Atualização do abaixo-assinadoWir Eltern kämpfen für den Sorbisch-Unterricht unserer Kinder!Gemeinsam einen Schritt nach vorn: Besuch von Minister Baaske in Burg

Kathleen KomolkaAlemanha

16 de mai. de 2017
Der Samen, der bei unserem ersten gemeinsamen Termin mit Bildungsminister Günter Baaske, anlässlich der Übergabe des Zwischenstandes der Unterschriften dieser Petition im Februar gepflanzt wurde beginnt zu keimen.
Dies zeigt sich dran, dass der Minister unserer Einladung folgte und uns am 05.05.2017 gemeinsam mit Bildungsreferentin Claudia Kossatz, Ralph Kotsch, dem Pressesprecher des MBJS, sowie der Schulrätin Ilona Sieg und des Schulrates Michael Koch, einen Besuch an der Grund- und Oberschule "Mina Witkojz" in Burg/Spreewald einen Besuch abstattete.
Dieser Besuch ist ein wichtiger Schritt und ein Zeichen dafür, dass der Minister die Angelegenheiten unseres sorbisch-/wendischen Volkes ernst nimmt und wir gemeinsam einen Weg zu einer besseren Sorben-/Wenden-Schulverordnung (und darauf aufbauend auch einer entsprechenden GOST-Verordnung) beschreiten.
Ein Schritt, der uns erahnen lässt, dass aus dem zarten Keimling ein starker, schöner Lindenbaum heranwachsen könnte. Ein Lindenbaum, der unseren Kindern Schutz und Schatten spendet und unter dem auch in ferner Zukunft noch unsere sorbischen/wendischen Lieder erklingen werden. Lieder, die vom Wind in die Herzen der Menschen getragen werden.
Und weil Lieder und gemeinsame Tänze Herzen öffnen und Menschen verbinden, wurde zur Begrüßung von Herrn Baaske und seiner Kolleginnen und Kollegen auch gemeinsam das Tanzbein geschwungen. Das Kinderensemble "LIPA" gab eine Kostprobe seines Könnens und gemeinsam mit Ann-Cathrin (Schülerin des Niedersorbischen Gymnasiums in Cottbus) legte der Minister beherzt zur wendischen Version der "Annemarie-Polka", gemeinsam mit den sorbisch-lernenden Kindern, Lehrern, Eltern und anderen Gästen, eine flotte Sohle aufs Parkett...
Der Lehrer Uwe Gutschmidt vermittelte dem Minister und seinem Team anschließend einen Einblick in den bilingualen Unterricht der 4. Klasse im Fach Mathematik. Dabei wurde deutlich, dass die ersten Tücken bereits bei den Unterrichtsmaterialien lauern, welche für die Kinder verständlich sein müssen, bestehen. Zunächst sind Sachaufgaben inhaltlich zu erschließen und auf das Sprachverständnis hin zu überprüfen, bevor an die Lösung derselben gegangen werden kann. Dabei kommen individuelle Leistungsunterschiede der Kinder -sowohl im Fachunterricht, als auch im Sprachverständnis- besonders zum Tragen. Diesen und weiteren Aspekten muss der Lehrer allein gerecht werden, dem hier -anders als in Sachsen- kein zweiter Pädagoge zur Prüfung und Vermittlung des Sprachverständnis zur Seite steht, während der andere Lehrer den Fachunterricht vermitteln kann.
In der Gesprächsrunde mit den Kindern gelang es Bildunsminister Günter Baaske mit Witz und Charme die anfängliche kindliche Zurückhaltung zu lösen und sich angeregt mit den Kindern zu unterhalten:
Die Teilnehmer hörten von den Kindern -von Hannah, Julia, Joleena, Maya und den anderen Schülerinnen und Schülern- was sie im Bezug auf den sorbisch/wendisch Unterricht bewegt. Ein Mädchen der dritten Klasse erzählte, wie gern sie ihre Tracht trägt und ihr diese am Herzen liegt. Die Tracht, die bereits ihre Großmutter als Kind trug und die ihr deshalb ein ganz besonderer Schatz ist.
