>>> 1. Alternative BIO-ETHIK Konferenz <<< [ABEK]

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                                                     AUFRUF ZUR   

          >>> "1. ALTERNATIVEN BIO-ETHIK KONFERENZ"  <<<  [ABEK] 

                                            IN DEUTSCHLAND  2020

NICHT NUR DAS CO², DER FEINSTAUB, DAS OZON, DIVERSE CHEMIKALIEN UND ANDERE UMWELTGIFTE UND DIE ERHÖHTE MOBILFUNKSTRAHLUNG DER 5. GENERATION [5G] UND BEREITS GEPLANTEN UND SICH IN VORBEREITUNG BEFINDENDEN 6. GENERATION [6G], SIND FÜR DEN ZU BEFÜRCHTENDEN KLIMAKOLLAPS VERANTWORTLICH, SONDERN GLEICHWOHL UND "GLEICHWERTIG" AUCH UNSER EGOISTISCHER, EGOZENTRISCHER UND AUF IMMER MEHR WOHLSTAND FOKUSSIERTER LEBENSSTIL. ER ZERSTÖRT GLEICHERMASSEN  MEHR UND MEHR UNSERE ÖKOLOGISCHE UMWELT UND AUCH UNSER SOZIALES UMFELD.

Madrid: Katerstimmung statt Klimacharta. Unsere "Repräsentanten", sprich, die Politiker bekommen es nicht hin. Auch das verbesserte Klimapaket der  deutschen Bundesregierung wird keine Wende bringen. Es geht um mehr, es geht um das Ganze. Wir müssen alle Klimaparameter bedenken, auch solche, die wir bisher nicht auf dem "Schirm" hatten --- und zwar kompromisslos.

Deshalb müssen wir - die Bürgerinnen und Bürger >>> ohne Mandat in Gemeinderäten, Landtagen, im Bundestag oder irgendwelchen von Kommune, Land und Bund finanziell abhängigen Organisationen, Institutionen, Arbeitskreisen, Foren und Agenden - es "richten" und uns zur ABEK zusammen schließen. Geplant ist die zweitägige Konferenz für Anfang Juni 2020 (vor den ersten Sommerferien); der Ort steht noch nicht fest (könnte aber Ulm, Stuttgart, Frankfurt, Kassel, Taunus, Rhön ??? ... sein). 

Bei dieser Konferenz soll es jedem von uns möglich sein - appellierend an die Politik und Wirtschaft und last but not least an uns selbst - die Thematik aus seiner professionellen Sicht (Arzt, Pädagoge, Künstler, Theologe, Physiker, Therapeut, Gartenbau  ...), aus Sicht seiner persönlichen Lebensphilosophie, seiner Erfahrungen und seiner Talente und Stärken zu beleuchten. Presse und andere Medien werden eingeladen.

Wer Interesse an der Teilnahme hat, sei es aktiv mit einem Beitrag oder "nur" als Zuhörer, oder auch "nur" aus reiner Solidarität ohne Konferenzteilnehmer zu sein, der unterzeichne bitte diese Petition.

Die Petition soll aber gleichzeitig auch eine solche wirkliche Petition sein, die die Politik und die Wirtschaft zur Beachtung aller Umwelt/Klima-Parameter und zur Umkehr aufruft.

Mit umweltfreundlichen Grüßen,

Stefan Weinert, EU-88212 Ravensburg

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Sorry, es ist ein sehr langer Text, aber wohl notwendig und auch noch der Ergänzung bedürftig.

