Rückbenennung der "Grüner-Turm-Strasse" in "JUDENSTRASSE" --- in 88212 Ravensburg


Rückbenennung der "Grüner-Turm-Strasse" in "JUDENSTRASSE" --- in 88212 Ravensburg
Das Problem
Januar 2017 / Juni 2024
JUDENSTRASSE statt "Grüner-Turm-Straße"
Der Petent und die Mitpetent*innen fordern den Ravensburger Gemeinderat und die Ravensburger Stadtspitze dazu, die Straße namens "Grüner-Turm-Straße" (seit 1934) in Ravensburg wieder in den ursprünglichen Namen "Judenstraße" umzubenennen. In einer Zeit, wo Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wieder aufkeimen und sich viele Deutsche als Nationalsozialisten; Xenophobe, Homophobe und Faschisten und Antisemiten outen, ist dies ein wichtiges Signal die Demokratie und Freiheit - auch Religionsfreiheit - und gegen Fremdenhass und Andersseiende auf dem Hintergrund der einst dunklen deutschen Vergangenheit.
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Im Januar 2017 war klar, dass acht Monate später Bundestagwahlen stattfinden werden. Klar war aber nicht, dass ab September jenes Jahres über einhundert Mandate an die AfD fallen würden.
Im selben Jahr befand sich auch auf dem gut erhaltenen Kellergewölbe der ehemaligen Synagoge (jüdisches Gebetshaus) in der Ravensburger "Grüner-Turm-Straße" der florierende Döner-Imbiss "Saray". Doch 2021 hatte ein Rotlicht-Betreiber dieses Haus gekauft und zwei Jahre später dort sein "Food-House" eröffnet. Wegen schlechter Umsatzzahlen aber musste dieser Imbiss zehn Monate später schon wieder geschlossen werden. Der Besitzer führt das unter anderem auf seinen schlechten Ruf zurück.
Doch zunächst zurück nach 2017. Ein knappes 3/4 Jahr vor diesem demokratisch abgesegneten Tabubruch, hatte ein Ravensburger Bürger (das war ich) eine Petition ins Leben gerufen, welche die Rückbenennung der derzeitigen "Grüner-Turm-Strasse" in Ravensburg in ihren ursprünglichen Namen "Judenstraße" fordert.
Doch das Anliegen scheiterte kläglich, erbärmlich, kümmerlich und erschreckend. Ein schwergewichtiger CDU-Politiker aus Ravensburg schrieb mir damals sinngemäß, eine solche Umbenennung käme für ihn deshalb nicht infrage, weil der Begriff "Jude" heute (2017) einen schlechten Ruf habe. Mich hat dieses Argument schier umgehauen. "Schlechter Ruf". Unglaublich. Wenn ein Herr X oder ein Herr Y oder eine Frau Z einen "schlechten Ruf" in Ravensburg haben, dann ist das das Eine. Doch wenn der Begriff oder der Name "Jude" ihn hat - und zwar unter Demokraten - dann ist das eine Schande.
Ähnlich klingt der damalige Pressesprecher der Stadt, über den es in einem Zeitungsartikel folgend heißt respektive er zitiert wird: "Der ursprüngliche Name sei seinerzeit ein Begriff gewesen für den zwangsweisen Wohnort der Ravensburger Juden, so Oswald: „Wie eine Art Ghetto.“ Mit Wertschätzung habe dieser Name [Jude] nichts zu tun gehabt." -
Aber - so fragte ich mich damals und frage ich heute - sollte nicht gerade in einer freiheitlichen Demokratie diese "Wertschätzung" nachgeholt werden. Gerade weil der Schutz jüdischen Lebens in Deutschland mehr als "Staaträson", sondern eine unendliche Verpflichtung ist.
Die Ravensburger Stadtverwaltung mit den damaligen und heute immer noch im Amt befindlichen Bürgermeistern, hatte das Anliegen von Vornherein rigoros abgelehnt, es meines Wissens noch nicht einmal im Gemeinderat behandelt - und der Petent hat auch nie eine Reaktion der Stadtverwaltung erhalten, sondern es nur aus der Zeitung erfahren.
