Verifizierter Erfolg

Corona-Krise: Heilmittelerbringer*innen fordern Unterstützung!

Diese Petition war mit 7.448 Unterstützer*innen erfolgreich!


Gemeinsamer Aufruf von Heilmittelerbringer*innen an die Politik
 
Sehr geehrter Herr Spahn,
 
mein Name ist Michael Wüstenhagen. Ich bin ausgebildeter Physiotherapeut und Prokurist in einem Berliner Unternehmen, das seit über 25 Jahren Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie anbietet. Derzeit betreiben wir vier Praxen sowie ein mobiles Team für Pflegeeinrichtungen und Hausbesuche. 2019 und 2020 wurden wir mit dem Siegel „Great Place To Work“ als einer der besten Arbeitgeber Berlin-Brandenburgs zertifiziert.
 
Die Corona-Krise stellt unser Unternehmen und den Berufsstand der Heilmittelerbringer*innen vor große Probleme.


Mit den Maßnahmen vom 16.03.2020 wurden unsere Berufe – Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie und Podologie – als systemrelevant eingestuft. Wir sollen also weiterhin im direkten Kontakt mit unseren Patient*innen stehen und sie nach den Rahmenverträgen mit den Krankenkassen behandeln. In der Pressekonferenz vom 22.03.2020 wurde von der Bundeskanzlerin bekanntgegeben: „Medizinisch notwendige Behandlungen bleiben weiterhin möglich.“
 
Für die Wertschätzung seitens der Politik durch die Einstufung unserer Berufe als systemrelevant möchten wir uns bedanken. Allerdings stimmt diese Wertschätzung nicht mit weiteren Entscheidungen und Handlungen der Politik überein.
 
Aktuell haben wir drei große Probleme:
 
1. Gesundheitliche Sicherheit – keine Schutzausrüstung verfügbar
 
Therapeut*innen und Patient*innen fürchten um ihre Gesundheit.
 
Heilmittelerbringer*innen behandeln Risikogruppen. Wir haben keine Schutzausrüstung – und durch Engpässe in Produktion und Lieferung derzeit keine Möglichkeit der Beschaffung!
 
Durch fehlende Unterstützung von Heilmittelerbringer*innen seitens der Politik zwingen Sie Patient*innen, auf ihre ärztlich verordnete und notwendige Behandlung zu verzichten. Dadurch entstehen gesundheitliche Folgeschäden, die wiederum einen höheren Behandlungs- und gegebenenfalls einen höheren Pflegeaufwand nach sich ziehen.
 
Unser Gesundheitssystem benötigt gerade jetzt alle Kapazitäten an anderer Front. Sie sollten es daher nicht durch eine Unterversorgung im Heilmittelbereich zusätzlich belasten!
 
2. Wirtschaftliche Sicherheit – keine angemessene Soforthilfe
 
Therapeut*innen und Patient*innen haben Angst um ihre Zukunft.
 
Der Corona-Rettungsschirm von Bund und Ländern ging größtenteils an den Heilmittelerbringer*innen vorbei. Kleine Praxen mit weniger als 10 Mitarbeitenden erhalten eine Förderung von bis zu 15.000 Euro. In einigen Bundesländern gibt es auch Maßnahmen für größere Praxen und Zentren, die jedoch den tatsächlichen Bedarf keinesfalls decken.
 
Praxen und Zentren werden von Patient*innen gemieden. Pflegeeinrichtungen dürfen in großen Teilen nicht mehr von Heilmittelerbringer*innen betreten werden. Dadurch sinken deren Einnahmen drastisch!  
 
Die aktuellen Kontostände, mit welchen die Liquidität der Praxen angezeigt werden muss, stammen von Behandlungen aus dem Februar 2020 und sind noch nicht durch die Corona-Krise gekennzeichnet. Daher wird die wirtschaftliche Krise in unserer Branche mit Verzögerung ankommen. Wenn seitens der Politik nicht nachgesteuert wird, kommt es zu einer massiven Anzahl von Insolvenzen. Dadurch werden nicht nur Existenzen zerstört, auch die Gesundheit der Bevölkerung wird in Zukunft leiden.
 
3. Gesicherte Kinderbetreuung – Heilmittelerbringer*innen werden nicht berücksichtigt
 
Wegen fehlender Kinderbetreuung nehmen Krankschreibungen von Arbeitskräften in systemrelevanten Berufen zu.
 
Ein weiterer wirtschaftlicher Tiefschlag sind zunehmende Krankschreibungen, weil Therapeut*innen nicht wissen, wer sich um ihre Kinder kümmern soll. Die Verantwortung dafür liegt nicht nur bei denjenigen, die darauf zurückgreifen. Sie liegt auch bei Ihnen. Die Politik hat es versäumt, die Versorgung jener zu überdenken, die aktuell noch arbeiten wollen und müssen.
 
Am 22.03.2020 wurde in Berlin bereits nachgebessert. Allerdings wurden im Heilmittelbereich lediglich die Physiotherapeut*innen bedacht. Was ist mit Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen, Podolog*innen, Rezeptions- und Verwaltungskräften, die in systemrelevanten Praxen oder Zentren tätig sind?
 
Wir fordern daher:

Dringend benötigte Schutzausrüstung für die Arbeit an den Patient*innen
 
Ausweitung des Corona-Rettungsschirms auch auf Heilmittelerbringer*innen
 
Bereitstellung und Sicherung von Kita-Plätzen auch zur Betreuung der Kinder von Ergotherapeut*innen, Logopäd*innen, Podolog*innen sowie Rezeptions- und Verwaltungskräften in systemrelevanten Praxen und Zentren



Heute: Michael verlässt sich auf Sie

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