Da weder ich, noch eine der Leserinnen oder Leser,  Erfinder der "Umweltethik" ist, berufe ich mich neben meiner eigenen Gedanken hauptsächlich auf das, was im Laufe der Jahrzehnte zu diesem Thema publiziert und zusammen getragen wurde. Teilweise zitiere ich auch unverändert, oder gekürzt, oder neu formuliert. Vor allem sind da wikipedia und der Autor Wolfgang Lienemenn (siehe Quellenangabe am Schluss)  zu nennen. manches ist auch auf meinem "Ökomist" gewachsen. Persönlich bin der festen Überzeugung, dass nicht die milliardenschwere Umwelttechnik primär, als "re-aktionäre" oder re-agierende Maßnahme auf unsere vorherigen Umweltsünden, den "Planet e)"  retten wird, sondern es wird die monetär wesentlich günstigere "Holistische Umweltethik" sein, die unseren Enkeln und Ur-Ur-Enkeln eine lebenswerte Welt hinterlässt. Jede Technik, eben auch die eigentlich in sich unlogische "Umwelttechnik", benötigt Energie und wertvolle Rohstoffe (von der Herstellung bis zur Entsorgung = Ökobilanz), während die Umweltethik auf freiwilligen Verzicht, Sparsamkeit, Respekt, Rücksichtnahme und Entschleunigung setzt. Dazu sind keine Milliardenbeträge Not-wendig, sondern "nur" die Einsicht und der Wille zur Lebensveränderung. Das wird primär der Schlüssel für die rettende Tür sein. Der Kreis "Umweltsünde - Umwelttechnik" wird sich als Teufelkreis herausstellen

Schon 1913 spricht der Philosoph Ludwig Klages angesichts der industriellen Produktion von einer „Verwüstunsorgie ohnegleichen“, und der Soziologe Max Weber prophezeit am Vorabend des I. Weltkrieges, dass der moderne Kapitalismus sich so lange austoben werde, bis der letzte Zentner fossilen Brennstoffes verbraucht sei. Industrielle Produktion, Expansion der kapitalistischen Produktionsweise und Naturzerstörung bilden einen Zusammenhang. Immanuel Kant ging damit radikaler um: In Besitz nehmen, als mein Eigentum betrachten, darf ich auf Dauer und von Rechts wegen nur dasjenige, das ich auch beschützen kann. Er nimmt eine ganz moderne Einsicht vorweg, nämlich die, dass die Natur gleichsam als ein Wesen, dem auch Rechte zukommen sollen, betrachtet werden muss.

Die Umweltethik bezieht sich auf moralische Fragen beim Umgang mit der belebten und unbelebten Umwelt des Menschen. Im engeren Sinne verstanden, beschäftigt sie sich in moralischer Hinsicht mit dem Verhalten gegenüber natürlichen Dingen und dem Verbrauch von natürlichen Ressourcen (Umgang mit natürlichen Ressourcen und Umweltmedien (beispielsweise Wasser, Boden, Klima, genetische Vielfalt) beschäftigt.. Im weiteren Sinne umfasst sie auch Tierethik und ebenso die Pflanzenethik. Zu den zentralen Fragen der Umweltethik gehört, welche Dinge bzw. Lebewesen einen Wert oder Rechte im moralischen Sinne haben. Zwischenzeitlich gesteht man Tieren durchaus Rechte zu, im Gegensatz zu Pflanzen, Bergen und Seen. Ob diese einen Eigenwert haben, ist umstritten, jedoch in Hinsicht auf den Menschen für schützenswert. Einen solchen Anthropozentrismus kritisierend, bezieht der Physiozentrismus auch Pflanzen (Biozentrismus) oder Berge und Seen ein (Holismus). allerding gehören ie alle zu einem zu schützenden Ökosystem. Deshalb versteht sich die Umweltethik auch als ökologische Ethik und setzt sich in ihrer Richtungs gebenden Ausprägung für den Erhalt von Tieren und Pflanzen bzw. deren Arten und eine Schonung von Ressourcen ein.

Die Umweltethik ist die ethische Teildisziplin, die sich mit dem normativ richtigen und moralisch verantwortbaren Umgang mit der äußeren, nichtmenschlichen Natur befasst. Innerhalb der Umweltethik kann zwischen der philosophisch-ethischen, der politisch-rechtlichen Ebene und der praktischen Einzelfallarbeit unterschieden werden. Auch mit der Theologie gibt es Berührungspunkte. Die geistige Auseinandersetzung auf der philosophisch-ethischen Ebene führt zu unterschiedlichen Naturschutzbegründungen, die angeben, an welchen Werten sich das menschliche Handeln gegenüber der Natur orientiert (Umweltphilosophie).

