Petition gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im und um den Tharandter Wald

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Alexander Fleischer und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Wir, die Unterzeichnenden, wenden uns gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Tharandter Wald und anliegenden Ortschaften. Unsere Ablehnung basiert nicht auf grundsätzlicher Gegnerschaft gegenüber erneuerbaren Energien, sondern auf einer standortbezogenen Bewertung der ökologischen, hydrologischen, sozioökonomischen und gesundheitlichen Risiken dieses konkreten Gebietes.

 

Sie richtet sich gegen einen Standort, der ökologisch sensibel, hydrologisch riskant, gesundheitlich problematisch und artenschutzrechtlich konfliktbeladen ist.

 

Eine nachhaltige Energiewende erfordert geeignete Standorte, nicht die Nutzung jedes verfügbaren Raumes.

 

1.    Ungeeigneter Standort: Landschaftsschutzgebiet mit hoher Schutzfunktion
Der Tharandter Wald ist ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet und zählt zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten in der Region Sachsen. 

 

Er erfüllt gleichzeitig mehrere Funktionen:

  • Schutz von Biodiversität
  • Sicherung des Wasserhaushalts
  • Naherholung und Gesundheitsraum
  • wissenschaftlicher Referenzraum (u. a. forstwissenschaftliche Nutzung)
  • wichtiger Faktor in der Kalt- bzw. Frischluftschneise für die Großstadt Dresden
     

Ein solcher Raum ist per Definition kein konfliktarmer Standort für großtechnische Infrastruktur.

 

2.    Geologie und Wasserhaushalt: empfindliches Quellgebiet
Der Tharandter Wald liegt auf geologisch sensiblen Strukturen mit wasserführenden Schichten und Quellbereichen. Diese sind entscheidend für die Grundwasserneubildung, die lokale Trinkwasserversorgung und für die Stabilität von Waldökosystemen. 

Der Bau von Windkraftanlagen erfordert großflächige Rodungen, massive Betonfundamente und schwere Bau- und Transporttechnik. Diese Eingriffe führen nachweislich zu Bodenverdichtung, Veränderung von Versickerungsprozessen und zur Störung unterirdischer Wasserflüsse.

 

In einem Quellgebiet, speziell im vorgesehenen Windenergiegebiet zwischen Hetzdorf, Grillenburg und Naundorf, können solche Veränderungen dauerhafte und nicht reversibel korrigierbare Schäden verursachen.

 

3.    Nähe zum Rehabilitationsstandort Hetzdorf
In unmittelbarer Nähe befindet sich Hetzdorf mit einer Rehabilitationsklinik.

Die therapeutische Wirksamkeit solcher Einrichtungen beruht wesentlich auf Ruhe (akustisch und visuell), Luftqualität und einem naturnahen Umfeld.

Windkraftanlagen erzeugen dauerhafte Geräuschemissionen, periodische Schattenwürfe und eine technische Dominanz im Landschaftsbild.

Diese Faktoren stehen im direkten Widerspruch zu den Anforderungen eines medizinischen Erholungsraums.

 

4.    Infraschall: wissenschaftlich nicht abschließend geklärt – aber relevant
Messungen zeigen eindeutig, dass Windkraftanlagen Infraschall erzeugen.

Die Bewertung der gesundheitlichen Wirkung ist international Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, u. a. in: 

Dabei werden Effekte wie Schlafstörungen, Stressreaktionen und vegetative Belastungen untersucht. Neueste Untersuchungen versuchen, den Einfluss von Infraschall auf die Herztätigkeit zu verifizieren. 

Ein Bericht im SWR und wissenschaftliche Veröffentlichungen greifen dieses Thema auf: Infraschall von Windrädern ist kein harmloses Hintergrundrauschen – er ist eine gesundheitliche Noxe. 

 

Mainzer Studie: Infraschall von Windrädern kann die Herzleistung des Menschen deutlich schädigen - Mainz

 

"Deutlich erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen in Kommunen mit erheblichem Ausbau der Windenergie“, 132. Kongress der DGIM, April 2026, Abstract ID 85384 (Universitätsmedizin Mainz, Arbeitsgruppe Infraschall)

 

Auch wenn kein vollständiger wissenschaftlicher Konsens besteht, gilt:

 

Eine fehlende abschließende Klärung ist kein Beleg für Unbedenklichkeit.

