Actualización de la peticiónSofortiger Abschiebestopp nach Afghanistanberührend - traurig - Wut im Bauch - Verzweiflung
Jana Büttner-RoßbergOelsnitz/Erzgeb., Alemania
27 abr 2017
Liebe UnterstützerInnen und Unterstützer, vergangenen Montag war es leider wieder soweit und die Anweisungen des Bundesinnenministeriums wurden aus reinem politischem Kalkül durchgesetzt und erneut 14 afghanische Männer nach Kabul deportiert. Mit welcher menschenverachtenden Brutalität unsere Behörden vorgehen, zeigen diese beiden Beispiele: Ubaidullah, 23 Jahre alt, wurde letzten Freitag bei seiner Arbeit als Schichtleiter bei Burger King festgenommen und nach Mühldorf (Bayern) in Abschiebehaft gebracht. Er war als Minderjähriger vor den Taliban geflüchtet. Diese kamen zu ihm ins Haus und haben ihn bedroht, festgehalten und geschlagen (gescheiterte Zwangsrekrutierung). Sein Cousin wurde vor kurzem von den Taliban ermordet. Der 23jährige lebt seit fast 7 Jahren in Deutschland, seit Jahren fest angestellt bei Burger King (Schichtleiter), er ist NIE straffällig geworden. Er wurde am Freitag bei der Arbeit festgenommen, obwohl er einen Asylfolgeantrag gestellt hat. Seine Helfer haben alles getan, damit er hierbleiben kann! Dies ist ihnen leider nicht gelungen. Ubaidullah befindet sich jetzt in Afghanistan. Doch auch in viele andere Länder wird abgeschoben unter Missachtung der Menschenrechte. Bei BAMF und Ausländerbehörde gilt eben NICHT das Prinzip „Der Einzelfall zählt“. Das Schicksal einer albanischen Familie mit drei Kindern, deren Mutter schwer traumatisiert ist und seit einem Abschiebeversuch vor 4 Wochen in der geschlossenen Psychiatrie ist: Die zweijährige Tochter musste mitansehen, wie ihr Vater und ihr 14jähriger Bruder von der Polizei mit Hand- und Fußfesseln weggeführt wurden und wie die Mutter zusammenbrach. Danach verweigerte die Kleine die Nahrung und verletzte sich selbst. Damit nicht genug – kurz darauf versuchte die Polizei erneut, Vater und Kinder abzuschieben! Erst ein Flughafenarzt in Frankfurt konnte sie stoppen. Das ist Staatsterror gegen psychisch Kranke! Und es ist einer der krassesten Fälle … Und warum müssen Menschen, die hier Schutz suchen, die so viel Schlimmes erlebt haben, in Hand- und Fußfesseln weggebracht werden? Wieso kommen „rückzuführende“ Asylsuchende, wie die Verantwortlichen das beschönigend nennen, überhaupt ins Gefängnis. Ist denn die Suche nach Schutz und des Rettenwollen der eigenen Haut gleichzusetzen mit Straftaten, die Haft rechtfertigen?? Unschuldige Menschen werden vom Staat aus unserer Mitte gerissen und in eine unsichere und lebensbedrohliche Umgebung verschleppt – das hatten wir alles schon mal – vor mehr als 70 Jahren. Es ist beschämend, das dies sich tatsächlich gerade wiederholt. Dass wir eine Regierung, die sich über das Schicksal anderer Nationen erhebt – sow ei damals die Deutschen über die Juden. Noch dazu sei angemerkt, dass es sich bei den Abgeschobenen vorwiegend um langjährig geduldete Afghanen handelt. Damit ergibt sich ein doppelter Wahnsinn: Das sind Menschen, die integriert sind und wie am Beispiel Ubaidullahs zu sehen Teil unserer Systeme sind. Mit Menschenrechtsargumenten kann man vielen PolitikerInnen nicht kommen. Aber die Angst, nicht wiedergewählt zu werden, ist schon eine Motivation. Wir sind auch Wähler, und wir sind viele! Deswegen: Bleibt laut!
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