Eine zentrale Frage der Umweltethik ist, welchen Wesen oder Dingen ein Eigenwert beigemessen werden sollte, welche Wesen also um ihrer selbst willen zu berücksichtigen sind. Hierzu gibt es unterschiedliche Positionen. Grundsätzlich kann unterschieden werden zwischen Anthropozentrismus und Physiozentrismus (siehe oben). Bei Ersterem ist nur der Mensch als Wesen relevant; im Physiozentrismus wird auch die weitere Natur einbezogen. Während der so genannte Pathozentrismus allen schmerzempfindlichen Wesen einen Eigenwert zuschreibt, gehen Biozentrismus und Ökozentrismus bzw. Holismus darüber hinaus. Im Biozentrismus werden alle lebendigen Wesen als moralisch wertvoll betrachtet, im Holismus zusätzlich sogar nicht individuelle Wesenheiten der Natur (z. B. Arten, Ökosysteme oder die Biosphäre in ihrer Gesamtheit, Biodiversität). Anthropozentrische Positionen berücksichtigen die moralisch relevanten Interessen von Menschen, die auch zukünftige Generationen umfassen können. 

Die Umweltethik ersetzt jedoch nicht die sozialen und aktiven Bewegungen und würde ohne diese einem isolierten Spezialdiskurs gleichkommen. Die Umweltethik  bietet aber eine ganze Reihe verschiedener Argumente, die für einen schonenden Umgang mit Natur und Umwelt sprechen. Nicht zuletzt sind hier Pflichten gegenüber zukünftigen Generationen und naturästhetische Argumente zu nennen. Sie geht insofern über die Umweltphilosophie hinaus, als diese nur Erklärungsmodelle, aber keine Handlungsrichtlinien liefert.

Der Holismus  (Ganzheitslehre), ist die Vorstellung, dass natürliche Systeme und ihre Eigenschaften als Ganzes und nicht nur als Zusammensetzung ihrer Teile zu betrachten sind. "Alles ist mit allem verbunden." (Hildegard von Bingen, 1098 - 1171 n.Chr.) *) Der Holismus vertritt die Auffassung, dass die Bestimmung der Einzelteile eines Systems von ihrer funktionalen Rolle im Ganzen abhängig ist. Entgegengesetzte Positionen sind Reduktionismus und Atomismus, die Systeme als Anordnung von unabhängig von Zusammenhang bestimmbaren Elementen und deren Eigenschaften beschreiben. Der Reduktionismus  stößt rasch an unüberwindbare Grenzen der Berechenbarkeit. Ein entscheidender Schwachpunkt des Reduktionismus liegt in der Annahme, dass der Zufall der einzige Motor der Evolution sei. Der Grad der Unwahrscheinlichkeit dieser Annahme erscheint jedoch angesichts der unendlichen Kompliziertheit des genetischen Codes als viel zu groß.(Siehe auch "Quantensprünge")

Holistische Ansätze versuchen, die Evolution ganzheitlich aus Strukturen und Prinzipien zu erklären. Dabei wird der Holismus selbst zur treibenden Kraft der Evolution. Im Modell der emergenten Selbstorganisation (Emergenz = Möglichkeit der Herausbildung von neuen Eigenschaften oder Strukturen eines Systems infolge des Zusammenspiels seiner Elemente) entstehen aus Elementen, die untereinander Wechselwirkungen haben, Systeme mit neuen Strukturen, Eigenschaften und Fähigkeiten.Diese sind wie im Modell des Holismus nicht aus dem Verhalten der unteren Systemebenen vorhersagbar und müssen empirisch durch Beobachtungen, Messungen usw. festgestellt werden. Emergente Prozesse sind meist rückgekoppelt und deshalb nichtlinear, ihr Ablauf ist dann durch das deterministische (vorher bestimmbar, festgelegt) Chaos bestimmt. Deterministisches Chaos ist ein zufällig erscheinendes Verhalten eines dynamischen Systems, das jedoch deterministischen Regeln folgt. Aufgrund der Nichtlinearität der Prozesse bilden sich die Strukturen und Systeme und die damit verbundene Komplexität.

