

Zu Besuch bei den Kollegen, die regulär am Samstag verteilen - hier am Tag ihrer Premiere am 14.10.2023 - teilweise ebenfalls im Regen stehend - wurde die 1. Verteilung am Hamburger Hansaplatz bewerkstelligt - zum Ärger der Anwohner dort, die alles andere als glücklich mit dieser Situation sind. Der "LAB" - "Lange Aktiv Bleiben e.V.", die von der Stadt dort am Hansaplatz Räumlichkeiten gemietet haben, um Senioren im Stadtteil St. Georg verschiedenste Aktivitäten anzubieten, haben sich ganz klar gegen das regelmäßige Verteilen von Sachspenden an Obdachlose und Bedürftige dort ausgesprochen. Grund: Auch am Samstag sind gelegentlich Veranstaltungen dort in den Räumlichkeiten des Vereins und eine Skat-Runde wurde nun extra abgesagt - für den 14.10. - weil die Senioren und Mitglieder des Vereins sich nicht hertrauten, wenn da vor ihrer Tür so ein Andrang herrscht. Ältere Menschen haben oft Berührungsängste mit Situationen wie diesen, was man respektieren muss und nicht wegreden darf.
Die Stadt will die Verteilung dort dennoch durchsetzen - auch gegen den Willen der Mieter dort. Schließlich habe der LAB die Räumlichkeiten dort auch "nur gemietet" und hätte quasi zu tun und zu akzeptieren, was die Stadt sagt - man fühle sich "erpresst", teilt eine LAB-Sprecherin am Samstag Nachmittag mit. Mehr als 30 Unterschriften habe der LAB-Verein gegen das Vorhaben schon gesammelt. Demokratisch jedenfalls verlief die Standort-Wahl dort nicht. Offenbar wurden die seit Jahren dort tätigen Akteure schlicht übergangen.
In der Tat ist es erstaunlich, wie widersprüchlich das Bezirksamt in der Sache agiert. So hieß es erst neulich, die Helfergruppen söllten weg vom Hauptbahnhof, weil Anwohner sich dort beschwert hätten. Am Hansaplatz gibt es aber viel mehr Anwohner, die sich beschweren könnten und von vornherein ist klar, dass die Gruppen dort auch nicht besonders willkommen sind, dass es erheblichen Widerstand seitens der dort ansässigen Akteure gibt.
Die Verteilung findet nun unmittelbar unter den Balkon-Fenstern am Hansaplatz 10 statt - ein Ort - mit wesentlich mehr Beschwerdepotential als am Hauptbahnhof, wo so gut wie Niemand wohnt. Schon das entlarvt das ganze Schmierentheater um die Verschleierung der wahren Gründe und die liegen ganz offenbar in dem, was unter vorgehaltener Hand Alle längst denken, nämlich dass die Innenbehörde den Hauptbahnhof "säubern" will und Randständige - deren Ansinnen nach - dort nicht hingehören, weil sie das Image eines "sauberen Bahnhofs" trüben könnten, weil sie aus dem Sichtfeld der Passanten und Touristen entfernt werden sollen, weil es nicht schick ist, Elend und Armut den Touristen vor Augen zu führen. Und doch sind auch diese Menschen Teil und Opfer der Gesellschaft und die Vertreibung zum Hansaplatz wird daran nichts ändern - im Gegenteil - der nächste Ärger steht schon ins Haus und schon dagegen gilt es zu protestieren, was wir weiterhin auch tun werden.
Für uns als Helfergruppe, die regulär am Sonntag verteilt, ist der Hansaplatz zudem ungeeignet, da wir immer viele Kleiderspenden haben und wie die Bilder vom 14.10. nun zeigen, die Tische bei Regen (trotz der Halb-Überdachung) allesamt nass werden - und damit auch unsere Kleiderspenden nass werden würden, die anschließend - wenn nicht gänzlich verteilt - im Lager anfangen würden zu schimmeln - was selbstredend nicht sein darf und auch die Tatsache, dass der LAB-Verein dort am Sonntag regelmäßig eigene Veranstaltungen hat, schließt Sonntags-Verteilungen dort generell aus - das hat die LAB Sprecherin am 14.10. uns persönlich auch mitgeteilt, dass der Sonntag "nicht ginge", weshalb wir von der Bürgerinitiative Hilfe für Hamburger Obdachlose uns auch weiterhin für die Rückerlangung der Sachspendenverteilungen am Heidi Kabel Platz einsetzen werden.
Hier bitte unterschreiben und teilen:
https://www.change.org/duldung-von-sachspenden-am-hbf
Petition zur Rückerlangung der Duldung von Sachspenden-Verteilungen am Hamburger Hauptbahnhof.
Großen Dank allen UnterstützerInnen!