 

Gerade bei sensiblen Nutzungen wie einer Rehaklinik ist daher eine vorsorgliche Standortwahl zwingend.

 

5.    Stoffeinträge und Materialfragen (inkl. PFAS-Diskussion)
Moderne Windkraftanlagen bestehen aus komplexen Verbundmaterialien und Beschichtungen. Diskutiert werden dabei u. a. der Abrieb von Rotorblättern (Mikropartikel) und der Einsatz langlebiger Chemikalien (z. B. PFAS in bestimmten Anwendungen).

Unstrittig ist, dass Rotorblätter einem Verschleiß unterliegen und Materialpartikel in die Umwelt gelangen.

 

In einem sensiblen Wald- und Quellgebiet ist jeder zusätzliche Stoffeintrag kritisch zu bewerten, insbesondere wenn Abbauprozesse sehr langsam und Stoffe potenziell im Wasser mobil sind.

 

6.    Gefährdung geschützter Arten
Der Tharandter Wald ist Lebensraum verschiedener geschützter Fledermausarten (LRA Mittelsachsen, Überarbeitung Habitat der SAC (Stand: 17.12.2025)) sowie des Schwarzstorches.

Beide Arten sind hochempfindlich gegenüber Störungen und haben nachgewiesene Konflikte mit Windkraftanlagen. Insbesondere bei Fledermäusen sind Kollisionen und Barotraumen durch Druckveränderungen belegt.

Großräumige Waldstandorte gehören zu den konfliktträchtigsten Bereichen für Windkraft. 

 

7.    Waldverlust und ökologische Folgeschäden
Für Bau und Betrieb von Windkraftanlagen im Wald sind Rodungsflächen, dauerhafte Zuwegungen und technische Infrastruktur erforderlich.

Dies führt zur Fragmentierung des Waldes, der Veränderung des Mikroklimas und zu einer erhöhten Austrocknung angrenzender Flächen.

 

Der Wald verliert damit genau jene Funktionen, die ihn ökologisch wertvoll machen.

 

8.    Sozioökonomische Auswirkungen: Wertverlust und demografische Effekte
Neben ökologischen Aspekten sind auch die Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung zu berücksichtigen.

Erfahrungen aus verschiedenen Regionen zeigen, dass die Attraktivität von Wohnlagen beeinflusst wird, weil Windkraftanlagen als störend (visuell, akustisch) wahrgenommen werden. Folglich sind Immobilien in unmittelbarer Nähe solcher Anlagen häufig schwerer vermarktbar und die Investitionsbereitschaft in Wohneigentum sinkt in entsprechend geprägten Gebieten.

 

Dies kann zu folgenden Entwicklungen führen:

  • Zurückhaltung bei Zuzug, insbesondere von jungen Familien
  • Abwanderung in attraktivere Wohnlagen
  • langfristige Schwächung der lokalen Bevölkerungsstruktur
     

Gerade ländliche Räume sind auf stabile Bevölkerungszahlen und Zuzug angewiesen. Eine Entwicklung, die die Standortattraktivität mindert, wirkt sich unmittelbar auf kommunale Einnahmen, die Infrastruktur (Schulen, Versorgung) und die soziale Stabilität aus.

 

Diese Effekte sind nicht zwingend in jedem Einzelfall gleich stark ausgeprägt, stellen jedoch ein real beobachtbares Risiko dar, das in Planungsprozessen berücksichtigt werden muss.

 

9. Forderungen
Wir fordern:

  • Den Verzicht auf Windkraftanlagen im Tharandter Wald und angrenzenden Ortschaften
  • Den Schutz des Gebietes als Natur-, Wasser- und Erholungsraum
  • Vollständige und unabhängige Umweltverträglichkeitsprüfungen
  • Verlagerung von Projekten auf weniger sensible Standorte
     

Für eine Energiewende mit Augenmaß – und für den Erhalt eines einzigartigen Naturraums.

 

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Klaus StanekPetitionsstarter*in

3.741

Aktuelle Unterzeichner*innen:
Alexander Fleischer und 19 andere Personen haben kürzlich unterschrieben.