Elias (ein Schüler des Niedersorbischen Gymnasiums Cottbus) hatte den Mut die Probleme des jahrangsübergreifenden Unterrichts anzusprechen. Tillmann lobte die Vorzüge und die Freude am Lernen im bilingualen WITAJ-Unterricht, die Mädchen stellten Minister Baaske ihre Fragen und umgekehrt. Sie berichteten vom sorbischen Leben, unseren gelebten Bräuchen und Traditionen, mit denen diese Kinder ganz selbstverständlich im Lausitz Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden in und um Burg aufwachsen.
Das ist auch gut so und die Folge der intensiven Arbeit und Bemühungen der letzten Jahrzehnte, in denen die Bräuche und Traditionen bereits gut revitalisiert und -insbesondere in den dörflichen Jahreskreis- integriert werden konnte.
Diese Integration und Revitalisierung muss uns nun auch mit unserer sorbischen/wendischen Sprache hier in der Brandenburger Niederlausitz gelingen.
Dazu ergriffen mit Astrid und Jörg in der anschließenden Gesprächsrunde die Vertreter von uns Eltern eindringlich das Wort. Beide machten deutlich, wie wichtig der Erhalt unserer ureigenen Sprache für das sorbische Leben in den Dorfgemeinschaften aber auch für den Tourismus ist. Wir dürfen keine Hülle sein, die Touristen eine Spreewaldkulisse verkauft, sondern müssen die Gelegenheit haben die sorbische/wendische Sprache im Alltag sprechen zu können. Diese, unsere, Sprache gehört zentral und unerlässlich zu unserer sorbischen Identität. Die niedersorbische oder wendische Sprache ist eine Besonderheit, die unsere Region in Spreewald und Niederlausitz ausmacht.
Eine Besonderheit die jährlich hunderttausende Touristen in den Spreewald lockt. Touristen, die hochgradig daran interessiert sind unser Volk und -davon untrennbar- unsere Sprache und Kultur zu erleben.
Netti Sischke sprach als Vertreterin des WITAJ-Kindergartens "MATO RIZO" und berichtete von der Diskriminierung und Repression gegen das sorbische Volk und die sorbische Sprache während und nach dem 2. Weltkrieg und wie dieser Umstand zur Folge hatte, dass unsere Sprache in den Familien der Niederlausitz nicht weiter gegeben wurde und schließlich fast verstummte. Diese über mehrere Generationen unterdrückte Sprache wird durch den Erfolg des WITAJ-Programms nun wiederbelebt. Durch WITAJ ist es möglich, dass sich Enkel und Urenkel nun wieder mit ihren Großeltern in der Sprache, die einst deren Muttersprache und damit die erste Sprache vor der deutschen Sprache war, unterhalten können.
Bricht durch eine Verordnung mit einer einschränkenden Mindestgruppenstärke der Sorbisch-/WITAJ-Unterricht weg, so stirbt unsere niedersorbische/wendische Sprache mit der alten und letzten Generation an Muttersprachlern, die das Rentenalter oft bereits lange erreicht haben.
Dies müssen wir JETZT und mit allen uns zur Verfügung stehenden Kräften verhindern.
Astrid mahnt den Minister und alle Anwesenden eindringlich es nicht dazu kommen zu lassen! Lasst unsere Sprache nicht erst sterben und im Museum ausstellen, bevor wir erkennen was wir daran hatten und dann zu versuchen sie mühsam zum Leben zu erwecken. Sie beschwört den Minister und seine Begleiter eindringlich: Wir brauchen unsere Sprache um nicht nur sorbische Hülle in Tracht zu sein, sondern wirklich unser Volk und dazu untrennbar gehörig unsere sprachliche Identität zu verkörpern.