Seitdem sind sieben Jahre und fünf Monate und zwei Europawahlen vergangen. Was 2017 bereits offen geschwelt hatte, ist zu einem Flächenbrand geworden. Mit acht Mandaten sitzt die AfD im Ravensburger Kreistag. Mitbürger/innen mit Migrationshintergrund haben Angat, offen gegen Rechts Position zu vertreten, weil sie Angst vor Repressalien von dieser Seite haben.
Deshalb habe ich mich entschlossen, die Petition vom Januar 2017 noch einmal aufzugreifen, zu erneuern und der Aktualität anzupassen. Sie ist gerichtet an die Ravensburger Stadtspitze und dem neu gewählten Ravensburger Gemeinderat
Die Grüner-Turm-Straße hieß seit dem Mittelalter 'Judengasse' (später 'Judenstraße', weil sich hier bis zur Vertreibung der Juden im Jahr 1429 das jüdische Ghetto befand). Der Straßenname bestand bis 1934. Dann wurde die Straße nach einem Hitlerjungen in die 'Herbert-Norkus-Straße' umbenannt und zwar vor allem deshalb, weil in der benachbarten 'Bauhütte' (jetzt die "Ravensburger Musikschule") die Hitler-Jugend untergebracht war, die durch die Judenstraße an- und abmarschierte. Im Mai 1945 erhielt die Straße ihren heutigen Namen.
Im November 1983 wurde am Gebäude Grüner-Turm-Straße 5 eine Gedenk- und Hinweistafel angebracht. Aus diesem Anlass war der badische Landesrabbiner Dr. Nathan Peter Levinson zu einem Besuch in der Stadt. Eine Rückbenennung der "Grüner-Turm-Straße" in "Judengasse" war bereits 1978 im Gespräch. Damals sprachen sich im Rahmen einer Befragung zwei Drittel der Ravensburger Bürger dafür aus. Fünf Jahre später waren waren zwei Drittel dagegen. Als Kompromiss wurde die Anbringung der Gedenktafel vorgeschlagen.
1933 lebten 23 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren sind die meisten von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1938 wurden alle jüdischen Geschäfte - zuletzt noch das Kaufhaus Wohlwert, das beim Novemberpogrom 1938 demoliert wurde - aufgegeben. Im Herbst 1939 wurden vorübergehend einige jüdische Familien/Personen aus dem Rheinland nach Ravensburg eingewiesen.
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Historie
In Ravensburg bestand eine jüdische Gemeinde im Mittelalter. Erstmals werden 1330 Juden in der Stadt genannt. 1340 wurde ein jüdischer Lehrer (scolasticus) namens Isaak aufgenommen, 1341 Eberli Sohn Mans, 1343 David und Sueskint von Lindau. Bei den Verfolgungen in der Pestzeit 1348/49 flüchteten die Ravensburger Juden auf die Burg, wurden jedoch dort gefangen gesetzt und am 4. Januar 1349 von der Bürgerschaft verbrannt. Die jüdischen Familien lebten vermutlich bereits vor dieser Verfolgung im Bereich der Nordmauer der Unterstadt in der "Judengasse/Judenstraße" (heute "Grüner-Turm-Straße").
Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Ansiedlung für Juden in der Stadt verboten. Um 1850 ließ sich als erster Jakob Wallensteiner mit seiner Frau Babette geb. Steiner in der Stadt nieder. Ihr Sohn Julius Wallensteiner ist am 10. August 1858 in Ravensburg geboren.
An ehemaligen, teilweise bis nach 1933 bestehenden Gewerbe- und Handelsbetrieben im Besitz jüdischer Familien sind bekannt: Warenhandelshaus Staufia, Inh. Gustav Adler (Marienplatz), Viehhandlung Isaak Bernheim (Gartenstraße 77, nach 1933 Georgstraße 14), Pferdehandlung Martin Erlanger (Pfannenstiel 1, führende Pferdehandlung im südlichen Oberschwaben), Elektrotechnisches Geschäft Raimund Finsterhölzl (Friedensstraße 17), Kaufmann David Harburger (Kirchstraße 11), Warenhaus Geschw. Knopf (Marienplatz 55), Textilgroßhandlung Joseph Kohn und Leopold Rosenthal (bis um 1910 Schulstraße 2-4), Warenhaus Friedrich und Julius Landauer (Marienplatz 31, bis 1929 ein weiterer Verkaufsraum im Nachbarhaus Marienplatz 29; Fam. Friedrich Landauer wohnte Eisenbahnstraße 26), Konfektionshaus/Schuhhaus Merkur, Inh. Hans und Siegfried Sondermann (Marktstraße 4 und 11 bis 1930, dann Kirchstraße 1), Damen- und Herrenkonfektion Fa. Hermann Wallersteiner (gest. 1906), später Kaufhaus Wohlwert, Inh. Gustav Adler (Marienplatz).
