

Frohes Fest Freunde ✨ heute mit Bildern vom 24.12. zwei Gruppen vereint für die gute Sache an Heiligabend - hier zusammen mit den KollegInnen rund um Manuela Walther, die jedes Jahr an diesem Tag Geschenke in der Innenstadt verteilt. Großen Dank auch von uns für die beherzte Aktion jedes Jahr - so auch letzten Sonntag.
Unser Tag begann schon um 9 Uhr am Hotel Europäischer Hof, wo sich unser Stammteam zum Tüten packen traf. Frederike Runge hatte zusammen mit Melanie Vollmert und Mareike im Vorfeld des Heiligabend Sachspenden in der Nachbarschaft gesammelt und mitgebracht. Yasmina Filali brachte - ebenfalls zuvor - schon Leckereien von Rewe Stanislawski mit und ich den Rest der Zukäufe von Aldi Hitteld - so dass die Tüten randvoll mit vielen Leckereien gefüllt werden konnten. Tatjana Romic, Lira Mosquera und Marc Runge halfen ebenfalls mit und Maik Kiste stellte den Bollerwagen.
Viele selbst gestrickte Sachen waren auch wieder mit dabei. Ruth Göbel und Ingrid Möller schickten ein Paket, so wie Dorit Birkenfeld jedes Jahr um diese Zeit und Sandra O Sullivan brachte gemeinsam mit Carola Budschack zwei riesige Autoladungen vorgepackter Geschenke mit zur Verteilung. Gegen 11 Uhr trafen wir dann mit den KollegInnen von Manuela Walther zusammen und sprachen gemeinsam die Route ab - wer wo hingeht - damit sich die Hilfe nicht doppelt. Manuela & Friends bedienten die Mönckeberg-und Spitaler Straße und wir die Nordseite des Hauptbahnhofs, wo auch der Gabenzaun und unser ursprünglich angestammter Platz liegt.
Wir treffen Elke (57), die sich riesig über die prall gefüllte Weihnachtstüte freute - wie auch über das vorgepackte Weihnachtspaket und eigentlich wollten wir am Ende noch zum Hofbräu Wirtshaus Speersort, doch dazu kam es gar nicht. Nur wenige Meter zwischen Hauptbahnhof Nord und Ausgang Steindamm wurden wir regelrecht überrant - der komplette Bollerwagen war in wenigen Minuten geleert - so viel Bedürftige sind immer noch vor Ort - trotz der vielen Platzverweise der letzten Wochen und Monate.
Wie gut, dass Sandra aus ihrer Weihnachtsmarkt-Aktion zwei große Autos noch voll hatte mit Geschenken, so konnten wir nachladen und gingen anschließend erneut die einzelnen Stationen ab und endeten diesmal am ZOB - wo unter anderem auch viele Menschen mit Suchtproblemen sich aufhalten - das DrobbInn ist ganz in der Nähe.
Die Dankbarkeit der Menschen, die an Weihnachten Niemanden mehr haben, ist überwältigend. Wir freuen uns, dass wir helfen konnten. Ist dies doch im Sinne von Weihnachten, auch an Diejenigen zu denken, die kein schönes Weihnachten irgendwo daheim unterm Tannenbaum finden. "Menschen zu finden, die mit uns fühlen, ist wohl das schönste Glück auf Erden" (Carl Spitteler).
In diesem Sinne,
Allen noch ein schönes Weihnachtsfest.
https://www.betterplace.me/iglus-und-container-kaelteschutz-fuer-obdachlose
PS: Bemerkenswert ist auch, dass wir im Vorfeld der Tour (bis 22.12.) Null Werbung für die Aktion gemacht haben und dennoch fanden alle Pakete und Tüten ihre Abnehmer. Die Menschen sind einfach auch da und lassen sich von Stadt und Politik nicht vertreiben und das Beispiel zeigt auch, dass theoretisch Jeder losziehen und Gutes tun kann - auch ohne Standgenehmigung und Tische aufbauen. Das Bollerwagen-Konzept ist insoweit auch unangreifbar, weil man einfach nie lange genug an einem Ort verweilt - obschon das Kleiderspenden dadurch schwieriger geworden ist - da man kaum bis keine großteiligen Sachen bewegen kann - jedenfalls nicht ohne größer aufzufallen.
Ironie der Geschichte ist auch, dass ein Großteil der Geschenke direkt vor der Tür der Bahnhofspolizei weg ging und die nicht mal Notiz davon nahmen. Kein Wunder - denn ohne Auftrag der Stadt machen die nichts. Nur wenn das Bezirksamt "Befehl" zur Räumung durchgibt, werden Helfer vom Hauptbahnhof vertrieben. Ein Trauerspiel sondergleichen und wir sind auch noch nicht fertig mit der Stadt (in diesem Belang). Unser Widerspruch gegen das Helferverbot am Hamburger Hauptbahnhof durchläuft gerade die Mühlen der Justiz. Zuletzt hatte die Wegebehörde unseren Widerspruch gegen den Ablehnungsbescheid an das "Rechtsamt" abgegeben - dort liegt es vermutlich noch eine Weile irgendwo tief in der Schublade, bevor sich ein Jurist mit der Anlegenheit befasst. Stärkstes Argument ist und bleibt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz "AGG" - kommerzielle Stände - wie die Kreuzfahrtschiffe dürfen dort aufbauen - wir aber nicht und die Frage ist warum nicht? Eine Frage der Gleichbehandlung - denn es gilt gleiches Rechts für Alle - oder nicht? Insofern sind wir gespannt, was die Juristen der Stadt auch hierzu noch schreiben werden. Hier der Link nochmal zur Petition auch:
Wir danken allen UnterstützerInnen und wünschen entspannte Tage bis zum Jahreswechsel.
PS: Leider hat change org trotz mehrfacher Nachfragen bislang keine E-Mail-Adressen der Unterzeichner dieser Petition ausgehändigt. "Firmenpolitik" - wie sie sagen. Lediglich eine Liste mit Namen und Postleitzahlen der Unterzeichner hat change org uns geschickt, was unseres Erachtens völlig untauglich ist, um das Bezirksamt zu beeindrucken, weil so eine Liste mit Namen und Postleitzahlen könnte jeder in so eine Excel-Datei schreiben - eine E-Mail Adresse hingegen kann nicht so einfach erfunden werden, weshalb der Name des Unterzeichners nebst E-Mail Adresse im späteren Print für die Petitionsübergabe wesentlich mehr Gewicht und Beweiskraft hätte.
Wir bitten die Unterzeichner dieser Petition daher uns ihre E-Mail Adresse nachträglich noch zu übermitteln. Bitte an diese Adresse:
post@hamburgerobdachlose.de
Großen Dank für die Mühe und die Unterstützung.
Max Bryan & Luise Schoolmann
- Initiative Hilfe für Hamburger Obdachlose -