Das Problem

Wir, die Unterzeichnenden, wenden uns gegen die Errichtung von Windkraftanlagen im Tharandter Wald und anliegenden Ortschaften. Unsere Ablehnung basiert nicht auf grundsätzlicher Gegnerschaft gegenüber erneuerbaren Energien, sondern auf einer standortbezogenen Bewertung der ökologischen, hydrologischen, sozioökonomischen und gesundheitlichen Risiken dieses konkreten Gebietes.

 

Sie richtet sich gegen einen Standort, der ökologisch sensibel, hydrologisch riskant, gesundheitlich problematisch und artenschutzrechtlich konfliktbeladen ist.

 

Eine nachhaltige Energiewende erfordert geeignete Standorte, nicht die Nutzung jedes verfügbaren Raumes.

 

1.    Ungeeigneter Standort: Landschaftsschutzgebiet mit hoher Schutzfunktion
Der Tharandter Wald ist ein ausgewiesenes Landschaftsschutzgebiet und zählt zu den größten zusammenhängenden Waldgebieten in der Region Sachsen. 

 

Er erfüllt gleichzeitig mehrere Funktionen:

  • Schutz von Biodiversität
  • Sicherung des Wasserhaushalts
  • Naherholung und Gesundheitsraum
  • wissenschaftlicher Referenzraum (u. a. forstwissenschaftliche Nutzung)
  • wichtiger Faktor in der Kalt- bzw. Frischluftschneise für die Großstadt Dresden
     

Ein solcher Raum ist per Definition kein konfliktarmer Standort für großtechnische Infrastruktur.

 

2.    Geologie und Wasserhaushalt: empfindliches Quellgebiet
Der Tharandter Wald liegt auf geologisch sensiblen Strukturen mit wasserführenden Schichten und Quellbereichen. Diese sind entscheidend für die Grundwasserneubildung, die lokale Trinkwasserversorgung und für die Stabilität von Waldökosystemen. 

Der Bau von Windkraftanlagen erfordert großflächige Rodungen, massive Betonfundamente und schwere Bau- und Transporttechnik. Diese Eingriffe führen nachweislich zu Bodenverdichtung, Veränderung von Versickerungsprozessen und zur Störung unterirdischer Wasserflüsse.

 

In einem Quellgebiet, speziell im vorgesehenen Windenergiegebiet zwischen Hetzdorf, Grillenburg und Naundorf, können solche Veränderungen dauerhafte und nicht reversibel korrigierbare Schäden verursachen.

 

3.    Nähe zum Rehabilitationsstandort Hetzdorf
In unmittelbarer Nähe befindet sich Hetzdorf mit einer Rehabilitationsklinik.

Die therapeutische Wirksamkeit solcher Einrichtungen beruht wesentlich auf Ruhe (akustisch und visuell), Luftqualität und einem naturnahen Umfeld.

Windkraftanlagen erzeugen dauerhafte Geräuschemissionen, periodische Schattenwürfe und eine technische Dominanz im Landschaftsbild.

Diese Faktoren stehen im direkten Widerspruch zu den Anforderungen eines medizinischen Erholungsraums.

 

4.    Infraschall: wissenschaftlich nicht abschließend geklärt – aber relevant
Messungen zeigen eindeutig, dass Windkraftanlagen Infraschall erzeugen.

Die Bewertung der gesundheitlichen Wirkung ist international Gegenstand wissenschaftlicher Forschung, u. a. in: 

Dabei werden Effekte wie Schlafstörungen, Stressreaktionen und vegetative Belastungen untersucht. Neueste Untersuchungen versuchen, den Einfluss von Infraschall auf die Herztätigkeit zu verifizieren. 

Ein Bericht im SWR und wissenschaftliche Veröffentlichungen greifen dieses Thema auf: Infraschall von Windrädern ist kein harmloses Hintergrundrauschen – er ist eine gesundheitliche Noxe. 

 

Mainzer Studie: Infraschall von Windrädern kann die Herzleistung des Menschen deutlich schädigen - Mainz

 

"Deutlich erhöhte Inzidenz von Herzinsuffizienz und Rhythmusstörungen in Kommunen mit erheblichem Ausbau der Windenergie“, 132. Kongress der DGIM, April 2026, Abstract ID 85384 (Universitätsmedizin Mainz, Arbeitsgruppe Infraschall)

 

Auch wenn kein vollständiger wissenschaftlicher Konsens besteht, gilt:

 

Eine fehlende abschließende Klärung ist kein Beleg für Unbedenklichkeit.