Da sich Natur und Gesellschaft im Laufe der Entwicklung der Welt in aufeinanderfolgenden und hierarchisch aufeinander aufbauenden emergenten Prozessen entwickelt haben, ist seit dem hypothetischen Urknall eine Hierarchie von zunehmend komplexen Systemen entstanden, bis hinauf zur menschlichen Gesellschaft und ihren Institutionen. Diese kontinuierliche Entwicklung wird nur hin und wieder durch schöpferische Katastrophen  beeinträchtigt, deren Ursache Prozesse anderswo in der Welt sind.

Wir müssen auf unsere Seelen hören,
wenn wir gesund werden wollen.
Letztlich sind wir hier,
weil es kein Entrinnen vor uns selbst gibt.
Solange der Mensch sich nicht selbst
in den Augen und im Herzen seiner Mitmenschen begegnet,
ist er auf der Flucht.
Solange er nicht zulässt,
dass seine Mitmenschen an seinem Innersten teilhaben,
gibt es keine Geborgenheit.
Solange er sich fürchtet durchschaut zu werden,
kann er weder sich noch andere erkennen,
er wird allein sein.
Alles ist mit Allem verbunden.

(Hildegard von Bingen)

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Ethik grundsätzlich und damit auch die Umweltethik als Theorie (Darstellung und Kritik) umfasst zwei Aspekte. Zum einen beschreibt sie, was Menschen (auch Tiere) typischerweise tun oder nicht tun, welche beobachtbaren oder erschliessbaren Ursachen dabei wirksam sind, wie die Ursachen wirken und wie sie mitgeteilt werden. Beschrieben wird auch, welche Rechtsordnungen, Institutionen und Organisationen dabei eine Rolle spielen, welche individuellen und kollektiven Einstellungen und Erwartungen wichtig sind, und wie dies alles in komplexen Wechselwirkungen steht. Eine wichtige Beschreibungsperspektive ist die (reflektierte) Beobachtung eines Systems in einer Umwelt.

Zum anderen fragt und argumentiert sie, aufgrund welcher Gründe und Ursachen (Motiven, Überzeugungen, Zielsetzungen; Bestrebungen, Handlungen, Wirkungen) etwas, was ist, aber auch (in näher zu bestimmenden Grenzen) anders sein könnte, so ist, wie es ist, und warum es so sein (und bleiben) soll oder anders werden soll, als es ist. Es wird auch gefragt, ob und wie und warum/woraufhin Institutionen (z.B. rechtliche
Verfassungen) verändert werden können und sollen und wie entsprechende Organisationsformen (z.B. eine Behörde zum Umweltschutz) und Verfahrensordnungen (z.B. das Instrument der Verbandsklage) aussehen sollen.

Während zur Sphäre des Umweltrechts alle die Bestimmungen und Standards, die das Handeln von  Menschen und Institutionen verbindlich regeln (sollen) gehörn; gehören zur Moral diejenigen Motive, Überzeugungen und Hintergrundannahmen, die das Handeln, Verhalten und Unterlassen von Menschen prägen und prägen sollten, ohne dass diese mit den Mitteln des Rechts notfalls gegen Widerstreben durchgesetzt werden können und müssen: Ethische Fragen und Forderungen ---> Politsiche Diskusion, Diskurs ---> Gesetzgebung

Umweltethische Ziele müssen also in politische Forderungen und gesetzgeberische Initiativen übersetzt werden. Der Wille zur Politik – frei nach Max Weber: das Bohren dicker Bretter mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich – nötigt Menschen mit einer bestimmten umweltethischen
Überzeugung dazu, sich am Kampf um Mehrheiten und Meinungen aktiv am demokratischen Prozess im Rahmen verfassungsmässiger Regeln zu beteiligen. Dies wiederum setzt, wenn man nicht permanente Frustrationen sich einhandeln will, eine sorgfältige Einschätzung und einen kontrollierten Einsatz der eigenen Möglichkeiten voraus. Wer umweltethisch handeln will, kann schwerlich anders, als die Nähe zur
Politik zu bejahen. Dies impliziert notwendigerweise die Einübung in die demokratische Tugend der Kompromisses, es sei denn, es tun sich dabei  Grenzen der demokratischen Zumutbarkeit und Kompromissfähigkeit auf, insbesondere dann, wenn technische Innovationen in ausserordentlicher Weise elementare (Über-)Lebensinteressen von Menschen gefährden oder bedrohen.