Im Burachhof (jetzt "Sinova-Klinik"?) lebte seit 1925 die Fam. Dr. Ludwig Erlanger, der (Burach 2) Obstgutbesitzer und Landwirt war. Auf dem Gut wurden nach 1933 jüdische Jugendliche zur Auswanderung nach Palästina ausgebildet (Hachschara). Seit 1990 erinnert die "Ludwig-Erlanger-Anlage" (mit Gedenkstele) an die Geschichte dieser Familie. Im September 2006 wurden vier "Stolpersteine" zur Erinnerung beim Bildungszentrum St. Konrad am Sonnenbüchel 45 verlegt.
Quellen:
Germania Judaica II,2 S. 676-678; III,2 S. S. 1173-1177.
- Alfons Dreher: Geschichte der Reichsstadt Ravensburg. 1972. Bd. 1 und 2 passim.
- Moritz Stern: Beiträge zur Geschichte der Juden am Bodensee und in seiner Umgebung. In: Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. AF 1 / 1887.
- Peter Eitel: Die spätmittelalterlichen "Kopfziegel" vom Grünen Turm in Ravensburg und ihre Bedeutung. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. 95 1977 S. 135-139.
- Manfred Hauser: Antisemitismus und Schicksal der Juden in Ravensburg. In: Peter Eitel (Hrsg.): Ravensburg im Dritten Reich - Beiträge zur Geschichte der Stadt. Ravensburg 1997 S. 304-332.
- Hermann Hörtling: Was ist aus ihnen geworden? Auf der Suche nach den Ravensburger Juden. In: ebd. S. 333-341.

Das Problem
Januar 2017 / Juni 2024
JUDENSTRASSE statt "Grüner-Turm-Straße"
Der Petent und die Mitpetent*innen fordern den Ravensburger Gemeinderat und die Ravensburger Stadtspitze dazu, die Straße namens "Grüner-Turm-Straße" (seit 1934) in Ravensburg wieder in den ursprünglichen Namen "Judenstraße" umzubenennen. In einer Zeit, wo Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wieder aufkeimen und sich viele Deutsche als Nationalsozialisten; Xenophobe, Homophobe und Faschisten und Antisemiten outen, ist dies ein wichtiges Signal die Demokratie und Freiheit - auch Religionsfreiheit - und gegen Fremdenhass und Andersseiende auf dem Hintergrund der einst dunklen deutschen Vergangenheit.
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Im Januar 2017 war klar, dass acht Monate später Bundestagwahlen stattfinden werden. Klar war aber nicht, dass ab September jenes Jahres über einhundert Mandate an die AfD fallen würden.
Im selben Jahr befand sich auch auf dem gut erhaltenen Kellergewölbe der ehemaligen Synagoge (jüdisches Gebetshaus) in der Ravensburger "Grüner-Turm-Straße" der florierende Döner-Imbiss "Saray". Doch 2021 hatte ein Rotlicht-Betreiber dieses Haus gekauft und zwei Jahre später dort sein "Food-House" eröffnet. Wegen schlechter Umsatzzahlen aber musste dieser Imbiss zehn Monate später schon wieder geschlossen werden. Der Besitzer führt das unter anderem auf seinen schlechten Ruf zurück.
Doch zunächst zurück nach 2017. Ein knappes 3/4 Jahr vor diesem demokratisch abgesegneten Tabubruch, hatte ein Ravensburger Bürger (das war ich) eine Petition ins Leben gerufen, welche die Rückbenennung der derzeitigen "Grüner-Turm-Strasse" in Ravensburg in ihren ursprünglichen Namen "Judenstraße" fordert.
