Actualización sobre la peticiónOrhan gehört zu ver​.​di- Kündigungen und alle Maßnahmen zurücknehmen!taz: "Allein machen sie dich ein"
Anonym Ver​.​di MitgliedAlemania
6 may 2023

In der Ausgabe vom 30.4.2023 befasst sich die Tageszeitung "taz" mit der Situation der Gewerkschaften in Deutschland. In dem Artikel kommt auch Orhan Akman zu Wort:

Auszug aus dem Artikel (www.taz.de/Situation-der-Gewerkschaften/!5928978/

" Einer, der aus den Gewerkschaften heraus immer wieder lautstark tiefgreifende Veränderungen fordert, ist Orhan Akman. Der 47-jährige gebürtige Kurde arbeitet als politischer Gewerkschaftssekretär bei Verdi in Berlin. Dort würde man den unbequemen Gewerkschafter mit seinen Rufen nach Reformen am liebsten loswerden: Bereits mehrfach wurde Akman wegen seiner kritischen Äußerungen fristlos gekündigt – wogegen er sich bislang erfolgreich gerichtlich wehrt. Am Mittwoch wurde er bis auf Weiteres freigestellt. „Die deutsche Gewerkschaftsbewegung steht an einem Scheideweg“, sagt Akman der taz. „Wir haben so viele Leute in Lohn und Brot wie noch nie. Trotzdem sind wir auf einem Tiefpunkt, was die organisierten Belegschaften und Beschäftigten angeht.“

Der Grund für die „tiefgreifende Krise“ liegt für ihn auf der Hand: „Unsere Strukturen sind ziemlich konservativ, altbacken und zu bürokratisch und damit zunehmend mitgliederfern.“ Akman, der seit mehr als 20 Jahren gewerkschaftlich arbeitet, beobachtet eine zunehmende Entfremdung zwischen den Gewerkschaften und der Basis, also den Arbeiter*innen. „Wir müssen die Gewerkschaften strukturell neu denken“, findet er. Dazu gehöre eine stärkere Verankerung in den Betrieben, aber auch eine klarere Kante gegen die Regierungspolitik, die mit dem Segen der DGB-Gewerkschaften seit Jahren eine Umverteilung von unten nach oben und damit eine Politik gegen die Beschäftigten betreibe. „Wir brauchen auch keine Leute in Vorständen der Gewerkschaften, die 15.000 Euro im Monat verdienen, wie soll man das einem Beschäftigten erklären?“

Dass es in den Führungsebenen von Gewerkschaften zudem kaum Mi­gran­t*in­nen gibt, hält Akman, der als erster Migrant für den Verdi-Bundesvorstand kandidierte, für einen großen Fehler und eine vertane Chance. Migrant*innen, aber auch Frauen, würden von den Gewerkschaften strukturell vernachlässigt, was sich letztlich räche. „Wenn ich die Interessen der Beschäftigten nicht ernsthaft vertrete, treten sie auch nicht in die Gewerkschaft ein.“ Die Leute seien jedoch auf dem Arbeitsmarkt und die Gewerkschaften seien gut beraten, sie auch zu organisieren. „Dann haben wir eine gute Chance, aus der Krise einen Befreiungsschlag zu machen.“ Das wäre nicht nur für die Gewerkschaften, sondern auch für die Ar­bei­te­r*in­nen von Vorteil. Denn schwache Gewerkschaften wirken sich auf die Tarifbindung aus: Während die in anderen europäischen Ländern wie Frankreich bei fast 100 Prozent liegt, kommt in Deutschland nur je­de*r zweite Beschäftigte in den Genuss eines Tarifvertrags – und arbeitet damit im Schnitt eine Stunde weniger als Beschäftigte ohne Tarifvertrag, bei 11 Prozent mehr Lohn."

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