Die Holistische Umweltethik muss folgende Felder berücksichtigen:

Ressourcennutzung und Stoffwirtschaft - Verbrauch natürlicher Ressourcen, (Roh-)Stoffverwendungen, Recycling; Gebrauchs-/Nutzwertfunktionen), Rahmenkonzepte: Nachhaltigkeit; Systemanalysen

Energie, E-Smog, Strahlenschutz - Gewinnung, Mix, Transport, Nutzung und Verbrauch, Gefahrenabwehr, Vorsorgeprinzip
Klimaschutz - Emissionsminimierung durch Anreize und Verbote
Umwelt und Gesundheit - Konzepte der Präventiv- und Sozialmedizin
Natürliche Schutzbereiche (Tierschutz, Pflanzenschutz, Landschaftsschutz, Boden, Gewässer)
Verkehr - Beruf, Freizeit, Sport; Energieverbrauch und Emissionen; Verlagerung von Verkehrsaufkommen; Tourismus 
Abfall/Emissionen - Vermeiden, Verwerten, Beseitigen
Anlagensicherheit und Störfallvorsorge - Industriepolitik, Verwaltungsverantwortung und (öffentliche) Bürgerbeteiligung, technische Sicherheitsstandards, Produktehaftung der Produzenten

Umweltforschung hat zahlreiche Träger, Verantwortliche und Finanzierungsquellen. Dadurch ergeben sich ein gewisser Wildwuchs und gleichzeitig ein Bedarf an Koordinierung (nicht: Reglementierung). Folgende Forschungsschwerpunkte könnten hier helfen:

Schwerpunkt 1 - Gefährdung von Mensch und Umwelt durch Schadstoffe, physikalische Belastungen und künstlich veränderte Organismen

Schwerpunkt 2 - Verlust der natürlichen Ressourcen sowie der biologischen und landschaftlichen Vielfalt 

Schwerpunkt 3 - Änderungen des Klimas und dessen Auswirkungen auf Natur und Gesellschaft

Schwerpunkt 4 - Umgang der Gesellschaft mit Risiken (integrales Risikomanagement)

Quellen: wikipedia, verschiedene, Unterlagen "Umweltethik -  Eine Skizze" (von Wolfgang Lienemann)
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DEGROWTH

Unter Degrowth oder Postwachstum versteht man eine Wirtschaftsweise und Gesellschaftsform, die das Wohlergehen aller zum Ziel hat und die ökologischen Lebensgrundlagen erhält. Dafür ist eine grundlegende Veränderung unserer Lebenswelt und ein umfassender kultureller Wandel notwendig.

Das aktuelle wirtschaftliche und gesellschaftliche Leitprinzip lautet jedoch ganz gegenteilig „höher, schneller, weiter“ – es bedingt und befördert eine Konkurrenz zwischen allen Menschen. Dies führt zum einen zu Beschleunigung, Überforderung und Ausgrenzung. Zum anderen zerstört die Wirtschaftsweise unsere natürlichen Lebensgrundlagen, sowie die Lebensräume von Pflanzen und Tieren.

Die gemeinsamen Werte einer Postwachstumsgesellschaft sollten dagegen Achtsamkeit, Solidarität, Respekt und Kooperation sein. Die Menschheit muss sich als Teil des planetarischen Ökosystems begreifen. Nur so kann ein selbstbestimmtes Leben in Würde für alle ermöglicht werden. Hildegard von Bingen (1098 bis 1171) meinte schon damals, was heute noch Gültigkeit hat: "Alles hängt mit allem zusammen."