Doch das Anliegen scheiterte kläglich, erbärmlich, kümmerlich und erschreckend. Ein schwergewichtiger CDU-Politiker aus Ravensburg schrieb mir damals sinngemäß, eine solche Umbenennung käme für ihn deshalb nicht infrage, weil der Begriff "Jude" heute (2017) einen schlechten Ruf habe. Mich hat dieses Argument schier umgehauen. "Schlechter Ruf". Unglaublich. Wenn ein Herr X oder ein Herr Y oder eine Frau Z einen "schlechten Ruf" in Ravensburg haben, dann ist das das Eine. Doch wenn der Begriff oder der Name "Jude" ihn hat - und zwar unter Demokraten - dann ist das eine Schande.
Ähnlich klingt der damalige Pressesprecher der Stadt, über den es in einem Zeitungsartikel folgend heißt respektive er zitiert wird: "Der ursprüngliche Name sei seinerzeit ein Begriff gewesen für den zwangsweisen Wohnort der Ravensburger Juden, so Oswald: „Wie eine Art Ghetto.“ Mit Wertschätzung habe dieser Name [Jude] nichts zu tun gehabt." -
Aber - so fragte ich mich damals und frage ich heute - sollte nicht gerade in einer freiheitlichen Demokratie diese "Wertschätzung" nachgeholt werden. Gerade weil der Schutz jüdischen Lebens in Deutschland mehr als "Staaträson", sondern eine unendliche Verpflichtung ist.
Die Ravensburger Stadtverwaltung mit den damaligen und heute immer noch im Amt befindlichen Bürgermeistern, hatte das Anliegen von Vornherein rigoros abgelehnt, es meines Wissens noch nicht einmal im Gemeinderat behandelt - und der Petent hat auch nie eine Reaktion der Stadtverwaltung erhalten, sondern es nur aus der Zeitung erfahren.
Seitdem sind sieben Jahre und fünf Monate und zwei Europawahlen vergangen. Was 2017 bereits offen geschwelt hatte, ist zu einem Flächenbrand geworden. Mit acht Mandaten sitzt die AfD im Ravensburger Kreistag. Mitbürger/innen mit Migrationshintergrund haben Angat, offen gegen Rechts Position zu vertreten, weil sie Angst vor Repressalien von dieser Seite haben.
Deshalb habe ich mich entschlossen, die Petition vom Januar 2017 noch einmal aufzugreifen, zu erneuern und der Aktualität anzupassen. Sie ist gerichtet an die Ravensburger Stadtspitze und dem neu gewählten Ravensburger Gemeinderat
Die Grüner-Turm-Straße hieß seit dem Mittelalter 'Judengasse' (später 'Judenstraße', weil sich hier bis zur Vertreibung der Juden im Jahr 1429 das jüdische Ghetto befand). Der Straßenname bestand bis 1934. Dann wurde die Straße nach einem Hitlerjungen in die 'Herbert-Norkus-Straße' umbenannt und zwar vor allem deshalb, weil in der benachbarten 'Bauhütte' (jetzt die "Ravensburger Musikschule") die Hitler-Jugend untergebracht war, die durch die Judenstraße an- und abmarschierte. Im Mai 1945 erhielt die Straße ihren heutigen Namen.
Im November 1983 wurde am Gebäude Grüner-Turm-Straße 5 eine Gedenk- und Hinweistafel angebracht. Aus diesem Anlass war der badische Landesrabbiner Dr. Nathan Peter Levinson zu einem Besuch in der Stadt. Eine Rückbenennung der "Grüner-Turm-Straße" in "Judengasse" war bereits 1978 im Gespräch. Damals sprachen sich im Rahmen einer Befragung zwei Drittel der Ravensburger Bürger dafür aus. Fünf Jahre später waren waren zwei Drittel dagegen. Als Kompromiss wurde die Anbringung der Gedenktafel vorgeschlagen.
1933 lebten 23 jüdische Personen in der Stadt. In den folgenden Jahren sind die meisten von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1938 wurden alle jüdischen Geschäfte - zuletzt noch das Kaufhaus Wohlwert, das beim Novemberpogrom 1938 demoliert wurde - aufgegeben. Im Herbst 1939 wurden vorübergehend einige jüdische Familien/Personen aus dem Rheinland nach Ravensburg eingewiesen.
