Jana Büttner-RoßbergOelsnitz/Erzgeb., Germany

Jun 15, 2017
Liebe Unterstützerinnen, liebe Unterstützer,
die Demo letzten Sonntag in Dresden, organisiert von den Jugendlichen ohne Grenzen (www.jogspace.com) unter politischer Beteiligung für Perspektiven statt Des-Integrationspolitik, gegen Abschiebungen aller Art und speziell nach Afghanistan war sehr gut. Die Energie und Kraft, die da aufkommt, wenn man weiß, es sind noch hunderte Menschen um einen herum, ist irre und hat mich noch Tage danach getragen. Sehr beeindruckend fand ich auch die hohe Zahl der afghanischen Teilnehmer, welche ja gerade Ramadan haben und bei über 30 Grad und brennender Sonne lautstark mit uns protestiert haben.
Angesetzt war dieser Protest nicht zufällig vergangenen Sonntag, sondern am Vortag der am Montag beginnenden Innenenministerkonferenz der Länder.
Zum Nachlesen und Nachschauen:
https://www.sz-online.de/nachrichten/demo-gegen-abschiebung-3702489.html
http://www.mdr.de/mediathek/themen/sachsen/video-113052_zc-6c2f51a1_zs-2a69230a.html
https://www.zdf.de/nachrichten/heute-in-deutschland/heute---in-deutschland-innenminister-tagen-in-dresden-100.html
Das Thema Abschiebestopp speziell nach Afghanistan ist in aller Munde und wird gerade politisch so heiß diskutiert wie noch nie. Das ist gut so! Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, bis Juli die Lage in Afghanistan neu zu bewerten. Dass es bis jetzt nicht wirklich um die ach so sichere Lage in Afghanistan sondern um politisches Kalkül mit den Abschiebungen ging, dürfte nun allen klar sein.
Hoffentlich haben Merkel, de Maiziere, Sigmar Gabriel und Co. mittlerweile auch Kentnnis von dieser Meldung (vom 2. Juni 2017) als unmittelbare Reaktion Afghanistans auf die schweren Anschläge in Kabul:
http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-06/abschiebung-afghanistan-regierung-abschiebung-stopp-forderung
In den letzten Wochen haben drei unserer afghanischen Schutzsuchenden bei uns im Ort den Ablehnungsbescheid bekommen mit der Auflage, die Bundesrepublik in den nächsten 30 Tagen zu verlassen. Haarsträubend sind immer wieder die Begründungen des Bescheide bestehend aus Textbausteinen sowie die Vorschläge, die verbale Schläge sind, wo und wie die jungen Männer als Rückkehrer denn am besten in Afghanistan leben könnten.
Die Zahlen und Daten sind aus den Jahren 2014 und 2015. Herat wird noch immer als sichere Stadt beschrieben. Und was am meisten zum Himmel schreit, ist der Tipp, zum Beispiel eben nach Herat zu gehen und dort Fuß zu fassen. Was die Verantwortlichen noch nicht verstanden haben ist die Tatsache, dass es in Afghanistan nicht möglich ist, von einer Stadt in eine andere umzuziehen und sich dort nieder zu lassen, wenn man da keine Familie oder Freunde hat.
Jugendlichen ohne Grenzen, die Organisatoren der Demo letzten Sonntag in Dresden haben dem bayrischen Innenminister Joachim Herrmann den Negativpreis
„Abschiebeminister 2017“ übergeben.
http://konferenz.jogspace.net/2017/06/14/jog-uebergibt-den-negativ-preis-an-den-abschiebeminister-2017-joachim-herrmann/#more-2925
Gerade jetzt ist das Thema Abschiebungen in aller Munde wie nie zuvor. Jetzt heißt es nicht nachlassen, sondern dran bleiben. LAUT SEIN!!!! … bis die Abschiebungen endgültig aufhören!
Beteiligt euch an Protesten, schiebt selbst welche an. Schreibt Protestbriefe und -mails … Und: SEID LAUT!!!!
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