Eine Orientierung am guten Leben für alle, bedeutet auch Konvivialität. Konvivialismus besagt das Ausloten von Möglichkeiten, wie jenseits der Wachstumsgesellschaft ein Zusammenleben möglich sein kann, wie Sozialität, Konflikt und Individualität aufeinander bezogen werden und wie ökologisch und sozial nachhaltige Formen demokratischen Lebens ausschauen können. Eine neue politische Philosophie  und Kunst des Zusammenlebens muss das Primat des Ökonomischen brechen und sich auf eine gemeinsame Menschheit und auf den Wert der Individualität zugleich berufen, ist daher geboten. (https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-2898-2/Das-konvivialistische-Manifest/

Eine Verringerung von Produktion und Konsum im globalen Norden, eine Befreiung vom einseitigen westlichen Entwicklungsparadigmata und damit die Ermöglichung einer selbstbestimmten Gestaltung von Gesellschaft im globalen Süden, sind notwendig.

Ein Ausbau demokratischer Entscheidungsformen, um echte politische Teilhabe zu ermöglichen, muss vorangetrieben werden.

Wir brauchen soziale Veränderungen und Orientierung an Suffizienz, statt bloßen technologischen Neuerungen und Effizienzsteigerung, um ökologische Probleme zu lösen. Die These von der Möglichkeit der absoluten Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch, ist historisch widerlegt.

Distanzierung von Formen der Wachstumskritik, welche die Sicherstellung eines guten Lebens für alle nicht im Blick hat., und die eindeutige und klare Ablehnung von rechter, rassistischer und sexistischer Form der Wachstumskritik, sind wichtige Maximen.

Unterstützung Regional verankerte, aber miteinander vernetzte und offene Wirtschaftskreisläufe.

Historie

Das englische Wort „degrowth“ wurde aus den lateinischen Sprachen abgeleitet. Die Vorsilbe „de“ steht für das Reduzieren oder Wegnehmen in diesem Fall für das Wegnehmen, Reduzieren von Wachstum. Die französischen und italienischen Äquivalente – décroissance und decrescita – beschreiben einen Fluss, der nach einer zerstörerischen Flut wieder in sein ursprüngliches Flussbett zurückkehrt.

Bereits 1972 fragte der Sozialphilosoph André Gorz, ob das „Gleichgewicht der Erde, für welches ein Nullwachstum – oder sogar eine Wachtsumsrücknahme – der materiellen Produktion eine notwendige Voraussetzung ist, mit dem Überleben des kapitalistischen Systems vereinbar sei. Im selben Jahr wurden “Die Grenzen das Wachstums” vom Club of Rome veröffentlicht. Sie entfachten eine breite Diskussion, in der in Frankreich auch der Begriff „décroissance” immer wieder auftauchte. Mit dem Ende der Ölkrise und dem sich ausbreitenden Neoliberalismus traten die Diskussionen allerdings in den 1980er und 1990er Jahren in den Hintergrund.

In den 1970er Jahren war Wachstumskritik auch in Deutschland in der Öffentlichkeit weit verbreitet. Magazine wie „Technologie und Politik. Das Magazin zur Wachstumskrise“ (1976-1983) diskutierten Alternativen zur Wachstumsgesellschaft, ganze Taschenbuchreihen in großen Verlagen wie Fischer oder Rowohlt widmeten sich diesen Fragen. Auch die neu gegründete Partei „Die Grünen“ hatte einen starken Flügel, der eine Abkehr vom Wirtschaftswachstum forderte. Mit den Konzepten der „nachhaltigen Entwicklung“ und der „ökologischen Modernisierung“, die in den 1980er und 1990er Jahren populär wurden, wurden diese Diskurse jedoch in den Hintergrund gedrängt und die Idee von „qualitativem“ oder „grünen“ Wachstum und einer Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch dominierten. Trotzdem gab es in den 1990er und 2000er Jahren mehrere große Konferenzen in Deutschland, bei denen das Thema Wachstumskritik eine zentrale Rolle einnahm, so die „Beyond Growth?“ Konferenz der Heinrich-Böll-Stiftung 1999 in Berlin oder die Konferenzreihe McPlanet, getragen von globalisierungskritischen, kirchlichen und Umweltverbänden. 