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Historie
In Ravensburg bestand eine jüdische Gemeinde im Mittelalter. Erstmals werden 1330 Juden in der Stadt genannt. 1340 wurde ein jüdischer Lehrer (scolasticus) namens Isaak aufgenommen, 1341 Eberli Sohn Mans, 1343 David und Sueskint von Lindau. Bei den Verfolgungen in der Pestzeit 1348/49 flüchteten die Ravensburger Juden auf die Burg, wurden jedoch dort gefangen gesetzt und am 4. Januar 1349 von der Bürgerschaft verbrannt. Die jüdischen Familien lebten vermutlich bereits vor dieser Verfolgung im Bereich der Nordmauer der Unterstadt in der "Judengasse/Judenstraße" (heute "Grüner-Turm-Straße").
Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Ansiedlung für Juden in der Stadt verboten. Um 1850 ließ sich als erster Jakob Wallensteiner mit seiner Frau Babette geb. Steiner in der Stadt nieder. Ihr Sohn Julius Wallensteiner ist am 10. August 1858 in Ravensburg geboren.
An ehemaligen, teilweise bis nach 1933 bestehenden Gewerbe- und Handelsbetrieben im Besitz jüdischer Familien sind bekannt: Warenhandelshaus Staufia, Inh. Gustav Adler (Marienplatz), Viehhandlung Isaak Bernheim (Gartenstraße 77, nach 1933 Georgstraße 14), Pferdehandlung Martin Erlanger (Pfannenstiel 1, führende Pferdehandlung im südlichen Oberschwaben), Elektrotechnisches Geschäft Raimund Finsterhölzl (Friedensstraße 17), Kaufmann David Harburger (Kirchstraße 11), Warenhaus Geschw. Knopf (Marienplatz 55), Textilgroßhandlung Joseph Kohn und Leopold Rosenthal (bis um 1910 Schulstraße 2-4), Warenhaus Friedrich und Julius Landauer (Marienplatz 31, bis 1929 ein weiterer Verkaufsraum im Nachbarhaus Marienplatz 29; Fam. Friedrich Landauer wohnte Eisenbahnstraße 26), Konfektionshaus/Schuhhaus Merkur, Inh. Hans und Siegfried Sondermann (Marktstraße 4 und 11 bis 1930, dann Kirchstraße 1), Damen- und Herrenkonfektion Fa. Hermann Wallersteiner (gest. 1906), später Kaufhaus Wohlwert, Inh. Gustav Adler (Marienplatz).
Im Burachhof (jetzt "Sinova-Klinik"?) lebte seit 1925 die Fam. Dr. Ludwig Erlanger, der (Burach 2) Obstgutbesitzer und Landwirt war. Auf dem Gut wurden nach 1933 jüdische Jugendliche zur Auswanderung nach Palästina ausgebildet (Hachschara). Seit 1990 erinnert die "Ludwig-Erlanger-Anlage" (mit Gedenkstele) an die Geschichte dieser Familie. Im September 2006 wurden vier "Stolpersteine" zur Erinnerung beim Bildungszentrum St. Konrad am Sonnenbüchel 45 verlegt.
Quellen:
Germania Judaica II,2 S. 676-678; III,2 S. S. 1173-1177.
- Alfons Dreher: Geschichte der Reichsstadt Ravensburg. 1972. Bd. 1 und 2 passim.
- Moritz Stern: Beiträge zur Geschichte der Juden am Bodensee und in seiner Umgebung. In: Zeitschrift für die Geschichte der Juden in Deutschland. AF 1 / 1887.
- Peter Eitel: Die spätmittelalterlichen "Kopfziegel" vom Grünen Turm in Ravensburg und ihre Bedeutung. In: Schriften des Vereins für Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung. 95 1977 S. 135-139.
- Manfred Hauser: Antisemitismus und Schicksal der Juden in Ravensburg. In: Peter Eitel (Hrsg.): Ravensburg im Dritten Reich - Beiträge zur Geschichte der Stadt. Ravensburg 1997 S. 304-332.
- Hermann Hörtling: Was ist aus ihnen geworden? Auf der Suche nach den Ravensburger Juden. In: ebd. S. 333-341.

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Petition am 5. Januar 2017 erstellt