 

Gerade bei sensiblen Nutzungen wie einer Rehaklinik ist daher eine vorsorgliche Standortwahl zwingend.

 

5.    Stoffeinträge und Materialfragen (inkl. PFAS-Diskussion)
Moderne Windkraftanlagen bestehen aus komplexen Verbundmaterialien und Beschichtungen. Diskutiert werden dabei u. a. der Abrieb von Rotorblättern (Mikropartikel) und der Einsatz langlebiger Chemikalien (z. B. PFAS in bestimmten Anwendungen).

Unstrittig ist, dass Rotorblätter einem Verschleiß unterliegen und Materialpartikel in die Umwelt gelangen.

 

In einem sensiblen Wald- und Quellgebiet ist jeder zusätzliche Stoffeintrag kritisch zu bewerten, insbesondere wenn Abbauprozesse sehr langsam und Stoffe potenziell im Wasser mobil sind.

 

6.    Gefährdung geschützter Arten
Der Tharandter Wald ist Lebensraum verschiedener geschützter Fledermausarten (LRA Mittelsachsen, Überarbeitung Habitat der SAC (Stand: 17.12.2025)) sowie des Schwarzstorches.

Beide Arten sind hochempfindlich gegenüber Störungen und haben nachgewiesene Konflikte mit Windkraftanlagen. Insbesondere bei Fledermäusen sind Kollisionen und Barotraumen durch Druckveränderungen belegt.

Großräumige Waldstandorte gehören zu den konfliktträchtigsten Bereichen für Windkraft. 

 

7.    Waldverlust und ökologische Folgeschäden
Für Bau und Betrieb von Windkraftanlagen im Wald sind Rodungsflächen, dauerhafte Zuwegungen und technische Infrastruktur erforderlich.

Dies führt zur Fragmentierung des Waldes, der Veränderung des Mikroklimas und zu einer erhöhten Austrocknung angrenzender Flächen.

 

Der Wald verliert damit genau jene Funktionen, die ihn ökologisch wertvoll machen.

 

8.    Sozioökonomische Auswirkungen: Wertverlust und demografische Effekte
Neben ökologischen Aspekten sind auch die Auswirkungen auf die betroffene Bevölkerung zu berücksichtigen.

Erfahrungen aus verschiedenen Regionen zeigen, dass die Attraktivität von Wohnlagen beeinflusst wird, weil Windkraftanlagen als störend (visuell, akustisch) wahrgenommen werden. Folglich sind Immobilien in unmittelbarer Nähe solcher Anlagen häufig schwerer vermarktbar und die Investitionsbereitschaft in Wohneigentum sinkt in entsprechend geprägten Gebieten.

 

Dies kann zu folgenden Entwicklungen führen:

  • Zurückhaltung bei Zuzug, insbesondere von jungen Familien
  • Abwanderung in attraktivere Wohnlagen
  • langfristige Schwächung der lokalen Bevölkerungsstruktur
     

Gerade ländliche Räume sind auf stabile Bevölkerungszahlen und Zuzug angewiesen. Eine Entwicklung, die die Standortattraktivität mindert, wirkt sich unmittelbar auf kommunale Einnahmen, die Infrastruktur (Schulen, Versorgung) und die soziale Stabilität aus.

 

Diese Effekte sind nicht zwingend in jedem Einzelfall gleich stark ausgeprägt, stellen jedoch ein real beobachtbares Risiko dar, das in Planungsprozessen berücksichtigt werden muss.

 

9. Forderungen
Wir fordern:

  • Den Verzicht auf Windkraftanlagen im Tharandter Wald und angrenzenden Ortschaften
  • Den Schutz des Gebietes als Natur-, Wasser- und Erholungsraum
  • Vollständige und unabhängige Umweltverträglichkeitsprüfungen
  • Verlagerung von Projekten auf weniger sensible Standorte
     

Für eine Energiewende mit Augenmaß – und für den Erhalt eines einzigartigen Naturraums.

 

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Klaus StanekPetitionsstarter*in

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