Seit dem Entstehen des globalisierungskritischen Netzwerks „Attac“ in Deutschland 2001 war Wachstumskritik dort ein Thema. 2009 veröffentlichten Matthias Schmelzer und Alexis Passadakis aus dem Attac-Koordinierungskreis ein Thesenpapier zu Postwachstum, 2010 einen Attac-Basistext. Aus dieser Initiative entstand die Vorbereitungsgruppe zum Kongress „Jenseits des Wachstums?!“, der 2011 in der TU Berlin etwa 3000 Menschen anzog und unter großer Beteiligung entwicklungs- und umweltpolitischer Gruppen und Verbände und gewerkschaftlicher Beteiligung statt fand.     
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      Stefan Weinert, D - 88212 Ravensburg ---  Caremanagement -

       http://rath-aus-ravensburg.mozello.com/

 

Kommentar von Annita K.

Jetzt sind wir gefragt!
Das Klima kippt – die Politik versagt auf ganzer Linie!Beim Klimagipfel in Madrid ging es um die Rettung der Welt. Der erzielte Kompromiss ist einfach zu wenig – die Verantwortlichen haben nicht verstanden, was wir zu verlieren haben.

Die Welt bewegt sich in Sachen Klimaschutz nicht voran – sie steckt fest. Besonders kleine Staaten und arme Länder sind gefangen in einer Todeszelle, deren Wände Verantwortungslosigkeit, Egoismus, Profitgier und vor allem mangelnde Weitsicht heißen. Doch unser Lebensstil droht uns alle in Haft zu nehmen. Und zwar bald.

25.000 Menschen hatten sich deshalb auf den Weg nach Madrid gemacht, um Lösungen für die aktuell größte Herausforderung der Menschheit zu finden: die Klimakrise. Es ging um Mechanismen zur Regelung des internationalen Handels mit Emissionszertifikaten und um Fragen der Finanzierung von Schäden, die durch extreme Wetterereignisse entstehen. Außerdem sollte ein Ausblick auf die weitere Zusammenarbeit zur Beschränkung des globalen Temperaturanstiegs gegeben werden.

Heraus kam nach zähen Verhandlungen ein Kompromiss. Dass nationale Interessen aber keine Rolle mehr spielen dürfen, wenn die Welt endgültig aus den Fugen gerät, haben die wenigsten verstanden. Stattdessen wurde geschachert. Der Regenwald wird nicht aus ideologischen Gründen schonungslos abgeholzt, in Deutschland soll nicht aus Tradition das Kohlekraftwerk Datteln 4 eröffnen. Es geht einzig und allein um wirtschaftliche Interessen.
Kippt das Klima, werden große Teile der Welt unbewohnbar

In Madrid wurden Geschäfte auf Kosten der Menschheit gemacht. Es ist nichts Neues, dass die einen sich zum Leid anderer bereichern. Doch 2019 liegt die Sache anders: Kippt das Klima, spielt Profit keine Rolle mehr. Dann geht es um das nackte Überleben. Kaum geahnte Flüchtlingsströme werden die Folge sein, wenn zahlreiche Länder nicht mehr bewohnbar sind. Der Planet wird nur noch wenige lebenswerte Orte beheimaten. Was bringt dann all das Geld, das wir 100 Jahre vorher gespart haben?

Das scheint den Trumps, Bolsonaros und Salmans nicht klar zu sein. Ihre Bevölkerung, in deren Namen sie angeblich handeln, könnte zu Klimaflüchtlingen werden oder einen nie dagewesenen Migrationsstrom zu verkraften haben. Und Deutschland? Svenja Schulze zeigt sich zwar unzufrieden mit dem Ausgang des Gipfels. Doch auch ihr Klimapaket wird weltweit nur belächelt. So wird das nichts, meine Damen und Herren!
Auch wir Wähler haben Schuld

Doch die Bundesumweltministerin ist nicht allein schuld daran. Auch ihre Kollegen – und vor allem wir Wähler – haben unseren Anteil. Denn wer will schon auf die jährlichen Ferien auf Mallorca verzichten und auf die praktische Autofahrt zum Wochenendeinkauf?