Für Jörg, einen Vater aus unserer Initiative, liegt der Schlüssel zu des Rätsels Lösung darin, sich tatsächlich und nachdrücklich zum Sorbischunterricht zu bekennen und künftig Bedingungen zu schaffen, damit jedem Schulkind unsere Sprache im Siedlungsgebiet angeboten werden kann. In Spanien zum Beispiel ist mallorquinisch eine Pflichtsprache für Kinder in der Grundschule. Das damit wunderbare Erfolge für den Spracherhalt von Mindereitensprachen zu erzielen sind, hat Jörg am Beispiel seines Sohnes Tillmanns selbst erfahren, als die Familie viele Jahre in Spanien lebte und arbeitete. Dort ist Mallorquinisch -als regionale Mutter-/ und zugleich Minderheitensprache- ab der ersten Klassenstufe ein Pflichtfach für alle Kinder. Die spanische Sprache kommt erst ab der vierten Klasse im Lehrplan hinzu. Dies ist dort gesamtgesellschaftlich gewollt und anerkannt!
In einer letzten inhaltlichen Diskussionsrunde wurden in kleinem Kreis fachliche Fragen und Aspekte der geplanten Verordnung besprochen und wir nutzten die Gelegenheit dem Minister die gemeinsamen Forderungen der Eltern und Sorbischlehrer/innen zu übergeben.
Eine zentrale Frage für uns ist, ob der Tag den Vertretern des Bildungsministeriums auch fachlich etwas gebracht habe? Wir sind zuversichtlich und glauben dies durchaus!
Wir erlebten den Minister und sein Team als sehr offen, interessiert und aufgeschlossen.
Bester Laune ließ der Minister die circa 130 anwesenden sorbisch/wendisch lernenden Kindern der Grund- und Oberschule Burg wissen, dass er beim Fußball immer für die schwächere Mannschaft sei und er aufgrund seines stark ausgeprägten Gerechtigkeitsempfindens ein Herz für die Minderheiten und damit auch für uns Sorben/Wenden in Brandenburg habe. Auch im weiteren Verlauf des Termins sicherte Minister Baaske mehrmals zu - auch vor dem Finanzminister und anderen- für uns einstehen und für unsere sorbischen Kinder kämpfen zu wollen.
Sehr geehrter Herr Minister Baaske, wir danken Ihnen und den anwesenden Vertretern Ihrer Ministeriums für den gelungenen Termin und den angeregten, engagierten, unterstützenden Austausch.
Wir danken Ihnen von Herzen, dass Sie mit diesem Termin ein weiteres sehr wichtiges und deutliches Zeichen an uns gesendet haben.
Voller Hoffnung und Zuversicht sehen wir den weiteren folgenden Schritten zu einer zukunftsweisenden Sorben/Wenden-Schulverordnung entgegen!
Wir freuen uns, mit diesem Termin einen gemeinsamen Schritt vorangekommen zu sein. Wir Eltern sind voller Vertrauen darauf, dass unser zarter Keimling weiter gehütet und geschützt im Schatten der großen Bäume wächst und gedeiht und zu einer stattlichen, robusten und langlebigen Linde heranwachsen werde...
Wir danken allen Teilnehmern und Unterstützern -bei uns vor Ort in der Brandenburger Lausitz- aber und insbesondre auch dieser Petition!
Eure Anteilnahme und aktive Beteiligung hat uns so manche zuvor verschlossene Tür geöffnet und diesen aktiven, positiven Austausch möglich gemacht. Dafür danken wir euch von Herzen und werben auch weiter um Eure Unterstützung:
Bitte unterzeichnet und teilt diese Petition, denn vor uns liegt gemeinsam noch ein weiter Weg bis der Erhalt der sorbischen/wendischen Sprache für unsere Kinder gesichert ist und bleibt.
Ein Weg, auf dem JEDE STIMME ZÄHLT!
Vielen Dank!
Copiar link
WhatsApp
Facebook
Nextdoor
E-mail
X