PFAND FÜR ALLE - Ausweitung der Pfandpflicht auf alle Einweg-PET-Flaschen

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PET – landläufig auch "Plastik" genannt – wird oft verteufelt, dabei ist nicht das PET selbst das Problem, sondern der Umgang damit und wo es landet, wenn es nicht richtig entsorgt wird. Im Vergleich zu anderen Verpackungsformen, wie beispielsweise Einweg-Glas, hat PET sogar einen geringeren CO2-Fußabdruck. Ein möglichst geringer CO2-Fußabdruck ist wichtig, um den Klimawandel nicht weiter anzuheizen. Richtig genutzt und recycelt ist PET ein wertvoller Rohstoff. Ein etabliertes Pfandsystem wie in Deutschland ist für die Wiederverwertung von PET der beste Weg. Deshalb wollen wir von innocent da mitmachen - freiwillig. Saft- und Smoothieflaschen sind aber per Gesetz vom Einwegpfand ausgeschlossen, daher sind wir bisher gescheitert. Aber weil uns Kreislaufwirtschaft so am Herzen liegt, nehmen wir das nicht hin. Deshalb fordern wir: #PfandfürAlle.

Wir fordern den Bundestag auf § 31 Absatz 4 Nr. 7 VerpackG so zu ändern, dass Pfand- und Rücknahmepflichten auf alle PET-Einweggetränkeverpackungen ausgeweitet werden.

Einweg-PET-Flaschen, deren Recyclingfähigkeit nicht beeinträchtigt ist, sollen unmittelbar in das Pfandgesetz aufgenommen werden. Einweg-PET-Flaschen mit eingeschränkter Recyclingfähigkeit, sollen so schnell wie möglich, jedoch mit einem entsprechenden Vorlauf, nicht mehr von Getränkeherstellern verwendet werden.

 

Begründung

  1. Verbraucherfreundlichkeit:
    In Deutschland werden jedes Jahr über 16 Mrd. Einweg-PET-Flaschen verkauft (Quelle: BGVZ), aber bei Weitem nicht alle recycelt. Zu viele Flaschen werden falsch entsorgt und verbrannt, da das aktuelle VerpackG für Verbraucher kaum verständlich ist. Ein Pfand für alle macht es ihnen leichter und trägt zu einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft bei.
  2. Gleichbehandlung:
    Vorrangiger Grund für die Ausnahme war bislang, dass diese Einweg-PET-Flaschen innen mit einer zusätzlichen Schicht (Barriere) ausgekleidet werden mussten, die das Recycling erschwert hat. Dieses Problem wurde durch die Entwicklung einer Beschichtung, die abgewaschen werden kann, behoben. Das System ist auf dem Markt eingeführt und erprobt. So gibt es bereits Hersteller, die Flaschen ohne oder mit abwaschbaren Beschichtungen anbieten. Diese sind jedoch weiterhin vom Pfandsystem ausgeschlossen. Ob eine Flasche eine Pfandflasche ist oder nicht, sollte daher nicht länger vom Inhalt, sondern von der Recyclingfähigkeit der Flasche abhängig gemacht werden.
  3. Verbreitung umweltgerechter Technologien:
    Durch die Ausweitung des Einwegpfandes werden Saft- und Nektarhersteller sowie andere Hersteller, die bislang (aus Kostengründen) keine wiederverwertbare Einweg-PET-Flaschen einsetzen, zur Investition in entsprechende Recyclingtechnologien ermutigt. Gleichzeitig wird ein Anreiz zur Entwicklung neuer umweltfreundlicher Verpackungen gesetzt.
  4. Erhöhung der Rückgabequote:
    Das Pfand führt bei PET-Flaschen zu einer deutlich höheren Rückgabequote von 96 % als andere Sammelsysteme wie beispielsweise der Grüne Punkt (Quelle: Umwelt Bundesamt, Bewertung der Verpackungsverordnung, 2010). Hier wird aktuell nur ein Drittel des Anteils werkstofflich verwertet. Eine erhöhte Rückgabequote ist notwendig, um die in der EU-Kunststoffrichtlinie (Richtlinie (EU) 2019/904 des europäischen Parlaments und des Rates) festgelegte Forderung, bis 2025 77 Gewichtsprozent und bis 2029 90 Gewichtsprozent der Abfälle aus Einwegkunststoffartikeln pro Jahr getrennt zu sammeln, zu erreichen. Die Richtlinie sieht dazu explizit die Einführung eines Pfandsystems als Möglichkeit vor.
  5. Ressourcenschonung, Erhöhung Recyclat:
    Durch die im Pfandsystem mögliche sortenreine Rückgabe der Einweg-PET-Flaschen kann mehr hochwertiges Recyclat (recycelter Kunststoff) hergestellt werden. Ein „bottle-to-bottle“ Recycling wäre dann möglich. Eine Einweg-PET Flasche kann so wieder zu einer Einweg-PET-Flasche verarbeitet werden. Dies ist wiederum notwendig, um die in der Kunststoffrichtlinie festgelegte Forderung, PET-Flaschen ab 2030 zu 30% aus recyceltem Kunststoff herzustellen, erfüllen zu können. Das große Ziel sollte dabei sein, 100 % PET wiederzuverwerten und 0 % PET zu verbrennen.
  6. Müllreduzierung:
    Durch die hohe Rückgabequote werden automatisch weniger Flaschen achtlos weggeworfen, was zu einer Entlastung der Umwelt und auch der Straßenreinigungen führt.