen und eine sehr langsame Heilung.
Wohnungslose Menschen sind besonders häufig von einem Ulcus cruris betroffen. Genaue bundesweite Zahlen existieren zwar nicht, da der Wohnstatus in medizinischen Statistiken meist nicht erfasst wird. Ärzte und Hilfsorganisationen berichten jedoch seit Jahren, dass chronische Beinwunden bei obdachlosen Menschen deutlich häufiger auftreten als in der Allgemeinbevölkerung.
Die Ursachen dafür sind vielfältig. Viele Betroffene verbringen täglich viele Stunden im Stehen oder Gehen, wodurch sich Blut in den Beinvenen staut. Gleichzeitig fehlen oft Möglichkeiten, die Beine regelmäßig hochzulagern. Hinzu kommen ungeeignetes oder verschlissenes Schuhwerk, kleine Verletzungen, mangelnde Hygiene sowie eine erschwerte Wundversorgung. Auch Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), chronische Venenerkrankungen, Rauchen, Alkoholabhängigkeit oder Mangelernährung verschlechtern die Durchblutung und damit die Wundheilung erheblich.
Ein weiterer entscheidender Faktor ist der eingeschränkte Zugang zur medizinischen Versorgung. Chronische Wunden müssen regelmäßig gereinigt, verbunden und ärztlich kontrolliert werden. Für Menschen ohne festen Wohnsitz ist dies oft kaum möglich. Verbände werden durch Nässe oder Schmutz verunreinigt, Medikamente können nicht zuverlässig eingenommen werden und notwendige Kompressionstherapien (medizinische Druckverbände oder Kompressionsstrümpfe zur Verbesserung des Blutflusses) werden häufig nicht konsequent durchgeführt. Dadurch können sich die Wunden infizieren, größer werden und über Monate oder sogar Jahre bestehen bleiben.
Auch die Lebensbedingungen auf der Straße erschweren die Heilung. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, ständiges Gehen und fehlende Ruhephasen belasten die betroffenen Beine dauerhaft. Gleichzeitig leidet das Immunsystem vieler wohnungsloser Menschen unter Mangelernährung, Schlafmangel und chronischem Stress. Dadurch kann der Körper neues Gewebe deutlich langsamer bilden und Krankheitserreger schlechter bekämpfen.
Für Deutschland wird geschätzt, dass mehrere Hunderttausend Menschen an einem Ulcus cruris leiden.
http://www.Hamburger-Obdachlose.de
📌 Die nächste Sachspendenverteilung ist am 27. Juli - und regulär am letzten Sonntag im Monat. Meldet Euch gerne, wer selbst auch etwas mit beitragen möchte.💝
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